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Ermittler der australischen Polizei suchen bei einem Haus im Viertel Guildford in Sydney nach Hinweisen auf angeblich geplante Terroranschläge in Australien.
Ermittler der australischen Polizei suchen bei einem Haus im Viertel Guildford in Sydney nach Hinweisen auf angeblich geplante Terroranschläge in Australien.Bild: AFP
Auf Anweisung des Islamischen Staats

Riesenrazzia in Sydney: Terroristen in Australien sollen inszenierte Hinrichtungen geplant haben

Bei einem Anti-Terror-Einsatz haben 800 Polizisten in Australien 15 mutmassliche Terroristen festgenommen. Die Gruppe soll geplant haben, in Sydney einen Passanten zu entführen und zu enthaupten. Laut der Regierung steckt der Islamische Staat hinter dem Plan.
18.09.2014, 01:0918.09.2014, 09:14
Stefan Trachsel, Sydney

In der australischen Grossstadt Sydney hat die Polizei am Donnerstag bei einem Anti-Terror-Einsatz insgesamt 15 Personen festgenommen. Sie sollen Terroranschläge in Australien geplant haben. Die Riesenrazzia mit 800 Polizisten war der grösste solche Einsatz in der Geschichte des Landes, wie die Polizei mitteilte.

Die australische Polizei nahm insgesamt 15 Personen fest.
Die australische Polizei nahm insgesamt 15 Personen fest.Bild: EPA/NSW POLICE

Anweisung von hochrangigem IS-Mitglied

Australiens Premierminister Tony Abbott sagte gegenüber dem Sender ABC, ein Australier, welcher sich der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) angeschlossen habe, habe zu «inszenierten Tötungen» in Australien aufgerufen. Der Mann sei ein hochrangiges Mitglied der Organisation. Überbracht worden sei die Botschaft über ein Netzwerk von Unterstützern in Australien. 

Dank der Operation sei ein Terroranschlag vereitelt worden, sagte Abbott. Es habe sich nicht nur um einen Verdacht gehandelt. Die Polizei habe konkrete Geheimdienstinformationen erhalten.

Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, die Verdächtigen hätten geplant, zufällig ausgewählte Personen an einem belebten Ort in Sydney zu entführen und zu enthaupten. In Anlehnung an das Vorgehen der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak sollten Bilder solcher Hinrichtungen auf den sozialen Medien verbreitet werden.

Ein 22-jähriger Mann, der die Tat offenbar hätte durchführen sollen, wurde noch am Donnerstag einem Richter vorgeführt. Die Strafverfolger werfen ihm vor, einen Terroranschlag geplant zu haben, mit dem die Öffentlichkeit hätte geschockt werden sollen. Die Verdächtigen sollen ursprünglich aus Afghanistan stammen.

Die Chefs der australischen Bundespolizei und der Polizei des Gliedstaates New South Wales informieren über die Razzia mit 800 Polizisten.
Die Chefs der australischen Bundespolizei und der Polizei des Gliedstaates New South Wales informieren über die Razzia mit 800 Polizisten.Bild: AFP
Im Nordwesten Sydneys haben hunderte Polizisten Razzien gegen mutmassliche Terroristen durchgeführt. Die Polizei veröffentlichte das Video dazu gleich selbst.Quelle: NSW Police force, youtube

25 Häuser durchsucht

Nach Angaben der Polizei begann die Gruppe mit Vorbereitungen für «Anschläge auf Zivilisten». Es gebe jedoch keine Hinweise auf konkret geplante Attacken, teilte die Polizei des Gliedstaates New South Wales mit. In den nächsten Wochen will die Polizei ihre Präsenz an öffentlichen Plätzen erhöhen, an denen sich viele Menschen aufhalten. 

Bei Razzien sind nach Polizeiangaben 25 Häuser und Wohnungen durchsucht worden. An einigen Orten hat die Polizei mit Grabungen begonnen und sie sucht auch mit Metalldetektoren nach verdächtigen Gegenständen. 

Die Festnahmen erfolgten allesamt in Sydney. Zu Polizeieinsätzen kam es aber auch in der weiter nördlich gelegenen Stadt Brisbane am Donnerstag. Nach Polizeiangaben gibt es keine direkte Verbindung zwischen den beiden, allerdings ging die Polizei dabei ebenfalls gegen angebliche islamische Extremisten vor.

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Dutzende Australier kämpfen für IS

Australien ist stark vom Aufstieg der Terrormiliz IS betroffen. Nach Informationen des Geheimdienstes kämpfen in Irak und Syrien rund 60 Australier, die mit Bildern ihrer grausamen Taten die australische Öffentlichkeit schockieren. Erst am Mittwoch kam zudem ans Licht, dass ein Geldüberweisung-Büro in Sydney Terroristen im Nahen Ost unterstützt haben soll.

Die australische Armee hat den USA Hilfe bei der Bekämpfung der Terrororganisation zugesagt und bereits Flugzeuge und 600 Soldaten in die Region entsandt.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.

Ein Verdächtiger wird festgehalten.
Ein Verdächtiger wird festgehalten.Bild: NSW police force
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Internationale Koalition berät über Kampf gegen Terrormiliz IS

Aussenminister Heiko Maas nimmt am Montag in Rom an einem Treffen der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) teil. Dabei soll es um den Kampf gegen die Terroristen in ihren ursprünglichen Operationsgebieten Syrien und Irak, aber auch um die zunehmenden Aktivitäten in Afrika oder Afghanistan gehen. «Der IS in Irak und Syrien ist zurückgedrängt, aber nicht geschlagen, in anderen Regionen gewinnt er sogar an Einfluss», sagte Maas. «In Rom werden wir deutlich machen: Wir lassen den Terroristen keinen Fussbreit, auch nicht in Afrika.»

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