Israel
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nach Attentat

Radikale Juden versuchen Tempelberg zu stürmen

Das Attentat auf einen radikalen jüdischen Aktivisten sorgt für Spannungen in Jerusalem. Zeitweise ist der Tempelberg gesperrt. Palästinenserpräsident Abbas spricht von einer «Kriegserklärung» Israels. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Das Attentat auf einen radikalen jüdischen Aktivisten in Jerusalem hat den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern weiter angeheizt. In den engen Gassen der Altstadt warfen Demonstranten am Donnerstag Steine und Feuerwerkskörper auf Sicherheitsbeamte. Radikale Juden versuchten, den Tempelberg zu stürmen, den die israelischen Sicherheitskräfte erstmals seit Jahren wieder komplett für die Öffentlichkeit gesperrt hatten. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wertete dieses Vorgehen Israels als «Kriegserklärung». Stunden später öffnete Israel die heilige Stätte wieder.

Auslöser der neuen Spannungen ist ein Attentat vom Mittwoch, als der religiös-radikale Rabbiner Jehuda Glick in der israelischen Hauptstadt niedergeschossen und schwer verletzt wurde. Nur Stunden nach dem Attentat tötete die israelische Polizei den mutmasslichen Täter, einen Palästinenser. 

TOPSHOTS
A masked Palestinian youth throws a rock during clashes with Israeli security forces in east Jerusalem on October 30, 2014. Clashes raged in east Jerusalem after police shot dead a Palestinian accused of trying to kill a Jewish hardliner, prompting officials to close the flashpoint Al-Aqsa mosque compound.  AFP PHOTO/ AHMAD GHARABLI

In den Strassen Jerusalems griffen Demonstranten die Sicherheitskräfte an. Bild: AFP

Glick gehört zu einer kleinen Minderheit in Israel, die die Muslime vom Tempelberg vertreiben und dort einen neuen jüdischen Tempel errichten will. Die grosse Mehrheit der Juden lehnt dies ab und zieht es vor, an der Klagemauer unterhalb des Tempelberges zu beten. 

Abbas erklärte, man werde alles tun, um die israelische Regierung zur Rechenschaft zu ziehen. Israelische Sicherheitskräfte hatten die Nacht über nach dem Täter gefahndet. Am Morgen umstellten Anti-Terror-Einheiten ein Haus im Stadtteil Abu Tor. Bei einem anschließenden Schusswechsel wurde ein Mann getötet. Es handele sich wahrscheinlich um den Attentäter, hiess es aus Sicherheitskreisen. 

An ultra-Orthodox Jewish man stands in the Al Aqsa Mosque compound, also known to Jews as the Temple Mount, in Jerusalem's old city, Wednesday, March 17, 2010. Israel on Wednesday lifted its tight restrictions on Palestinian access to Jerusalem's holiest shrine and called off an extended West Bank closure after days of clashes between Palestinians and Israeli security forces. Despite moving to end the lockdown, Israel still kept thousands of police officers on alert as an uneasy calm settled over the holy city. (AP Photo/Tara Todras-Whitehill)

Der Tempelberg, eine umstrittene heilige Stätte. Bild: AP

«Keine Seite sollte das Gesetz in die Hand nehmen »

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu berief eine Dringlichkeitssitzung zum Anschlag und der Lage in Jerusalem ein. Er habe eine weitere Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen angeordnet, teilte sein Büro mit. Zugleich rief er alle Beteiligten zur Besonnenheit auf. «Keine Seite sollte das Gesetz in die Hand nehmen», sagte Netanjahu. «Wir müssen ruhig, verantwortungsvoll und entschlossen handeln.» Israels Staatspräsident Reuven Rivlin betonte, für Israel sei Terrorismus in Jerusalem inakzeptabel. «Wir müssen energisch und ohne Zögern gegen die Täter vorgehen.» 

Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad bezeichnete den Anschlag auf Glick als "natürliche Antwort" zur Verteidigung des Tempelbergs. "Er verdiente, was er bekommen hat", zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Maan einen Dschihad-Sprecher. 

In Jerusalem heizt sich die Stimmung seit Wochen immer weiter auf. Erst in der vergangenen Woche war ein Palästinenser mit seinem Auto in eine an einer Jerusalemer Straßenbahnhaltestelle wartende Menge gerast. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt. Der palästinensische Autofahrer wurde anschliessend erschossen. (brk/dpa)



Das könnte dich auch interessieren:

Nach Maurers Englisch-Desaster: Jetzt nimmt ihn Martullo in die Mangel (You Dreamer!😂)

Link zum Artikel

13 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Super-GAU für Huawei? Das müssen Handy- und PC-User jetzt wissen

Link zum Artikel

Perlen aus dem Archiv: So (bizarr) wurde 1991 über den Frauenstreik berichtet

Link zum Artikel

Strache-Rücktritt: Europas Nationalisten haben einen wichtigen General verloren

Link zum Artikel

Steakhouse serviert versehentlich 6000-Franken-Wein – die Reaktionen sind köstlich

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz: Dani ist zurück aus den Ferien. Ist er? IST ER?

Link zum Artikel

Instagram vs. Realität – 14 Vorher-nachher-Bilder mit lächerlich grossem Unterschied

Link zum Artikel

8 Gerichte, die durch die Beigabe von Speck unwiderlegbar verbessert werden

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

In diesen 7 Momenten stand die Welt vor dem Dritten Weltkrieg

«Mögest du in interessanten Zeiten leben», so lautet angeblich eine chinesische Verwünschung. Unsere Zeiten sind «interessant» wie lange nicht mehr – jedenfalls, wenn wir an den aktuellen Stand der Weltpolitik denken. Noch nie war die Gefahr so gross, dass es im schon seit 2011 andauernden syrischen Bürgerkrieg zu einer direkten militärischen Konfrontation der Grossmächte kommt. US-Präsident Trump tweetete, die Beziehungen der USA zu Russland seien schlechter denn je, den Kalten …

Artikel lesen
Link zum Artikel