Israel
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04306812 Smoke rises after an airstrike in the west of Gaza City, 09 July 2014. Israel launched an air offensive in response to increasing rocket attacks by Palestinian militants, conducting repeated strikes that killed at least 25 Palestinians on 08 July in the Gaza Strip. Among the dead were eight children and two women. The fatalities included several militants from Hamas and the Islamic Jihad group, Gaza emergency services chief Ashraf al-Qedra said. Israel's cabinet, meanwhile, authorized the army to call up 40,000 reservists should it decide to expand the operation, possibly into a ground offensive.  EPA/MOHAMMED SABER

Auch in der Nacht auf den Mittwoch wurde Gaza-Stadt das Ziel von israelischen Raketenangriffen. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Opferzahl steigt

Mindestens 25 Palästinenser bei israelischer Offensive getötet – Tel Aviv unter Beschuss



Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Mittwoch erneut den Grossraum Tel Aviv mit Raketen angegriffen. Im Stadtzentrum heulten die Warnsirenen, Menschen eilten in die Schutzräume. Nach Angaben der Armee wurden zwei Geschosse im Grossraum Tel Aviv abgefangen. 

Wie eine Armeesprecherin sagte, schlugen am frühen Morgen zudem vier Raketen im Süden Israels ein. Schäden oder Verletzte gab es allerdings nicht. Am Dienstagabend waren auch in der Hauptstadt Jerusalem Geschosse eingeschlagen.

130 Menschen verletzt

Der Schlagabtausch zwischen Israel und den radikalen Palästinensern wird immer heftiger. Bei der israelischen Offensive gegen Extremisten im Gazastreifen sind am ersten Tag nach palästinensischen Angaben mindestens 25 Menschen getötet worden. 

Weitere ungefähr 130 Menschen seien verletzt worden, berichteten Sanitäter und Sicherheitsleute in der Nacht zum Mittwoch. Andere Berichte gehen ebenfalls unter Berufung auf palästinensische Angaben von noch höheren Opferzahlen aus – unter den Toten befinden sich demnach auch Kinder

Seit Beginn der Offensive habe Israel mehr als 270 «Terrorziele» im Gazastreifen angegriffen, sagte der Sprecher der Streitkräfte, Brigadegeneral Moti Almoz am Dienstagabend. 

epa04306813 Smoke rises after an airstrike inthe west of Gaza City, 09 July 2014. Israel launched an air offensive in response to increasing rocket attacks by Palestinian militants, conducting repeated strikes that killed at least 25 Palestinians on 08 July in the Gaza Strip. Among the dead were eight children and two women. The fatalities included several militants from Hamas and the Islamic Jihad group, Gaza emergency services chief Ashraf al-Qedra said. Israel's cabinet, meanwhile, authorized the army to call up 40,000 reservists should it decide to expand the operation, possibly into a ground offensive.  EPA/MOHAMMED SABER

Rauch über Gaza-Stadt. Bild: MOHAMMED SABER/EPA/KEYSTONE

Beschuss israelischer Städte 

Die radikalen Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss Israels fort. Die Angriffe wurden auch auf die israelischen Grossstädte Tel Aviv und Jerusalem ausgeweitet. 

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte als Reaktion auf den eskalierten Nahost-Konflikt für Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an, wie der israelische Rundfunk berichtete. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hiess es weiter. 

Palestinian president Mahmud Abbas delivers a message to journalists following a meeting with Robert Serry (unseen), the United Nations Special Coordinator for the Middle East Peace Process, at his office in the West Bank city of Ramallah on July 6, 2014. Abbas, demanded UN Secretary-General Ban Ki-moon to form an international committee to investigate terrorist crimes against the Palestinian people. AFP PHOTO / ABBAS MOMANI

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas beruft ein Krisentreffen ein. Bild: AFP

Die Arabische Liga forderte unterdessen den UNO-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten abzuhalten, schrieb die israelische Zeitung «Haaretz» am Dienstag. 

Extremistenführer getötet 

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen sind nach Angaben palästinensischer Medien in der Nacht zum Mittwoch mindestens sechs Menschen in einem Haus getötet worden. Der Schlag habe sich gegen ein führendes Mitglied des militärischen Arms des Islamischen Dschihad gerichtet. Der Mann und mehrere Familienmitglieder seien getötet worden, berichtete «Haaretz» online. 

Auslöser der jüngsten Runde der Gewalt waren die Entführung und die Ermordung von drei jüdischen Teenagern am 12. Juni sowie der mutmassliche Rachemord an einem palästinensischen Jugendlichen in der vergangenen Woche. Israel ist seit der Entführung gegen die Infrastruktur der Hamas im Westjordanland vorgegangen und hat hunderte Mitglieder der Organisation festgenommen. 

Reservisten mobilisiert

Nach Angaben eines israelischen Militärsprechers hat die Armee die Mobilisierung von bis zu 40'000 Reservesoldaten bewilligt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, im Kampf gegen die Hamas sei es an der Zeit, «die Samthandschuhe auszuziehen». 

Israel will mit der Operation «Zuk Eitan» (Fels in der Brandung) den ständigen Raketenbeschuss seiner Ortschaften unterbinden. Nach palästinensischen Angaben wurden auch ranghohe Hamas-Aktivisten getötet, darunter der Marinekommandeur Raschid Jassin. Seit Beginn der israelischen Luftoffensive seien von palästinensischer Seite etwa 130 Raketen auf israelische Ortschaften abgefeuert worden. 

epa04305364 Israeli soldiers check their weapons near the city of Ashkelon, southern Israel, 08 July 2014. Israel launched an offensive against the Gaza Strip Tuesday, conducting a series of fresh airstrikes in response to increasing rocket attacks by Palestinian militants. There have been more than 120 Israeli airstrikes in the coastal enclave, according to Palestinian sources, while hundreds of rockets and mortar shells have landed in southern Israel. Israeli military spokesman Peter Lerner said the offensive, named Protective Edge, could grow into a 'ground mission if required.'  EPA/ABIR SULTAN

Die israelische Armee hat die Mobilisierung von bis zu 40'000 Reservesoldaten bewilligt. Bild: ABIR SULTAN/EPA/KEYSTONE

EU beunruhigt 

EU-Vertreter zeigten sich extrem beunruhigt über die eskalierende Gewalt in Nahost. «Wir verfolgen die sich rasch verschlechternde Lage im Süden Israels und im Gazastreifen mit schwerer Besorgnis», erklärte ein Sprecher der EU-Aussenbeauftragten am Dienstagabend in einer in Brüssel veröffentlichten Mitteilung. 

«Die EU verurteilt das willkürliche Feuer auf Israel durch militante Gruppen im Gazastreifen scharf.» Doch auch die wachsende Anzahl ziviler Opfer, insbesondere Kinder, durch israelisches Gegenfeuer verurteile die EU. Alle Seiten müssten «äusserste Zurückhaltung» walten lassen und alles an eine sofortige Waffenruhe setzen. (rey/sda/dpa/afp) 

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • flubi 09.07.2014 11:28
    Highlight Highlight Die EU labbert auch schon und tut nichts!
  • Zeit_Genosse 09.07.2014 07:36
    Highlight Highlight Kinder werden als Schutzschilde missbraucht. Im Zeitalter von Drohnenangriffen, sind in den Häusern oder auf Transporten von Extremisten vielfach Kinder mit dabei, die dann als Ziele mitgetötet werden. Es ist ein jahrzehnte langes Versagen aller Beteiligten. Die EU verfolgt mit Besorgnis, heisst es. Die EU verfolgte auch die Ukraine mit Besorgnis. Helfen tut sie nicht.
  • zombie1969 09.07.2014 06:42
    Highlight Highlight Gestern war noch die "Friedenskonferenz von 'Haaretz", wo man ein mögliches Friedenabkommen besprochen hätte. Gekommen waren allerdings keine palästinensischen Vertreter, sie haben alle abgesagt. Dafür gab es eine Vertretung von der Hamas - Die Raketen auf Tel-Aviv.

Vom Corona-Musterland zum Negativbeispiel: Was lief falsch in Israel?

Zu Beginn der weltweiten Corona-Pandemie galt Israel vielen als leuchtendes Beispiel für eine rasche und erfolgreiche Eindämmung. Doch inzwischen steht das Mittelmeerland schlechter da als die meisten europäischen Länder, ein zweiter Lockdown erscheint unausweichlich. Was ist schiefgelaufen? Und was können Länder wie die Schweiz tun, um einen ähnlichen Verlauf zu vermeiden?

Professor Arnon Afek, Vize-Direktor des Schiba-Spital bei Tel Aviv, spricht von «vorzeitigen Siegesfeiern», nachdem es Israel mit rigorosen Massnahmen und einem Lockdown im Frühjahr zunächst gelungen war, die Infektionszahlen stark zu reduzieren. «Die Lockerungen waren dann viel zu hastig und ohne klare Strategie und haben eine neue Welle von Infektionen ausgelöst.» Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte die Bürger im Mai euphorisch dazu aufgefordert, rauszugehen, «Kaffee …

Artikel lesen
Link zum Artikel