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epa04481721 Israeli Arabs throwing rocks at Israeli police during clashes in the northern central town of Kfar Kanna, near Nazareth, Israel, 08 November 2014. A 22-year-old, Khair al-Din Rouf Hamdan, was shot dead by Israeli police when he threatened officers with a knife when they tried to arrest him, according to the Israeli police.  EPA/GIL ELIYAHU/JINI ISRAEL OUT

Israelische Palästinenser werfen in Kfar Kana Steine auf die Polizei.  Bild: EPA/JINIPIX

Palästinenser erschossen

Unruhen jetzt auch in Nordisrael



Nach wochenlangen Ausschreitungen und mehreren Anschlägen in Jerusalem haben die Unruhen am Samstag auch den Norden Israels erfasst. In der Stadt Kafr Kana versammelten sich am Samstag rund 2500 Palästinenser, wie die Polizei mitteilte.

Der Nachrichtenseite «ynet» zufolge forderten sie die Suspendierung der Polizeibeamten, die in der Nacht in dem Ort einen jungen Palästinenser erschossen hatten. Dutzende Palästinenser warfen der Polizei zufolge am Ortseingang Steine auf Polizeibeamte und zündeten Reifen an. 

Schüsse nach Messerattacke

Auslöser der Proteste waren die tödlichen Schüsse auf einen 22-jährigen Palästinenser in der Nacht zum Samstag. Nach Angaben der Polizei hatten die Beamten in Kafr Kana versucht, einen Palästinenser festzunehmen, der eine Blendgranate geworfen haben soll. Dabei sei ein anderer Palästinenser mit einem Messer auf die Polizisten losgegangen. Die Beamten hätten zuerst in die Luft und dann auf den Angreifer gefeuert.

Ein Video zeigt, wie ein Mann mehrmals mit einem länglichen Gegenstand in der Hand auf ein Seitenfenster eines Polizeifahrzeugs einschlägt. Die Beamten steigen aus, der Angreifer weicht einige Schritte zurück und geht dann zu Boden. Der Mann starb im Spital. Die Polizei untersuchte den Vorfall. Am Samstagmorgen brachen in dem Ort mit knapp 20'000 Einwohnern erste Proteste aus. Anschliessend riefen die Anwohner zu einem Generalstreik auf.

Mogherini fordert Ende der Gewalt 

Seit Wochen kommt es in Jerusalem und auch im Westjordanland zu Zusammenstössen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern. Die neue EU-Aussenbeauftragte Federica Mogherini, die die Region derzeit besucht, forderte bei einer Pressekonferenz in Gaza ein Ende der Gewalt zwischen Israel und den Palästinensern.

Mogherini rief zu weiteren Anstrengungen für eine Zwei-Staaten-Lösung auf, bei der ein in Frieden neben Israel existierender Palästinenserstaat geschaffen werden soll: «Wir brauchen einen palästinensischen Staat - das ist das Ziel und die Position der gesamten Europäischen Union», sagte sie im Gazastreifen.

Dies sei auch in Israels Interesse, unterstrich Mogherini am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah. Es sei der «der einzige Weg für Israel, um Sicherheit zu erlangen». Den israelischen Siedlungsbau in Ostjerusalem und dem Westjordanland nannte Mogherini «illegal» und ein «Hindernis für den Frieden». 

Besuch bei Kriegsopfern

In Gaza hatte Mogherini Minister der palästinensischen Einheitsregierung aus Fatah und Hamas getroffen. Ausserdem besuchte sie ein während des Gaza-Kriegs zerstörtes Wohnviertel und eine Schule der Vereinten Nationen. Sie sprach mit UNO-Mitarbeitern sowie Familien, die während des Gaza-Krieges ihre Häuser verloren hatten.

Hamdallah bedankte sich bei Mogherini für die Unterstützung der EU beim Wiederaufbau Gazas und dem Bestreben nach einem palästinensischen Staat. Mogherini besuchte seit Freitag Israel und die palästinensischen Gebiete. Am Samstagabend traf sie mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen. (sda/dpa) 

Anschläge auf Fatah-Politiker

Mogherinis Gaza-Besuch wäre fast im letzten Augenblick abgesagt worden, nachdem es in dem Küstenstreifen eine Serie von Bombenanschlägen gegen Politiker der als gemässigt geltenden Fatah gegeben hatte. Niemand bekannte sich zu den Taten, aber die Fatah verdächtigt die dort herrschende radikal-islamische Hamas. Die beiden Palästinenserorganisationen stehen sich trotz der vereinbarten Einheitsregierung weiter misstrauisch gegenüber. 

Mogherini wollte am Samstag auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und den palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah im Westjordanland zu Gesprächen treffen. (dhr/sda/dpa)

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