Italien
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epa04613138 A handout picture provided 10 February 2015 by the Italian Coastguard shows migrants arriving to Lampedusa, 09 February 2015, after being rescued by Italian Coastguard from the Mediterranean Sea between Libya and Italy. At least 25 people believed to be migrants trying to reach Europe were reported dead 09 February after rough weather struck their vessel off the coast of the Italian island of Lampedusa, media reported.  EPA/ITALIAN COAST GUARD PRESS OFFICE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Italiens Küstenwache bringt Flüchtlinge nach Lampedusa: Womöglich mehr als 200 Tote. Bild: EPA/ANSA / ITALIAN COASTGUARD

Tragödie vor Lampedusa

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer: Nur 9 Überlebende – die anderen 203 hat das Meer verschluckt

Bei dem jüngsten Flüchtlingsdrama im Mittelmeer sind wohl mehr Menschen als bislang vermutet gestorben. Laut UNO waren auf zwei Schlauchboten Hunderte Flüchtlinge unterwegs – nur neun überlebten. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Vor Lampedusa sind möglicherweise mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Das erklärte eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingswerks UNHCR. Sie bezog sich auf die Zahl der Überlebenden, die die italienische Küstenwache retten konnte.

Insgesamt seien drei Schlauchboote mit Flüchtlingen unterwegs gewesen. Auf einem waren zu Beginn der Woche 29 Menschen erfroren. Auf zwei weiteren Booten seien insgesamt mehr als 210 Menschen gewesen. «Von diesen überlebten nur neun», teilte Sprecherin Carlotta Sami mit. «Es sind neun, und sie wurden nach vier Tagen auf dem Meer gerettet. Die anderen 203 hat das Meer verschluckt.» Es sei eine «schreckliche und enorme Tragödie».

Laut Küstenwache sind die Bedingungen auf See mit bis zu acht Meter hohen Wellen und Temperaturen nur knapp über null Grad momentan extrem.

Bei den Flüchtlingen soll es sich zum Teil um Libyer handeln. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums kamen allein im Januar mehr als 3500 Flüchtlinge nach Italien. Selbst Winterstürme halten die verzweifelten Menschen nicht von den gefährlichen Überfahrten meist von Libyen aus ab.

Tausende sind auf diesem Weg ums Leben gekommen – ertrunken, verdurstet oder an Erschöpfung gestorben. Zwischen dem 1. Januar und 17. Dezember 2014 erreichten insgesamt 167'462 Flüchtlinge Italien über das Meer. Das sind im Schnitt 477 pro Tag.

Italien rief die Rettungsmission «Mare Nostrum» ins Leben, die Tausende Flüchtlinge auf dem Mittelmeer in Sicherheit brachte. Diese wurde vergangenes Jahr von der EU-Grenzschutzmission «Triton» abgelöst. Das Uno-Flüchtlingshilfswerk kritisierte das Programm erneut als unzureichend.

(gam/dpa/AFP)

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