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Vermisstenfall im Kanton Zug

Alles inszeniert – Mutter von Svenja wird in Klinik eingewiesen

02.04.2014, 10:5625.02.2015, 09:51
Bild: Polizei Zug

Die Umstände um das Verschwinden der 11-jährigen Svenja sind geklärt. Wie die Zuger Kantonspolizei mitteilt, sei das Mädchen gar nicht entführt worden. Die Mutter hatte das Kind versteckt und den Vermisstenfall inszeniert. Wie die Polizei mitteilte, sind wohl psychische Probleme Auslöser für den Vorfall gewesen. Ein Notfallpsychiater wies die Frau umgehend in eine Klinik ein.

Statt in die Schule zu gehen, begab sich das Mädchen am Montagmorgen nach Hause zu seiner Mutter. Ob Svenja das freiwillig tat oder ob sie von ihrer Mutter nach Hause beordert worden war, ist unklar. Als Betreuer des Internats und später auch die Polizei an der Haustüre vorsprachen, versteckte die Mutter ihre Tochter in der Wohnung.

Nachbar alarmierte die Polizei

Die Polizei schöpfte keinen Verdacht – sie durchsuchte die Wohnung nicht. Wie Polizeisprecher Marcel Schlatter sagte, habe die Mutter sehr aufgelöst gewirkt und glaubhaft versichern können, dass die Tochter vermisst wird. Als die Polizei die Fahndung öffentlich ausschreiben wollte, willigte die Mutter ein.

Danach ging Svenja im Wissen der Mutter in die Wohnung des Nachbars. Als dieser Nachbar unwissend am Abend von der Arbeit nach Hause kam, entdeckte er die 11-Jährige und alarmierte sofort die Zuger Polizei. Die Familie verfügte über einen Schlüssel zur Wohnung. Offenbar hatten Mutter und Nachbar ein gutes Verhältnis.

Fahndung mit Helikoptern

Polizei und Armee fahndeten im Ägerital mit Helikoptern nach dem Kind, Zivilschutzangehörige durchkämmten Unterägeri und die angrenzenden Waldstücke. Die Vermisste wurde zudem im nationalen und internationalen Fahndungssystem ausgeschrieben. Auch über Facebook und Twitter wurde die Vermisstmeldung geteilt.

Jetzt wurde das Mädchen, das in einem Internat in Unterägeri wohnt, fremdplatziert. Laut «Blick» geht das Mädchen teilweise im Internat zur Schule, teilweise an einer Privatschule. An Wochenenden besucht sie ihre Mutter, die getrennt vom Vater lebt.

Auf die Frage, wer die Kosten für die Suchaktion übernehmen müsse, sagte der Mediensprecher der Zuger Polizei, Marcel Schlatter, zunächst: «Wir sind grundsätzlich froh, dass das Mädchen gefunden wurde. Die Frage nach der Kostenübernahme stellt sich heute Abend nicht.» Allenfalls wird jedoch geprüft, ob der Mutter die Kosten des Einsatzes in Rechnung gestellt werden können. Sie wurde in eine psychiatrische Klinik gebracht. Ob rechtliche Schritte gegen sie eingeleitet werden können, wird noch geprüft. (dwi/sda) 

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