Kanton Zug
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Markus Hürlimann

Nach Sex-Skandal: Zuger SVP-Präsident tritt zurück – Forderung nach Parteiausschluss

Markus Hürlimann, SVP

SVP-Kantonsrat Markus Hürlimann. Bild: PD

Der mutmassliche sexuelle Übergriff des Zuger SVP-Kantonsrates Markus Hürlimann hat politische Folgen. Der 40-Jährige tritt definitiv als Präsident der kantonalen SVP zurück. Interimspräsident Thomas Aeschi bestätigte am Dienstag einen Bericht der «Neuen Zuger Zeitung». Hürlimann kandidiere an der Generalversammlung vom 12. März nicht mehr für das Amt des Präsidenten, teilte Nationalrat Aeschi auf Anfrage mit. Bis zu diesem Zeitpunkt leitet dieser die Partei.

ZG spiess hegglin jolanda gruene

Das mutmassliche Opfer: Jolanda Spiess Heglin. Bild: GRUENE

Zum mutmasslichen sexuellen Übergriff soll es nach der Feier für den neuen Landammann Heinz Tännler (SVP) in der Nacht auf den 21. Dezember 2014 gekommen sein. Dabei floss viel Alkohol. Am Morgen nach der Feier erwachte Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin (Alternative - die Grünen) nach eigenen Angaben mit Unterleibsschmerzen. Weil sie sich an nichts mehr erinnern konnte, ging sie ins Spital. Die Ärzte informierten schliesslich die Polizei.

Unter Verdacht geriet Markus Hürlimann, der mit Spiess-Hegglin zuletzt gesehen worden war. Der SVP-Präsident wurde verhaftet und einen Tag später wieder auf freien Fuss gesetzt. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Handlungen gegen die sexuelle Integrität eingleitet. Daraufhin gab der Politiker das Parteipräsidium zunächst vorläufig ab. Der Verdacht, es seien K.o.-Tropfen verwendet worden, wurde in einem Labortest nicht bestätigt.

Mitglieder diskutieren Parteiausschluss

Aufgrund der Medienberichte wurden Forderungen nach einem Parteiausschluss Hürlimanns laut. An der Mitgliederversammlung vom kommenden Donnerstag wird ein entsprechender Einzelantrag gestellt, wie Aeschi sagte. Allerdings könne die Mitgliederversammlung aus formellen Gründen gar keinen Ausschluss vornehmen. Der Kantonalpartei gehören laut Aeschi nur Sektionen als Mitglieder an. Im Fall von Hürlimann müsste ein solcher Antrag an einer Mitgliederversammlung der Sektion Baar gestellt werden.

Für die SVP hat die Sexaffäre noch weitere Folgen. So hat Kantonsrat Willi Vollenweider am Montag seinen Austritt aus der Partei bekannt gegeben. Auf seiner Homepage machte Vollenweider, der auch dem Grossen Gemeinderat der Stadt Zug angehört, seinem Ärger über die Untätigkeit der Parteileitung Luft.

Die Parteileitung habe beschlossen, «das in höchstem Masse unanständige und dem Anlass unwürdige unsägliche Benehmen unseres Kantonalpräsidenten» stillschweigend zu billigen und «keinerlei Rücktrittsforderungen» gestellt. Damit verlasse die Parteileitung «fundamentale Wertehaltungen der Schweizerischen Volkspartei und fundamentale Vorgaben unseres Christlichen Glaubens». (whr/sda)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Lowend 20.01.2015 12:01
    Highlight Highlight Herr Hürlimann hat einfach sehr unglücklich kommuniziert, denn zuerst gibt er gegenüber einer Zeitung und offenbar auch telefonisch gegenüber Frau Spiess-Heggelin Geschlechtsverkehr zu, fährt in die Ferien und als er zurückkam, soll plötzlich nichts gewesen sein und zu guter letzt konnte er sich nicht mehr erinnern. So verspielt man seine Glaubwürdigkeit total! Wer jetzt Frau Spiess-Heggelin zur Täterin machen will, was die Strategie der Nationalen zu sein scheint, der verkennt absichtlich, dass diese leidige Geschichte nicht durch sie den Medien zugetragen wurde!
    8 2 Melden
  • stadtzuercher 20.01.2015 08:53
    Highlight Highlight Mh, die Tatsache bestätigt sich, dass eine unbewiesene Beschuldigung reicht, dem Mann ordentlich Schaden zuzufügen. Die Frage stellt sich natürlich: Bleibt wie im Falle Geri Müller (unschuldig) und Karl Dall (unschuldig) die haltlose Beschuldigung ohne Konsequenzen? Wählt man in Zukunft mit der grünen Partei (und der Politikerin Spiess Hegglin) auch ein Strafrecht, wo nicht mehr die Schuld sondern die Unschuld bewiesen werden muss? Schwedische Verhältnisse?
    23 15 Melden
    • kettcar #lina4weindoch 20.01.2015 10:43
      Highlight Highlight Inwiefern hat das mit der Politik der Grünen zu tun? Das hat mit der Gesellschaft und ihrer Heuchelei zu tun. Und die verkappte Moral ist eher kein Produkt Grüner Politik.
      22 8 Melden
    • klugundweise 20.01.2015 11:04
      Highlight Highlight Soso ....
      2 4 Melden
    • tower204 20.01.2015 12:36
      Highlight Highlight Gute Bekannte von mir wurde vor mehrern Jahren von einem Älteren Herr Vergewaltigt. Sie hatte eine Anzeige bei der Polizei gemacht, dass Traurige war das Ihr niemand Gelaubt hat. Das ganze machte Natürlich in Dorf die Runde. Sie wurde sogar von Dorfbürgern Beleidigt. Leider hat Sie sich Letzten Sommer das Leben genommen. RIP: Was ich damit Sagen möchte ist das es ein sehr Heikles Thema ist. Wenn ich gewisse Kommentare Lese vor allem auf 20 min erinnert mich das doch sehr an meine Kollegin. Wenn Leute Urteilen ob wohl sein keine Ahnung haben was Passiert ist macht mich sehr Nachdenklich.
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