Klima
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
*** BESTPIX *** ROME, ITALY - MAY 18:  Novak Djokovic of Serbia sprays champagne as he celebrates defeating Rafael Nadal of Spain in the final during day eight of the Internazionali BNL d'Italia tennis 2014 on May 18, 2014 in Rome, Italy.  (Photo by Julian Finney/Getty Images)

Djoković spendet das Preisgeld seines Turniersiegs in Rom Bild: Getty Images Europe

Hochwasser erreicht neuen Höchststand in Serbien und Bosnien

Tennisstar Novak Djoković spendet 700'000 Euro Preisgeld für Unwetteropfer



Die serbische Hauptstadt Belgrad hat sich am Montag für einen neuen Rekordpegelstand der Save gewappnet. Tausende Einsatzkräfte und Freiwillige verstärkten am Montag in einem Wettlauf gegen die Zeit den Hochwasserschutz und stapelten Sandsäcke entlang des Flusses.

A man reacts near a house tilted by floods in the village of Krupanj, west from Belgrade, May 19, 2014. Communities in Serbia and Bosnia battled to protect towns and power plants on Monday from rising flood waters and landslides that have devastated swathes of both countries and killed dozens of people. REUTERS/Marko Djurica (SERBIA - Tags: DISASTER ENVIRONMENT TPX IMAGES OF THE DAY)

Von der Flut mitgerissenes Haus in der Stadt Krupanj, westlich von Belgrad. Bild: Reuters

Mit Schaufeln befüllten Helfer Sandsäcke. Auf einer Strecke von zwölf Kilometern, auf denen die Save durch Belgrad fliesst, wurden 300'000 Sandsäcke an besonders gefährdeten Abschnitten gestapelt.

«Hier ist das Wasser zwei Meter vom Deich entfernt, und sein Pegel steigt zwei Zentimeter pro Stunde an»

Siniša Mali, Bürgermeister von Belgrad

People ride on tractor in a flooded street in Obrenovac, some 30 kilometers (18 miles) southwest of Belgrade, Serbia, Monday, May 19, 2014. Belgrade braced for a river surge Monday that threatened to inundate Serbia's main power plant and cause major power cuts in the crisis-stricken country as the Balkans struggle with the consequences of the worst flooding in southeastern Europe in more than a century. At least 35 people have died in Serbia and Bosnia in the five days of flooding caused by unprecedented torrential rain, laying waste to entire towns and villages and sending tens of thousands of people out of their homes, authorities said. (AP Photo/Darko Vojinovic)

Traktor in der überfluteten Stadt Obrenovac nahe Belgrads. Bild: AP/AP

«Hier ist das Wasser zwei Meter vom Deich entfernt, und sein Pegel steigt zwei Zentimeter pro Stunde an», sagte Bürgermeister Siniša Mali. Besonders besorgt blickten die Behörden auf das Kraftwerk Nikola Tesla in der Nähe der überschwemmten Stadt Obrenovac.

epa04214265 An aerial view of the flooded town of Obrenovac  on 19 May 2014. The town of Obrenovac 30km south-west of Belgrade has been evacuated since the 90 per cent of town has been flooded. Serbia has been hit by a massive disaster, one of the severest floods in the recorded history of Europe. Flood water has also threatened Serbia's largest power plant (back), the Nikola Tesla in Obrenovac.  EPA/ANDREJ CUKIC

Die überflutete Belgrader Vorstadt Obrenovac mit dem bedrohten Wärmekraftwerk im Hintergrund. Bild: EPA/EPA

Aus dem Wärmekraftwerk kommt die Hälfte des in Serbien produzierten Stroms. Serbiens Energieminister Aleksandar Antić nannte den Schutz des Kraftwerks «entscheidend» für die Sicherheit der Energieversorgung im Land.

In Obrenovac waren 8000 der 20'000 Einwohner vor dem Hochwasser in Sicherheit gebracht worden. Zwar sank der auf bis zu zwei Meter angestiegene Pegel am Montag wieder ab, doch gingen die Evakuierungen weiter. Die Polizei riegelte die Stadt ab.

Serbiens Aussenminister Ivica Dačić lud die ausländischen Botschafter im Land sowie internationale Medien ein, sich ein Bild von den Zerstörungen in Obrenovac zu machen. «Ich bin niedergeschmettert», sagte ein Bewohner des benachbarten Dorfes Zabrežje, Veselin Ranković, der aus seinem Haus fliehen musste.

Tennisspieler Novak Djoković spendet 700'000 Euro

«Ich habe alles zurückgelassen, die Kühe, die Schweine und die Hühner»

Veselin Ranković, Überschwemmungsopfer

«Ich habe alles zurückgelassen, die Kühe, die Schweine und die Hühner», sagte der 78-Jährige: «Zum Glück sind meine Frau, meine Kinder und meine Enkel am Leben.» Der serbische Tennisstar Novak Djoković kündigte an, sein Honorar in Höhe von 700'000 Euro für den Sieg beim Turnier in Rom zugunsten von Unwetteropfern zu spenden.

Angst vor weggeschwemmten Landminen

Im Nachbarland Bosnien-Herzegowina, das zu einem Drittel unter Wasser stand, warnten die Behörden vor der Gefahr durch Landminen, die durch die Wassermassen an die Oberfläche befördert werden.

Die Zahl der Minen aus dem Bosnien-Krieg vor 20 Jahren wird auf 120'000 geschätzt. Die Zahl der Toten in Serbien, Bosnien und Kroatien stieg auf insgesamt 47. In der bosnischen Ortschaft Savac kam ein Mensch ums Leben, zwei weitere Menschen wurden vermisst.

REFILE - CLARIFYING CAPTION
People stand on the top of a building, waiting for food, in Maglaj, May 16, 2014. The heaviest rains and floods in 120 years have hit Bosnia and Serbia, killing five people, forcing hundreds out of their homes and cutting off entire towns. Army helicopters evacuated dozens of people stranded on the top floors of their flooded homes in the central town of Maglaj, where the Bosna river swelled to record levels and swept away the main bridge. Rescuers used boats to reach stranded victims. REUTERS/Dado Ruvic (BOSNIA AND HERZEGOVINA - Tags: DISASTER ENVIRONMENT SOCIETY)

Bewohner in Maglaj warten auf Essen Bild: Reuters

An den Flüssen in Bosnien entspannte sich die Lage. Am Montag herrschte trockenes und sonniges Wetter in der Region, in vielen kleinen Flüssen sanken die Pegel. Auch in den völlig überschwemmten Orten Maglaj und Doboj zog sich das Wasser langsam zurück. Dort hatte der Pegel zum Teil die oberen Stockwerke der Häuser erreicht.

Schweiz hilft mit KFOR-Helikopter

Unterdessen traf weitere internationale Hilfe für die Flutopfer in Serbien ein. Am Montagmorgen landete ein Flugzeug der UNO in Belgrad, zudem trafen Teams aus Russland, den USA und der EU sowie aus den Nachbarländern Montenegro und Mazedonien ein.

Die Schweiz entsendet am Dienstag einen Helikopter der Kosovo Force (KFOR) nach Bosnien, um alte und kranke Menschen sowie schwangere Frauen aus den überschwemmten Gebieten zu evakuieren. Vorerst werde der Helikopter für 24 Stunden eingesetzt, wie das Eidg. Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) mitteilte.

EU-Krisenschutzkommissarin Kristalina Georgiewa erklärte, die Unterstützung der EU gehe mittlerweile über das hinaus, was ursprünglich von Serbien und Bosnien-Herzegowina erbeten worden sei. «Es ist schnell klar geworden, dass der Bedarf so riesig ist, dass wir die Hilfe aufstocken mussten», sagte Georgiewa.

Derzeit leiste die EU vor allem akute Nothilfe, in Zukunft werde es auch um den Wiederaufbau gehen. Der Einsatz in Bosnien-Herzegowina sei «sehr komplex»: Dies liege nicht nur an der Aufteilung des Landes unter verschiedenen ethnischen Gruppen, sondern auch an der Gefahr, die von den Landminen ausgehe, erklärte die Kommissarin. (tvr/sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 20.05.2014 07:01
    Highlight Highlight Das ist eben der Unterschied zu all den Pseudo-Gutmenschen, die solche Katastrophen nur dazu brauchen, sich in Szene zu setzen und nur warme Luft von sich geben. Ich denke da vor allem an einen gewissen Herrn aus Irland mit farbiger Brille, der keine Gelegenheit verpasst, sich bei Katastrophen jeglicher Art zu produzieren. Hätte aber von B. noch nie gelesen, dass er spontan vorausging und einen solchen Betrag spendete, wie jetzt Djokovic.

Temperaturrekord in Sibirien und verheerende Brände in der Arktis

Eine ungewöhnliche Hitzewelle hat in Sibirien für einen Temperaturrekord gesorgt. In der Stadt Werchojansk in Jakutien, die als einer der kältesten bewohnten Orte der Welt gilt, seien am 20. Juni 38 Grad gemessen worden, ein Rekord für die Messstation, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf.

In den Monaten Januar bis Juni hätten die Temperaturen fünf Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 gelegen, im Juni allein seien es zehn Grad über dem Durchschnitt gewesen.

Auch …

Artikel lesen
Link zum Artikel