Kobane
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People wave to Kurdish Peshmerga fighters on their way to the Syrian town of Kobani, in Dohuk province October 28, 2014. Iraqi peshmerga fighters headed for the Syrian town of Kobani on Tuesday to help fellow Kurds repel an Islamic State advance that has defied U.S.-led air strikes and become an important test of the coalition's ability to combat the Sunni insurgents.  Picture taken October 28, 2014.    REUTERS/Ari Jalal  (IRAQ - Tags: MILITARY)

Kurden bejubeln einen Peshmerga-Konvoi unterswegs nach Kobane. Bild: STRINGER/IRAQ/REUTERS

Waffen, Anerkennung, Zusammenhalt

Was die Ankunft der Peschmerga für Kobane bedeutet

Begeistert werden die Peschmerga-Kämpfer im syrischen Kobane empfangen. Auf ihnen ruhen grosse Hoffnungen. Doch auf dem Schlachtfeld werden sie kaum Bedeutung haben - ihre Ankunft ist aus anderen Gründen wichtig. 

Hasnain Kazim und RAniah Salloum / Spiegel Online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Sehnsüchtig werden sie schon erwartet. Als der Konvoi der irakischen Kurden-Kämpfer endlich durch die türkische Stadt Sanliurfa fährt, ist der Jubel gross. Handys werden gezückt, Fahnen geschwenkt, hin und wieder explodieren Feuerwerkskörper.

Wie Helden werden die Peschgerma gefeiert auf ihrem Weg an die syrische Grenze nach Kobane (Arabisch: Ain al-Arab). Ihr Konvoi ist ein Zeichen kurdischer Solidarität gegen die Dschihadisten des sogenannten «Islamischen Staates» (IS) über drei Länder hinweg. 

«Es geht darum welche Waffen und Munition sie uns mitbringen. Wir brauchen Waffen. Kämpfer haben wir selber.»

Kurden-Sprecher Idris Nassan

Am Donnerstag ist eine Vorhut der Peschmerga in Kobane eingetroffen. Die zehn irakischen Kurden sollen sich nun vor Ort zusammen mit den syrischen Kämpfern der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) ein Bild der Lage machen. Danach soll der restliche Konvoi folgen: Insgesamt werden 150 der irakischen Kämpfer in Kobane erwartet. 

Schon seit Monaten wehren die syrischen Kurden in Kobane immer wieder die IS-Kämpfer ab. Längst haben die Kämpfe auch die Stadt selbst erreicht. Etwa ein Drittel von Kobane sei derzeit unter der Kontrolle des IS, schätzt ein YPG-Vertreter. Nun macht die Ankunft der Kurden aus dem Irak vielen neue Hoffnung. 

Das bedeutet Ankunft der Peschmerga für Kobane

Ausser den syrischen und irakischen Kurden sind auch arabische Kämpfer der «Freien Syrischen Armee» (FSA) in Kobane. Sie gelten als der moderate Teil der syrischen Opposition, den die US-Regierung stärken will. Nach Angaben der YPG befinden sich derzeit zwischen 40 und 50 FSA-Kämpfer in Kobane. Die FSA und die Türkei sprechen von rund 200 Kämpfern. Erst seit wenigen Monaten machen syrische Araber und Kurden gemeinsame Sache gegen den IS. Das gegenseitige Misstrauen ist noch gross. 

Trotz der Hilfe von FSA und Peschmerga, trotz der US-Waffenlieferungen und der Luftangriffe drängt YPG-Vertreter Nassan auf weitere Unterstützung. «Das alles hilft uns und wird die Situation am Boden verändern», sagt er. «Aber der IS wird ebenfalls mehr Waffen und Kämpfer nach Kobane verlegen.»

Kobane ist nur eine von vielen Fronten im Krieg gegen den IS, der sich auf zwei Länder, Syrien und den Irak, erstreckt. Im Irak wurde am Donnerstag ein Massengrab mit rund 220 Leichen entdeckt - Angehörige eines sunnitischen Stammes, der die Dschihadisten bekämpfte. Je nach Bedarf verlagert der IS zusätzliche Kämpfer und Waffen hin und her. «Das gleicht einem Fass ohne Boden», sagt Nassan. 

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