Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Ich war gelähmt» – Leonie wurde vergewaltigt und konnte sich nicht wehren

katharina reckers / watson.de



Es ist der letzte Samstagabend der Sommerferien 2014 – Leonie* sitzt mit ihrem Cousin in einem Baumhaus, beide haben ein Bier in der Hand. Sie kommen von der Grillparty der Nachbarn. «Lass mal nach Hause gehen und da was trinken. Hier ist es superlangweilig», hatte ihr Cousin vorgeschlagen, als sie zwischen Nachbarn und Eltern am Grill stehen. Leonie willigte ein.

Sie ist damals 14 Jahre alt. Dass ihr fünf Jahre älterer Cousin das Bier schon vor der Grillparty im Baumhaus versteckt haben muss, so erzählt die heute 20-Jährige, habe sie damals nicht stutzig gemacht. «Im Gegenteil, ich habe mich gefreut. Ich durfte ja offiziell noch nicht trinken, das Bier war eine willkommene Abwechslung in der Sommerferien-Ödnis.»

Das Vertrauen wird für Leonie zum Verhängnis

Erst als ihr Cousin plötzlich beginnt, näher an sie heranzurücken, wird Leonie misstrauisch. «Er war unangenehm nah, doch nicht so, dass ich Alarm geschlagen hätte. Ich war ziemlich unbedarft mit meinen 14 Jahren, allerdings begann ich da, ein komisches Gefühl zu bekommen», erzählt sie heute.

Nur kurze Zeit später bestätigt sich ihr Gefühl – der Cousin beugt sich zu Leonie rüber, küsst sie auf den Mund und legt die Hand auf ihren Oberschenkel. Nach einem kurzen Schock, erzählt sie, springt sie auf und flüchtet in den Schuppen. Der Cousin folgt ihr.

«Auf einmal war ich wie gelähmt, konnte nicht mehr sprechen, mich nicht mehr bewegen, nicht mehr denken. Ich ließ es einfach über mich ergehen.»

Leonie*

Was dann passiert, ist für Leonie heute schwer zu rekonstruieren. «Ich weiss nicht mehr, wie er sich ausgezogen hat. Oder mich. Ich erinnere mich daran, dass ich immer wieder sagte: ‹Das ist falsch, hör auf.›» Seine Antwort verfolgt sie noch monatelang nach dem Übergriff in Alpträumen. «Er sagte, ‹Wie kann etwas falsch sein, was sich so richtig anfühlt?›» Das war der Moment, in dem Leonies Körper aussetzte, sie erstarrte. «Auf einmal war ich wie gelähmt, konnte nicht mehr sprechen, mich nicht mehr bewegen, nicht mehr denken. Ich ließ es einfach über mich ergehen», erinnert sie sich heute.

Der «Frozen Fright»-Effekt

Jede dritte Frau in Europa war schon einmal körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt, besagt eine Studie der europäischen Grundrechteagentur (FRA) aus dem Jahr 2014. Wird über sexuelle Gewalt gesprochen, erscheinen oft Bilder von schreienden Frauen, die um sich schlagen und mit allen Kräften versuchen sich zu wehren. Die meisten Vergewaltigungen laufen allerdings leise ab, lautlos und in Schockstarre. So auch Leonies.

«Erhöht sich das Stresslevel in einer Gefahrensituation, kann der Körper nur noch auf drei Arten reagieren: Flucht, Angriff oder Erstarrung.»

Tamara Luding

Das Erstarren oder auch «Frozen Fright» ist eine typische Reaktion während eines solchen Ereignisses, erklärt Trauma-Pädagogin Tamara Luding in einem Gespräch mit watson. «Jeder Mensch kann nur ein bedingtes Mass an Stress aushalten. Erhöht sich das Stresslevel in einer Gefahrensituation, kann der Körper nur noch auf drei Arten reagieren: Flucht, Angriff oder Erstarrung. Das sind uralte Instinkte, die man auch im Tierreich beobachten kann», sagt Luding.

«In Sekundenschnelle wägt das Gehirn in der Situation die Überlebenschancen ab und entscheidet, auf welche Reaktion es zurückgreifen soll. Dabei handelt es sich um keine rationale Entscheidung – gerade bei Vergewaltigungen kommt es oft zur Erstarrungen, da die Opfer den Tätern meist körperlich unterlegen sind.»

Die Zeit nach der Vergewaltigung

Leonies Vergewaltigung ist nun sechs Jahre her. Über das Erlebte kann sie heute offen reden, spurlos ist der Übergriff trotzdem nicht an ihr vorübergegangen.

«Das Schlimmste sind die Schuldgefühle, die sich in schwachen Momenten zeitweise immer noch einschleichen. Kurz nach der Vergewaltigung waren diese übermächtig. Es fühlte sich an, als hätte ich es zugelassen. Als wäre ich selber daran Schuld. Ich habe mich dafür geschämt, dass ich es nicht mit aller Kraft verhindert habe.»

Während sie diese Sätze sagt, wird Leonies Stimme dünner, sie guckt auf ihre Hände und knibbelt an den Fingernägeln. «Nie wieder habe ich eine solche Hilflosigkeit gespürt – so abzudriften, so die Kontrolle über den Körper und das Gedächtnis zu verlieren, macht riesige Angst.»

Doch dieses gedankliche Abdriften sei ein weiteres Symptom des «Frozen Frights» und lediglich eine Schutzfunktion des Körpers, erklärt Trauma-Pädagogin Luding. «Das Erstarren gleicht teilweise einem Rauschzustand. Dieser Zustand ist überlebenswichtig, denn in einer solchen Panik muss der Körper den Stress schnellstmöglich reduzieren, sonst kann es sogar tödlich enden. Es ist, als ob die Sicherung des Menschen herausspringt.»

In diesen Rauschzustand gelangte der Körper, indem er Hormone ausschüttet, erzählt Luding: «Der Körper produziert quasi Morphin – Schmerzen werden genommen und man erlebt alles wie durch einen Schleier. Manche Menschen verlieren gänzlich die Erinnerung oder sehen sich selber von oben. Es ist, als ob sich das eigene ‹Ich› für einen kurzen Moment auflöst.»

Ihre Klage hat Leonie auf Raten des Anwalts fallen gelassen

So auch bei Leonie. Sie erinnert sich nur noch an kurze Sequenzen der Vergewaltigung. Das macht vor allem juristische Schritte gegen ihren Cousin schwer. Erst einige Tage nach dem Übergriff findet Leonie die Kraft, Anzeige gegen ihn zu erstatten. Auf Raten des Anwalts lässt sie diese allerdings nach kurzer Zeit wieder fallen.

Selten gehen Prozesse gegen Vergewaltiger zu Gunsten der Opfer aus, eher komme es zu einer Demütigung für die Opfer, bestätigt auch Geschäftsführerin des «Bundesverband für Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe» und Verfechterin des deutschen «Nein heisst Nein-Gesetzes» Katja Grieger.

«Im Gesetz steht, dass es sich um einen Übergriff handelt, wenn der Geschlechtsverkehr gegen den erkennbaren Willen der einen Person ausgeführt wird. Doch das ist schwierig nachzuweisen, vor dem Gericht steht oft Aussage gegen Aussage, die Verfahrensdauer ist immens lang und emotional belastend für die Opfer.»

Ein deutlicher Fortschritt sei das im vergangenen Juli eingeführte «Nein heisst Nein»-Gesetz, sagt Grieger: «Das alte Gesetz besagte, dass sich das Opfer aktiv wehren muss, sonst gilt der Übergriff nicht als Vergewaltigung. Dies ist jetzt nicht mehr so. Das Missachten nonverbaler Gesten, wie Weinen, Wegdrehen oder einfaches Nicht-mitmachen, zählt nun auch als Vergewaltigung.» Für Leonie kam dieses Gesetzt allerdings zu spät.

Hinweis

Dieser Artikel wurde von unseren deutschen Kollegen von watson.de übernommen und bezieht sich auf die deutsche Gesetzeslage.

Ihr Cousin hat Leonie einen Brief geschrieben

Das direkte Gespräch hat ihr Cousin nach dem Übergriff nie gesucht. «Ein halbes Jahr nach der Vergewaltigung bekam ich einen Brief von ihm, vermutlich eine Entschuldigung», erzählt Leonie. «Ich habe ihn nie geöffnet, er liegt immer noch verschlossen bei meinen Eltern im Haus. Vermutlich werde ich ihn auch niemals öffnen. Für das, was er mir angetan hat, gibt es keine Entschuldigung oder Erklärung. Diesen Raum in meinem Leben, will ich ihm nicht geben.» Entsorgt haben ihre Eltern den Brief trotzdem nicht – sie heben ihn auf, für den Fall, dass Leonie ihre Entscheidung doch irgendwann einmal ändern wird. Das findet sie Ok.

Die Rettung für Leonie war es damals, sich ihrer Familie und einigen engen Freunden anzuvertrauen. «Drei Tage hat es gedauert, bis die Geschichte ans Licht kam», erzählt Leonie heute, «In diesen drei Tagen wohnte mein Cousin weiterhin bei uns, er war ja den Sommer über zu Besuch. Ich konnte nicht mehr schlafen und nichts mehr essen, ich hatte unglaubliche Angst und habe mich furchtbar geschämt.»

Erst als eine Freundin Leonie auf ihren schlechten Zustand anspricht, hält sie es nicht mehr aus und bricht weinend zusammen. «Nachdem ich erzählte, was passiert war, holte meine Freundin meine Eltern mit ins Boot, denn auch sie war mit der Situation verständlicherweise überfordert», erinnert sich Leonie.

Die richtige Entscheidung. Ihre Eltern reagierten sofort und schmissen den Cousin raus. Bis heute wird er, auch mit Hilfe der Verwandtschaft, von Leonie und ihrer Familie ferngehalten. «Ausserdem gingen meine Eltern sofort mit mir zum Arzt und Psychologen», erzählt sie. Wichtig sei vor allem das Verständnis, die Unterstützung und Geborgenheit gewesen, die ihr von ihrem Umfeld entgegengebracht wurde und bis heute anhält. «Ohne diese Zuwendung», sagt Leonie, «hätte ich die Zeit wohl nicht überstanden.»

*Name von der Redaktion geändert

Rolling Stone zieht Text zurück: Wie ein Artikel Opfern sexueller Gewalt schaden könnte

«Es ist kein sexueller Missbrauch, es ist Vergewaltigung»

Play Icon

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 9 Food Trucks aus New York wünschen wir uns in der Schweiz (weil absolut 🤤)

Link zum Artikel

Federer/Nadal necken sich wie ein altes Ehepaar und McEnroe will «ihre Karrieren beenden»

Link zum Artikel

«Kein Brexit ohne Parlament!» John Bercow sagt Johnson in Zürich den Kampf an

Link zum Artikel

St. Galler Polizist schiesst sich aus Versehen in den Oberschenkel

Link zum Artikel

Die lange Reise der Schiedsrichter-Pfeife an die Rugby-WM nach Japan

Link zum Artikel

Eins vor Tod will ich Sex und (eventuell) eine Ohrfeige

Link zum Artikel

CVP fährt grosse Negativ-Kampagne gegen andere Parteien – die Reaktionen sind heftig

Link zum Artikel

Wo du in dieser Saison Champions League und Europa League sehen kannst

Link zum Artikel

Migros Aare baut rund 300 Arbeitsplätze ab

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Banking-Apps wie Revolut – so gehen die Betrüger vor

Link zum Artikel

YB droht Bickel mit Gericht, nachdem er als Sportchef 40 Mio. verlochte

Link zum Artikel

Warum wir bald wieder über den Schweizer Pass reden werden

Link zum Artikel

«Ich hatte Sex mit dem Ex meiner besten Freundin…»

Link zum Artikel

Die amerikanische Agentin, die Frankreichs Résistance aufbaute

Link zum Artikel

Matheproblem um die Zahl 42 geknackt

Link zum Artikel

Wie gut kennst du dich in der Schweiz aus? Diese 11 Rätsel zeigen es dir

Link zum Artikel

«In der Schweiz gibt es zu viel Old Money und zu wenig Smart Money»

Link zum Artikel

So schneiden die Politiker im Franz-Test ab – wärst du besser?

Link zum Artikel

Röstigraben im Bundeshaus: «Sobald ich auf Deutsch wechsle, sinkt der Lärm um 10 Dezibel»

Link zum Artikel

So erklärt das OK der Hockey-WM in der Schweiz die Ähnlichkeit zum Tim-Hortons-Spot

Link zum Artikel

Die Geschichte von «Ausbrecherkönig» Walter Stürm und seinem traurigen Ende

Link zum Artikel

«Informiert euch!»: Greta liest den Amerikanern bei Trevor Noah die Leviten

Link zum Artikel

Keine Angst vor Freitag, dem 13.! Diese 13 Menschen haben bereits alles Pech aufgebraucht

Link zum Artikel

Der Kampf einer indonesischen Insel gegen den Plastik

Link zum Artikel

«Ich bin … wie soll ich es sagen … so ein bisschen ein Arschloch-Spieler»

Link zum Artikel

Alles, was du über die neuen iPhones und den «Netflix-Killer» von Apple wissen musst

Link zum Artikel

15 Bilder, die zeigen, wie wunderschön und gleichzeitig brutal die Natur ist

Link zum Artikel

Shaqiri? Xhaka? Von wegen! Zwei Torhüter sind die besten Schweizer bei «FIFA 20»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

37
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kong 05.09.2019 20:24
    Highlight Highlight Traurige Geschichte. Aber diese Überbetonung der Frozen Frights dünkt mich falsch. Unser System ist für Fight or Flight konzipiert. Die dahinterliegenden Abläufe sind komplett erforscht. Ich empfehle das Buch „Sharpening the Warriors Edge“ das es gut aufzeigt und auf die entsprechenden Studien verweist. Etwa 5% ist die Schockstarre. In Hochstressszenarien funktionieren die meisten Frauen ausgezeichnet. Jugend, Alkohol, freundschaftliche Nähe schwächt sicher die Abwehr.
    Ich wünschte mir, dass wir jungen Frauen früh beibringen dass sie keine Opfer sein müssen.
    • M. mit P. 05.09.2019 23:40
      Highlight Highlight Oder was noch wichtiger wäre, Männern und Frauen beibringen, dass sie keine Täter sein zu müssen.
    • RatioRegat 06.09.2019 12:07
      Highlight Highlight Nicht das Opfer, sondern der Täter ist verpflichtet die Tat zu vermeiden. Das gilt überall im Strafrecht, weshalb soll es nicht auch hier gelten?
  • Tartaruga 05.09.2019 17:14
    Highlight Highlight Ich möchte an dieser Stelle das Verhalten der Freundin und der Eltern nochmals hervorheben, auch wenn dieses für viele selbstverständlich scheint. Oft hört man, dass solche Taten heruntergespielt oder die Opfer nicht ernst genommen werden. Ich bin froh, dass Leonie so ein Umfeld hat, welches ihr durch diese schwere Zeit hilft.
  • Sheesh 05.09.2019 16:58
    Highlight Highlight Solche Geschichten schmerzen und machen mich wütend. Gib doch den Brief dem Anwalt- evtl. könnte das ein Beweis sein! Viel Kraft dir Leonie!
    • who cares? 05.09.2019 20:23
      Highlight Highlight Aber auch dann wäre es zum Zeitpunkt der Tat keine Straftat gewesen (jetzt mal abgesehen vom Alter), weil man sich (nach jetziger Gesetzeslage in der Schweiz) körperlich wehren muss, damit es als Vergewaltigung anerkannt wird. Das ist ja das perfide.
  • ChillDaHood 05.09.2019 15:34
    Highlight Highlight Ich glaube das wichtigste was man aus dieser Geschichte mitnehmen kann, ist - dass ein leise gehauchtes "das ist keine gute Idee" oder "wir sollten das nicht" alle Alarmglocken angehen lassen muss. Kommt weg vom Gedanken, dass die Person, die hier drauf und dran ist jemanden zu nötigen/vergewaltigen ein grusiger Creep ist. Aus eigener Erfahrung, könnte euch auch passieren...
  • loadmaster 05.09.2019 11:31
    Highlight Highlight Dieser Artikel hat mich sehr wütend und zugleich sehr traurig gemacht. Ich hoffe, dass die neue Gesetzgebung (hoffentlich auch bald in der Schweiz) hilft, möglichst viele solcher Übergriffe zu verhindern. Und die Schweine zuverlässig hinter Gitter bringt! Wie man so etwas tun kann wird mir mein ganzes Leben lang ein Rätsel bleiben...

    Leonie, ich wünsche dir alles Gute!
  • Ric_O 05.09.2019 09:40
    Highlight Highlight Puuhh... hoffentlich passiert das meiner Tochter nie! Ihretwillen und auch meinetwillen nicht. Ich würden den "Cousin" nämlich nicht einfach nur "rauswerfen". Auch wenn ich sehr gegen Selbstjustiz bin, aber bei sowas...
  • Commander Salamander 05.09.2019 07:47
    Highlight Highlight Alles Gute für dich, Leonie!
  • Zwei Fallende Stimmen 05.09.2019 06:29
    Highlight Highlight Guter Artikel. Aber bitte klarstellen: das Gesetz wurde in Deutschland geändert, in der Svchweiz (noch) nicht!
    • Bits_and_More 05.09.2019 09:41
      Highlight Highlight Dafür hätte sich in der Schweiz der Vergewaltiger wegen sexueller Handlung mit einem Kind strafbar gemacht. In DE das Schutzalter bei 14 und nicht so wie in der Schweiz bei 16 Jahren.
    • Zwei Fallende Stimmen 05.09.2019 18:39
      Highlight Highlight @Bits: richtig. Ändert aber nichts daran, dass in der Schweiz ein "Nein" nicht reicht. Ausserdem - das Übergehen eines "Neins" bei einem Kind (im strafrechtlichen Sinne) sollte ohnehin in echter Konkurrenz zum Art. 187 stehen und entsprechend bestraft werden.
  • Frances Ryder 05.09.2019 01:17
    Highlight Highlight "Das Missachten nonverbaler Gesten, wie Weinen, Wegdrehen oder einfaches Nicht-mitmachen, zählt nun auch als Vergewaltigung.» Für Leonie kam dieses Gesetzt allerdings zu spät."

    Mich stört es ehrlich gesagt wie dieser Atikel suggeriert, dass Nein heisst Nein Gesetz Leonie irgendwie geholfen hätte. Es steht ja, dass sie sich verbal gewehrt hat. Hat also nichts mit diesem spezifischen Thema zu tun. Eine solche Geschichte muss man wirklich nicht politisieren...
    • eigiman 05.09.2019 07:54
      Highlight Highlight Hätte ihr vor Gericht geholfen, aber wohl nicht während der Tat. :(
    • natalie74 05.09.2019 09:20
      Highlight Highlight Was muss man nicht politisieren? Vergewaltigung? Und wie man das gesetzlich regeln muss!

      Und es hätte ihr geholfen - denn nun zählt nicht mehr "nur" die verbale Verneinung, sondern eben auch die nonverbale - und das hilft.
    • Mia Mey 05.09.2019 09:25
      Highlight Highlight Warum nicht politisieren? Die Geschichte zeigt eindeutig wie wichtig es ist dass ein Nein Gesetzt nötig ist.
      Das hilft Weiblichen wie männlichen Opfern klar zu definieren dass das Geschehene ein Übergriff ist/war.
      Es sagt auch dass Mann / Frau niemand zu Sex drängen ‚überreden‘ darf.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hummingbird 04.09.2019 23:28
    Highlight Highlight Ein sehr guter und aufklärender Artikel zum Thema Frozen Frights. Gut wurde das Gesetz geändert. Jetzt sollten "nur" auch noch die Opfer vor Gericht nicht mehr gedemütigt werden ...
    • RatioRegat 05.09.2019 11:53
      Highlight Highlight In der Schweiz steht eine entsprechende Reform noch aus. Sie wird von Amnesty, den Opferhilfestellen und den Strafrechtsprofessoren gefordert.
      Der Bundesrat hält es aber nicht für notwendig, das Gesetz anzupassen.
    • Hummingbird 05.09.2019 16:58
      Highlight Highlight RatioRegat, merci für die Info. Hoffentlich wird das bald umgesetzt!
    • Hummingbird 05.09.2019 17:04
      Highlight Highlight Gesetz hin oder her, das Opfer sollte nicht mehr für die Tat beschuldigt werden im Sinn von "Wieso hast Du denn nicht ...", und die Täter, nein, das ganze Volk, sollte darin unterrichtet werden, dass ein Konsent aktiv eingeholt werden soll, und Schweigen nicht gleich Zustimmung bedeutet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • R. Peter 04.09.2019 23:02
    Highlight Highlight Traurige Geschichte. Der Link von Vergewaltigung zu jede dritte Frau habe schon sex. Gewalt erlebt ist aber unhaltbar, da er fälschlich suggeriert, dass jede dritte Frau schon vergewaltigt wurde. Auch das Nein heisst nein Gesetz macht nichts besser. Es kehrt einfach die Beweislast um, was rechtsstaatlichen min. fragwürdig ist. Aussage gegen Aussage bleibt und ist nun einfach für die beschuldigte statt beschuldigende Seite schwer zu beweisen.
    • who cares? 05.09.2019 00:57
      Highlight Highlight Das Beweislastumkehren ist eine dumme Behauptung, die beim neuen Gesetz immer mal wieder ins Feld geführt wird. Der Mythos wird aber nicht wahrer, nur weil man ihn wiederholt. Es muss noch immer das Opfer beweisen, dass gegen seinen Willen, Geschlechtsverkehr passiert ist.
      Zweitens, es steht sexuelle UND körperliche Gewalt im Artikel. Für Leute, die genau lesen können, suggeriert das nicht Vergewaltigungen.
    • Zwei Fallende Stimmen 05.09.2019 06:30
      Highlight Highlight Die Beweislast wird nicht umgekehrt. Bitte keine Fake news verbreiten!
    Weitere Antworten anzeigen

Diese 17 Illustrationen zeigen, wie schön es ist, Zeit alleine zu verbringen

Allein über die Fernbedienung herrschen oder die Musik voll aufdrehen und im Bett herumhüpfen. Die Künstlerin Yaoyao Ma Van As fängt solche einfachen Alltagsmomente als Illustrationen ein und teilt diese mit ihren rund 500'000 Follower auf Instagram. Beim Angucken der Bilder merkt man dann: Alleinsein kann so schön sein!

Artikel lesen
Link zum Artikel