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Wie Netflix mit der Serie «Erkrankt» grossen Mist gebaut hat – in 5 Punkten

Bild: Screenshot Netflix Trailer



Lange Zeit konnte niemand Netflix etwas anhaben. Der Streaming-Riese ist bei jungen Bevölkerungsschichten wahnsinnig erfolgreich, schiesst eine Serie nach der anderen in unsere Wohnzimmer und zeigt dabei jene neuen Herangehensweisen und Narrative, auf die Zuseherinnen in den späten 2000ern nach Dauerbrennern wie «Two and a Half Men», «Big Bang Theory», «How I Met Your Mother» & Co. gewartet haben.  

Zumindest bisher. Denn was nach der Ausstrahlung der sieben Episoden aus «Erkrankt» geschah, ... naja, lest selbst.  

Worum geht's in der Serie?

Netflix beschreibt die Serie so: Rätselhafte Symptome, umstrittene Diagnosen, kostspielige Behandlungen:

Sieben Personen mit chronischen Krankheiten suchen Antworten – und Linderung.

Erkrankt

Das offizielle Poster zur Serie. «Afflicted» ist der englische Titel der Serie. Bild: Netflix

Eingeordnet werden die sieben von Doc Shop (auch verantwortlich für National Geographic, CNN, Discovery) produzierten Episoden unter «Reality-, Varieté- und Talkshows».

Prädikat: bewegend.

Die erste Red Flag in seriösem Produzentenvokabular.  

Kamerateams begleiten sieben Patienten bei der verzweifelten Suche nach möglichen Heilungsmöglichkeiten für bislang kaum bis wenig erforschte Krankheiten.

Carmens Symptome werden beispielsweise von WLAN und Strom ausgelöst – sie leidet an Elektro-Hyper-Sensitivitiy. Bekah, Musikerin und Tattoo-Artist aus New York, hat neben einer chronischen Schimmelpilzallergie drei Blutinfektionen (Babesia, Bartonella und Rickettsia), eine Staphylokokkeninfektion in Nase, Gehirn und Herz, weswegen sie mit ihrem Freund in einem Van in der Wüste lebt. Dort möchte sie sich einer Ozontherapie unterziehen. Passend zu ihrem Äusseren wird Bekah von Netflix sofort als seltsame Künstlerin inszeniert: Sie ist die Hexe, eine Hellseherin.

«Welche anderen Anomalitäten schlummern noch in ihr?», schreit es dem Publikum förmlich entgegen.

Auch während des Trailers fällt auf, dass Netflix die Worte der Patienten reisserisch aus dem Kontext nimmt, um Spannung zu erzeugen: «Es ist, als hätte man eine Waffe im Mund, und man schreit und jemand sagt: Nein du hast keine Waffe im Mund, hör auf zu schreien.»  

Der englische Trailer:

abspielen

Video: Vimeo/Louise Black

Die gezeigten Bildausschnitte sind dunkel, dramatisch und wirken auf eine skurrile Weise gefährlich.  

Warum ist das, was in der Serie passiert, schwer nachzuvollziehen?

Selbst mit grossem Wohlwollen fällt es Zusehern schwer, den Patienten ihre Krankheiten abzunehmen. Elektro-Hypersensitivität? Eine reiche Frau, die an «unsichtbaren organischen Krankheiten» leidet und sich jede Woche zahlreichen kostspieligen Untersuchungen unterzieht – obwohl sie nach aussen hin topfit scheint?  

Schnell fällt der Anschein, die Erkrankten hätten schlicht psychische Probleme, da – wie wir später herausfinden werden – essentielle Teile des Filmmaterials weggelassen wurden, und die Patienten damit genau der Lächerlichkeit aussetzen, die sie bekämpfen, um ernstgenommen zu werden. 

Afflicted

Bild: Netflix

Unmittelbares Feedback zur Serie unterstellte den Protagonisten, dass sie nicht akzeptieren könnten, seelische Hilfe zu brauchen. Dabei sind die meisten von ihnen irgendwann an Psychiater verwiesen worden. Dies geschieht häufig bei Patienten, deren physische Leiden nicht diagnostiziert werden können.  

Was geschah hinter den Kulissen?

Auf der Online-Publishing-Plattform Medium melden sich die Geschädigten erstmals gemeinsam zu Wort.

Auszug aus: The Truth Behind Netflix's «Afflicted»

«Uns wurde gesagt, dass wir an einem Projekt teilnehmen würden, das unseren Kampf mit der Krankheit durch eine ‹mitfühlende Linse› zeigen würde. Wir haben teilgenommen, weil unsere Diagnosen missverstanden und stigmatisiert werden. Wir dachten, dass das Aufdecken einiger der intimsten Momente zu mehr Verständnis in der Öffentlichkeit führen würde. Wir hofften, dass damit auch Investitionen in die Forschung zur Suche nach Biomarkern und besseren Therapien einhergehen würden.

Der gravierendste Fehler von ‹Erkrankt› ist die Art und Weise, wie es unsere Verfassung – die Millionen von Menschen auf der ganzen Welt betreffen – als psychosomatische oder psychiatrische Störungen gestaltet. Dies geschieht zum Teil durch den sorgfältigen Ausschluss von Fakten.

Unsere eigenen Ärzte wurden während des Filmens nicht konsultiert. Sogar unsere eigenen Bedenken über einige der alternativen Behandlungsmethoden, die wir angebracht hatten (manchmal mit der Hilfe oder dem Vorschlag der Produktionsfirma) wurden sorgfältig herausgeschnitten. Alles nur, um eine möglichst sensationsgeile Erzählweise zu erreichen.»​

Afflicted

Szene aus der Serie. Bild: Screenshot Netflix Trailer

Wie erging es den Protagonisten nach der Ausstrahlung?

Jill, die an unsichtbaren organischen Krankheiten leidet, wurde belästigt, kritisiert und in Frage gestellt. Einige Leute denken jetzt, dass sie keine praktizierende Therapeutin mehr sein sollte. «Ich trage Perlen mit meinem Ramones-T-Shirt zur Arbeit und umarme meine Kunden, wenn sie fragen. Ich bin leidenschaftlich und schrullig, aber ich bin nicht geisteskrank oder instabil», sagt sie.

Bekah bekam E-Mails von Menschen, die ebenfalls an einer Schimmelpilzallergie leiden und nun dank Netflix unter dem Eindruck standen, dass die Ozontherapie nicht geholfen hat. Das sei «nicht wahr und ein weiteres Beispiel dafür, wie dieser Film der chronisch kranken Gemeinschaft einen schlechten Dienst erweist.»

Afflicted

Szene aus der Serie. Bild: Screenshot Netflix Trailer

Sie fühlte sich nach der Ausstrahlung verraten, irregeführt, belogen, manipuliert und völlig falsch dargestellt.

Die Bearbeitung war nach ihren eigenen Aussagen «geradezu unethisch und schädlich, ganz zu schweigen von der völligen Unkenntnis der Krankheiten.» Das ganze Spektakel lässt sich auch auf Twitter nachlesen.

Die Geschädigten wehren sich – öffentlich

Auf «Medium» sind die Eindrücke der sieben Geschädigten in aller Ausführlichkeit nachzulesen. Besonders die Worte von Jesse Bercowetz – Bekahs Partner – sind deutlich:  

«Als wir Peter, den ausführenden Produzenten von ‹Erkrankt›, das erste Mal getroffen haben, nahm ich ihn zur Seite und (...) fragte ihn: Wird das wieder eine dieser Sendungen, wo man Personen mit chronischen Erkrankungen Ärzten gegenüberstellt, die skeptisch sind? Das ist eine ermüdende Praktik und wir haben kein Interesse diese zu unterstützen.

Peter, von Angesicht zu Angesicht, sagte: Nein, so wird das nicht sein; das ist nicht Reality TV.

Er fuhr fort und sagte, dass Bekah die Chance bekäme, ihre Geschichte zu erzählen.

Letztendlich wären wir das Kunstpärchen, das in einem Van lebt. Mit dem im Hinterkopf waren wir transparent: Wir haben ihnen alles gegeben, unsere Leben für sie geöffnet. Filmen war zermürbend. Am Ende des Tages fühlte sich Bekah noch mehr ausgelaugt und krank als sonst. Sie machte weiter, weil sie daran glaubte, dass sie ihre Geschichte an die Öffentlichkeit tragen würden und dass es anderen Leuten, die auch leiden, helfe.»

Afflicted

Bekah in ihrem Van. Bild: Screenshot Netflix Trailer

Fazit:

Studien legen nahe, dass das, was den Körper stört, auch den Geist stört, und umgekehrt. Was nicht gleichbedeutend mit der Aussage ist, dass alle chronischen Krankheiten psychosomatisch oder das Ergebnis hypochondrischer Tendenzen sind.

Der Schaden jedenfalls ist geschehen. Netflix, grösste Hoffnung im Entertainment-Sektor, hat richtig Scheisse gebaut. Inzwischen hat es auch den Anschein, dass Netflix den Trailer zur Serie aus seinem offiziellen YouTube-Kanal entfernt hat. Auch auf anderen YouTube-Kanälen ist der Trailer kaum auffindbar.

Netflix – von der Online-Videothek zum Streaming-Giganten:

Das ist die Geschichte des Farbfernsehens:

abspielen

Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • #Technium# 04.09.2018 18:22
    Highlight Highlight Diese Serie ist echt verstörend. Obwohl ich denke, dass viele Beschwerden psychosomatisch bedingt sind. Nicht geeignet für Hypochonder!
  • Nonvemberbal 04.09.2018 17:33
    Highlight Highlight Mein RTL ...
  • Roman Stanger 04.09.2018 16:24
    Highlight Highlight "Der gravierendste Fehler von ‹Erkrankt› ist die Art und Weise, wie es unsere Bedingungen (...) als psychosomatische oder psychiatrische Störungen gestaltet."

    "conditions" sollte hier besser mit "Verfassung" oder "Zustand" übersetzt werden, als mit "Bedingungen".
  • Xargs 04.09.2018 15:38
    Highlight Highlight Aber dann "Limitless" nicht weiterführen weil ein Typ eine Droge (NZT) nimmt..
  • Randy Orton 04.09.2018 15:16
    Highlight Highlight Ich fand die Serie eher aus anderen Gründen unpassend - Netflix vermischt Pseudowissenschaften mit Medizin und abstruse Theorien mit Diagnosen. Das ist für Laien verwirrend. Zudem sind die Beschwerden wie bei Bekah auch so inkonsistent (in der Wüste leben, alles und jeden durch eine Dekontaminatuinsdusche schicken wegen Schimmelphobie) aber dann für einen Arztbesuch ohne Maske in die Stadt ist kein Problem. Diese Patienten bilden sich nichts ein, aber ihre Probleme sind psychischer Natur.
    • Bianca_Jankovska 04.09.2018 16:41
      Highlight Highlight "Diese Patienten bilden sich nichts ein, aber ihre Probleme sind psychischer Natur." Wie lustig, du hast den Artikel nicht gelesen. Aber hauptsache ellenlang drunterkommentieren :D
    • Randy Orton 04.09.2018 17:02
      Highlight Highlight Doch Bianca, ich habe den Artikel gelesen. Und auch die Serie gesehen. Dass du psychische Erkrankungen mit Einbildung von Krankheiten gleichsetzt ist das Problem. Die Stigmatisierung von psychischen Erkrankungen müsste thematisiert werden, anstatt dass sich diese Patienten andersweitig behelfen müssen!
      Ich kann Dir die Internetseite neurosymptoms.org empfehlen, wo ähnliche Beschwerden für Laien erklärt werden von einem Arzt.
    • Phrosch 04.09.2018 18:11
      Highlight Highlight Es gibt den Begriff „psychosomatisch“, der verdeutlicht, dass sich die Psyche auf den Körper auswirken kann. Es sollte auch den umgekehrten Begriff geben. Wenn der Körper krank ist, aber man findet die Gründe nicht und darum keine geeignete Behandlung, dann ist nur verständlich, dass dies die Psyche beeinflusst. Beides heisst aber nicht automatisch, dass die Krankheit eingebildet ist. Leider hat die Medizin (noch) nicht auf alles eine Antwort.
    Weitere Antworten anzeigen
  • John Henry Eden 04.09.2018 15:07
    Highlight Highlight Auch im digitalen Fernsehen zählt nur die Quote.

    Guckt etwas nicht, wenn es euch stört. Tun es euch die meisten gleich bzw. schauen zu wenige, kommt keine (oder eine stark überarbeitete) weitere Staffel.

    Nichtbeachtung ist die "Wunderwaffe" in der digitalen Welt. Empörung ist hingegen oft kostenlose Werbung.
    • Farabutto 04.09.2018 22:16
      Highlight Highlight Wenn ich etwas nicht gucke, wie weiss ich dann dass es mich stört? 🧐
  • Mimi Onóna 04.09.2018 14:58
    Highlight Highlight Mhhh...

    Bin die Serie momentan total am "suchten" und muss auch wirklich zugeben, dass Netflix wirklich gute Arbeit darin geleistet hat, ein sozusagen schlechtes Bild der Erkrankten darzustellen.
    Ich schwanke immer wieder von "Ach die sind doch einfach nur psychisch erkrankt..." zu "Hm ja nein, ich glaube ihnen, dass es nicht (nur) psychisch bedingt ist" umher...und jetzt ist alles klar.

    Das muss jetzt sehr traurig und belastend für die Erkrankten sein, es war immerhin ein Hilferuf...
    • el-cid 04.09.2018 16:08
      Highlight Highlight Die schlimmen Beschwerden der Leute sind ziemlich sicher psychosomatisch bedingt. Das heisst: Die Beschwerden, die diese Menschen erleben, sind ABSOLUT REAL. Nur der Grund ihrer Beschwerden ist nicht der, den sie vermuten.

      Darum solltest du auch nicht denken, dass sie "einfach NUR psychisch erkrankt" sind. Diese Menschen leiden unter psychisch bedingten psychosomatischen Beschwerden. Aber das macht sie nicht zu Spinnern und auch nicht zu minderwertigen Patienten.
    • el-cid 04.09.2018 16:12
      Highlight Highlight Wenn man das so wie ich es beschreibe versucht anzuschauen, dann ist man auch nicht mehr gefangen in der Dichotomie zwischen

      "diese Menschen haben Beschwerden und ich glaube Ihnen dass sie diese haben, also muss ihre Überzeugung, woher die Beschwerden stammen, stimmen"

      und

      "diese Menschen bilden sich das nur ein, die haben eigentlich gar nix, die Spinner die"

      Leider ist in unserer Gesellschaft diese Dichotomie immer noch verbreitet... Und erschwert, dass Menschen eine allfällige psychosomatische Natur ihrer Beschwerden akzeptieren und damit Heilung ermöglichen können.
    • Mimi Onóna 04.09.2018 16:21
      Highlight Highlight Das hatte ich zu salopp formuliert, hast' recht.
  • So en Ueli 04.09.2018 14:53
    Highlight Highlight Sieht so aus, als begäbe sich Netflix auf RTL Niveau. Haben die das wirklich nötig?
    • Paddiesli 04.09.2018 15:16
      Highlight Highlight Schon seit Jahren machen sie solche fragwürdigen "Skandal"-Serien, wie die Toten Mädchen oder die, mit dem übergewichtigen Teenager. Ausserdem konzentrieren sie sich viel zu sehr auf Teenagerprobleme und fremd-schäm-Themen, statt für Erwachsene mit etwas Anspruch.
      Nein, sie blähen ihr Angebot mit uralten Kamellen auf, die sowieso jedes Jahr im Free TV laufen.
      Dafür habe ich kein Abo gekauft, Netflix!
    • Paddiesli 04.09.2018 15:30
      Highlight Highlight @Petersilly
      Solange wir das Abo zahlen sieht's wohl leider so aus. Das werbeübetflutete Free TV macht es ja nicht wirklich besser, abgesehen vom werbefreien arte oder SRF.
    • Silverstone 04.09.2018 16:24
      Highlight Highlight SRF Werbefrei??? In welchem Paralleluniversum leben sie denn?
    Weitere Antworten anzeigen

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