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Warnung: Das sind die 42 krassesten Szenen aus «Tote Mädchen lügen nicht»

Eine Teenagerin hat eine Liste der schlimmste Szenen auf Twitter gestellt. Wieso das wichtig ist, erfährst du hier. Die Liste findest du am Ende das Artikels.
22.05.2018, 19:06

Der Werther-Effekt beschreibt den direkten Zusammenhang zwischen der ansteigenden Suizidrate und Medienberichten über einzelne Suizidfälle. Die Serie «Tote Mädchen lügen nicht» (im Original: «13 Reasons Why») erzählt sehr detailliert den Selbstmord von Hannah Baker, einer fiktiven US-amerikanischen Highschool-Schülerin, nach. KritikerInnen sagen, die Serie würde den Suizid von Hannah verharmlosen, ihn romantisieren. Und sie sehen im Faktum, dass nach dem Ausstrahlen der ersten Staffel der Netflix-Serie die Anzahl der Suchbegriffe mit dem Stichwort Suizid deutlich angestiegen sind, eine gefährliche Entwicklung.

Der Werther-Effekt besagt zudem, dass jede mediale Darstellung von Suizid für anfällige Personen bestärkend wirken kann. Man spricht dabei von Vorzeige-Suiziden und Nachfolgetaten. Aber es ist nicht nur die Thematik des Suizids, die die Serie «Tote Mädchen lügen nicht» zu einem heiklen Unterhaltungsprogramm macht. Die Serie zeigt allerhand Gewaltszenen, Drogenmissbräuche, Waffen und subtile Arten von psychischem Missbrauch.

Falls du Hilfe brauchst oder jemanden kennst, der Hilfe brauchen könnte:
Du glaubst, du kannst eine persönliche Krise nicht selbst bewältigen? Das musst du auch nicht. Lass dir helfen. In der Schweiz gibt es zahlreiche Stellen, die rund um die Uhr für Menschen in suizidalen Krisen da sind – vertraulich und kostenlos.
Die Dargebotene Hand: Tel.: 143, www.143.ch
Beratung + Hilfe 147 für Jugendliche: Tel.: 147, www.147.ch
Reden kann retten: www.reden-kann-retten.ch

Die Twitter-Nutzerin «lovesickplaces» hat deshalb nur einen Tag nach Veröffentlichung der zweiten Staffel eine umfängliche Trigger-Liste herausgegeben.

Dazu schreibt sie: 

«... hier eine Liste mit Trigger-Warnungen, die ich für fast jede Folge und mit Zeitangaben zusammengestellt habe, damit ihr die Serie trotzdem schauen könnt, auch wenn ihr einige der folgenden Szenen lieber umgehen wollt.»

Falls Erklärungsbedarf besteht: Ein Trigger ist ein Moment, eine Situation oder eine Darstellung, die bei jemandem Gefühle von Panik oder Angst auslösen können. Dies aus verschiedenen, meistens traumatischen Gründen. Eine Trigger-Warnung dient deshalb denjenigen Menschen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben dabei, die erneute Konfrontation mit dem Erlebnis zu vermeiden.

Nun kann man sich fragen, wieso gerade diese spezielle Serie eine so umfassende Trigger-Warnung braucht, während gewaltverherrlichende James-Bond-Filme und psychopathische Horrorthriller am Laufmeter produziert werden. Man könnte die Serie ja einfach nicht gucken, wenn man's nicht aushält! Doch so einfach ist es in diesem Fall eben nicht.

Hannah Baker erzählt in «Tote Mädchen lügen nicht», wieso sie sich das Leben genommen hat. Viele KritikerInnen sagten, dass die erste Staffel eine schwierige Erzählweise hatte. Und dass ihr Suizid fälschlicherweise als Heldinnentat interpretiert werden könnte.  
Hannah Baker erzählt in «Tote Mädchen lügen nicht», wieso sie sich das Leben genommen hat. Viele KritikerInnen sagten, dass die erste Staffel eine schwierige Erzählweise hatte. Und dass ihr Suizid fälschlicherweise als Heldinnentat interpretiert werden könnte.  Bild: AP/Netflix

Da «Tote Mädchen lügen nicht» ein Highschool-Drama ist, das real existierende Verhältnisse junger Menschen skizziert, kritisieren und besprechen will, ist es schwierig die gezeigten Inhalte zu abstrahieren. Gleichzeitig kann die realitätsnahe Darstellung eine Debatte anstossen, die ernst genommen wird. Das kann ein James-Bond-Film nur sehr selten. Obwohl eigentlich beide Filme total fiktiv sind.

Seit der zweiten Staffel von «Tote Mädchen lügen nicht» wird dieser Aspekt immer wieder betont. Die Darsteller und Darstellerinnen erklären vor jeder Episode, dass alles was man in den nächsten 52 Minuten sehen wird, Fiktion sei. Falls du, als Zuschauer, selbst suizidale Gedanken hast oder jemanden kennst, bei dem das der Fall ist, verweisen die Teenie-Darsteller auf eine Helpline (Infos für Menschen in der Schweiz gibt's oben in der Infobox).

Klar, dass ein Teenager, dem gesagt wird, dass hier gerade die Probleme seines Lebens auf brutal detailhafte Art und Weise gezeigt wird, erst recht reinschmöckern will.

Trauma hin oder her.

Und für alle diese zerrütteten Teenies, die eben trotzdem bei dem Serien-Spektakel zugucken wollen, sind hier die übersetzten Trigger-Warnungen für ...

... die 42 krassesten Szenen in der 2. Staffel von «Tote Mädchen lügen nicht»:

Episode 1:

  • Erwähnung von Selbstverletzung
    (5:39 - 6:20)
  • Waffengewalt
    (11:55 - 12:25)
  • Victim blaming/ Schuldzuweisung und Drohungen, die sich an das Opfer richten
    (55:18 - 55:37)
Keine Trigger-Liste ist komplett!
Eine Liste mit Trigger-Warnungen kann niemals komplett sein, da unter Umständen ganz persönliche Erfahrungen einen Trigger auslösen können, die jemand Fremdes nicht präventiv erkennen kann.

Für die Auflistungen wurden Aspekte von sexuellen Vergewaltigungen, Victim Blaming (Schuldzuweisung am Opfer), psychische und physische Gewalt, Drogenmissbrauch und Waffengewalt berücksichtigt.  

Episode 2:

  • Erwähnung von Vergewaltigung/ Trauma-Erlebnis
    (19:20 - 19:32)
  • Victim Blaming/ Unterstellung von Lügen an das Opfer (30:26 - 31:19)
  • Erwähnung einer Vergewaltigung
    (34:46 - 34:53)

Episode 3

  • Erwähnung von Selbstverletzung
    (5:27 - 6:13)​
  • Victim Blaming
    (12:56 - 13:17)​
  • Flashback-Bilder von einer Vergewaltigungsszene
    (23:53 - 24:22)
  • Drogenmissbrauch
    (52:35 - 53:21)

Episode 4

  • Drogenmissbrauch
    (1:18 - 2:23)
  • Jemand übergibt sich
    (5.30 - 5:40)
  • Bilder einer sexuellen Belästigung als Flashback
    (14:28 - 14:42)
  • Jemand übergibt sich
    (40:44 - 40:47)
  • Waffengewalt
    (42:17 - 43:58)

Episode 5

  • Jemand übergibt sich
    (25:25 - 25:32
  • Erwähnungen von Vergewaltigung, von Alkohol- und Drogenmissbrauch
    (43:41 - 43:42)

Episode 6:

  • Waffengewalt
    (36:26 - 37:38)
  • Bildliche Beschreibung einer Vergewaltigung
    (40:40 - 41:34)

Episode 7:

  • Flashback-Bilder einer Vergewaltigung
    (27:03 - 27:28)
  • Bildliche Beschreibung von Suizid
    (42:44 - 42:58)

Episode 8:

  • Victim Blaming/ Erwähnung einer Vergewaltigung mit Schuldzuweisungen an das Opfer
    (9:39 - 9:46)
  • Waffengewalt
    (24:07 - 25:56)
  • Drogenmissbrauch und jemand übergibt sich
    (39:37 - 40:35)

Episode 9:

  • Die Episode 9 enthält nach diesen Kriterien keine Szenen, die eine Trigger-Warnung verlangen.

Episode 10:

  • Victim blaming und bildliche Beschreibung einer Vergewaltigung
    (48:44 - 50:48)

Episode 11:

  • Erwähnung und bildliche Beschreibung einer Vergewaltigung
    (5:13 - 6:15)
  • Erwähnung und bildliche Beschreibung einer Vergewaltigung
    (21:59 - 23:48)
  • Waffengewalt und Erwähnung einer Vergewaltigung
    (38:48 - 40:26)
  • Erwähnung einer Vergewaltigung
    (46:00 - 46:18)
  • Flashback-Bilder einer Vergewaltigungsszene
    (47:55 - 48:56)
  • Erwähnung einer Vergewaltigung und Waffengewalt
    (52:06 - 54:18)

Episode 12

  • Waffengewalt
    (2:16 - 3:02)
  • Erwähnung einer Vergewaltigung
    (20:11 - 21:42)
  • Erwähnung einer Vergewaltigung und Drogenmissbrauch (22:14 - 23:52)
  • Waffengewalt
    (31:24 - 31:59)
  • Waffengewalt
    (35:01 - 35:43)
  • Erwähnung einer Vergewaltigung
    (39:16 - 40:30)

Episode 13:

  • Erwähnung einer Vergewaltigung (2:20 - 6:15)
  • Explizite Vergewaltigungsszene (39:02 - 39:37)
  • Drogenmissbrauch (43:46 - 44:21)
  • Waffengewalt (1:02:18 - 1:06:40)

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pana
22.05.2018 21:00registriert Juni 2015
Meine Freundin schaut sich die Serie an. Muss ich mir da Sorgen machen? Soll besser mit mir Bachelorette gucken.
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