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Sex mit Tieren, Folter, Depressionen: 6 Beweise, dass Märchenprinzessin ein Scheissjob ist



Im Kino zeigt gerade «Beauty and the Beast», dass ein Mädchen ein Monster nur lang genug lieben muss, damit es sich in einen Prinzen verwandelt. Toll, ehrlich. Wir hätten da noch ein paar weitere Beispiele von total anstrengenden und frustrierenden Märchenkarrieren, die erst nach langem Leiden zu einem Happy End führten. Oder auch nicht.

Die kleine Meerjungfrau (Märchen von H. C. Andersen)

Die herzigste Tochter des Meerkönigs spielt Baywatch und rettet einem ertrinkenden Prinzen das Leben. Sie verliebt sich in ihn, stalkt ihn und wird aus Liebeskummer depressiv. Damit sie nicht mehr als Nixe im Meer, sondern bei ihm auf der Erde leben kann, lässt sie sich von der Meerhexe die Zunge rausschneiden und trinkt ein schlimmes Gift.

Dieses verwandelt zwar ihren Fischschwanz in Beine, macht aber, dass sie bei jedem Schritt so starke Schmerzen hat, als würde sie von Messern aufgespiesst. Der Prinz spürt eine brüderliche Zuneigung zu dem stummen Mädchen, liebt und heiratet jedoch eine andere. Die kleine Meerjungfrau bringt sich um.

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Leda und der Schwan (antike Legende)

Der griechische Chefgott Zeus ist pervers. Erstens ist er mit seiner Schwester verheiratet, zweitens verwandelt er sich gern, um Menschenfrauen zu verführen. Und zwar in einen Stier, einen Kuckuck, einen goldenen Regen oder auch einfach in einen Schwan, schliesslich gleicht ein Schwanenhals einem überdimensionalen Penis.

Als Schwan «besteigt» er, wie es so schön heisst, die unwiderstehliche, aber verheiratete Prinzessin Leda, nicht zu verwechseln mit Prinzessin Leia. Die in der gleichen Nacht auch noch von ihrem Gatten bestiegen wird. Und siehe da: Leda legt zwei Eier. In jedem sind zwei Kinder. Eins davon wird zur schönen Helena, um die der trojanische Krieg entbrennt.

Froschkönig (Märchen der Gebrüder Grimm)

Eine minderjährige Prinzessin schmeisst ihren goldenen Ball in einen Brunnen, ein ultrahässlicher Frosch, der reden kann (how creepy is that?) verspricht, ihn zu holen, wenn er aus ihrem Teller essen und in ihrem Bett «schlafen» darf. Sie sagt Jaja, kriegt den Ball und geht. Der Frosch verfolgt sie ins Schloss, der König sagt, sie müsse ihr Versprechen halten, ab ins Bett mit ihr und dem Frosch und kleine Mutanten zeugen (okay, das sagt er nicht, aber meint er sicher). Im Schlafzimmer schmeisst sie das Tier gegen die Wand, es verwandelt sich in einen schönen Prinzen. Was sie sonst noch im Schlafzimmer tun, ist geheim, auf jeden Fall muss ganz schnell geheiratet werden.

Und dann ist da noch der sicher schwer schwule Diener des Prinzen. Als sein Herr in einen Frosch verwandelt wurde, da liess sich der Diener drei Eisenbänder um sein Herz legen, damit es nicht aus Kummer zerspränge. Diesen Diener vergisst man immer. Vielleicht hat er auch noch seine Rolle im Schlafzimmer erhalten?

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Blaubart (französisches Märchen)

Ein reiches Mädchen entschliesst sich, einen irrsinnig reichen Mann zu heiraten, obwohl er einen komischen blauen Bart hat. Aber er hat die besten Partys für sie und ihre Familie veranstaltet. Auf seinem Schloss ist sie begeistert und geblendet, bloss ist da dieses Zimmer, das sie nicht betreten darf. Als er einmal weg ist, spielt sie Prinzessin, lädt alle ihre Freunde ein, und die staunen gehörig.

Natürlich schleicht sie sich ins verbotene Zimmer. Der Boden ist voller Blut. An den Wänden hängen mehrere Frauenleichen, einige sind nur noch Gerippe. Sicher stinkt es auch gewaltig. Blaubart kommt heim und checkt, dass seine Frau spioniert hat. Gerade will er sie köpfen und zu den andern Toten an die Wand hängen, da eilen ihr zum Glück ihre Brüder zu Hilfe und bringen Blaubart um.

Das Mädchen ohne Hände (Märchen der Gebrüder Grimm)

Der Teufel schenkt einem armen Müller endlos viel Geld, wenn er ihm dafür das Ding gibt, das hinter seiner Mühle steht. Natürlich ist es die Müllerstochter. Sie weint so viel und hat deswegen so saubere Hände, dass der Teufel sie meiden muss wie das Weihwasser in der Kirche. Der Teufel befiehlt dem Müller, ihr zur Strafe die Hände abzuhacken. Das macht der Müller sofort. Doch sie weint einfach weiter und geht weg.

Im Garten eines Prinzen schnappt sie mit dem Mund nach herunterhängenden Äpfeln. Der Prinz findet sie recht speziell und gibt ihr einen Job als Hühnerhirtin. Dann verlieben sie sich ineinander und heiraten. Im Schloss erhält sie silberne Prothesen und ein schönes Leben. Endlich geht's ihr gut, denkt man. Falsch gedacht. Leider ist der Teufel immer noch im Spiel, entzweit und plagt die Liebenden für weitere sieben Jahre. Gott sieht sich das an und findet den Teufel echt zu fies. Er lässt die Hände der Prinzessin nachwachsen, gibt ihr Asyl bei einem Engel und führt sie und den Prinzen wieder zusammen.

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Der Bärenhäuter (Märchen der Gebrüder Grimm)

Nach dem Krieg ist ein Soldat arbeitslos. Der Teufel schenkt ihm irrsinnig viel Geld, unter der Bedingung, dass er sich sieben Jahre lang nicht wäscht, Nägel und Bart nicht schneidet und die Kleider nicht wechselt. Ein armer Mann braucht Geld. Der Soldat, der ein widerliches Stinkmonster geworden ist und dessen einzige Freunde Obdachlose sind, gibt ihm Geld. Der Mann bietet ihm eine seiner drei Töchter an, die jüngste willigt ein, das Stinkmonster aufgrund seiner Herzensgüte zu heiraten. 

Das Monster sagt: Wart drei Jahre lang auf mich! Alle lachen sie aus, mobben sie, wahrscheinlich sind die Folgen Einsamkeit, Depressionen, Magersucht und Suizidgedanken. Doch nach drei Jahren sind die sieben Jahre des Teufels abgelaufen, der Soldat, der sich an die Bedingung gehalten hat, ist bis an sein Lebensende reich. Er geht zum Friseur, macht Mani- und Pediküre, parfümiert sich fein und zieht sich schön an. Und geht zu seiner Braut.

Sie ist entzückt und fühlt sich wie eine echte Märchenprinzessin, denn neben den inneren besitzt er jetzt auch tolle äussere Werte. Ihre beiden Schwestern nerven sich zu Tode, die eine erhängt sich, die andere ersäuft sich, der Teufel holt ihre beiden Seelen, alle sind zufrieden.

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