Leben
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Ich bin ein Scheidungskind. Und ich brauche euer Mitleid nicht

Bild: shutterstock

Eine erzwungene Liebe aufgrund eines Kindes ist sinnlos. Das Leben als Scheidungskind ist nicht automatisch eine Katastrophe.

05.03.17, 21:04 06.03.17, 10:07


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Und nun zurück zum Artikel.

Wenn ich jemandem in einem Nebensatz erzähle, dass meine Eltern geschieden sind, sprechen sie mir meistens ihr Mitgefühl aus. «Oh. Sorry!», sagen die einen. Es täte ihnen leid, die anderen. Aber was tut ihnen eigentlich leid? Wieso entschuldigen sie sich dafür?

Ich war drei. Ich erinnere mich haargenau an eine gemütlich eingerichtete Wohnung. An Spielsachen und an meinen Papa. Lange dachte ich, wir wären gemeinsam in den Ferien, Papa und ich – ohne Mama. Erst Jahre später erfuhr ich, dass sich meine Eltern damals das erste Mal getrennt hatten. Sie versöhnten sich wieder – meinetwegen. Von ihren Streitereien habe ich nie etwas mitbekommen.

Bild: pixabay

Als ich zehn war, beschlossen meine Eltern, sich endgültig scheiden zu lassen. Wie ich mich damit gefühlt habe, was in mir vorging – daran kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht verdränge ich diesen Tag. Vielleicht habe ich ihn einfach vergessen. Meine Mutter weiss allerdings noch, wie ich weinend gesagt hätte: «Ich habe euch beide lieb».

Papa zog aus

Es mag herzlos klingen, aber ich freute mich, dass im Fernsehen endlich kein Fussball mehr lief. Der Kampf um die Fernbedienung, bei dem ich sowieso nie gewann, zur Vergangenheit gehörte. Ich freute mich, dass ich täglich im Bett von Mama übernachten durfte. Meine Mama war nicht ansatzweise so streng wie Papa. Als Einzelkind bekam ich noch mehr Aufmerksamkeit als sonst schon und Mama erlaubte mir Dinge, die Papa bestimmt nicht erlaubt hätte.

Obwohl ich meinen Papa liebe, brach für mich keine Welt zusammen.

Ich höre immer wieder, dass eine Scheidung für Paare mit Kindern nicht in Frage käme. Der Kinder zuliebe. Dieser Meinung bin ich nicht. Niemand sollte der Kinder wegen in der Ehehölle schmoren.

Mädchen beim Tanzen

https://pixabay.com/de/sommer-kleines-m%C3%A4dchen-kinder-858822/

bild: pixabay

Für die meisten Eltern ist nur schon der Gedanke daran, das eigene Kind zu einem Scheidungsanwalt zu schicken, eine Qual. Ich erlebte das pure Gegenteil.

Der Tag beim Scheidungsanwalt war für mich ein Abenteuer.

Zu Fremden war ich oft ein eher scheues, verschlossenes Wesen. Doch mit dem Scheidungsrichter freundete ich mich an. Fröhlich erzählte ich ihm, dass ich mich nicht mehr um die Fernbedienung streiten und nicht jedes Wochenende in die Berge fahren muss.

Bei Papa wohnen? Nein, auf keinen Fall. Er kocht grauenvoll.

Ferien mit ihm? Bitte nicht. Die werden bestimmt langweilig.

Selbst die Gerichtsschreiberin war über meine Verfassung und meine ungeschönten Antworten überrascht. 

Nach der Scheidung änderte sich für mich nicht viel. Ich war nach wie vor ein glückliches Kind. Immerhin hatte ich noch meine besten Freunde: meine zwei Kaninchen. Haustiere sind die besten Seelentröster. Klar, vermisste ich die Anwesenheit und den Gutenachtkuss von Papa, aber mit der Zeit fragte ich mich nicht mehr «Was wäre wenn ...?». 

bild: pixabay

Mein Vater hat Vieles in meinem Leben nicht mitbekommen. Einmal behauptete er, ich möge keine Schokolade. Und ich bin regelrecht süchtig danach.

Jedes zweite Wochenende verbrachte ich bei Papa. Ich muss zugeben, meine Mutter musste mich jeweils dazu zwingen. Obwohl er im gleichen Dorf wohnte, war ich lieber Zuhause. Nicht nur wegen des Spielzeugs. Ich fühlte mich in seinem Haus einfach nicht wohl und langweilte mich. Das sollte sich bald ändern.

Papas neue Freundin zog zu ihm

Mit meiner Mutter lästerte ich zwar immer über «die Andere», aber insgeheim mochte ich sie. Ziemlich fest sogar.

Das war eine der schwierigsten Situationen. Ich getraute mich nicht zuzugeben, dass ich sie mag. Als Kind hatte ich Angst, meiner Mutter das Gefühl zu geben, Papas neue Freundin wäre besser als sie.

Aber mit Papas Freundin konnte ich nicht nur über alles reden, wir unternahmen auch sehr viel gemeinsam. Durch sie kam ich meinem Papa näher. Sie überzeugte mich sogar davon, mit ihnen gemeinsam in die Ferien zu fahren. Früher unmöglich. Danach waren das die besten Ferien überhaupt.

Bild: shutterstock

Als kleines Kind wünschte ich mir von Mama und Papa immer eine kleine Schwester. In den Ferien im Tessin stand ich vor einem Münzbrunnen. Meine Oma reichte mir einen Einfränkler und sagte mir: «Du darfst dir was wünschen. Aber pssst, verrate deinen Wunsch niemandem, sonst wird er nicht in Erfüllung gehen.» Ich warf die Münze und rief in voller Lautstärke: 

«Ich wünsche mir eine Schwester!»

Mama verliebte sich neu

Mein Wunsch ging mit zwölf Jahren fast in Erfüllung. Meine Mutter lernte ihren neuen Freund kennen und ich bekam statt einer Schwester gleich zwei liebevolle Stiefbrüder. Der Partner meiner Mutter und seine Kinder sind eine grosse Bereicherung in meinem Leben

Zu meinen Eltern pflege ich eine gute Beziehung. Ich könnte mir aber nicht vorstellen, wie es wäre, wenn sie nicht geschieden wären. Es ist wie mit allem im Leben: eine reine Gewöhnungssache. Weihnachten und Geburtstag feiere ich immer zweimal im Jahr. Ein riesen Stress. Dafür gibt es mehr Geschenke und ein paar Pfunde mehr auf den Hüften. 

Bild: pixabay

Aber nur, weil meine Eltern nicht mehr zusammen sind, habe ich nicht den Glaube an die grosse Liebe verloren. Auch ich möchte eines Tages heiraten und Kinder kriegen.

Die Scheidung meiner Eltern verursachte in mir keine innerlichen Wunden. Auch nicht in meinem Erwachsenenleben. Ich habe weder einen Männerhass noch Drogenprobleme oder Bindungsstörungen.  

Ich bin zwar ein Scheidungskind, aber ich brauche wirklich kein Mitleid.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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30
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    Alle Leser-Kommentare
  • lieblingsbüsi 11.03.2017 00:02
    Highlight Der Text wirkt, als hättest du keine anderen Probleme. Wenn du keine schlimme Scheidung hattest - Glück für dich. Ergeht leider nicht allen so.
    6 19 Melden
  • Merida 08.03.2017 09:51
    Highlight Meine Eltern haben sich erst getrennt, als ich schon weit über 20 war und ich mein Studium beendet hatte und ausgezogen war. Ich hätte mir gewünscht, sie hätten es früher durchgezogen. So musste ich viele hässliche Streitereien miterleben und habe mir oft auch die Schuld dafür gegeben (obwohl das rational keinen Sinn machte).
    Seit sie geschieden sind, können sie auch wieder miteinander reden und sogar gemeinsam mit ihren Kinder und Enkel Weihnachten feiern. http://I
    10 0 Melden
  • Yelina 07.03.2017 13:53
    Highlight Mitleid ist doch unnötig? Ausser, das Scheidungskind sagt: "Die Scheidung meiner Eltern war schrecklich", dann habe ich tatsächlich Mitleid.
    8 0 Melden
  • Zerpheros 07.03.2017 09:11
    Highlight Eine Scheidung ist eine Scheidung ist eine Scheidung und für alle Beteiligten anders. Spannend wäre zu erfahren, wie die Eltern sich in der Situation gefühlt haben ...
    6 0 Melden
  • fypb 07.03.2017 06:59
    Highlight Das ist ja schön für dich. Für viele andere ist das nicht so wie bei dir.
    Es gehört zum leben dazu, klar, theoretisch. Aber wenn man das selbst erlebt als Kind und dann als Mutter und Frau ist das was anderes. Ich erlebe das ganz anders und stecke mitten drin. Es ist einfach nur grausam und scheisse…
    19 0 Melden
  • Iko5566 06.03.2017 09:03
    Highlight Nicht jede Scheidung verläuft so harmonisch wie dies bei Ihnen glücklicherweise der Fall zu sein schien. Aber stellen Sie sich doch mal vor, die Eltern streiten und bekriegen sich. Dann stehen Sie als Kind vor der wie Sie es beschrieben haben "eine der schwierigsten Situationen." Nur betrifft es dann nicht nur die neue Freundin des Vaters, sondern die eigene Mutter resp. der eigene Vater. Ich denke das kann nicht gesund sein. Leider sind Scheidung nur all zu oft nicht so harmonisch wie von Ihnen beschriebenen und dieses Bild sitzt in den Köpfen der Menschen. Irgendwie verständlich, oder?
    55 2 Melden
    • Macke 06.03.2017 11:17
      Highlight Eine harmonische Scheidung gibt es meiner Meinung nach kaum. Aber sehr häufig eine unproblematische für die Kinder. Wenn ich in meinem Umfeld schaue, dann war eine Scheidung für die Kinder nie toll, aber eben auch nicht so schlimm, wie alle meinen. Meine Eltern sind drei Jahre nach ihrer Scheidung mit uns Kindern in die Ferien gegangen, trotz neuer Partner und obwohl ihre Scheidung nicht Friede, Freude, Eierkuchen war. Sie telefonieren heute noch 1-2 Mal pro Monat.
      9 5 Melden
    • Iko5566 06.03.2017 13:31
      Highlight Das freut mich für Sie sehr. Bin dennoch der Meinung,, dass dies die Ausnahme und nicht die Regel darstellt. Sehe ich in meinem privaten und beruflichen Umfeld.
      17 2 Melden
    • Macke 07.03.2017 08:32
      Highlight @Iko: Jetzt könnten wir unsere beider Umfelder vergleichen und daraus eine Statistik machen. Spass beiseite: Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es schlimme Scheidungen gibt. Aber bei den Scheidungskinder, die ich kenne, war es das einfach nicht. Jetzt können wir alle die Ausnahme zu der Regel sein, oder aber man akzeptiert, dass die Scheidung nicht zwangsläufig problematisch sein muss. Ich möchte dazu noch sagen, dass für mich die Zeit der Scheidung sehr viel unproblematischer war als für meine Eltern. Für meine Eltern war es Stress pur.
      5 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 06.03.2017 08:43
    Highlight Meine Eltern haben sich auch getrennt, als ich und mein Bruder noch ganz klein waren. Mein Vater hatte schwerwiegende psychische Probleme und brachte sich später um. Ich habe kaum Erinnerungen an ihn.

    Meine Mutter hat dann wieder geheiratet, aber mein Stiefvater wollte nicht unser Vater sein. So sind wir faktisch ohne Vater aufgewachsen.

    Als Kind vermisste ich nichts, ausser dass ich mir wünschte, meine Mutter hätte manchmal mehr Zeit gehabt. Aber wenn wir zusammen waren, hatten wir es schön.

    Ich denke auch, dass es schlimmer gewesen wäre, wenn sich meine Eltern nicht getrennt hätten.
    26 1 Melden
  • hueberstoebler 06.03.2017 08:28
    Highlight @chantal stäubli
    ich freue mich für Dich, dass du keine bleibenden Schäden von der Scheidung deiner Eltern davongetragen hast. Ich kann Dir aber versichern, dass der Regelfall nicht zwingend so aussehen muss und der gängige Spruch "Ouh sorry för da.." teils auch gerechtfertigt ist. Zum Beispiel dann, wenn man die RS macht, völlig fertig am Wochenende nach Hause kommt und vom Vater vorgeworfen bekommt die Mutter zu vögeln.
    26 3 Melden
    • hueberstoebler 06.03.2017 13:39
      Highlight Das ergibt ein gestörtes Verhältnis zum Vater, eine Mutter die nur noch die beiden Gefühlslagen todtraurig und steinwütend hat und Geschwister die sich komplett zurückziehen. &Als Ältester obliegt es nun einem Studi, den Haushalt zu schmeissen.

      Also tu doch bitte nicht so als ob es selbstverständlich wäre dass die Eltern von Scheidungskindern immer im Frieden auseinandergehen.
      13 5 Melden
  • Niantana 06.03.2017 08:18
    Highlight Danke!
    Endlich spricht mir jemand aus der Seele. Auch meine Eltern sind seit ich 12 bin getrennt. ich bin nun fast 28 und muss mir das "oh das tut mir leid" immer noch anhören.
    Und wenn ich andere Elternpaare sehe bin ich froh haben sich meine Eltern getrennt.
    21 5 Melden
  • rodolofo 06.03.2017 07:54
    Highlight ...
    In einer tiefen Lebenskrise, nach einem "Burn out",
    als gar nichts mehr ging, sah ich mich gezwungen, diese selbstschädigenden Gedanken raus zu schmeissen!
    Ich bin okay, Du bist okay, alles ist okay!
    Gottes Wille ist das, was geschieht.
    Seitdem fühle ich mich wie ein Teenager und knüpfe an die unbeschwerte Zeit meiner frühen Kindheit an, in der ich zwei Mütter hatte und keinen Vater, und Cousins und eine Cousine, die damals (fast) wie Geschwister für mich waren!
    10 3 Melden
  • rodolofo 06.03.2017 07:50
    Highlight ...
    Und so wurde mir von aussen eingeredet, dass mit mir und meiner Patchwork-Familie etwas nicht stimmte.
    Von da an hatte ich ein Grundgefühl des Mangels und des "Neben den Schuhen Stehens", das mich am unbeschwerten Leben hinderte, wie eine dauerhaft angezogene und zunehmend verhockte Handbremse.
    Ich wurstelte mich durch mein Leben mit einer unsichtbaren Behinderung.
    Diese Behinderung bestand aus diesen von aussen eingepflanzten, selbstschädigenden Gedanken, irgendwie nicht normal zu sein.
    ...
    12 6 Melden
  • rodolofo 06.03.2017 07:41
    Highlight Ich stimme Dir völlig zu!
    Bei meinen Eltern war von Anfang an klar, dass sie nicht zusammenpassen, und so zogen sie nie zusammen.
    Da mein Vater ein Chamäleon und Hochstapler war (ein kleiner Donald Trump quasi) wollte meine Mutter seine Einflussmöglichkeiten auf mich minimieren.
    Sie wollte nicht mal Alimente und rackerte von früh bis spät, während ich tagsüber bei meiner Tante und ihren Kindern unterkam.
    Als Kind nam ich die Dinge, wie sie passierten und hatte keine Probleme damit.
    Bis die mitleidigen Reaktionen kamen:
    "Was, Du hast keinen Vater! Und keine Geschwister? Wie traurig!"
    ...
    15 8 Melden
  • Sheez Gagoo 05.03.2017 21:30
    Highlight Ich bin auch ein Scheidungskind. Meine Eltern haben sich auch scheiden lassen als ich drei war. Ich kann mich nicht erinnern, dass das irgendeine Sau gekratzt hat und mich deshalb bemitleidet hat. Welch ein Glück.
    46 0 Melden
  • frnrsch 05.03.2017 20:59
    Highlight Meine Eltern liessen sich scheiden, alles war am Arsch. Wir hatten kaum Geld zum Überleben, meine Mutter musste arbeiten bis zum Umfallen und ist jetzt körperlich ein Wrack. Ich kam aus der Schule und direkt schuften gegangen, keine Zeit für eine Lehre, Geld musste ran für die Familie, 2 jüngere Geschwister. Vater stürzte vollends ab und ertrank sich in Alkohol. Selbst kam ich mit der Verantwortung nicht klar stürzte auch ab. Ich fand aber zurück ins Leben habe selbst Familie und versuche meinen 3 Kindern einen guten Vater zu sein. Mitleid? Nein, aber eine Scheidung kann viel kaputt machen.
    119 1 Melden
    • Sheez Gagoo 06.03.2017 01:06
      Highlight DU solltest einen Artikel schreiben.
      54 0 Melden
    • CASSIO 06.03.2017 04:14
      Highlight Deine "Geschichte" war mein Gedanke beim Lesen dieses Artikels. Scheidung bedeutet oftmals Armut, Armut für den Mann, aber insbesondere auch für die Frau und Kinder, denn eine Scheidung ist meist auch Schuldenfalle Nr. 1. Ich möchte Dich jetzt aus Respekt nicht bemitleiden, aber ich bedauere Deine Situation und Deine fehlenden Chancen. Gleichzeitig zolle ich Dir meinen Respekt, Deinen 3 Kindern ein guter Vater sein zu wollen.
      58 0 Melden
  • JJ17 05.03.2017 20:51
    Highlight Meine Eltern liessen sich scheiden, als ich 7 oder 8 Jahre jung war. Etwa 5 Jahre später habe ich meinen Vater zum letzten mal gesehen, danach hat er mit seiner neuen Freundin eine neue Familie gegründet. Und wisst ihr was? Ich habe ihn kein einziges mal vermisst. Die meisten Leute glauben mir das nicht, aber es ist wahr. Ich verstand schon damals, was er eigentlich für ein, entschuldigt meine Ausdrucksweise, Arschloch ist. Nicht familiär, da war er ganz okay, aber im geschäftlichen Sinne. Also liebe Eltern, versucht nichts zu erzwingen, ihr macht es meistens nämlich nur schlimmer!
    47 2 Melden
    • rodolofo 06.03.2017 08:00
      Highlight Erzwingen ist sicher falsch, aber immer den scheinbar bequemeren Weg gehen und schwierigen Herausforderungen ausweichen kann ich auch nicht empfehlen!
      Selten ist in Beziehungen alles Friede, Freude, Eierkuchen!
      Es kann sich auch lohnen, dran zu bleiben und durchzuhalten, in Paarbeziehungen, wie im Leben überhaupt.
      Da gibt es kein Patent-Rezept.
      Manchmal klappt es doch noch und manchmal müssen wir loslassen...
      17 2 Melden
    • Lichtblau 07.03.2017 21:35
      Highlight Bei meinen gleichermassen attraktiven wie leidenschaftlichen Eltern flogen auch nicht selten die Fetzen. Trotzdem empfand ich meine Kindheit als reines Paradies. Beide waren uns Kindern gegenüber sehr zugewandt - eine Scheidung wäre für mich der Horror gewesen. Dazu ist es dann auch nicht gekommen - die Beziehung blieb spannend bis zuletzt. Warum soll immer Friede-Freude-Eierkuchen herrschen? Dass sich ein sich gegenseitig zu Tode langweilendes Paar trennt: das kann ich nachvollziehen.
      4 0 Melden
  • maljian 05.03.2017 20:45
    Highlight Meine Eltern haben sich für mein Empfinden sogar etwas zu spät getrennt.
    Ich war 18 meine Geschwister 17 und 20.
    Es wäre also auch definitiv früher gegangen. Sich wegen der Kinder nicht zu trennen ist sooo falsch.
    ich wollte danach nie heiraten.
    Nun ist es 1 1/2 Jahre seit meiner Hochzeit her.
    Mein Mann hat mir die Entscheidung sehr einfach gemacht 😊
    67 8 Melden
    • lily.mcbean 06.03.2017 08:17
      Highlight Ich war 25 als sie sich getrennt haben, nach 15 Jahren quasi dauerstreit. Hat mehr kaputt gemacht als wenn sie es getan hätten als ich 13 gewesen bin. Und noch dazu wurde ich in das ganze auch noch mit reingezogen was ich den beiden nie wieder verzeien werde.
      27 0 Melden
  • DomiNope 05.03.2017 20:24
    Highlight Ist bei mir fast genau gleich...
    Nur dass ich erst drei jahre alt war als sie sich trennten und deswegen eigentlich keine Erinnerungen an meine Eltern als Paar habe.
    Meine ältere Schwester ist da leider nicht so glücklich... 😔
    36 0 Melden
  • sockyluna 05.03.2017 20:19
    Highlight Kann ich als Scheidungskind nur bestätigen. Meine Geschichte verlief etwas, sagen wir unsschöner. Trotzdem bin ich froh haben sich meine Eltern getrennt. Das hat mir auch überhaupt nicht den Glauben in die Liebe genommen. Sondern gezeigt, das jefer ein recht auf glück ubd Liebe hat. Auch Eltern.
    54 1 Melden
  • Whitchface 05.03.2017 20:18
    Highlight Schön wie du damit umgehen kannst. Während meiner Schulzeit habe ich mehrfach miterlebt wie sich die Eltern von Schulkollegem scheiden liessen. Die Kinder wurden dann oft befürsorgt und ihnen wurde geholfen wo nur möglich. Ein Freund sagte mir mal ihn nerve das, solange er noch Papa und Mama habe die für ihn da seien, sei alles In Ordnung. Ich verstand das damals nicht recht. Wenige Jahre später starb mein Vater an Krebs. Plötzlich verstand ich was er meinte. Ich musste ab da komplett ohne Vaterfigur aufwachsen. Anfangs merkt man es nicht, aber später fehlt die Vaterfigur.
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