DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tschüss, Hotel Mama! So haben diese 7 Menschen den Auszug von Zuhause erlebt

Bild: Unsplash



Von daheim wegziehen, das vertraute Nest verlassen. Was bringt so eine Veränderung mit sich? Wir haben sieben Personen darüber befragt, wie es für sie war, als sie von zu Hause weggezogen sind. Während einige gar ins Ausland gingen, blieben andere noch für Jahre in der Nähe der Eltern. 

Mirella (29)

Mirella

Bild: watson

Ich bin mit 14 von Zuhause ausgezogen. Das brasilianische Dorf, in dem meine Eltern lebten, hatte eine sehr schlechte Schule. Deshalb bin ich in eine Grossstadt gezogen, um dort auf eine gute Highschool gehen zu können. Mit meiner Schwester habe ich in einem studentischen Wohnheim ein Zimmer geteilt.

Am meisten hat mir der Umstand gefallen, dass ich aus meinem Dorf in eine Grossstadt ziehen konnte. Aber natürlich habe ich meine Freunde vermisst. Die Stadt ist mehr als 3000 Kilometer von meinem Heimatdorf entfernt. Deshalb konnte ich nur in den Sommer- und Winterferien zu meiner Familie reisen. Ich habe mich jeweils besonders darauf gefreut, mich mit meiner Familie auszutauschen und mich zu entspannen. Zuhause ist alles so vertraut.

Als ich ausgezogen bin, hatte meine Mutter Angst, dass mir etwas passieren könnte, da die Kriminalität in Brasilien sehr hoch ist. Mein Vater hat die Situation allerdings entspannter gesehen. Heute fliege ich etwa einmal im Jahr nach Hause. Mit meiner Mutter habe ich allerdings täglich Kontakt.

Andy (23)

Strassenumfrage

Bild: watson

Ich bin mit 17 von zu Hause ausgezogen, da meine Eltern ihren Wohnsitz an einen Ort verlegt haben, der relativ weit weg von meiner damaligen Schule war. Auf langes Pendeln hatte ich keine Lust und deshalb bin ich in eine WG gezogen, die in der Nähe meiner Schule war. Das war super, meine Mitbewohner sind quasi zu einer zweiten Familie für mich geworden und mein Schulweg ist kurz geblieben. Ein Nachteil war allerdings, dass ich finanziell nicht mehr ganz so gut aufgestellt war, wie vorher. 

Wenn ich «nach Hause», also zu meinen Eltern gehe, freue ich mich immer auf das gute Essen und eine warme Umarmung.

Die grösste Sorge meiner Eltern war, dass ich mich gehen lassen könnte. Heute melde ich mich mehrmals wöchentlich, manchmal wegen etwas Ernstem, aber auch sonst, um den Kontakt aufrecht zu erhalten und mich über Belangloses auszutauschen.

Ingrid (80)

Ingrid

Bild: Watson

Nachdem ich meine kaufmännische Lehre in einem Reisebüro abgeschlossen hatte, bin ich mit 21 von zu Hause ausgezogen. Meine Eltern haben in Berlin gelebt und ich bin in die Schweiz gekommen, da ich hier einen spannenden Job gefunden hatte. Zuerst bin ich in ein Zimmer in eine WG gezogen, nach einem Jahr habe ich dann eine kleine Wohnung gemietet.

Einen grossen Vorteil des selbstständigen Lebens habe ich darin gesehen, ein neues Land, deren Menschen und Kultur kennenzulernen. Mir hat auch die Landschaft in der Schweiz gut gefallen, da ich in dem Teil Berlins gelebt habe, der von der Sowjetunion besetzt war. Die Freiheit in der Schweiz habe ich unglaublich genossen.

Meine Eltern haben sich keine grossen Sorgen um mich gemacht, da ich sehr selbstständig war und bereits eine abgeschlossene Berufslehre hatte. Aber klar, ich habe meine Familie schon vermisst. Meine Mutter ist dann während langer Zeit zwei Monate pro Jahr zu mir in die Schweiz gekommen. Hierhin ziehen wollte sie allerdings nie.

Mauricio (28)

Strassenumfrage

Bild: watson

Mit 17 bin ich von Kolumbien nach Spanien gezogen, um dort zu studieren. Ich habe in einem Studentenwohnheim gelebt und hatte teilweise das Zimmer für mich allein. Manchmal hatte ich aber auch einen Mitbewohner. Mir hat dieser Schritt sehr viel Selbstständigkeit gebracht. Ich war auf mich alleine gestellt und musste lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Meine Familie und auch das kolumbianische Essen haben mir aber schon gefehlt. Wenn ich nach Hause gehe, freue ich mich darauf, dass alles so vertraut ist. Daheim ist es fast so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Ich habe danach immer mal wieder für einige Monate bei meinen Eltern gelebt. Als Zwischenstopp, bis es mich wieder an einen anderen Ort verschlagen hat.

Als ich als 17-Jähriger ausgezogen bin, hatten meine Eltern Angst davor, dass ich Drogen nehmen oder unverantwortliche Beziehungen eingehen könnte. Heute besuche ich meine Eltern etwa zweimal im Jahr. Kontakt haben wir dank den heutigen Kommunikationsmitteln aber wesentlich häufiger. 

Anina (38)

Anina

Bild: watson

Als ich 17 war, bin ich aus meinem Elternhaus ausgezogen.
Das Verhältnis war angespannt und ich bin in eine Studiowohnung in Bern gezogen, in der Hoffnung, so die schwierige Situation zu Hause etwas zu entschärfen. 

Ich habe die Unabhängigkeit geschätzt, die ich nach meinem Auszug geniessen konnte und habe gelernt, eigenständig zu leben. Trotz allem habe ich aber meine Familie vermisst und mich jeweils gefreut, nach Hause zu gehen. Dort war ich nicht alleine und konnte mich austauschen. Später bin ich dann noch einmal für einige Zeit bei ihnen eingezogen, da ich mir erhofft habe, dass sich unser Verhältnis so bessern würde.

Als ich weggegangen bin, hatten meine Eltern sicherlich Angst davor, dass sie die Kontrolle über mich verlieren könnten und auch, dass ich plötzlich in der Gosse enden würde. Heute habe ich mehrmals pro Woche Kontakt, hauptsächlich zu meiner Mutter.

Andreas (51)

Strasenumfrage

Bild: watson

Ich bin mit 23 in die Zweitwohnung meines Elternhauses gezogen. Richtig ausgezogen bin ich aber erst acht Jahre später. Da ich mit 30 geheiratet habe und meine Tochter unterwegs war, haben meine Frau und ich eine eigene Wohnung gekauft. In diesem Alter noch im Haus der Eltern zu wohnen, war keine einfache Situation und auch wegen den Platzgründen war ich froh, definitiv ausziehen zu können. 

Den grössten Vorteil habe ich darin gesehen, autonom zu leben. Ich konnte mein Leben so leben, wie ich es wollte und etwas Eigenes aufbauen. Vermisst habe ich eigentlich nichts. Wenn ich zu den Eltern ging, wusste ich, dass sich meine Mutter freute, mich und meine Familie zu sehen. Ausserdem konnte ich meinen kranken Vater pflegen und Zeit mit ihm verbringen, bevor er starb. 

Meine Eltern hatten keine Angst, als ich auszog. Ich war finanziell unabhängig und hatte eine eigene Familie gegründet. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter, da die Situation zu schwierig ist.

Michelle (19) – das bin ich :)

Strassenumfrage

Bild: watson

Ich bin mit 19 Jahren von zu Hause ausgezogen, da ich in Zürich studieren wollte. Nun lebe ich in einer Wohngemeinschaft mit drei Mitbewohnern. Einen grossen Vorteil sehe ich darin, dass ich selbstständig Entscheidungen treffen kann und mehr oder weniger machen kann, was ich will. 

Am meisten vermisse ich das Leben auf dem Land und dass ich meine engen Freunde nicht mehr ohne weiteres unter der Woche sehen kann. An die Atmosphäre in einer Stadt wie Zürich muss ich mich erst noch gewöhnen.

Meine Eltern hatten eigentlich keine Angst, als ich ausgezogen bin. Sie wissen, dass ich gut alleine zurechtkomme. Ich gehe aber fast immer am Wochenende nach Hause und freue mich dann vor allem auf das leckere Essen und die spannenden Gespräche. Ausserdem habe ich so die Möglichkeit, die Freundschaften in meiner Heimatregion aufrecht zu erhalten. 

Wie war es für dich, als du von zu Hause weggezogen bist?

 

Egal ob du noch bei den Eltern wohnst oder nicht – diese 9 Nachbars-Typen sind hoffentlich nicht in deiner Nähe:

Video: watson/Knackeboul, Madeleine Sigrist, Lya Saxer

Falls du trotz wenig Geld im Besitz eines Hauses sein willst – Häuser, sorry «Häuser», unter 10'000 Franken

1 / 61
Häuser, sorry «Häuser», unter 10'000 Franken
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Mehr zum Thema Leben gibt's hier:

Der neue Schweizer Streaming-Dienst «Filmingo» will das Anti-Netflix sein

Link zum Artikel

Nacktbild von Sohn löst Shitstorm aus – Sängerin Pink rastet aus

Link zum Artikel

Coca Cola Life und 17 weitere Getränke, die (beinahe) aus der Schweiz verschwunden sind

Link zum Artikel

«Krebs macht einsam» – wie Ronja mit 27 Brustkrebs überlebte

Link zum Artikel

«Leaving Neverland»: Brisante Jackson-Doku kommt am Samstag im SRF

Link zum Artikel

Sterben am Schluss alle? Das verraten uns die 3 neuen Teaser zu «Game of Thrones»

Link zum Artikel

Die Boeing 737 ist derzeit nicht sehr beliebt – wie dieser Litauer jetzt auch weiss

Link zum Artikel

«Avengers: Endgame» pulverisiert Kinorekord – und sorgt für Schlägerei

Link zum Artikel

US-Komiker Noah spricht über seine (Schweizer-)Deutsch-Erfahrungen – und es ist grossartig

Link zum Artikel

Ich machte bei GNTM mit – und so war's (empörend!)

Link zum Artikel

Die Jackson-Doku «Leaving Neverland» erhitzt die Gemüter – 6 Gründe, warum das so ist

Link zum Artikel

10 lustige Antworten auf die dumme Frage: «Wann hast du entschieden, homosexuell zu sein?»

Link zum Artikel

15 Styles, die Ende 90er und Anfang 2000er der Shit waren

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

RTS zeigt GoT zeitgleich am TV. Und wir fragen: Wann wollt ihr dazu was von uns lesen?

Link zum Artikel

Ihre Produkte haben die Welt erobert – trotzdem wurden diese 5 Erfinder nicht reich

Link zum Artikel

Sag nicht, wir hätten dich nicht gewarnt: 7 Dokus zum 🐝-Sterben

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Auf den Spuren meiner Urgrossmutter

Link zum Artikel

Nach «Avengers: Endgame» – diese 7 kommenden Filme könnten auch die Milliarde knacken

Link zum Artikel

Die vegane Armee

Link zum Artikel

Böööses Büsi! Stephen Kings «Pet Sematary» ist wieder da

Link zum Artikel

Ja, in der Schweiz gibt es Obdachlose – und so leben sie

Link zum Artikel

Regie-Legende Francis Ford Coppola: Neues Alter, neuer Film, neues «Apocalypse Now»

Link zum Artikel

So heiss, stolz und glücklich feierten die «Game of Thrones»-Stars Premiere

Link zum Artikel

«Mimimi» – Wie schnell bist du empört?

Link zum Artikel

Schwangerschafts-Abbruch wegen Trisomie: «Die Entscheidung war furchtbar, aber klar»

Link zum Artikel

Ich + Ich + Tattoo-Dirk à Paris

Link zum Artikel

Disney wird immer mächtiger – warum darunter vor allem Kinos und Zuschauer leiden

Link zum Artikel

Mick Jagger braucht eine neue Herzklappe – und will bald wieder auf der Bühne stehen

Link zum Artikel

14 Comics, die das Leben als Mann perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Ich liebe meine Freundin, aber ich liebe auch schöne Frauen…»

Link zum Artikel

Dieses Model trägt als Erste einen Burkini auf der Titelseite der «Sports Illustrated»

Link zum Artikel

«Game of Thrones»: Das war sie also, die grösste Schlacht der TV-Geschichte?!?!

Link zum Artikel

Tantra-Tina, ihre Latexhandschuhe und mein Orgasmus

Link zum Artikel

«Meine Ehefrau hat mich jahrelang mit ihrer Jugendliebe betrogen»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum dieser Bio-Bauer keine Angst vor der Trinkwasser-Initiative hat

Es brodelt in der Bio-Branche. Die Trinkwasser-Initiative spaltet die Gemüter. Der Berner Bio-Bauer ist enttäuscht über die Nein-Parole von Bio Suisse. Bei einem Rundgang über seinen Hof erzählt er von seiner Vision – und erklärt, warum er kein Nutella isst.

Durch die malerische Landschaft des Berner Seelands, vorbei an den typisch rund geschwungenen Dächern der Berner Bauernhäuser, durch die Gemeinde Grossaffoltern führt ein einsamer Weg auf den Hof von Markus Bucher. Er trägt den lieblichen Namen «Farnigasse». Und die Farnigasse gibt Buchers Reich seinen Namen. Das «Farngut» des Bio-Bauern ist umgeben von blühenden Apfelbäumen und frisch bepflanzten Knoblauch-Feldern. Es ist ruhig auf dem Hof. In der Ferne sind einige Feldarbeitende zu …

Artikel lesen
Link zum Artikel