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Natalie Dormer «Picnic at Hanging Rock»»

Die geheimnisvolle Schulleiterin Mrs Appleyard (Natalie Dormer) liebt das gemässigte kleine Folterspiel. Bild: amazon

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Die britische Schauspielerin war mit der Mädchen-Mystery-Serie «Picnic at Hanging Rock» in Zürich und hatte ein paar Minuten für uns Zeit.

05.10.18, 19:36 06.10.18, 17:07


Vor einem Jahr hat die MeToo-Bewegung ihren Anfang genommen. Was ist Ihr Fazit?
Keines natürlich! Wir sind ja noch lange nicht am Ende. MeToo war absolut notwendig, es geht nichts über die Geschlechtergleichheit! Die Frage ist: Wie werden sich all die neuen Konstellationen, die jetzt in der Filmindustrie entstehen, all die Stoffe, die jetzt geschrieben und die Filme, die gedreht werden, langfristig auswirken? Werden wir damit bis in drei, vier Jahren wirklich etwas verändert haben?

Sie wirken jedenfalls äusserst tatkräftig daran mit. «Hunger Games» und «Game of Thrones» waren in den letzten Jahren zwei enorm wichtige Unternehmungen, was starke Frauenrollen angeht.
Jennifer Lawrence ist in den «Hunger Games» zu einer riesigen Ikone für Teenager geworden, sehr, sehr wichtig. Das Problem ist leider, dass ich nicht sagen kann: Gebt mir das nächste «Game of Thrones»! Es muss mich schon jemand wollen, mich einladen. Als Schauspielerin sitzt man die meiste Zeit über zuhause neben dem Telefon, wartet frustriert auf den Anruf und betet. Ohne Einladung kommt man nirgendwo rein.

Natalie Dormer «Game of Thrones»

Als Braut des Kinderkönigs wurde sie in «Game of Thrones» zum Star. Bild: hbo

Wie Vampire. Die müssen auch hereingebeten werden.
Ja genau! Oh, da würde ich einige Kollegen kennen, auf die das zutrifft ...

«Picnic at Hanging Rock»

1967 erschien der Roman der Australierin Joan Lindsay, 1975 die Verfilmung ihres Landsmanns Peter Weir, ein Kult-Klassiker aus dem Genre «Komplett überspannte Mädchen auf der Schwelle zum Frausein machen rätselhafte Dinge, die schlimm enden». Andere Beispiele: «The Virgin Suicides», «Heavenly Creatures», «The Beguiled», «Sharp Objects». Jetzt gibts den Stoff auch als Sechsteiler. Natalie Dormer spielt Mrs Appleyard, eine Frau, die um 1900 mitten im australischen Busch aus einer alten Villa eine Mädchenschule macht. Während eines Picknicks verschwinden ein paar Mädchen am Hanging Rock. Es gibt Skandale und Suizide. Aber was wirklich geschah, weiss nur der Berg. Und der schweigt. Peter Weirs Film war eine Elegie aus weisser Watte, die Miniserie von Amazon Prime hat das selbstverständlich alles sehr bekömmlich verschärft.

«Picnic at Hanging Rock» gibt es auf UPC TV und Amazon Prime zu sehen. Ab 12. Oktober auch als DVD erhältlich.

Und wenn keine Einladung kommt, schreibt man sich die guten Rollen einfach selbst?
Ich bin eine äusserst proaktive Person. Vor exakt neun Jahren war ich so angewidert vom Rollenangebot für eine Frau Ende Zwanzig, dass ich mit meinem Verlobten zusammen selbst ein Drehbuch schrieb. Ich wollte Kontrolle über mein Schicksal! Damals gab es nichts, kein «Game of Thrones», keine skandinavischen Thriller mit diesen fantastischen Ermittlerinnen. Aus unserem Drehbuch ist jetzt der Film «In Darkness» (Dormer spielt eine blinde Pianistin, die Zeugin eines Mords wird, d. Red.) geworden.

Natalie Dormer as Anne Boleyn and Jonathan Rhys Meyers as Henry VIII (Season 2 - episode 2) - Photo: Jonathan Hession/Showtime - Photo ID: tudors_202_0120

Dabei war sie zuvor schon in «The Tudors» als Anne Boleyn zur Königin geworden. Bild: Showtime

Was bedeutet Ihnen das Schreiben?
Scheitern. Neu anfangen. Lernen. Herausfinden, wozu ich fähig bin. Immer noch mehr lernen. Und wachsen.

Wenn ich Ihre Rollen betrachte, so haben Sie einen deutlichen Hang zum Kostümierten, Royalen ...
Nicht war? Ich bin 36 und habe schon drei Mal Königinnen gespielt! (In «The Tudors», «Game of Thrones» und «W.E.», d. Red.) Aber so wurde ich nun mal gecastet. Dabei versuch ich so sehr, was Anderes zu kriegen. Ich rasierte meinen halben Kopf und ballerte mit einer Waffe rum für «Hunger Games», in der Hoffnung, dass es die Casting-Leute endlich merken. Schauen Sie sich Claire Foy, Keira Knightley oder Helen Mirren an – immer diese Königinnen! Klar, viele gute Stoffe aus Grossbritannien beinhalten Royals. Aber jetzt ändert sich das sicher alles fundamental ...

Ich habe mir ein paar Interviews von Ihnen angeschaut – Sie scheinen ungefähr jeden Film, der je gedreht wurde, zu kennen. Wie sieht es da mit dem Kult-Klassiker «Picnic at Hanging Rock» von Peter Weir aus? Wie oft haben Sie den gesehen?
Nie! Keine Ahnung, wie ich über Dreissig werden konnte, ohne den Film gesehen zu haben. Ich kenne nur Filmstills – ätherische, weiss gekleidete Mädchen erklimmen einen Hügel, sowas wurde dann ja auch in der Mode Mode, es gab unzählige Fashion Shootings, die aussahen wie «Picnic». Aber meine Figur, die Mrs. Appleyard, hab ich über den Roman und das Drehbuch kennen gelernt. Joan Lindsays «Picnic at Hanging Rock» ist für die Australier ja, was «Der grosse Gatsby» für die Amerikaner ist. Ein literarisches Nationalheiligtum.

Natalie Dormer «Picnic at Hanging Rock»

Mrs. Appleby will see you now. Bild: amazon

Das jetzt von einem schlanken 200-Seiten auf eine sechsteilige Miniserie ausgewalzt wurde. Ihre Rolle der Mädchenschul-Leiterin Mrs. Appleyard beginnt sehr hart, scharfzüngig und grausam.
Aber Sie wird sich ändern! Da kommt noch der grosse Zerfall ihrer Person und ihrer Schule. Das ist ja das grosse Glück, dass ich mit dieser Figur quasi zwei Rollen in einer geschenkt bekommen habe. 

Wie ist es, Ihre eigene Serie zu haben?
Wundervoll! Ich liebe es, ein Team bei einer gemeinsamen Anstrengung anzuführen und eine Problemlöserin zu sein. Kommt dazu, dass in «Picnic at Hanging Rock» sehr viel mehr Östrogen drinsteckt als sonst. Produktion, Drehbuch, Vorlage, Hauptrolle, viele, viele Nebenrollen und zwei Drittel der Regie sind weiblich. Aber wir wollten Männer nicht ausschliessen, wir haben noch ein paar umwerfende ältere Herren mit dabei, richtige Old-School-Australier, etwa einen Kameramann, der beim ersten «Mad Max» dabei war. Ich meine: Respekt!

Und das war's auch schon. Das Interview fand übrigens in der alten Wohnung von Udo Jürgens statt, aber die darf hier weder in Bild noch Wort wiedergegeben werden. Schade. Sehr, sehr schade. Ich schwöre, ich hab da Dinge gesehen ... Hugh Hefner würde sich lechzend danach im Grab umdrehen.

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MSpeaker 07.10.2018 19:32
    Highlight Ich bin der Ansicht, das Frauen nicht gleich behandelt werden sollten wie Männer. Denn Frauen sind nicht gleich wie Männer. Frauen sind graziöser und klüger als wir.

    Anstatt immer von Geichberechtigung zu reden, sollte es um Respekt gehen. Wenn wir alle die Frauen respektieren würden, dann gäbe es die Diskusionen zur Gleichberechtigung nicht.
    5 3 Melden
  • Tempus Fugit 06.10.2018 16:19
    Highlight Es ist durchaus beängstigend und bedenklich zu sehen, welche absurden Ausmasse der heutige Neo-Feminismus mit solchen Herzkampagnen gegen Männer angenommen hat. Wir haben Gerichte, die sich in einem rechtsstaatlichen Verfahren mit solchen Vorwürfen befassen, wozu diese mediale Hetze auf Social Media?
    49 31 Melden
  • Unclemitch 06.10.2018 08:45
    Highlight Echt jetzt? Geschlechtergleichheit...? Wollen wir keine Weibchen und Männchen mehr? Geschlechterneutralität wie bei Barbie und Ken? Ich bin auch für die gleiche Behandlung der Geschlechter, aber ich möchte keine Geschlechtergleichheit...
    47 20 Melden
    • War mal stolz 06.10.2018 14:23
      Highlight Geht auch nicht um Geschlechtergleichheit sondern um Gleichbehandlung der Geschlechter.
      Auch wens Unterschiedliche bei den Geschlechter gibt seh ich ein Mensch. Nicht das ist okey weils eine Frau ist und das für Männer ist das in Ordnung.
      Ich nenn das Gleichberechtigung

      20 24 Melden
    • Unclemitch 06.10.2018 19:04
      Highlight Richtig, aber nicht Geschlechtergleichheit...
      14 4 Melden
    • Menel 07.10.2018 21:57
      Highlight Das ist das Problem an der deutschen Sprache, sie unterscheidet nicht zw. Gender und Sex. Hier ist Gender gemeint.
      11 6 Melden
  • War mal stolz 06.10.2018 06:46
    Highlight Völlig aus dem Ruder gelaufen...
    Xyz öffentlich der sexuellen Belästigung zu beschuldigen und von der Gesellschaft verurteilen lassen dafür brauchts nicht mal Belege dafür..
    Das Missbrauchs Potenzial ist gross sehr gross...
    Ist meine (weibliche) Ansicht von Metoo
    39 22 Melden
  • Turi 06.10.2018 01:10
    Highlight "MeToo war absolut notwendig, es geht nichts über die Geschlechtergleichheit! "

    "Wundervoll! (....) «Picnic at Hanging Rock» : Produktion, Drehbuch, Vorlage, Hauptrolle, viele, viele Nebenrollen und zwei Drittel der Regie sind weiblich."

    Interessant zu sehen, wie gewisse Frauen Geschlechtergleichheit interpretieren.

    32 25 Melden
    • who cares? 06.10.2018 15:33
      Highlight Uiuiui, da hat es in einer durchgängig männerdominierten Branche einmal mehr Frauen am Set als Männer und der Trolli fühlt sich schon unwohl😂

      Vielleicht mal daran gedacht, dass die Entscheidung von Dormer, Frauen zu engagieren, dann diesen Frauen hilft mehr Jobs zu bekommen also dann bei anderen Produktionen für ein ausgeglichenes Männer-Frauenverhältnis zu sorgen?

      Mein Tipp an dich: einfach mal ein bisschen weiterdenken, bevor du voreilige Schlüsse ziehst. Wie Dormer, sie beschwert sich nicht, sondern handelt.
      44 32 Melden
    • whatthepuck 07.10.2018 13:23
      Highlight Sehe das schon auch so wie Turi. Man erreicht sein neues Ziel nicht mit den gleichen Fehlern wie schon die Gegenseite. Das ist dann eben das, weshalb metoo oft bisschen in die Fundi-Ecke abdriftet. Stand heute ist das für mich eine Debatte unter Idealisten.

      Am besten kommt man eh an den Punkt, wo man Frauen nicht mehr aus xyz-Gründen aktiv gleichbehandeln muss. Sondern man tut es einfach, ohne feministisches Gedankengut.
      11 7 Melden
  • Fabio Haller 05.10.2018 23:50
    Highlight MeToo ist nicht die Frauen Bewegung.

    Sie ist eine von vielen, die gemeinsam die Frauenbewegung ist.

    Sie ist gekommen und sie wird wieder gehen und eine neue wird Sie ersetzen aber der Kampf für die Ziele bleiben gleich.
    12 9 Melden
  • Gsnosn. 05.10.2018 21:51
    Highlight Ich habe das Gefühl dass MeToo nieh richtig den Weg aus Twitter geschaffen hat. Es hat durchwegs Diskussionen ausgelöst aber die Bewegung vor dem MeToo lief schon
    51 7 Melden

Lieber Röbi Rapp, leb wohl! Als Queer-Pionier bleibst du unsterblich. Merci!

Röbi Rapp und Ernst Ostertag lebten 62 Jahre lang die vielleicht grösste Liebesgeschichte der Schweiz. Ein Nachruf.

Es gibt Menschen, denen verdanken viele andere unendlich viel. So viel, dass es gerade schwer fällt, diesen Nachruf zu schreiben. Trauer ist eine besonders gründliche Form der Überwältigung.

Röbi Rapp war einer dieser Verdienstvollen. Der zarte Coiffeur aus Zürich, der sich in Jahren, als dies gefährlich war, auf der Bühne zur Frau verwandelt und singt, dass alle betört sind. Der 1956, im Alter von 26 Jahren, einen schönen Lehrer namens Ernst kennenlernt. 2003 lassen sie sich als erstes …

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