Leben
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Heute findet Doris Wagner Rom schön. Vor zehn Jahren wurde die Stadt für sie zur Hölle. Bild: filmcoopi

Interview

30 Prozent aller Nonnen werden missbraucht. Doris Wagner war eine davon, sie befreite sich

Die 34-jährige Philosophin und Theologin spricht mit uns über ihr tragisches Leben hinter Klostermauern. Und darüber, wieso sie jetzt im Schweizer Dokfilm «#Female Pleasure» mitmacht.



Wenn ich mir Männer und Frauen in der Bibel anschaue, läuft es immer auf diese ganz einfache Ordnung hinaus: Der Mann kann herrschen, aber er kann sich nicht beherrschen. Jedenfalls nicht, wenn er sich einer Frau gegenübersieht. Die ist automatisch eine Versuchung.
In der Bibel, auch der christlichen Tradition, ist so viel drin, was auch toll ist. So viele Sachen, die wertvoll sind, die schön sind, die mich durchs Leben tragen, die Freude machen. Das Problem ist, dass das immer alte Männer waren, die bestimmten, wie diese Texte gelesen werden sollen und wie das rezipiert werden muss. Die Bibel selbst ist gar nicht so schrecklich und es gibt viele befreiende Geschichten.

Auch über Frauen?
Es gibt Judith, die Holofernes köpft. Und es gibt Paulus, der sagt, zwischen Männern und Frauen ist kein Unterschied. Das Problem ist, dass der gleiche Paulus an anderer Stelle das Gegenteil sagt und dass natürlich eher diese Stelle rezipiert wurde. Mich nervt es immer, wenn die Leute sagen: Das Christentum ist doch die gute Religion, der Islam ist böse!

Die Strukturen sind überall ähnlich, egal ob im Christentum, im Islam, im Buddhismus, Hinduismus oder Judentum.
Es liegt nicht an der Religion oder an den Texten, auf denen Religionsgemeinschaften basieren. Es liegt daran, dass diese Gemeinschaften aus Gesellschaften entstanden sind, in denen nur Männer das Sagen haben. Oft auch reiche, einflussreiche Männer. Es geht ja nicht nur um Mann und Frau, es geht auch um Reiche und Arme. Es geht ganz einfach um Machtstrukturen. Und jeder, der Macht hat, neigt dazu, diese zu zementieren. Religion ist dafür hervorragend geeignet! Ich kann sagen: Gott will halt nicht, dass Frauen Priester werden, da kann ich gar nichts machen!

Artemisia Gentileschi: Judith enthauptet Holofernes

Wut und Blut: Artemisia Gentileschis Gemälde «Judith enthauptet Holofernes» (um 1620). Bild: wikipedia

Gott ist der Chef.
Der Punkt ist bloss: Wer weiss, was Gott will? Warum soll der Papst das eher wissen als ich? Gott spricht zu jedem von uns, und keiner ist näher an ihm dran als andere.

Sind Sie eigentlich römisch-katholisch erzogen worden?
Ich bin lutherisch erzogen worden. Als ich fünfzehn war, konvertierte meine ganze Familie zum Katholizismus. Für unseren Lebensalltag hat es keinen grossen Unterschied gemacht, ob wir lutherisch oder katholisch lebten. Wir waren sehr, sehr, sehr fromm. Auch, weil wir sehr, sehr, sehr arm waren.

Das heisst?
Ich habe sechs Geschwister, bis zum zweiten Kind war meine Mutter Krankenschwester, danach blieb sie zuhause, mein Vater ist gelernter Dreher. Meine Eltern hatten es sehr schwer. Religion war das, was im Leben Halt gegeben hat. Gott hat uns durchs Leben getragen. Gott war meine erste Bezugsperson, ich hatte das Gefühl, er ist da und liebt mich.

Dann war Ihre Entscheidung, ins Kloster zu gehen, gar keine extreme pubertäre Laune, sondern hat sich quasi organisch ergeben?
Beides. Religion war so sehr meine Welt, dass ich mich nirgendwo sonst zuhause fühlte, ich war in keinem Verein, habe nirgendwo sonst dazugehört. Das habe ich vor allem während meiner Schulzeit gemerkt. Auch, weil wir arm waren. Zudem war mir klar, dass ich kein normales Leben führen will. Ich wollte irgendwas Grosses machen.

Martin Schongauer, Maria im Rosenhag, 1473, Tempera auf Holz, Colmar, Dominikanerkirche

Maria, die reine Dulderin. Hier als «Maria im Rosenhag», 1473 dargestellt von Martin Schongauer. Bild: wikipedia

Gut, will das nicht jeder Teenager?
Auf jeden Fall hatte ich wie jeder Teenager das Bedürfnis geliebt zu werden. Doch ich merkte schnell: Ich kann mit den andern Mädchen gar nicht mithalten. Ich kann mir diese Klamotten gar nicht leisten. Und ich dachte: Ist das blöd! Alle zerfleischen sich, und jede möchte um jeden Preis mit irgendeinem Jungen gehen, egal, ob der jetzt passt, Hauptsache, sie gefällt ihm. Wies ihr geht und was sie eigentlich will, kommt total aus dem Fokus. Ich hatte das Gefühl, Gott ruft mich, ich hab einen spannenden Lebensentwurf und emanzipiere mich von diesem kindischen Mädchenkram.

Und dann kam die grosse Enttäuschung?
Es gibt ja gerade bei säkular eingestellten Menschen dieses ideale Bild einer Nonne: Dieses total selbstlose, immer lächelnde, hingebungsvolle Wesen – wie bewundernswert das doch ist! Die Vorstellung, für sich selbst gar nichts mehr zu brauchen und nur noch den andern zu dienen, ist irgendwie grossartig. Aber es ist überhaupt nicht grossartig, es ist furchtbar. Ich habe dieses Ideal auch verfolgt, ich dachte, ich komme Gott näher, wenn ich mich ganz aufgebe und verleugne. Das war natürlich eine totale Falle. Ich konnte so vom ersten Tag an nicht mehr sagen: Ich will, ich brauche, ich möchte.

Das klingt dramatisch.
Irgendwann hörte ich auf zu existieren. Man denkt und fühlt nicht mehr. Man ist wie ein Zombie. Und was ganz gruselig ist: Man lächelt plötzlich auch die ganze Zeit. Es hiess nie: Wie geht’s dir? Sondern bloss: Mit was für einem Gesicht läufst du eigentlich herum! Weshalb ich irgendwann nur noch lächelte. Meine Mimik und Gestik wurden die ganze Zeit über korrigiert und kontrolliert, ich durfte nicht zu laut, aber auch nicht zu leise sprechen, den Kopf nicht gerade halten, aber auch nicht schräg, die Beine nicht übereinander schlagen, ich wurde komplett entpersonalisiert, aber ich dachte weiterhin: Das ist der Weg.

Pope Francis greets a group of nuns in St. Peter's Square at the Vatican at the end of his weekly general audience, Wednesday, Oct. 31, 2018. (AP Photo/Alessandra Tarantino)

Der Papst mit Groupies, am 31. Oktober 2018 auf dem Petersplatz. Bild: AP/AP

Und wie lange dauerte der?
Bis zu dem Tag, als ein Priester in meinem Zimmer stand und mich auszog. Ich hatte überhaupt keinen Widerstand mehr. Mein erster Gedanke war: Tut er das wirklich? Und ich wusste: Ja, er tut das jetzt und ich kann nie irgendjemandem davon erzählen. Ich wusste auch: Hier ist irgendwas falsch, das will Gott nicht. Das war für mich der Anlass, dieses Selbstlosigkeitsideal zu hinterfragen und Stück für Stück aus dieser Ideologie auszusteigen. Es klingt paradox, aber vielleicht hätte ich niemals die Kurve gekriegt, wenn der Übergriff nicht passiert wäre.

Damals waren Sie vierundzwanzig.
Ja.

Sind Sie als Jungfrau ins Kloster gegangen?
Ja. Ich hatte nie zuvor einen nackten Mann gesehen.

Aber Sie konnten es verarbeiten?
Ich hatte grosses Glück. Erstens mit meiner natürlichen psychischen Widerstandsfähigkeit, die mich dies einigermassen unbeschadet überstehen liess. Zweitens habe ich in diesem Kloster einen Mitbruder gefunden, der heute mein Mann ist.

Dieser überaus sympathische Mann aus dem Film?
Genau der. Wenige Monate, nachdem ich vergewaltigt worden war, war er für mich da und ich merkte: Da ist ein Freund, das ist jemand, der sich für mich interessiert, da ist ein Mitstreiter. Er war sofort an meiner Seite, obwohl wir in getrennten Häusern lebten, sagte: Du, wenn der das nochmals macht, helfe ich dir! Ich wusste ziemlich schnell: Das ist Liebe. Und diese Liebe hat mich wieder zum Leben zurückgebracht.

Trailer zu «#Female Pleasure»

abspielen

Video: YouTube/Filmcoopi Zürich

Der Film

Die Winterthurerin Barbara Miller hat in ihrem Dokumentarfilm fünf Frauen aus fünf Weltreligionen zusammengebracht und erzählt ihre Geschichten. Ob Genitalverstümmelung in Afrika, Vergewaltigungen in Indien, die japanische Fetischisierung des Penis, das Unsichtbarmachen der Frau im Judentum oder Missbrauch im Kloster – jede einzelne Religion verdammt seit Jahrhunderten die Frau und ihre Lust. Millers Heldinnen revoltieren dagegen. Mit Erfolg.
Ab 15. November im Kino.

Da waren Sie allerdings noch nicht draussen.
Das Kloster hat mich, was es normalerweise nicht macht, studieren geschickt. Ich erhielt ein Stipendium. Als ich wusste, dass ich jeden Monat 700 Euro auf mein Konto erhalte, realisierte ich: Jetzt kann ich gehen. Ich hatte ja sonst nichts.

epa06928859 (L-R) German women's rights activist Doris Wagner, Somali psychologist and women's rights activist Leyla Hussein, Swiss director Barbara Miller, Indian women's rights activist Vithika Yadav and Japanese artist Rokudenashiko pose during a photocall for the documentary film '#Female Pleasure' at the 71st Locarno International Film Festival, in Locarno, Switzerland, 05 August 2018. The Festival del film Locarno 2018 runs from 01 to 11 August.  EPA/ALEXANDRA WEY

Regisseurin Barbara Miller (Mitte) mit Doris Wagner, der somalischen Psychologin Leyla Hussein, der indischen Frauenrechtsaktivistin Vithika Yadav und der japanischen Künstlerin Rokudenashiko (von links) nach der Premiere am Filmfestival Locarno.  Bild: EPA/KEYSTONE

Wie hat Ihre Familie auf den Ausstieg reagiert? Waren sie froh, dass Sie entkommen sind?
Die waren total erschüttert, die haben gedacht, ich bin da glücklich. Vorgestern hab ich übrigens einen Brief aus Rom bekommen. Ich hab ja öfter Briefe hingeschickt, jetzt hab ich eine Antwort bekommen. Ich hab nichts anderes erwartet, bin aber trotzdem schockiert.

Brief aus dem Staatssekretariat des Vatikans an Doris Wagner

«Hiermit bestätige ich Ihnen den Erhalt Ihres werten Schreibens vom 26. September des Jahres, mit dem Sie dem Heiligen Vater über Erlebnisse in der Gemeinschaft ‹Die Geistliche Familie 'Das Werk'› berichtet haben.

Ihre Ausführungen wurden aufmerksam zur Kenntnis genommen. Seine Heiligkeit hat mich beauftragt, Ihnen für den Ausdruck Ihrer Mitsorge um das Wirken der Kirche in unserer Zeit zu danken.

Papst Franziskus bittet Sie, für ihn und seinen verantwortungsvollen Dienst als Hirte der universalen Kirche zu beten. Er schliesst auch Sie und Ihre Anliegen in sein Gebet ein und erbittet Ihnen und Ihrer Familie von Herzen Gottes Schutz und Geleit für den weiteren Lebensweg.»

Bitte?!
Ich hab gewusst, dass sowas kommt, aber ich bin trotzdem fassungslos.

Das ist ein Standardbrief, oder?
Ja, das ist ein Standardbrief. Aber ich hab denen ja nicht geschrieben «mein Kind ist krank» oder so, ich hab genau geschrieben, was passiert ist, hab Studien zitiert.

Wie haben Sie nach dem Verlassen des Klosters eigentlich zu Ihrer Stimme in der Öffentlichkeit gefunden?
Lange nach meinem Austritt hab ich noch geglaubt: Ich bin die einzige, der sowas passierte. Dann bin ich auf eine amerikanische Studie aus den 90er-Jahren gestossen, in der stand, dass dreissig Prozent aller Ordensfrauen missbraucht werden. Ich habe unzählige Frauen getroffen, die im Kloster spirituell und sexuell missbraucht wurden, die jetzt in Trümmern liegen und denen keiner zuhört. Für sie machte ich den Film und schreibe ich Bücher. Das ganze System beruht ja darauf, dass die Opfer nicht reden. Ich will für sie kämpfen.

Bild

Doris Wagner träumt vom Jüngsten Gericht. Hier in einer Darstellung von Hans Memling um 1470.  Bild: wikipedia

Betrachten Sie sich als Feministin?
Wenn man Feminismus so definiert, dass es darum geht, die Herrschaft von Menschen über andere Menschen abzuschaffen und jeden Menschen als das zu sehen, was er ist, dann bin ich ganz klar Feministin.

Und was machen wir jetzt mit der Religion?
Ich möchte immer dafür eintreten, unser religiöses Erbe und die Quellen, die Geschichten, die Texte, die Bilder bis hin zu der Musik, den Gebäuden und den Ritualen, die wir von da haben, wertzuschätzen und selbstbestimmt damit umzugehen. Sich herauszunehmen, was gut ist. Was uns hilft und tröstet.

Was haben Sie sich denn herausgesucht?
Für mich ist eins der mächtigsten Bilder in der Bibel, von denen ich mir wünschen würde, dass das stimmt und dass das wahr ist, das Jüngste Gericht. Die Vorstellung, es gibt einen Moment, wo auch die allergrössten Schurken der Weltgeschichte sich nicht mehr verstecken und rausreden können. Wo jemand vor ihnen steht, der deutlich mächtiger ist und sie konfrontiert und verurteilt. Und wo die andern, die ihr Leben lang nur gelitten und nur Scheisse erlebt haben, getröstet werden. Wo sie noch einmal aufgehoben sind und es schön haben.

Madonna bekommt einen neuen Anstrich

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Video: srf/SDA SRF

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50Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Vedat 08.11.2018 18:52
    Highlight Highlight Das schockiert mich! Gute Besserung!

    Wie es scheint ist der Vorfall allen politischen Parteien egal. Das schockiert mich genauso!

    Man stelle sich vor es wäre in einer anderen Religionsgemeinschaft passiert …
  • Leode_ 08.11.2018 14:36
    Highlight Highlight Aus diesem und zig 1000 anderen Gründen verurteile ich jede religiöse Gemeinschaft! Denn schlussendlich werden nur die Schwachen und Gläubigen ausge- und benutzt.
    • Musikuss 09.11.2018 05:31
      Highlight Highlight Verurteilen? Damit beweisen sie nur, dass Sie nicht besser sind, als die Menschen, die Sie verurteilen. Aber Sie können sich bessern, indem Sie bei sich selbst beginnen, Ordnung in ihre Gedanken zu bringen. Dazu haben wir die Berechtigung und Fähigkeit. Danach erst dürfen wir Schwächen, Irrtümer und Verfehlungen bis hin zur Kriminalität bei unseren Mitmenschen erkennen und uns die berechrigte Frage stellen, wie wir in der selben Situation reagiert hätten. Einfach nur zu verurteilen ist zu billig und zu wenig selbstkritisch...🧐
    • Leode_ 09.11.2018 13:43
      Highlight Highlight Ich verurteile nicht meine Mitmenschen. Ich verurteile Religiöse Institutionen, wie die Kirche und weitere. Ich denke, dazu habe ich vollste Berechtigung. Es sind nicht wenige Verfehlungen, welche sich diese leisten...
  • Rabbi Jussuf 08.11.2018 13:20
    Highlight Highlight Schlimm, was da passiert ist.
    Nur hat die gute Frau nicht weiter gedacht - wie so viele andere auch nicht. Was sie so an der Religion schätzt, wurde auch von "alten Männern" geschrieben und weiter getragen. Das, was sie anbetet, ist das Fundament der patriarchalen Religion und ihren Institutionen.
    Dann die Vorstellung vom jüngsten Gericht, ist ein Wunschtraum eines Opfers (wiederum von Männern kultiviert), das einem ganz sicher nicht hilft aus der Opferrolle heraus zu kommen.
    Es freut mich, dass sie persönlich heraus gefunden hat. Aber ihre Vorstellungen werden niemandem weiterhelfen.
  • Bruno Wüthrich 08.11.2018 10:31
    Highlight Highlight Man muss die Bibel und andere Standardbücher der Weltreligionen als das verstehen, was sie sind: Von Menschenhand geschriebene Interpretationen von tatsächlich geschehenen und frei erfundenen weltgeschichtlichen Begebenheiten. Sie sollen die Menschen zum «rechten Glauben» bringen und ihnen als Leitfaden dienen.
    Doch etwas Göttliches haben diese Werke nicht an sich. Denn weil auch Gutes drin steht, sind sie noch längst nicht gut. Das sehen z.B. wir daran, wie diese Werke mit der Genderfrage umgehen.
    Religionen haben deshalb immer Konjunktur, weil wir Menschen uns gerne von etwas leiten lassen.
    • hiob 08.11.2018 16:25
      Highlight Highlight eigentlich müsste man schon zweifeln, wenn man hört, wie alt dieses buch ist. wer will sein leben auf etwas abrichten, was jahrtausende zurück liegt?
    • Gummibär 08.11.2018 16:29
      Highlight Highlight Wenn wir uns nur von der UN-Menschenrechts-charta leiten ließen wäre dies ein gewaltiger Fortschritt.
      Menschen könnten damit Krischna- und Heiligenbilder, Koransprüche und Devotionalien entsorgen und alle Priester, Bonzen, Pfaffen, Mullahs,Prediger, Sektenführer und Propheten einem nützlichen Leben zuführen und wo nötig intensiv therapieren.
    • Musikuss 09.11.2018 06:23
      Highlight Highlight Die Bibel ist eine Inspiration von Menschen, die Gott suchen. Jeder Musiker weiss, was Inspiration ist: eine blitzschnelle Eingebung, auf die er selbst nicht gekommen wäre. Resultat: er spielt deutlich besser, als er aus eigenem Bemühen eigentlich könnte.
      Woher kommen die Eingebungen? Aus dem Unterbewusstsein? Oder aus dem Überbewusstsein? Für mich kommen sie dann von Gott, wenn sie so gut sind, dass sie nicht altern (z.B. Mozart...).
      In der Bibel gibt es gute Inspirationen und menschliche Irrtümer gemixt. Wir müssen lernen, das eine vom Anderen zu unterscheiden.
  • Tscheulin 08.11.2018 09:08
    Highlight Highlight Die "Firma Kirche" ist, wie alles vom Menschen Geschaffene, menschlich.
    http://www.tscheulin-software.com/firmakirche.htm
  • esmereldat 08.11.2018 08:26
    Highlight Highlight Wunderbar starkes, interessantes, bewegendes und berührendes Interview! Vielen Dank Doris Wagner und Simone Meier!
  • Musikuss 08.11.2018 06:59
    Highlight Highlight Religion ist Menschenwerk, aber Gott existiert.
    • The Count 08.11.2018 09:28
      Highlight Highlight Nur in deinem Kopf, in deinem Kopf....
    • fuegy 08.11.2018 10:38
      Highlight Highlight Beweise für Gottes Existenz?
    • Musikuss 08.11.2018 13:41
      Highlight Highlight @ The count & co:
      Wer einmal im Meer gebadet hat, das Salzwasser auf der Zunge geschmeckt, die Wucht der Wellen und den Wind über dem Wasser gefühlt hat, braucht keinen wissenschaftlichen Beweis mehr für die Existenz des Meeres.
      Wer einmal eine echte Gotteserfahrung gemacht hat, sei es durch ein Nahtoderlebnis oder etwas Anderes, der braucht keinen Beweis für Existenz Gottes mehr. Das ist dann keine Glaubenssache mehr, sondern eine so intensive Erfahrung der Liebe, die ich mit *nichts* anderem mehr tauschen möchte.
      Wie schade, wenn das jemand von vornherein aus seinem Leben ausschliesst!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Musikuss 08.11.2018 06:55
    Highlight Highlight Zuerst ganz grosse Hochachtung von meiner Seite an Sie, Frau Doris Wagner, für die beeindruckende Abgeklärtheit Ihrer Gefühle und Gedanken! Um nach so einer Verletzung zu so einer differenzierten Klarheit zu kommen, reicht der Verstand allein nicht aus, es braucht die Bereitschaft zur Vergebung. Das wiederum geht nicht ohne innere Kämpfe ab, die jahrelang quälen können, ... wäre da nicht echte, bedingungslose Liebe, die heilt. Deshalb geht meine Hochachtung auch an Ihren Mann, der sich mit seiner Liebe über alle Konventionen hinweggesetzt hat! Das ist Zeugnis echter Gottverbundenheit.
  • FrancesB 08.11.2018 04:03
    Highlight Highlight Unfassbar was für ein Machoismus die Kirche beherrscht! Nach der Tat ging der Priester dann wohl zur Beichte und hat sich so von der Sünde befreit. Dummerweise können die Opfer den Schmerz und die Schmach die sie erleiden nicht einfach so wegbeichten. Die Kirche braucht dringend eine Reformation, sie muss weiblicher werden.
  • amRhein 07.11.2018 23:39
    Highlight Highlight Ich seh das in einem grösseren Zusammenhang: Ideologien/geschlossene Systeme kombiniert mit Macht.

    Meiner Meinung nach bleibt es bei der erwähnten Wunschvorstellung und es ändert sich so lange nichts, so lange es keine Gerichte gibt, die die Rechtstaatlichkeit durchsetzen. Das betrifft eben nicht nur Religionen sondern alle mehr oder weniger geschloss. Kreise, seien das Regisseure – (grosse) Sportvereine oder kleine verschworene Gemeinschaften –korrupte Staaten. Je mehr Ideologie oder Kontrolle/Macht im Spiel ist, umso schwieriger kann man sich dagegen wehren. Meine Sicht.
    • Rabbi Jussuf 08.11.2018 12:31
      Highlight Highlight Im Unterschied zu Sportvereinen sind die Inhalte der rel. Vereine mit verantwortlich für solche Missstände. Das wiegt ungemein schwerer (ausser vielleicht in familiären Verbänden)!
  • zeusli 07.11.2018 23:21
    Highlight Highlight Das Macht und Gier den Menschen so korrumpiert macht mich traurig.
    Dieser Standartbrief des Vatikans ist an Grausamkeit kaum zu überbieten.
    Danke Simone für dieses Interview.
  • Vorname Nachname 07.11.2018 23:14
    Highlight Highlight Wow... Mir fehlen die Worte. Es macht mich traurig und wütend zugleich. Ich wünsche mir das es mehr Menschen gibt wie Doris Wagner die sich trauen zu erzählen was nicht gerne gehört wird.
  • Tischpflanze 07.11.2018 23:13
    Highlight Highlight Ich kann es immer noch nicht fassen, wie wir eine Institution (ich spreche nicht von der Religion an sich) tolerieren, in welcher es möglich ist nachweislich tausende von Kindern und Nonnen zu schänden - und dann wird all das unfassbare Leid mit #thoughts and #prayers abgetan. Die katholische Kirche (unter anderem) bedarf einer Reformation...

    Liebsten Dank Doris Wagner und Simone Meier für die Stärke zur Aussprache <3
  • why? 07.11.2018 23:05
    Highlight Highlight Liebe Frau Meier!

    Danke für dieses Interview.
    Danke dass sie hier Raum schaffen für so eine starke Frau.
    Ich würde mich sehr freuen auch Interviews und/oder Berichte über die anderen Frauen aus diesem Film zu lesen.
    Ist da etwas geplant?
    • Simone M. 08.11.2018 07:00
      Highlight Highlight Liebe @why?, danke, ich mach selten Interviews, die mich so bewegen wie dieses. Nein, mit den andern Frauen ist nichts geplant, ich hatte schon grosses Glück, mit Doris Wagner so lange sprechen zu können, aber im Film lernen Sie enorm viel über alle.
    • why? 08.11.2018 17:08
      Highlight Highlight Danke für die Antwort!
      Ihr Glück war in dem fall auch unseres!
      Die Geschichte berührt und bewegt mich!
      Herzliche Grüsse
      Angela
  • JaneSodaBorderless 07.11.2018 21:52
    Highlight Highlight Danke für das Interview mit Frau Wagner, Frau Meier!
    Feau Wagner ist eine eindrückliche, mutige Frau, emanzipiert im wahrsten Sinne des Wortes.
    Ich wünsche mir mehr solche Beiträge.
  • irgendwie so: 07.11.2018 21:41
    Highlight Highlight Ganz eindrücklicher Beitrag über eine Frau, die genau zu unterscheiden weiss zwischen den biblischen Texten einerseits und ihren oft pervertierten Interpretationen - von den menschengemachten Kirchen und ihren Machtmissbräuchen ganz zu schweigen. So'n #####-Brief...

    Gern mehr solche Beiträge mit dieser Differenziertheit gerade bei religiösen Themen
  • pamayer 07.11.2018 20:33
    Highlight Highlight Wer die Deutungshoheit über dein Seelenheil hat, hat dich in der Hand.
    So einfach läuft es in den Religionen.
    Und natürlich voll in Männerhand.
  • N. Y. P. 07.11.2018 20:24
    Highlight Highlight Priester vergehen sich an Minderjährigen
    oder vergewaltigen ungestraft Nonnen.

    Man kann es leider nicht mehr anders formulieren.
  • rundumeli 07.11.2018 20:14
    Highlight Highlight das erste uneitle interview der frau meier... danke und bravo!
    • Vorname Nachname 07.11.2018 23:17
      Highlight Highlight Uneitel? Ich finde die Beiträge der "Frau Meier" toll.
      Könnten sie ihre Ausage bitte erläutern?
  • danger mouse 07.11.2018 20:13
    Highlight Highlight ...sowas macht einfach nur traurig und wütend!!!!!!!
  • Supermonkey 07.11.2018 20:13
    Highlight Highlight Heftige Geschichte. Nicht gerade verwunderlich was so alles passiert hinter kirchlichen Mauern, bei dem was so alles rauskam die letzten paar Jahre. Auch wenn man bedenkt wie die Bibel und die ganze Entwicklung dieser Institution über hunderte von Jahren. Trotzdem... 30%? Das erschüttert mich und ist eine neue Dimension... Danke für den Mut und die Aufklärung! 💪
  • Kong 07.11.2018 20:02
    Highlight Highlight okey... habe noch nicht entschieden was mich mehr schockiert. Der feige Übergriff oder die Antwort per Brief. Ist so in etwa vergleichbare Flughöhe :-(
  • arriving somewhere but not here 07.11.2018 20:01
    Highlight Highlight Wenn ich solche und ähnliche Geschichten lese, kommt mir die Galle hoch!! Unsere Kinder haben wir nicht taufen lassen - aus gutem Grund. Ich bin auf Papier zwar noch mitglied der Kirche, kann mich aber nicht mehr erinnern, wann ich das letzte mal da war... (Als Kind wahrscheinlich, weil man da im Rahmem vom Religionsunterricht ab und zu hingehen musste.) Irgendwie habe ich es bisher immer aus Bequemlichkeit gelassen den Club zu verlassen. „Die machen ja auch Caritatives“, sagte ich mir jeweils. Damit ist nun ein für alle mal Schluss. Ein Austritt ist das einzig Vernünftige und Richtige.
    • Baccaralette 08.11.2018 08:43
      Highlight Highlight ..warum machst du nicht einen Cut?
      Für mich hat das etwas mit Rückgrat zu tun. Ich kenne viele Menschen, die sagen, ich halte nichts von der Kirche und bezahlen jedes Jahr brav ihre Kirchensteuer. Das beisst sich für mich so derart, ich würde so einer Institution keinen Rappen mehr bezahlen wollen.
      Ich bin übrigens seit Jahrzehnten kein Kirchenmitglied mehr.
  • salamandre 07.11.2018 19:59
    Highlight Highlight wunderbarer Beitrag, bravo!
    • Simone M. 07.11.2018 20:55
      Highlight Highlight Danke. Ich bewundere Doris Wagner sehr.
    • Anded 07.11.2018 21:54
      Highlight Highlight Lese auch lieber sowas als die Predigten von Hugo Stamm.

Who runs the world? 148 Frauen, die ihr euch zum Vorbild nehmen könnt

Wir haben einen Kanon gemacht. Das ist dieses Ding, in dem normalerweise steht, welche männlichen Künstler, Wissenschaftler, Denker für die Welt notwendig sind. Aber nicht bei uns. #DIEKANON

In Zusammenarbeit mit: Jelena Gučanin, Nana Karlstetter, Mahret Kupka, Julia Pühringer, Theresia Reinhold, Hedwig Richter, Nicole Schöndorfer, Margarete Stokowski und Brigitte Theissl.

Je verwirrender die Welt scheint, um so stärker wird dem Menschen die Sehnsucht nach einer Ordnung. Nach einer Einordnung. Nach anderen Menschen, die ihm Ideen, Anregung und Halt geben. Die ihm Leuchtturm sein können, in der immer wiederkehrenden, scheinbar schrecklichsten aller Zeiten.

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