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Freispruch: Das Kondom heimlich abzustreifen ist keine Schändung

Eine Täuschung des Sexualpartners ist keine Schändung, entschied das Baselbieter Strafgericht. Zur Untermauerung des Freispruchs ging das Gericht in seiner Begründung ziemlich weit.

Patrick Rudin / ch media



So simpel die Beweislage, so schwierig die Rechtslage: Das Dreiergericht kam zum Schluss, dass der 35-jährige Mann beim Sex mit der Escort-Dame in seiner Wohnung in Gelterkinden das Kondom heimlich entfernt habe. Es sei völlig klar gewesen, dass die Dienstleistung nur «mit Gummi» erbracht werde. Der Angeklagte selbst habe bestätigt, dass die Frau laut geflucht habe, als sie bemerkt habe, dass er ohne Kondom in sie eingedrungen sei.

«Ihr Verhalten ist in keiner Art und Weise im rechtlichen Sinne unbedenklich», sagte Gerichtspräsident Christoph Spindler dem Mann gleich zu Beginn der Urteilsbegründung.

Dennoch gab es einen Freispruch, weil die Tat nicht den Kriterien einer Schändung entspreche.Der Tatbestand der Schändung kommt üblicherweise zur Anwendung, wenn etwa Physiotherapeuten ihren Patientinnen überraschend an die Geschlechtsteile greifen. Wer derart überrumpelt wird, ist vorübergehend zum Widerstand unfähig, so die Logik.

2000 Franken Genugtuung

Die zentrale Frage sei nun aber, ob man von Schändung sprechen könne, wenn der Geschlechtsverkehr einvernehmlich stattfinde, aber eine wesentliche Bedingung nicht eingehalten werde.

Anders als das Waadtländer Kantonsgericht verneinten die Baselbieter Richter diese Frage und kamen deshalb zu einem Freispruch. Der Geschlechtsverkehr kam für die Frau nicht überraschend, er sei vereinbart gewesen. Lediglich die Bedingungen dafür habe der Mann nicht eingehalten.

Ganz ungeschoren kommt der Mann allerdings nicht davon: Wie üblich beurteilten die Strafrichter auch gleichzeitig die zivilrechtliche Seite, und hier habe der Mann als Vertragspartner der Escort-Dame gegen die Bedingungen verstossen.

Von früheren Rechtsauffassungen punkto sittenwidrigen Verträgen mit Prostituierten wollte das Gerichts nichts wissen. «Solche Verträge sind nicht sittenwidrig, sondern geniessen den vollen Schutz des Privatrechts», betonte der Gerichtspräsident. Für die Behandlungskosten der Frau wird der Mann damit schadenersatzpflichtig.

Auch hatte die Frau eine Genugtuung von 15'000 Franken gefordert, das Gericht sprach ihr 2000 Franken zu. Spindler betonte, hätte die Rechtsbeiständin der Frau gravierendere Folgen belegt, wäre die Summe wohl höher ausgefallen.

Fragen über Fragen

Wegen des zivilrechtlichen Verschuldens muss der Mann die vollen Verfahrenskosten des Strafverfahrens sowie seine gesamten Verteidigerkosten übernehmen, insgesamt rund 20'0000 Franken.

Er ist allerdings bereits heute hoch verschuldet und auch mit der Alimente für seine Tochter in Rückstand. Auch erhält er für die vorläufige Festnahme durch die Polizei trotz des Freispruchs keine Haftentschädigung. Die Staatsanwaltschaft wollte sich noch nicht dazu äussern, ob sie den Freispruch weiterziehen will. Sie hat dafür eine Frist von zehn Tagen.

Der Gerichtspräsident betonte, eine weite Auslegung des Schändungstatbestandes schaffe neue Probleme: So werde in England darüber gestritten, ob jemand getäuscht werde, wenn er als Sexualpartner einen Mann erwartet habe, sich die Person aber als Transmensch entpuppe. Er erwähnte auch das Beispiel aus Israel, wo ein jüdischer Partner erwartet werde, dieser dann aber ein Muslim sei.

Christoph Spindler erwähnte auch den Nationalsozialismus, wo ein Arier keinen Sex mit einer Frau haben durfte, deren Grossmutter etwa jüdisch war. Auch könne man sich fragen, ob eine Schändung vorliege, wenn jemand eine Erbkrankheit verschweige oder ein Mann fälschlicherweise behauptet, er sei unterbunden.

«Ist es eine Schändung am Mann, wenn eine Frau sagt, sie mache HIV-Prophylaxe, sie aber nicht macht? Oder wenn sie heimlich die Pille absetzt? «Der Gesetzgeber muss zuerst Antworten darauf finden, bevor die Strafjustiz das zur Anwendung bringen kann», betonte Spindler. (tam/bzbasel.ch)

Beim Sex das Kondom weglassen – ohne das Wissen der Frau

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Video: srf

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77
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77Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ManuelSeiz 16.01.2019 22:46
    Highlight Highlight Fall für die SUVA! Berufsrisiko.
  • Simon Probst 16.01.2019 13:25
    Highlight Highlight Vergleichbar mit frauen die einem sagen sie würden die pille nehmen, und schwups plötzlich sind sie schwanger...
    • maude 16.01.2019 13:55
      Highlight Highlight Ja auch scheisse bloss kannst Du damit niemandem ne Krankheit aufhalsen und Frau 'schadet' sich dadurch ggf.auch selber.
      Dieses Argument wird gern gebracht, als würde es andauernd passieren, als wäre ne Schwangerschaft ein Spaziergang für die Frau, den sie mal macht, 'äfach so'.
      Kondome abstreifen hab ich auch in meiner Umgebung schon ein paarmal mitgekriegt, Pille heimlich absetzen noch nie.
      Nicht so viele Frauen riskieren aus Jux und Dollerei alleinerziehend zu sein...Aber Scheisse ist beides, keine Frage.
    • Zat 17.01.2019 00:06
      Highlight Highlight Gibt ja auch Frauen, die trotz Pille schwanger werden. Z.B. Weil sie die Wechselwirkungen mit Medis nicht beachten, oder wegen anderen 'Anwendungsfehlern'. Soll jetzt nicht schlnreden, dass einige das vielleicht absichtlich machen. Trotzdem, mit Pille schwanger muss nicht eine böse Absicht bedeuten. Ist mir zum Glück nicht passiert.
  • Thom Mulder 16.01.2019 12:55
    Highlight Highlight Und schon wieder Richter die ihren Abschluss ergaunert haben. Hier geht es um weit mehr als Schändung. Das Kondom dient schliesslich auch als Schutz vor Krankheiten, im schlimmsten Fall fängt sich die Frau eine tödliche Krankheit ein. Und dafür gibt es von komplett inkompetenten Richtern einen Freispruch. Danke wieder einmal für die Zerstörung unseres Rechtssystems.
  • Karl33 16.01.2019 08:28
    Highlight Highlight "Ist es eine Schändung am Mann, wenn eine Frau (...) heimlich die Pille absetzt?"

    Endlich mal ein Gericht mit Sachverstand, das die richtigen Fragen stellt.
    • Fabio74 16.01.2019 11:15
      Highlight Highlight Die Pille schützt nicht vor Sexuell übertragbaren Krankheiten
    • Thom Mulder 16.01.2019 12:57
      Highlight Highlight Falsche Frage. Denn es geht hier nicht um Schändung sondern um Körperverletzung. Setzt frau die Pille ab, fängt man sich deswegen keine Krankheit ein.
  • Gawayn 16.01.2019 07:30
    Highlight Highlight Was ich zum kotzen finde ist, bist du pleite und verschuldet, können einem die Gerichte kaum was.

    Was willst du dem Typen 20'000 Fr aufbrummen, wenn er hoch verschuldet und im Rückstand der Alimente ist?

    Ich hätte auch nicht auf Schändung, aber auf Vertragsbruch entschieden.

    Sorry, ich wüßte da auch keine perfekte Lösung. Ein schlechter Mensch sein, ist leider keine Straftat...
    • BigE 16.01.2019 13:06
      Highlight Highlight Vertragsbruch ist eine zivilrechtliche Sache. Dafür muss er ja auch alles zahlen - auch wenn er es nicht kann.
    • Gawayn 16.01.2019 13:36
      Highlight Highlight Das ist ja das Doofe.
      Weil er nicht kann, zahlt er nicht.

      So kann man ihn auf was immer verklagen, so lange es kein Offizial Delikt ist, das er in den Knast kommen könnte, kann es ihm egal sein.

      Was ich aber begrüße, ist das eine Abmachung zwischen Escort und Freier, als Rechts gültig gilt.

      Sprich, der Vertrag geniesst den Schutz des Zivilrechts. Das ist gut so
  • malu 64 16.01.2019 06:37
    Highlight Highlight Sehr komisch und verächtlich. Er bezahlt nicht einmal die Alimente seiner Tochter, aber leistet sich eine Escortdame!? Riskiert eine weitere Schwangerschaft oder auch die gegenseitige Ansteckung von Hepatitis oder anderer Krankheiten. Die Bestrafung sollte anders ausfallen. Wo nichts zu holen ist, sicher keine Busse.
  • wolge 16.01.2019 06:11
    Highlight Highlight Meines Erachtens sollte man in einem solchen Fall wegen Betrug verurteilt werden und bei daraus resultierender Ansteckung mit einer Krankheit, mit Körperverletzung.

    Umgekehrt sollten Frauen bei Kukuskindern wegen Betrug verurteilt werden.
    • eysd 16.01.2019 09:45
      Highlight Highlight Wer ist Kuku?
  • Mister Pucker 16.01.2019 02:33
    Highlight Highlight Stand jetzt, 30 Kommentare, und alle sind sachlich und nachvollziehbar, und dies trotz einem Gerichtsurteil, das man durchaus kontrovers diskutieren kann. Wow! So sollte es immer sein!
  • Lavamera 16.01.2019 02:16
    Highlight Highlight Jetzt sind die Gesetzgeber am Zug eine entsprechende Strafnorm zu verfassen.
  • Joe Smith 16.01.2019 01:05
    Highlight Highlight An alle, die jetzt empört sind: Art. 1 StGB hält fest: «Eine Strafe oder Massnahme darf nur wegen einer Tat verhängt werden, die das Gesetz ausdrücklich unter Strafe stellt.» (Meist in Kurzform referiert als: «Keine Strafe ohne Gesetz.») Das ist das allerwichtigste rechtsstaatliche Prinzip, ein Abkehren davon würde der Willkür Tür und Tor öffnen.

    Nicht jedes verwerfliche Verhalten ist auch strafrechtlich relevant. Sollte man der Ansicht sein, dass hier eine Gesetzeslücke besteht, dann muss man diese schliessen, aber einfach willkürlich einen Tatbestand erfinden, geht gar nicht.
    • Judge Dredd 16.01.2019 14:00
      Highlight Highlight Genau so ist es, danke Joe. Bin gespannt, ob die Gesetzgebung diesbezüglich angepasst wird.

      By the way, der Fall hätte anders ausgesehen, wenn eine Krankheit übertragen worden wäre. Dafür besteht der Art. 231 StGB, Verbreiten menschlicher Krankheiten. Im Vorsatz ein Verbrechenstatbestand und in der Fahrlässigkeit ein Vergehen.
  • Zeter Mordio 16.01.2019 00:14
    Highlight Highlight Nach schwedischen Recht wäre das Vergewaltigung... wers nicht glaubt, darf mal bei Julian Lasagne (sic) in der equadorianischen Botschaft in London nachfragen. :-)

    Im Ernst. Ich finde das gar nicht mal so einen schlechten Ansatz... #herbodyherrules
    • Max Dick 16.01.2019 07:37
      Highlight Highlight Ist Schweden eine Referenz?
    • Zeter Mordio 16.01.2019 08:21
      Highlight Highlight Ja. In Frauen- und work-life-balance-Fragen definitiv. Mein Eindruck ist, dass viele nicht ertragen, dass es dem Land gut geht. Nur weil sie punkto Flüchtlingspolitik kurz mal sehr liberal waren?
  • OkeyKeny 16.01.2019 00:00
    Highlight Highlight Sorry aber dieser Kommentar dazu

    "So werde in England darüber gestritten, ob jemand getäuscht werde, wenn er als Sexualpartner einen Mann erwartet habe, sich die Person aber als Transmensch entpuppe. Er erwähnte auch das Beispiel aus Israel, wo ein jüdischer Partner erwartet werde, dieser dann aber ein Muslim sei."

    hat mit dem Thema überhaupt nichts zu tun!
    • Zerpheros {aka Comtesse du Zerph} 16.01.2019 07:53
      Highlight Highlight Doch, und zwar im Sinne einer Vertragsverletzung zwischen beiden Parteien.
    • OkeyKeny 16.01.2019 12:54
      Highlight Highlight Nein, weil es bei den zwei Beispielen noch zu nichts gekommen ist. Ein Kondom einfach abzustreifen, kann jedoch schwere Konsequenzen nach sich tragen, und impliziert einen sexuellen Übergriff, wobei die zwei Beispiele dies nicht tun.
  • Nutshell 15.01.2019 23:57
    Highlight Highlight Ist mir auch schon passiert bei einem ONS. Er hat irgendwann einfach das Kondom abgezogen und wollte mich mehrfach, obwohl ich nein gesagt habe, zum Analsex "überreden", sprich er hats einfach immer wieder versucht und ich musste mich wehren. Ich bin dann heulend raus und habe meine Freundin gesucht. Am nächsten Tag liess er mich über zwei Ecken fragen, ob er meine Nummer haben kann, er wolle sich persönlich entschuldigen und sei halt bitzeli betrunken gewesen. Ich habe zugestimmt, dann aber nie eine Entschuldigung bekommen.
  • _stefan 15.01.2019 23:51
    Highlight Highlight "Stealthing" wurde bereits vor zwei Jahren vom Strafgericht Lausanne behandelt. Der Täter erhielt damals 12 Monate auf Bewährung. Es wäre sicher sinnvoll, wenn der Fall bis vor Bundesgericht weitergezogen würde, damit die Rechtslage klargestellt wird.

    Es kann nicht sein, dass ein Partner beim Sex klare Regeln missachtet und quasi "unbestraft" davon kommt.
    • Robi14 16.01.2019 06:47
      Highlight Highlight wird es gleich bestraft, wenn sie sagt, sie nehme die Pille, dann aber keine nahm?
    • Magnum44 16.01.2019 08:43
      Highlight Highlight Doch das kann sehr wohl der Fall sein, einfach weil das StGB den entsprechenden Tatbestand nicht kennt. Das BGer wird dies in seinem Urteil auch so festhalten und entsprechend an den Gesetzgeber verweisen.
    • _stefan 16.01.2019 14:04
      Highlight Highlight @Robi14: Ok, du hast Recht. Samenraub und Schwangerschaftsbetrug sind auch straffrei bzw. verpflichten sogar zu Unterhaltszahlungen. Da ist moralisch gesehen das Stealthing (ohne Folgen) ein Klacks dagegen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grey 15.01.2019 23:24
    Highlight Highlight In anderen Ländern (z.B. UK) kann durch ein solches Verhalten der Tatbestand einer Vergewaltigung erfüllt sein, da das Einverständnis nur unter der Voraussetzung gegeben wurde, dass ein Kondom verwendet wird (cf. stealthing). Sehr bedenklich, dass diese Handlung, die für die Frau auch beträchtliche Folgen (Geschlechtskrankheit, Schwangerschaft) haben kann, durch den Richter nicht als problematischer eingestuft wurde.
  • Magnum44 15.01.2019 22:22
    Highlight Highlight Richtig so, Art. 1 StGB muss immer gelten.
  • eBart! 15.01.2019 22:09
    Highlight Highlight "Eine Täuschung des Sexualpartners ist keine Schändung..."

    Aber mind. absichtliche Täuschung. In dieser Kausalität vielleicht auch "Körperverletzung".
    • Matti_St 16.01.2019 04:01
      Highlight Highlight Körperverletzung gibt es nur, wenn ein körperlichen Schäden entstanden ist.

      Aber es wäre gut, wenn ein Bundesgericht diesen Freispruch umwandeln würde. Vielleicht reagieren endlich die Gesetzgeber und passen das Gesetz an.
  • Entenmann 15.01.2019 21:57
    Highlight Highlight Wortlaut von Art. 191 StGB:

    Wer eine urteilsunfähige oder eine zum Widerstand unfähige Person in Kenntnis ihres Zustandes zum Beischlaf, zu einer beischlafsähnlichen oder einer anderen sexuellen Handlung missbraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren oder Geldstrafe bestraft.

    Es braucht schon ziemlich viel juristische Spitzfindigkeit, den hier geschilderten Sachverhalt als Schändung zu werten. Was natürlich nicht heisst, dass das Verhalten des Mannes in Ordnung ist, was jedoch auch niemand behauptet.
    • chorax 15.01.2019 22:22
      Highlight Highlight
      Strenggenommen habe ich Schändung begangen, wenn ich mir beim Wixen vorstelle, mit der geilen Nachbarin Sex zu haben.

      Diese Formulierung bedeutet im Wesentlichen, dass jede Form von Missbrauch einer Person für eine sexuelle Handlung während sie im Moment keine Gegenwehr leisten kann, strafbar ist. Das schliesst sexuelle Handlungen, die in der Phantasie stattfinden mit ein.

      Ein absurdes Gesetz. Es sollte auf konkreten Beischlaf reduziert werden.
    • Magnum44 15.01.2019 22:46
      Highlight Highlight Es gilt in dubio pro duriore. So einen Fall gar nicht erst vor Gericht zu bringen, wäre der viel grössere Skandal. Auf diese Art konnte der Ball elegant zum Gesetzgeber gespielt werden.
    • The Destiny // Team Telegram 15.01.2019 23:07
      Highlight Highlight Es ist nicht nachweisbar, dass sie an ihre Nachbarin gedacht haben beim wixen, weshalb dein Argument so relevant ist wie der picdump für news.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Holzkopf 15.01.2019 21:56
    Highlight Highlight Ein Ekel dieser Typ.

    Finde dennoch nachvollziehbar, dass das Gericht dies nicht als Schändung verurteilt hat.
    Für mich würde die Straftat an der Dame eher in Richtung fahrlässige Körperverletzung gehen...
    • derEchteElch 15.01.2019 22:04
      Highlight Highlight „Für mich würde die Straftat an der Dame eher in Richtung fahrlässige Körperverletzung gehen...“

      Eine Frage, WAS genau TUT der Täter deiner Meinung nach fahrlässig?

      Badum tss...
    • Holzkopf 15.01.2019 23:08
      Highlight Highlight Fahrlässig meine ich in Abgrenzung zu vorsätzlich. Der Typ wollte die Dame vermutlich nicht gezielt (=beabsichtigt) gesundheitlich schädigen, hat es aber fahrlässig in Kauf genommen.

      Definition: „Fahrlässig begeht ein Verbrechen oder Vergehen, wer die Folge seines Verhaltens aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht bedenkt oder darauf nicht Rücksicht nimmt. Pflichtwidrig ist die Unvorsichtigkeit, wenn der Täter die Vorsicht nicht beachtet, zu der er nach den Umständen und nach seinen persönlichen Verhältnissen verpflichtet ist. „

    • Qahira 15.01.2019 23:41
      Highlight Highlight Finde deine Ausführungen interessant - "etwas in Kauf nehmen" reicht aber bereits für Eventualvorsatz, womit mehr als Fahrlässigkeit vorliegen würde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 15.01.2019 21:49
    Highlight Highlight Das Gericht hat recht intelligent und mit einem „akzeptablen“ Urteil entschieden. Aber keine Frage, der Mann ist ein Arsch.

    Strafrechtlich ist das Verhalten eindeutig keine sexuelle Schändung. Allenfalls wäre wegen übertragenen Krankheiten eine einfache Körperverletzung (Antragsdelikt) möglich gewesen, doch da stellt sich die Frage der Beweise..

    Solche Fälle zivilrechtlich zu behandeln ist z.Z. die einzig gute Lösung (momentan) und das wurde schliesslich auch getan.
    • who cares? 15.01.2019 22:05
      Highlight Highlight Das Urteil heisst doch, wenn ich jetzt mit einem Typen schalfe und er das Kondom abzieht ohne dass ich es merke und er weiter macht, er nur vor Gericht deswegen belangt werden kann, wenn ich zuvor noch einen Vertrag gemacht habe, dass Sex nur mit Kondom gilt. Finde ich jetzt nicht so der Hammer.
    • thelastpanda 15.01.2019 22:53
      Highlight Highlight Ein Vertrag muss nicht schriftlich sein, es sollte also reichen wenn du als Frau dem Mann sagst "nur mit Gummi" und er einwilligt.
    • Holzkopf 15.01.2019 23:09
      Highlight Highlight Ein Vertrag muss nicht schriftlich vorliegen. Es genügt rechtlich als Vertrag, dass man mündlich festhält: Verkehr nur mit Gummi.
    Weitere Antworten anzeigen
  • I_am_Bruno 15.01.2019 21:37
    Highlight Highlight Das Gericht lässt sich hier zum juristischen Philosophieren aus. Das ist doch kein Kavaliersdelikt! Er geht damit das Risiko ein, dass sie sich ungewollt mit Krankheiten anstecken (oder sie schwanger wird von einem Mann, der nicht mal für die ersten Tochter die Alimente zahlen kann. Wobei ich davon ausgehe, dass eine Escort verhütet).
    • chorax 15.01.2019 21:44
      Highlight Highlight Dieses Risiko geht sie auch ein, wenn der Verkehr mit Kondom stattfindet. Berufsrisiko.
    • Holzkopf 15.01.2019 22:12
      Highlight Highlight Die oben aufgezählten Dinge sind halt auch nicht Bestandteil des Tatbestandes Schändung...
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 15.01.2019 22:16
      Highlight Highlight "Das Gericht lässt sich hier zum juristischen Philosophieren aus."
      Was sie als " juristischen Philosophieren" abwerten ist die noble Aufgabe des Gerichts.
  • who cares? 15.01.2019 21:35
    Highlight Highlight Und wenn es heisst, der Mann hat ja kein HIV also ist alles gut, dann kommt mir das kotzen. Viele sexuell übertragbare Krankheiten hat man unbewusst. Beispielsweise HPV, das Brustkrebs auslösen kann. Chlamydien sind auch kein Spass.

    Wenigstens wird der Mann zur Kasse gebeten. Eindringen obwohl die Frau laut flucht? Geht's noch?
    • lucasm 15.01.2019 22:18
      Highlight Highlight Sie hat erst nachher geflucht. Dass in sie eingedrungen wird ist ihr job.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 15.01.2019 21:31
    Highlight Highlight Danke an Herrn Spindler für diesen weitsichtigen Richtspruch.
    Der Affekt verlangt nach einer hohen Strasse, der Richter kann jedoch gut darlegen, weshalb er auf eine solche verzichtet, ohne das Verhalten des Mannes zu entschuldigen.
  • who cares? 15.01.2019 21:31
    Highlight Highlight Was für ein Rückschritt. Wie man das Entfernen des Kondomes, dass die Frau gewerbsmässig einsetzt um sich nicht allerlei Krankheiten einzufangen mit kruden religiösen Vorlieben von Nazis, die nicht mit den Nachkommen von Juden Sex haben wollen vergleichen kann - beyond me.
    Ein Kondom zu verlangen ist kein Ausdruck eines Kultes oder psychischen Einstellung sondern ein realer Schutz gegen reale physische Krankheiten. In jeder Schule lehrt man heutzutage, dass man sich schützen soll und für den Richter stellt es einfach eine sexuelle Vorliebe oder so dar.
    Tolles Signal.
    • Sauäschnörrli 15.01.2019 21:57
      Highlight Highlight Es ging dabei um die Schändung, nicht um die Abneigung gegenüber Verhütungsmitteln.
    • lucasm 15.01.2019 22:20
      Highlight Highlight Es mag vieles sein, schändung ist es jedoch nicht und daher ist es nur richtig, dass er nicht für schändung schuldig befunden wird.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 15.01.2019 22:21
      Highlight Highlight Das Gericht hat das Verhalten des Mannes in keinster weise gutgeheissen, ausdrücklich nicht. Es hat nur Augenmass bewiesen bei der Frage, ob es sich hierbei um Schändung handelt oder nicht.
      Was sie so empört und anklagend beschreiben ging in richtung Körperverletzung und hat mit Schändung nichts zu tun.
      Der Richter gibt einige Beispiele, weshalb es problematisch wäre, diesen Fall als Schändung zu qualifizieren, dies tut er in meinen Augen mit überzeugenden Argumenten.
      Wie sind ihrer?
  • Antigone 15.01.2019 21:29
    Highlight Highlight Keine Alimente für die Tochter zahlen, aber sich Escortdamen gönnen. Momol, schön...
    • pamayer 15.01.2019 23:58
      Highlight Highlight Vermindert Zahlungsfähigkeit, wo es nötig wäre. Vorsätzlich. Das mit Kondom auch vorsätzlich.
      Eine Schande für das männliche Geschlecht.
  • Tilia 15.01.2019 21:25
    Highlight Highlight Keine leichte Aufgabe fürs Gericht. All die genannten Fälle werden irgendwann in der Gesetzgebung relevant werden. Ich finde das Gericht hat sehr intelligent entschieden und auf die fehlenden Präzedenzfälle verwiesen. Das der Kerl ein Schwein ist, ist sowieso unbestritten.
    • Thom Mulder 16.01.2019 12:56
      Highlight Highlight Doch, dieser Fall war durchaus leicht, ein klarer Entscheid. So etwas ist vorsätzliche Körperverletzung. Man muss als Richter schon extrem inkompetent sein wenn man das nicht begreift.
  • Ivana101 15.01.2019 21:14
    Highlight Highlight Einfach nur ekliges, rücksichtsloses und respektloses Verhalten von diesem Mann. Meiner Meinung nach sollte das viel stärker bestraft werden, denn sie hat keine Einwilligung gegeben. Sie hätte davon eine Krankheit einfangen können. Solche Männer sind einfach krank!
    • Swissbex 16.01.2019 07:18
      Highlight Highlight Seit wann bezeichnet man Kinder als Krankheit?
    • Baccara 16.01.2019 07:46
      Highlight Highlight Swissbex - aha bei Sex ohne Kondom kriegt man 'nur' Kinder? Ist ja super, dann machen wir das nun einfach alles ohne oder wie?

      Manchmal komme ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus bei einer solchen Argumentation!!
    • Kriss 16.01.2019 07:47
      Highlight Highlight @Swissbex, ich hoffe, andere haben dir auch schon geantwortet.
      1. Denk mal nach
      2. sehr schwierige Situation für die Frau ( z.B. Abtreibung)
      3. Lohnausfälle für die Dame
      4. Er zahlt jetzt schon die Alimente nicht
      --> Austragen des Kindes könnte für die Frau abruschen in die Sozialhilfe bedeuten
      Abtreiben kann psychische Folgen haben (Ich verurteile keine Frau, dafür, es ist ihr Körper und ihr Recht! Jedoch sind sich insbes. Männer oft der Schwere der möglichen Folgen nicht bewusst)
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