Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wer ist Banksy? Das Geheimnis bröckelt

Bild: instagram.com/banksy



Cornelia Neumeyer / dpa

Seit mehr als 25 Jahren rätselt die Kunstwelt, wer der britische Street-Art-Künstler Banksy ist. Das Geheimnis lüften konnte bisher aber noch niemand. Seine letzte Aktion macht ihn noch geheimnisvoller.

Entgeisterte Gesichter bei der Versteigerung: Anfang Oktober wurde Banksys Werk «Girl with a Balloon» in London zerstört. Kurz nachdem im Auktionshaus Sotheby's das letzte Gebot einging, zerstückelte sich das Bild selbst. Ein im Rahmen versteckter Schredder zerschnitt das Motiv zur Hälfte – übrig blieben Schnipsel.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Going, going, gone...

Ein Beitrag geteilt von Banksy (@banksy) am

Eigentlich wollte Banksy sein Werk wohl sogar ganz vernichten, wie aus einem Video auf seiner Website hervorgeht. Rund zwei Wochen später bei einer Versteigerung mehrerer Werke in Paris blieb eine Überraschung wie in London aus.

Hier siehst du, wie Banksy vorgegangen ist:

abspielen

Spekulationen aufs Neue entfacht

Die Aktion in London hat jedoch die Spekulationen rund um Banksys Identität aufs Neue entfacht: Wer verbirgt sich hinter dem Strassenkünstler? Seit mehr als 25 Jahren bleibt diese Frage unbeantwortet.

Mittlerweile ranken sich die wildesten Theorien um den Briten: Steckt der Sänger einer Band dahinter? Oder doch eine Frau, die sogar ein ganzes Kollektiv leitet?

Bekannt ist: Banksy kam Ende der 1990er Jahre nach London. Berühmt wurde er durch seine gesellschaftskritischen und meist kontroversen Motive. Seine Kunst kritisiert wieder und wieder Krieg, Faschismus und übermässiges Konsumverhalten.

Eines der wenigen Graffiti, die in London noch zu sehen sind, heisst «Shop till you Drop» (Einkaufen bis zum Umfallen). Es zeigt eine fallende Frau mit Einkaufswagen an einer Hauswand in der Nähe des Hyde Park.

Banksy sprayt in Gaza Katzen auf zerstörte Häuser – und lockt Geschäftemacher an

Ein 40-Jähriger namens Rob ...

Viele glauben, dass Banksy ein etwa 40 Jahre alter Mann ist, der aus Bristol stammt. Seit vergangenem Jahr meinen manche, nun den Namen des Künstlers zu kennen: Rob.

Der britische DJ Goldie hat den in einem Podcast angeblich aus Versehen ausgeplaudert. «Ich halte ihn für einen genialen Künstler», sagte Goldie, der früher selbst Graffiti gesprayt hat. Seitdem sind zwei Männer zurück ins Visier der Spekulierenden gerückt: Robert Del Naja und Robin Gunningham.

Robert Del Naja stammt aus Bristol und ist der Sänger der britischen Band Massive Attack. Der schottische Musikjournalist Craig Williams hat 2016 in seinem Blog die angeblichen Beweise dafür zusammengetragen, dass Del Naja wohl Banksy ist. Demnach gebe es eine Verbindung zwischen den Tournee-Daten von Massive Attack und der Sichtung neuer Banksy-Bilder auf der ganzen Welt.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Coney Island Avenue

Ein Beitrag geteilt von Banksy (@banksy) am

So seien etwa am 1. Mai 2010 sechs Kunstwerke von Banksy in San Francisco aufgetaucht, Massive Attack hatte dort nur ein paar Tage zuvor ein Konzert gegeben. Auch in Toronto will Williams Hinweise gefunden haben. Dort spielte Robert Del Naja mit seiner Band am 7. und 9. Mai 2010. Am 9. wurden drei neue Banksy-Motive in der Stadt gesichtet.

Williams Liste ist lang – fast möchte man ihm glauben. Del Naja aber bestreitet die Gerüchte und sagte vor zwei Jahren der «Daily Mail», dass er mit Banksy lediglich befreundet sei.

Der zweite «Verdächtige» Robin Gunningham ist Strassenkünstler und ebenfalls aus Bristol. Schon 2008 behauptete die «Daily Mail», Gunningham sei Banksy. Acht Jahre später wollen Wissenschaftler der Queen-Mary-Universität in London das in einer Studie belegt haben.

Durch Techniken aus der Kriminologie haben sie ähnlich wie Craig Williams ein Muster zwischen den Werken und Aufenthaltsorten von Banksy und Gunningham hergestellt. «Ich wäre überrascht, wenn er es nicht ist», sagte Steve Le Comber, einer der Forscher, der BBC.

Der Street-Art-Experte Carlo McCormick schätzt, dass Gunningham mit 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit Banksy sei, auch wenn dieser das über die Jahre immer wieder bestritten hat. Seine Bücher publiziert Banksy übrigens unter dem Namen «Robin Banksy».

... oder eine Frau?

Keine der beiden Theorien liess sich bis heute bestätigen. Also haben sich die Menschen über die Jahre weitere ausgedacht.

Im Jahr 2010 erschien Banksys Doku «Exit Through The Gift Shop», eine Parodie auf die Reproduzierbarkeit von Kunstwerken und das Degradieren von Kreativität zu Kommerz. Der Film war 2011 für einen Oscar nominiert.

Banksy begleitet darin den Franzosen Thierry Guetta, der in Los Angeles unter dem Namen «Mr. Brainwash» seine Kunst an Wände sprüht. Manche glauben, dass Guetta tatsächlich Banksy ist, wieder andere halten die Idee für lächerlich.

Eine weitere Theorie besagt, dass Banksy kein Mann, sondern eine Frau ist, die sogar ein Kollektiv aus sieben Künstlern leitet. Das verbreitet zumindest die Doku «Banksy Does New York» aus dem Jahr 2014. Indizien dafür seien beispielsweise, dass sich Banksy in seiner Kunst mit sozialer Gerechtigkeit auseinandersetzt und häufig Kinder in seinen Motiven zu sehen sind.

Man könnte an dieser Stelle die Aufzählung von Banksy-Kandidaten fortführen – oder zum Ende kommen. Mittlerweile gibt es so verrückte, so abwegige Behauptungen, dass man eigentlich fragen müsste: Wer ist nicht Banksy? Ist der Künstler in Wahrheit Richard Pfeiffer aus Brooklyn oder ein namenloser Graffiti-Künstler aus Melbourne?

Vielleicht bleibt die Frage, wer Banksy ist, für immer unbeantwortet. (sda/dpa)

Banksy zerstört per Knopfdruck – und das sogar regelmässig

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Die Yakins kehren nach Schaffhausen zurück

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

37
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
37Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FrancesB 29.10.2018 15:33
    Highlight Highlight Zum Glück gibt es noch Künstler denen ihr Werk wichtiger ist als das Ego. Man sollte darum respektieren wenn jemand seine Identität geheimhalten will.
  • Lörrlee 29.10.2018 11:01
    Highlight Highlight Ich dachte, der Grund dafür, dass man davon ausgeht dass er ein Mann sei, liegt darin, dass vor 1-3 Jahren in einem Verplapper-Statement das Wort "he" oder ein klar männlich konnotierter Artikel fiel.
    Behaftet mich allerdings nicht darauf, da ich die Quelle nicht mehr weiss. Vielleicht spielt mir da auch die Erinnerung einen Streich.
  • El Vals del Obrero 28.10.2018 17:57
    Highlight Highlight Artikelüberschrift: "Sinn des Lebens, Weg zu ewigem Weltfrieden und Weltformel fast entdeckt!"

    Artikeltext: "Vielleicht ist es dies. Oder vielleicht aber auch das. Oder etwas komplett anderes. Aber auf jeden Fall danke, dass du mich angeklickt hast."
  • electron@home 28.10.2018 11:22
    Highlight Highlight Ja, so sind die Menschen, wollen immer alles bis zum Letzten wissen. Aber vielleicht sollte man ihn, sie oder sie einfach in Ruhe ihre genialen Bilder machen lassen. Und war das Bild letzthin in Schredderrahmen ein Original? Ich dachte, das Bild war ist auf einer Mauer?
  • érdnA 28.10.2018 10:07
    Highlight Highlight Als wäre "Banksy" nur eine Person :). kann ich mir nicht vorstellen..
  • Gustav.s 28.10.2018 08:06
    Highlight Highlight Wo geht eigentlich das Geld hin? Ich nehme mal an bei Auktionen bekommt es das Herstellerwesen.
    Dann folge dem Geld. Zumindest die Behörden wissen wer er ist, ganz sicher die von der Steuer.
    • LibConTheo 28.10.2018 11:12
      Highlight Highlight Denkst du nicht, das wird bar geregelt?
    • Roman h 28.10.2018 11:43
      Highlight Highlight Auch wenn es bar geregelt wird muss man das doch den steuern angeben.
    • LibConTheo 28.10.2018 17:00
      Highlight Highlight Theoretisch ja, aber jetzt kann man vermuten wieso er seine Identität nicht preisgeben will ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Joe Smith 28.10.2018 04:54
    Highlight Highlight Ich verstehe ja, dass jeder Journalist davon träumt, einen Knaller wie das Enttarnen von Banksy zu landen. Aber manchmal sollten sich auch Investigativjournalisten fragen: Was gewinnt die Welt, wenn das Inkognito gelüftet wird? Und was verliert sie? Und ist das den kurzen Ruhm eines Primeurs wert?
  • Roger Rüebli 27.10.2018 22:37
    Highlight Highlight Ich gehe davon aus, die Schredder-Aktion wird den Wert des Bildes nur noch mehr steigern.
  • MadPad 27.10.2018 21:35
    Highlight Highlight Titel: Das Geheimnis bröckelt

    Inhalt: „Man könnte an dieser Stelle die Aufzählung von Banksy-Kandidaten fortführen – oder zum Ende kommen.“

    😂
    • Michaka 28.10.2018 17:02
      Highlight Highlight Habe mich auch gefragt, inwiefern das Geheimnis bröckelt...
  • ThinkWink 27.10.2018 20:14
    Highlight Highlight Ich bitte euch! Was soll die Debatte um Frau und Mann? Im Aargau wird dieser Diskurs bald strafbar sein, da sie die Gender- Geschlechterliste diskiminieren. Hier ein Link für alle Medien- Sex- Dinos.

    http://de.nichtbinaer.wikia.com/wiki/Liste_Nichtbin%C3%A4rer_Identit%C3%A4ten

    Medien_Schffende würde man dann künftis so schreiben: Medien☆Schaffende.

    Woher dass kommt? Die Bilateralen- und Freizügigkeitsabkommen grinsen dir unverschämt ins Gesicht.
    Zur Zeit sind etwas 64 Geschlechter im D-Sprachraum, etwa 74 im E-Spachraum, definiert.
    Da kommt sowas auf euch zu...
    😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂
    • swisskiss 28.10.2018 12:41
      Highlight Highlight ThinkWink: Das Wesen eines starken Menschen, ist die Fähigkeit sich anzupassen und an Herausforderungen zu wachsen.

      Das Wesen eines schwachen Menschen, ist die Fähigkeit sich selbst zu bemitleiden und die Schuld am Scheitern Anderen zuzuschieben.

      "Euch" Alles klar, ein Schuldzuweiser.
    • Lamino 420 28.10.2018 14:59
      Highlight Highlight Weisst du, wieso du gerne provozierst? 🙂😉
  • sikki_nix 27.10.2018 18:52
    Highlight Highlight soziale themen und Kinder=Frau. Euer ernst leute?
  • Paddiesli 27.10.2018 18:18
    Highlight Highlight Liebe Medien, lasst Banksy in Ruhe, wenn er anonym bleiben will. Kümmert euch um das, was seine Werke aussagen. Danke.
    • Dan Rifter 27.10.2018 19:30
      Highlight Highlight Lasst Banksy in Ruuuuuhe 😡😢😡😢
  • Jungleböy 27.10.2018 18:03
    Highlight Highlight Haha geil!
  • rudolf_k 27.10.2018 17:56
    Highlight Highlight Wer Banksy ist ist für die Öffentlichkeit völlig unerheblich.
  • tomdance 27.10.2018 17:43
    Highlight Highlight Und was bröckelt nun genau? Das Geheimnis ist es ja nicht, das sich auflöst.
    • El Vals del Obrero 27.10.2018 18:41
      Highlight Highlight Die Seriosität bröckelt, wegen zuviel Clickbaiting.
  • Imnon 27.10.2018 17:25
    Highlight Highlight Ist das nun Sexismus oder das Drama unserer Zeit? Dass die unbekannte Identität eines Künstlers als weiblich geschätzt wird, wenn soziale Themen und Kinder im Werk sind? Ist ja nicht so, als würden Männer keine Väter oder sozialen Wesen sein. Oder ist es noch schlimmer, dass es auf jeden Fall ein Mann sein muss, wenn Soziales und Kinder nicht berücksichtigt werden?
    • elias776 27.10.2018 17:36
      Highlight Highlight habe mir das gleiche gedacht
    • äti 27.10.2018 17:42
      Highlight Highlight ... kaum, es ist einfach simples Rätselraten. Mit Phantasie und Denksport.
    • swisskiss 27.10.2018 18:01
      Highlight Highlight Imnon: Nein. Das nennt sich Profiling und ist der Versuch, Themen die den Künstler bewegen durchHerkunft, Rasse, Geschlecht, Sozialisation und Haltung zu definieren, daraus Schlüsse zu ziehen die ein Profil ergeben und daraus den Kreis der "Verdächtigen"einzugrenzen.

      Männer können genauso soziale Wesen sein wie Frauen.
      Das ist nicht die Frage, sondern die statistisch durchschnittliche Symphatie der beiden Geschlechter für bestimmte Themen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ferranya 27.10.2018 17:20
    Highlight Highlight Ich hoffe doch sehr dass es ein geheimnis bleiben wird, zumindest so lange banksy das so möchte 😊
  • atmo 27.10.2018 17:16
    Highlight Highlight herrlich,
    ...schön dass es Banksy gibt,
    die Welt wäre weniger spannend ohne ihn

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

watson kommt heute anders daher als sonst. Aufgrund des Frauenstreiktags dominieren Frauen die Startseite. 14 Begründungen, warum das so ist.

Frauen sind in der Politik untervertreten. Im Nationalrat sind 32 Prozent Frauen, im Ständerat 15,2 Prozent. In 170 von 193 Ländern weltweit ist ein Mann an der Macht. Nur in 23 Ländern ist eine Frau Regierungschefin oder Staatsoberhaupt. 88 Prozent der Macht auf der Welt gehört somit Männern.

Die Quellen für diesen Artikel findest du ganz am Schluss.

Frauen sind in allen relevanten Entscheidungsgremien untervertreten. Der Anteil von Frauen in Verwaltungsräten in der Schweiz wächst langsamer als …

Artikel lesen
Link zum Artikel