Leben
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Dentist Martin von Ziegler polishes a patient's teeth after tartar removal in his dental practice in Zurich, Switzerland, pictured on April 6, 2010. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Zahnarzt Martin von Ziegler poliert am 6. April 2010 in seiner Praxis in Zuerich nach der Zahnsteinentfernung die Zaehne eines Patienten. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Körperöffnung ist eine Körperöffnung ist ... Bild: KEYSTONE/gaetan bally

Eine Zahnärztin liest im TV über eine sexsüchtige Zahnärztin. Das schlägt Wellen

Corinna T. Sievers aus Herrliberg schaut der Goldküste in den Mund und schreibt seit Jahren prächtig verruchte Ärztinnenromane. Mit uns redet sie über ihren Auftritt am Bachmann-Preis, das gesellschaftliche Grundübel Monogamie und andere delikate Dinge.

10.07.18, 19:28 11.07.18, 16:45


Es ist ein weitherum unschuldiger Morgen, und im Fernsehen sitzt eine blonde Norddeutsche, die das Leben vor vierzehn Jahren nach Herrliberg verschlagen hat. Worüber liest sie gerade? Über eine Analrasur? Okay? Sie ist Zahnärztin in Erlenbach, alles ganz clean, aber wenn es dunkel wird über der Goldküste, wird es in Corinna T. Sievers, 52, eiskalt und düster. Dann schreibt sie Ärztinnenromane. In denen es meist und explizit um Sex geht.

Sie heissen «Samenklau» oder «Die Halbwertszeit der Liebe». Ohne Kitsch und anatomisch überaus anschaulich. Das Naturell eines Skalpells. Interessant. Und richtig gut. So auch die Geschichte mit dem Titel «Der Nächste, bitte!» (hier geht's zum Text), die sie am Klagenfurter Bachmann-Preis vorliest, dem einzigen, seit Jahren im Fernsehen übertragenen Literatur-Event im deutschsprachigen Raum. Wir treffen uns direkt nach dem Wettbewerb (sie erhielt am Ende keinen der fünf Preise) in Zürich.

Corinna T. Sievers

Corinna T. Sievers in Klagenfurt.  Bild: privat

Frau Sievers, in Ihrem Beitrag zum Bachmann-Preis beschreiben Sie klar, kühl und klinisch den Alltag einer erotomanen Zahnärztin, die mit den meisten ihrer Patienten Sex im Zahnarztstuhl hat. Nach Ihrer Lesung war’s sehr interessant: Juroren halluzinierten über Termine bei Ihnen ...
Ja, da wurde auf der Bühne ganz klar die Autorin mit ihrer Figur verwechselt. Eigentlich ein Skandal, für mich auch eine enttäuschende Reaktion, weil es mir ja um Literatur geht. Und darum, die Kraft der weiblichen Sexualität darzustellen.

Von der es prompt hiess, sie sei ja nur die Kopie einer Sexfantasie, wie man sie von männlichen Autoren kenne.
Wieso sollte ich etwas kopieren, das mich gar nicht interessiert? Es ging mir nicht um die Männer, es ging mir um uns Frauen. Meinetwegen könnte man sagen, dass die weibliche Sexualität der männlichen in nichts nachsteht. Sexistische Reaktionen sind mir danach übrigens auch anderswo begegnet, zum Beispiel auf Facebook von ganz gestandenen Literaturkritikern, die sich dort tief unter der Gürtellinie ausgelassen haben.

Wer denkt denn da an Sex? bild: shutterstock

Was die gleichen Herren ja aber bei einem Autor wie Martin Walser oder Michel Houellebecq, die sehr explizit über männliche Sexualität schreiben, nie tun würden.
Niemals! Niemals würde auch das Anliegen an einen männlichen Schriftsteller herangetragen werden, dass man nächste Woche gern seine erotischen Dienste in Anspruch nehmen würde.

«Woher ich weiss, dass K.s Patientenschwanz steif ist, kann ich nicht erklären. Unleugbare, obschon physikalisch nicht messbare Änderung des räumlichen Elektromagnetismus, wie vor einem Gewitter.»

Aus «Der Nächste, bitte!»

Der Text beginnt damit, dass die Zahnärztin mit Fingern und Geräten in den Mund eines Patienten eindringt und darüber allmählich die Fassung verliert. Sein Mund ist, was die Vagina in einem Porno ist. Das Zeichen: Hier geht es ins Objekt der Begierde hinein. Und so geht es dann auch in aller Deutlichkeit weiter. Hatten Sie irgendwann Skrupel, den Text vor einem grossen, anonymen TV-Publikum zu lesen?
Ich weiss nicht, ob es auffiel, aber ich hab mir zur Lesung eine Art Burka angezogen. Das längste, düsterste Kleid, das zu haben war, es ging bis zu den Knöcheln und die Arme waren bedeckt. Ich hab auch eine grosse Brille angezogen, damit tatsächlich nicht irgendwie der Eindruck entsteht, ich wollte da jemanden verführen mit diesem Text. Porno ist normalerweise kein Begriff, den ich mit meinen Texten assoziieren würde, aber mir hat ganz gut gefallen, dass jemand aus der Jury sagte: Es ist wie bei einem Porno eine gewisse Abgeschlossenheit. Eine kurze Geschichte wird erzählt, sie hat ihren Höhepunkt, dann ist sie auch schon wieder zu Ende.

Corinna T. Sievers

Das «Eine Art Burka»-Kleid. Bild: orf

Während Ihrer Lesung zoomte die Kamera auf Ihre Manuskriptseiten, auf denen ganz viel farbig angezeichnet war. Das war wunderbar im Einklang mit der Präzision Ihres Textes. Etwa eine leichte Déformation professionnelle?
Das stimmt, das war wohl so eine zahnärztlich sorgfältig vorbereitete Herangehensweise.

«Zwar befinde ich mich im Besitz einer unverhältnismässigen Libido und begehre in kurzer Folge, gelegentlich auch mehrere Objekte zugleich, jedoch liebe ich sie alle, manchmal für Sekunden, manchmal für Stunden, selten für Tage, aber ich liebe.»

Aus «Der Nächste, bitte!»

Über einer Seite stand «kühl», über einer andern «hart bleiben». Wozu?
Ich wollte mit einem nüchternen Ton daran herangehen, nicht mit einem märchenhaften und mädchenhaften, wie es mir beim Üben immer passierte. Die Figur besitzt eine Härte und die wollte ich auch rüberbringen. Schliesslich macht sie den Mann zu einer Puppe. Es ist mir allerdings nicht ganz gelungen, trotz all der Appelle an mich selbst.

«Einmal im Publikum umschauen», «KÜHL». Akribisch vorbereiteter Text. Bild: screenshot orf

Tagsüber sind Sie Zahnärztin, Ihre bestimmende Farbe ist weiss, nachts schreiben Sie darke Ärztinnenromane ...
... zwischen Mitternacht und ein Uhr bin ich so richtig in Form.  

Was interessiert Sie?
Mich interessiert das Scheitern der Geschlechter aneinander und mich interessiert das Scheitern des Einzelnen an der Liebe, welche Abgründe da zu Tage kommen. Wir scheitern ja alle an der Schwierigkeit, erfolgreich zu lieben. Mich interessiert, welche Macht die Sexualität über uns hat, obwohl wir uns an der Oberfläche zivilisiert geben, wie zerstörerisch sie sein kann. Wie eine Frau durch ihre Sexualität beschädigt werden kann. Das andere, woran wir scheitern, ist das Sterben. Dass wir das nicht abschaffen können.

Erfolgreich zu lieben oder erfolgreich zu leben?
Erfolgreich zu leben ist ja, wenn man sich keine harten Brüche in der Biografie erlaubt, nicht so schwierig. Ich meine schon zu lieben.

Wieso scheitern die Geschlechter eigentlich so hart aneinander?
Unser Problem ist die Monogamie. Weil uns die möglicherweise doch nicht für Jahre oder Jahrzehnte in die Wiege gelegt worden ist.

«Die Berufstätigkeit der Frauen an der Zürcher Goldküste ist äusserst gering, ich würde sagen, wir befinden uns da etwa in den 50er-Jahren.»

Corinna T. Sievers

Hat uns das Diktat der Monogamie verkrüppelt?
Das hat sich bei uns so eingeschlichen. Einige Jahrhunderte zuvor war es viel weniger zwingend, so monogam zu sein.

Auch für Frauen?
Ich weiss nicht, wie das auf der Ebene der Bauern oder Handwerker war, aber im Adel war es normal, das Frauen untreu waren im Laufe ihrer Ehen. Biedermeierhaft wurden wir erst im 19. Jahrhundert und sind es bis heute geblieben. Ich bin ja selbst nicht frei davon, ich wäre sehr enttäuscht über Untreue. Das sitzt einem ja so tief in den Knochen, dass man jemandem begegnen will, der für immer treu bleibt. Und diese Erwartungshaltung lässt uns scheitern. Gar nicht mal so sehr die Verschiedenheit der Geschlechter, die seh ich nicht so sehr als Problem. Und Sie?

Katharina die Grosse

Katharina die Grosse war kein bisschen monogam und sehr, sehr mächtig. Bild: wikipedia

Aus Erfahrung? Schon. Ich hatte zwar gerne Sex mit Männern, aber beziehungsfähig bin ich nur mit Frauen. Wenn ich mit Männern zusammen war, wurden die Komplexe mitgeliefert. Ich hatte immer das Gefühl, nicht zu genügen, meistens auf einer körperlichen Ebene.
Ist das im Zusammensein mit Frauen anders?

Ja.
Das ist ja sehr interessant. Besteht jetzt ein Gefühl des Ungenügens zu 70 Prozent weniger oder gar nicht mehr?

Nicht mehr.
Weil? Die Defizite, die man besitzt, bei der andern ein Stück weit Normalität sind?

«Meine Kinder sagen: ‹Kannst du nicht mal schöne Reisebücher schreiben?›»

Corinna T. Sievers

Wahrscheinlich?
Aber wieso sind wir so? Wieso ist dieses Gefühl des Ungenügens gegenüber Männern so permanent vorhanden? Sind wir so erzogen, dass wir einem Prinzessinnenbild entsprechen müssen, sind da unsere Eltern dran schuld?

So gern ich die Schuld bei meinen Eltern suchen würde – meine können nichts dafür. Und Ihre?
Meine Mutter hat mir auch in keinster Weise eine perfekte Gestalt oder sowas abverlangt. Sie war auch äusserst eigenwillig, war so trotzig in ihrem Erscheinungsbild.

Muss man mögen: Während die Jury in Klagenfurt eine halbe Stunde lang den vorgelesenen Text beurteilt und über das Sexleben seiner Autorin mutmasst, muss diese schweigen. bild: screenshot orf

Was meint sie eigentlich zu Ihren Büchern?
Meine Mutter ist vor kurzem gestorben. Sie hat mich immer unterstützt, sie fand das toll und sagte mir, sie wollte, sie wäre so frei gewesen. Mein Vater findet gut, dass ich schreibe, aber inhaltlich passt ihm das überhaupt nicht. Meinem Ehemann ebenfalls nicht, aber er gibt mir den Freiraum und nimmt mir viel ab. Und meinen Kindern am wenigsten. Die sagen: «Kannst du nicht mal schöne Reisebücher schreiben?» Meine Mitarbeiter ... Bisher hatte ich das Gefühl, sie stehen hinter mir, aber ich war jetzt seit Klagenfurt noch nicht in der Praxis, jetzt muss ich sehen, ob es da nicht eine Betroffenheit gibt. Heute Morgen haben sie mir erzählt, es seien eine Menge Mails als Reaktion auf Klagenfurt reingekommen.

Was für Mails?
Solche, die nicht in mein Sekretariat gehören. Schlüpfrige Kommentare von Männern.

Kenn ich. Zuerst sind sie lobend, dann ein bisschen vernichtend, dann heisst es: «Ich glaube, es wäre interessant für dich, dies mal mit mir bei einer Flasche Wein zu besprechen.»
Es ist lustig, wie sie immer in einer Schlaufe wieder zu sich selbst kommen. Es ist sexistisch zu sagen: typisch. Aber es ist eine typisch männliche Hybris. Und man wundert sich über dieses Selbstbewusstsein, dass sie davon ausgehen, man interessiere sich für sie!

«Mein Lektor ist sowas wie die bessere Variante meines Gehirns. Und er ist auch Erotomane.»

Corinna T. Sievers

Sievers

Dies tut Frau Doktor bei Tageslicht.  Bild: Screenshot orf

Themenwechsel: Ich habe noch nie mit jemandem geredet, der so richtig an der Goldküste zuhause ist. Wie ist das denn dort so?
Schriftstellerisch ist es natürlich sehr ergiebig, weil die Fassade so schön ist ...

... und das Dahinter so abgründig?
Genau. Vielleicht sollte ich nicht sagen «der Morast», aber ich sag trotzdem Morast. Die Berufstätigkeit der Frauen ist äusserst gering, ich würde sagen, wir befinden uns da etwa in den 50er-Jahren. Das macht mir natürlich Sorgen für die Mädchen, die dort aufwachsen, weil sie denken, das ist die Normalität. An mich als Ärztin sind die Ansprüche der Patienten sehr hoch. Sie sind es natürlich gewohnt, Dienstleistungen einzufordern. Aber es ist ein gemischtes Publikum, es sind ja nicht nur die Reichen, sondern auch diejenigen, die den Reichen zuarbeiten, die braucht es ja auch, die Gärtner und Kindermädchen. Auch deren Kinder kommen zu mir in die Behandlung. Darüber bin ich sehr froh. Aber sonst findet das Leben schon in einer Blase statt. Ich wollte auch mal einen Goldküsten-Gesellschaftsroman schreiben.

Goldkueste bei Herrliberg am Donnerstag, 9. August 2012. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Das Goldküsten-Ufer des Zürichsees. Wo sich Reiche und Reiche gute Nacht sagen. Bild: KEYSTONE/Alessandro Della bella

Danach müssten Sie wohl umziehen.
Das muss man den Leuten zu Gute halten: Es gibt relativ wenig soziale Kontrolle. Es sind schon eher Individualisten, die da leben. Ich dachte als nächstes an die Geschichte eines Kunstfehlers, an einen Arzt, der einen Kunstfehler begeht und sich in Lügen verstrickt. Das liesse sich gut mit einem Gesellschaftsroman kombinieren.

Doch zuerst erscheint jetzt im Herbst der Roman, aus dem Ihr Klagenfurter Text ein Auszug war. Da sich Ihr Mann inhaltlich nicht so sehr für Ihre Bücher interessiert – wer ist Ihre literarische Vertrauensperson?
Mein Verleger, Joachim Unseld. Er ist auch mein Lektor. Er ist sowas wie die bessere Variante meines Gehirns. Und er ist auch Erotomane. Er versteht das.

Auch?
Wie meine Figur.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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28
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28Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • bcZcity 11.07.2018 12:14
    Highlight Wenn eine attraktive Zahnärztin über Sex mit Patienten einer Zahnärztin schreibt, muss man sich nicht über - durchaus unangebrachte - Reaktionen wundern. Ziel erreicht, die Medien haben eine Story, alle sind somit „befriedigt“!
    25 10 Melden
  • Gummibär 11.07.2018 09:00
    Highlight Erinnert stark an "Naked came the stranger" (1969) der fiktiven Autorin Penelope Ashe. Ein erotischer Schundroman, der im Auftrag von Newsday Kolumnisten Mike McGrady von 24 Journalisten zusammengestiefelt wurde. Das Buch wurde zum Bestseller und untermauerte McDradys Behauptung, dass jeder Roman sich gut verkaufe, wenn nur genug Sex darin vorkommt.
    Die Autoren , oder hier die Autorin mit der Protagonistin zu identifizieren ist naiv.
    16 1 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 10.07.2018 23:32
    Highlight Was soll ein dark Ärztinnen Roman sein?
    Meinen Sie möglicherweise eine dark doctor novel?

    Man sollte schon koherent bei Deutsch bleiben wenn es überhaupt keinen Kontext mit Englisch gibt.
    47 4 Melden
    • Hackphresse 11.07.2018 15:54
      Highlight Vielleicht wurde tatsächlich Dark bzw Darg gemeint.
      10 2 Melden
  • smoking gun 10.07.2018 23:10
    Highlight Ich hab nur die ersten Sätze von Frau Sievers Text gelesen: Madame, bohren sie bitte weiter und überlassen Sie die Literatur anderen ...
    49 32 Melden
    • know your limits 11.07.2018 07:15
      Highlight Nur ein paar Zeilen lesen und dann in väterlichem Ton einen Rat abgeben. Trifft m.E. die Definition von mansplaining lehrbuchmässig.
      51 12 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 11.07.2018 22:13
      Highlight Monsieur: Klappen Sie einfach das Buch zu, gehen Sie Ihrer Tätigkeit nach und schweigen!
      15 3 Melden
    • Anam.Cara 12.07.2018 06:41
      Highlight "Typisch männliche" Reaktion auf eine Frau, die nicht ins Schema passt, smoking gun?
      10 5 Melden
    • alana 12.07.2018 09:17
      Highlight Naja, ich muss Smoking Gun Recht geben. Habe versucht, das Manuskript zu lesen, aber was sie da schreibt, ist weitab von etwas, das man Literatur nennen kann. Es erstaunt mich, dass ein Verlag für diese Schreibe gefunden wurde.
      8 4 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 12.07.2018 17:24
      Highlight alana: Sex sells - besonders dann, wenn eine Frau davon berichtet.
      Geschmäcker sind nun mal verschieden. Es mögen auch nicht alle Rilke, Roth oder Racine.
      5 1 Melden
  • DocM 10.07.2018 23:05
    Highlight "liest im TV".... ich schaue und höre... oder bin ich falsch??
    7 20 Melden
    • Charlie Brown 11.07.2018 06:35
      Highlight Ja. Du bist falsch.

      Sie liest im TV (vor).

      Eine Lesung sagt man dem.

      Du schaust und hörst zu (in dem Fall wohl eher nicht).
      27 2 Melden
  • Siebenstein 10.07.2018 22:22
    Highlight Die Artikelüberschrift finde ich reichlich schwer verständlich.
    95 5 Melden
  • saja 10.07.2018 21:54
    Highlight Wow. Beeindruckende Person. Und dass das Interview stellenweise zu einem Gespräch wurde, finde ich sehr toll. Das wäre doch ein neues, spannendes Format bei gewissen Interview-PartnerInnen.
    90 27 Melden
  • CH-Bürger 10.07.2018 21:41
    Highlight Aber hallo, ich fühle mich als Mann bei diesen Texten extrem belästigt. 😂😂😂
    42 34 Melden
  • Wolk 10.07.2018 21:24
    Highlight Tolle Frau
    31 31 Melden
  • Zeit_Genosse 10.07.2018 21:22
    Highlight Die zieht ihr Ding gegen Widerstände im nahen Umfeld durch und zeigt sich selbst vergoldküstet und damit eigenzentriert und selbstdarstellerisch. Das ist der Nährboden für unstillbare Geschichten. Dass Männer ihre angeregten Phantasien auf sie übertragen ist billig und ordinär.
    25 39 Melden
    • dini Mueter 11.07.2018 07:48
      Highlight Natürlich ist es das, völlig gewollt sogar. Ob man solchen egozentrischen Menschen einen Platz im eigenen Leben einräumen möchte bleibt einem selbst überlassen.
      14 1 Melden
  • eBart is back 10.07.2018 19:51
    Highlight Naja... Man(n) könnte schon souveräner reagieren. Aber in ihren Büchern und Lesungen geht's nun mal um Sex. Ist doch irgendwie menschlich dass der erste Gedanke Kopfkino mit ihr ist...

    Wenn Pamela Anderson sagt: lieber nackt als im Pelz. Und sich dann auch nackt zeigt, denken die wenigsten an Tierschutz.

    Ich glaube wir Männer würden solche Reaktionen als Kompliment wahrnehmen und nicht gleich MeToo schreien...
    145 85 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 10.07.2018 20:55
      Highlight Das Kopfkino ist das eine - dagegen spricht auch nix/keiner. Solange du die Gedanken für dich behälst und die Person damit in Ruhe lässt ist das ja kein Problem ;-)

      Für mich klang sie jetzt nicht nach #metoo - sie hat einfach die Dinge benannt wie sie sind. Das steht ihr zu, find ich. Weil es definitiv nicht in Ordnung ist.
      115 19 Melden
    • Keepitsimple 10.07.2018 21:17
      Highlight Genau dieses Verhalten lässt mich am Intellekt mancher Personen zweifeln. Erst wird mit expliziten sexuellen Darstellungen/Fantasien provoziert und dann wundert man sich über die Reaktionen darauf.
      Manchmal frage ich mich wirklich ob so viel Naivität normal ist. Bücher entstehen aus dem Gedankengut des Autoren und entsprechend werden natürlich auch Rückschlüsse gezogen. Besonders bei deutlichen Parallelen zwischen Autor und Romanfigur.
      Warum verkauft sich erotische Literatur von Frauen wohl viel besser als solche von Männern ...
      66 82 Melden
    • Lichtblau550 10.07.2018 22:31
      Highlight Man kann den Zahnarzt fürchten und sich trotzdem auf das Buch freuen. Gutes Interview. Gerne mehr von Frau Meier in dieser Richtung.
      16 19 Melden
    • Buff Rogene 11.07.2018 07:27
      Highlight Wirklich stark geschriebener Stoff von Sievers. Auch ein ausgezeichnetes Interview, ungewohnt und sehr persönlich.

      Wenn ich als Arzt erotische Literatur über meine, ähm, fiktiven Patientinnen schriebe, müsste ich wohl mit Problemen jeglicher Art rechnen, egal, wie verdammt gut es geschrieben wäre.

      Von Belästigungen über Bezichtigungen wäre wohl alles dabei. Nö, ich würde mich über gar nichts wundern.

      Mit Unseld im Rücken wär mir das - vielleicht - egal - nur, ob er sich wohl hinter mich stellen würde? Wenn ich so geil schreiben könnte - vielleicht.

      17 5 Melden
    • Chip 11.07.2018 09:27
      Highlight @keepitsimple: also sind die Frauen schuld, wenn sie belästigt werden. Sie provozieren ja und da musst Du schliesslich reagieren.
      Wirklich sehr, sehr simpel (nomen est omen).
      36 9 Melden
    • Keepitsimple 11.07.2018 11:36
      Highlight @Chip: 1. Weiss ich nicht wie du darauf kommst, dass ich so reagieren würde wie gewisse dies auf Ihr Buch getan haben und 2. Jede Aktion ruft eine Reaktion hervor. Wenn ein Politiker sich für etwas Einsetzt und exponiert, so erntet er auch nicht nur Liebe und Dankbarkeit. Wenn ein Autor Geld mit dem Kopfkino anderer macht ist es wenig verwunderlich, dass gewisse Leute dies zurück in die Realität führen. Ich habe nie gesagt, dass es in Ordnung ist, dass sie belästigende E-Mails erhält, aber sich darüber wundern zeugt halt von starker Naivität. Sie schreibt ja selbst, dass es typisch ist ...
      16 23 Melden
    • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 11.07.2018 22:09
      Highlight kerpitsimple: Ja, jede Aktion kann eine Reaktion hervor rufen. Sich aber deswegen dem/der AuslöserIn gegenüber arschig und übergriffig zu verhalten, ist trotzdem nicht ok und legitimiert keinerlei Übergriffe.
      Du machst so das Opfer zur Täterin.
      14 3 Melden
    • Anam.Cara 12.07.2018 06:53
      Highlight Keepitsimple: "Bücher entstehen aus dem Gedankengut des Autoren".

      Ja, aber das heisst noch lange nicht, dass sie deren Persönlichkeit widerspiegeln. Ist jeder Krimiautor ein heimlicher Mörder?
      Als Autor kann ich mich eben genau in fiktive Rollen versetzen, kann die Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachten, neue Aspekte dazu nehmen. Ich kann mir auch alternative Wahrheiten ausdenken, ja sogar fiktive Fantasien ausprobieren. Das ist ja gerade das Spannende am Schreiben.
      Wie naiv ist es, aus einem Roman abzuleiten, dass der Autor im Alltag genauso funktioniert, wie seine Figur...?
      8 2 Melden

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