Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Zombie» – und noch viele mehr: Dolores O'Riordans Karriere in sieben Songs

Im Alter von 46 Jahren ist Dolores O'Riordan gestorben. Sie sang «Zombie», aber noch viel mehr. Wir erinnern an die irische Sängerin mit sieben Songs - mit und ohne ihre Band, die Cranberries.

Felix Bayer



Ein Artikel von

Spiegel Online

Dolores O'Riordan kam am 6. September 1971 im irischen County Limerick zur Welt. Die Herkunft hörte man ihrem Gesang durchaus an. 1990 bewarb sie sich als Sängerin der örtlichen Band The Cranberry Saw Us, die die Brüder Mike und Noel Hogan ein Jahr zuvor gegründet hatten.

The Cranberries: «Linger»

Den Namen kürzte die Band bald auf The Cranberries, und ein Demo machte schnell die Runde bei Londoner Plattenfirmen. Darauf schon zu hören: Der Song «Linger», der 1993 der erste Hit der Iren werden sollte - allerdings weit weg von Zuhause: «Linger» kam in den USA und in Kanada in die Top Ten der Singlecharts. Frauengesang zu halbakustischem Gitarrensound: Das war ein Rezept, mit dem zu jener Zeit auch andere Bands wie The Sundays oder Sixpence None The Richer zu punkten versuchten. Insofern hatte der Titel des Debütalbums eine ironische Note: «Everybody Else Is Doing It, So Why Can't We?»

The Cranberries: «Zombie»

1994 kam der Song, der alles änderte: Dolores O'Riordan schrieb «Zombie» als Reaktion auf den Tod von zwei Jungen bei einem Anschlag der IRA im englischen Warrington. Im Video sind spielende Kinder zu sehen und britische Soldaten in Belfast; dazwischen die Sängerin, goldlackiert vor einem Kreuz. Nein, subtil war «Zombie» nicht, aber die Botschaft berührte viele: Allein in Deutschland wurde die Single mehr als eine halbe Million mal verkauft. Das zugehörige Album «No Need To Argue» wurde ein riesiger Erfolg.

Dolores O'Riordan & Luciano Pavarotti - «Ave Maria»

2017 wurde Dolores O'Riordan in einem Interview gefragt, was sie als Höhepunkt ihrer Karriere ansehe. Die gläubige Katholikin nannte ihren Auftritt mit Pavarotti & Friends: 1995 sang sie in Modena mit dem Startenor «Ave Maria», die Einnahmen aus dem Konzert gingen an Kriegsopfer in Bosnien. Ausserdem sang O'Riordan noch im Duett mit Duran-Duran-Sänger Simon Le Bon - mit dem Duran-Duran-Tourmanager Don Burton war sie 20 Jahre lang verheiratet.

The Cranberries: «Salvation»

Erstmals ohne ihren Stammproduzenten Stephen Street gingen die Cranberries ihr drittes Album an. Den hohen Status, den die Band 1996 in der Musikszene genoss, sieht man dem aufwändigen Videoclip von Regisseur Olivier Dahan für die ersten Singleauskopplung «Salvation» an, der für seine Art Direction bei den MTV Video Music Awards nominiert war. Der neue, eher düster und rockiger gehaltene Sound spaltete die Cranberries-Fans.

The Cranberries: «Just My Imagination»

Die andere Seite des Cranberries-Klangspektrums: «Just My Imagination», eine Ende 1999 erschienene Single, auf dem Dolores O'Riordan ihr stimmliches Markenzeichen, den Jodler, zu einer lieblichen Popmelodie präsentiert. Der Song war auch in der US-Fernsehserie «Charmed» zu hören.

Dolores O'Riordan: «Ordinary Day»

Im neuen Jahrzehnt wurden die Hits seltener für die Cranberries, und so löste sich die Band 2003 auf. Dolores O'Riordan gönnte sich zunächst einige Gastauftritte mit anderen Musikern wie etwa dem deutschen Techno-Duo Jam and Spoon und dem italienischen Sänger Zucchero. In Italien gab es dann auch die stärkste Resonanz auf ihre beiden Soloalben. Hier eine Single aus dem ersten, «Are You Listening?»

The Cranberries: «Tomorrow»

Im Jahrzehnt der Retromanie kamen auch die Cranberries wieder zusammen: 2012 erschien das Album «Roses» mit neuen Songs wie zum Beispiel «Tomorrow». Es war kein grosser kommerzieller Erfolg, doch die Cranberries gingen auf eine über hundert Konzerte währende Tournee. 2017 erschien, als letztes Album zu Lebzeiten der Sängerin, «Something Else», eine Zusammenstellung von akustischen und orchestralen Versionen der Cranberries-Hits.

Dolores O'Riordan ist in London im Alter von 46 Jahren gestorben.

«Wo finde ich jetzt dieses internet.ch?» – Eltern und Technik

Play Icon

Video: watson/Knackeboul, Lya Saxer

Das könnte dich auch interessieren:

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Sie sind wieder da! Ist Deutschland auf ewig im Bann der Kelly Family?

Sie kennen die tiefsten Tiefen und höchsten Höhen. Sie singen auf der Strasse und in den grössten Konzertarenen. Ihre Liebesgeschichten toppen alles. Und sie haben gefunden, was Deutschland braucht: ihren Seelenfrieden.

Ich war dabei. Am Tag, als Angelo Kelly den Zuschauerrekord von «Goodbye Deutschland» brach. Ich wusste: Shit, das wird gross. Mein TV-Gespür trügt mich nie. Als Daniela Katzenberger vor vielen Jahren ihren ersten Auftritt hatte, schlug mein Katzengold-Detektor weit aus.

Da war dieser Mann, der seine Haare als Letzter seiner Art noch immer hüftlang trägt, und an seiner Seite: Frau Kira und fünf Kinder. Das ist im Vergleich zu den zwölf Ur-Kelly-Family-Geschwistern, von denen Angelo der …

Artikel lesen
Link to Article