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Sie war eine Fabrikarbeiterin – ihr Gesicht war eine Ikone! «We Can Do It!»-Frau ist tot

Sie soll das Vorbild für ein ikonisches Motiv gewesen sein: Naomi Parker Fraley ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Mit dem Slogan «We Can Do It!» wurde das Poster zum Symbol für Patriotismus und Feminismus.

25.01.18, 16:36 26.01.18, 07:08


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Im Zweiten Weltkrieg sahen das «We Can Do It»-Poster nur Arbeiter und Arbeiterinnen einer metallverarbeitenden Firma in den USA, erst in den Achtzigerjahren wurde es wiederentdeckt und zu einem ikonografischen Motiv. Die Frau, deren Foto den Grafiker Howard Miller dazu inspiriert haben soll, ist nun gestorben. Naomi Parker wurde 96 Jahre alt.

Nach den japanischen Angriffen auf Pearl Harbor 1942 begann die damals 20-Jährige, für eine US-Luftwaffenstation in Alameda in Kalifornien zu arbeiten. Dort wurde sie am 24. März bei der Arbeit an einer Drehbank fotografiert. Dieses Motiv, das in regionalen Tageszeitungen gedruckt wurde, soll die Vorlage für das Poster sein.

Zuvor war eine andere Frau, Geraldine Doyle, für das «Model» gehalten worden. Sie arbeitete damals als Metallarbeiterin in Michigan und glaubte, sich in dem Foto und Postermotiv wiederzuerkennen.

Recherchen von James Kimble, einem US-Professor für Rhetorik und Propaganda, ergaben aber, dass es sich bei dem Foto zweifelsfrei um Naomi Parker handele. Ob dieses Foto dem Künstler aber tatsächlich als Vorlage diente, lässt sich bis heute nicht mit Sicherheit sagen.

Ursprünglich sollte das Plakat dazu dienen, die Arbeitsmoral zu heben und Fehlstunden zu minimieren. Die meisten der 42 Poster der Serie zeigten Männer und traditionelle Rollenmuster. Die Farben Rot, Weiss und Blau, die sich auch in der US-Flagge finden, sollten auch patriotische Gefühle verstärken.

1982 wurde das Motiv vom «Washington Post Magazine» für den Artikel «Poster-Kunst für den Patriotismus» erneut abgedruckt. Schnell fand es Eingang in die Popkultur und wurde in verschiedenen Zusammenhängen neu gesehen. Anfangs diente es vor allem dazu, Feminismus und Gleichheit zwischen Männern und Frauen zu propagieren.

Mittlerweile findet sich das Bild auf Kaffeetassen und T-Shirts, mit ihm wurde Werbung gemacht, und so unterschiedliche Prominente wie Beyoncé, Sarah Palin, Michelle Obama und Hillary Clinton wurden im Stil des Motivs abgebildet.

Naomi Parker verstarb bereits am vergangenen Samstag. Sie war dreimal verheiratet und hinterlässt einen Sohn und sechs Stiefkinder. 2016 sagte sie dem «People»-Magazin: «Die Frauen dieses Landes brauchen heute Ikonen. Wenn sie glauben, ich sei eine, dann macht mich das glücklich.»

kae/jin

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Super 25.01.2018 18:10
    Highlight Detail am Rande: das Bild wurde unter dem Namen "Rosie the riveter" bekannt.
    11 1 Melden

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