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Jonah Hill und Emma Stone machen eine drogeninduzierte Reise durch Zeiten und Soziotope (immer ein schönes Fremdwort).
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Bild: netflix
Review

«Maniac» ist etwas vom Verrücktesten, seit es Netflix gibt

Der Zehnteiler des neuen Bond-Regisseurs Cary Fukunaga ist eine herrlich verschrobene Serie über kaputte Seelen, die eine zweite Chance erhalten.
25.09.2018, 16:29
lory roebuck / Aargauer Zeitung

Das Timing hätte nicht besser sein können: Eben erst wurde Cary Fukunaga als Regisseur des nächsten James-Bond-Films vorgestellt. Und wer sich fragte, was der 41-jährige Amerikaner wohl draufhat, erhielt bereits tags darauf eine Antwort – in Form der neu veröffentlichten, zehnteiligen Netflix-Serie «Maniac», die Fukunaga als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent verantwortet hat.

Bond-Fans macht er es mit dieser dunklen Comedyserie allerdings nicht ganz einfach. Die erste Folge ist Verwirrung pur. Im Zentrum steht Owen (Jonah Hill), ein junger Mann, der von seiner reichen Familie verstossen wird.

Trailer zu «Maniac»

Owen hat psychische Probleme, er glaubt, überall versteckte Botschaften zu sehen. Was ist real und was nicht, das fragt man sich bald auch als Zuschauer. Doch wer nach der ersten Folge bereits aufgibt, verpasst die verrückteste und beste Netflix-Serie seit langem. Fukunaga hat «Maniac» so entwickelt, dass alle zehn Folgen mehr oder weniger am Stück geschaut werden sollen – wie ein siebenstündiger Film. Erst nach und nach erfährt man, worum es eigentlich geht.

Fukunaga-Serien-Hit «True Detective».
Fukunaga-Serien-Hit «True Detective».
Bild: HBO

Owens Botschaften führen ihn direkt in ein Labor, das mit seinen riesigen Maschinen, leuchtenden Schaltern und klobigen Computerbildschirmen wie aus einem 80er-Jahre-Film wirkt. Doch das Experiment, das die ebenfalls altmodisch gekleideten Wissenschafter durchführen, ist pure Science-Fiction: Sie wollen die Menschheit gegen sämtliche negativen Emotionen immunisieren.

Mit drei Pillen löschen sie gebrochene Herzen, Schicksalsschläge und andere Traumata direkt aus dem Gedächtnis. An dem gefährlichen Versuch nimmt auch Annie (Oscar-Preisträgerin Emma Stone) teil, die süchtig ist nach den Pillen und die sich mit Owen bald anfreundet.

Fukunaga-Literaturverfilmung: «Jane Eyre».
Fukunaga-Literaturverfilmung: «Jane Eyre».
Bild: Focus Features

Und dann beginnt es: Mit jeder neuen Folge, mit jedem neuen Versuch und mit jeder neuen Pille, die Annie und Owen schlucken, taucht «Maniac» ab in völlig unterschiedliche, und zunehmend verrücktere Parallelwelten: Mal sehen wir Owen und Annie als Ehepaar, das einen Lemur aus den Händen von drei schwerbewaffneten Kriminellen befreien muss; mal als Gangster-Paar in den 40er-Jahren, mal als Elben in einer Fantasywelt.

Regisseur Fukunaga mischt Elemente aus Filmen wie «Pulp Fiction», «Scarface» und «Lord of the Rings» und erschafft doch etwas Einzigartiges: Eine herrlich verschrobene Serie über kaputte Seelen, die eine zweite Chance auf ein erfülltes Leben erhalten – jeden Tag aufs Neue. Auch Bond-Fans kommen auf ihre Kosten: In einer der letzten Folgen zieht es das Helden-Duo in ein waschechtes Spionageabenteuer.

Maniac (USA 2018) Regie: Cary Fukunaga. Mit Jonah Hill, Emma Stone, Justin Theroux u.a. Jetzt auf Netflix.

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