Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die Intimität der Grossstadt – wenn  Hochhäuser Geschichten erzählen

Michael Wolf, Architecture in density. The Red List

Der Fotojournalist Michael Wolf beobachtet genau, wie sich der Mensch zu seiner Umwelt verhält. Seine Bilder vom zeitgenössischen Leben in Grosstädten sind überwältigend und beinhalten eine leise Ode auf den Kampf um Individualität. 



Michael Wolf, geboren 1954 in München, wuchs in Kalifornien auf, studierte in Berkeley und an der Folkwang-Hochschule in Essen bei Otto Steinert. 1994 ging er für den Stern als Fotoreporter nach Hongkong. Wolf lebte zehn Jahre in China. Seit einigen Jahren lebt er mit seiner Familie in Paris. Er arbeitet als freier Fotograf.

wikipedia

Michael Wolf fotografiert von aussen nach innen.

«Wer sehen kann, kann auch fotografieren. Sehen lernen kann allerdings lange dauern.»

Werbespruch der Leica-AG

In Deutschland geboren, den Vereinigten Staaten und Kanada aufgewachsen, kehrte er für sein Studium nach Deutschland zurück und verbrachte schliesslich den Grossteil seines Lebens in Asien.

Fotojournalismus

Die Aussenseiterrolle, das Beobachten ist ihm nahe. Und so begann seine Karriere logischerweise als Fotojournalist.

Michael Wolf, Architecture in density. The Red List

Aus dieser Perspektive heraus findet er die nur scheinbar irrelevanten Details zeitgenössischen Lebens in den Grossstädten dieser Welt. Er gibt ihnen eine Bühne und lädt sie symbolisch auf.

«Mach sichtbar, was vielleicht ohne dich nie wahrgenommen worden wäre.»

Robert Bresson

Für ein deutsches Magazin ging er Mitte der 90er nach Hong Kong. In seiner letzten Story ging es um den Aufstieg Chinas als Wirtschaftsmacht. Darin sollte er den Einstieg finden in sein erstes grosses Kunstprojekt.

Einstieg in die Kunst

Aus 20’000 Plastikspielzeugen ‹Made in China› und Bildern von Fabrikarbeiter*innen kreierte er überwältigende Installationen, graphische Bewältigungen der asiatischen Massenproduktion und dem unstillbaren westlichen Hunger nach Wegwerfprodukten. Der Blick der Fabrikarbeiter provoziert die Reflexion mit konsumgetriebener Globalisierung.

Michael Wolf, Architecture in density. The Red List

Damit waren viele der prägenden Aspekte von Michael Wolfs zukünftigem Schaffen bereits eingeführt: Obsessives Sammeln, Anerkennung der Symbolkraft örtlicher Tradition, die Kombination von Makro- und Mikroperspektiven sowie die Fähigkeit, mittels Fokus auf eine spezifische Person oder ein Objekt die Transformation urbanen Lebens zu dokumentieren.

«Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet.»

Paul Cezanne

Michael Wolf, Architecture in Density

Michael Wolf, Pipes. The Red List

Etablierung seines Themas

Seine bekanntesten Bilder zeigen Hong Kongs verdichtete, oft brutale Architektur. Indem er den Horizont und den Himmel ausblendet werden die Fassaden der Wolkenkratzer fast zweidimensional und verkommen zu nie enden wollenden Abstraktionen. Hinter der dargestellten, leblosen Oberfläche lauert der Gedanke an die unzähligen Lebensentwürfe. Winzige Einblicke – ein hängendes Kleidungsstück oder eine Silhouette hinter dem Vorhang – sprechen von der Fähigkeit und Notwendigkeit zur Individualisierung innerhalb dieser formalen Strukturen.

In Michael Wolfs formalen Ansatz wähnt man noch das Echo der Düsseldorfer Schule von Bernd und Hilla Becher, oder des Schaffens von Andreas Gursky, Thomas Struth. Seine Bilder offenbaren ein Bedürfnis, die Welt zu dokumentieren, eine Verbindung zu ihr aufzubauen – und er wählt eine zeitgenössische, visuelle Herangehensweise.

Michael Wolf, Architecture in density. The Red List

Im Gegensatz zum gefühlvollen Drama der ‹klassischen› Dokumentarfotografie halten diese Bilder eine kühle Distanz zu ihrem Subjekt und die Präsenz des Fotografen hinter der Kamera ist kaum noch wahrnehmbar.

«Ein guter Fotograf zu sein bedeutet, zu wissen wo man stehen muss.» 

Ansel Adams

Jedoch ist Michael Wolf kein reiner Landschaftsfotograf, wie sie etwa in den 60er- und 70er-Jahren in den Staaten aufkamen. Diese spiegelten in ihren Darstellungen der post-industriellen Kulisse des amerikanischen Westens die sich wandelnden Gesellschaftsstrukturen. Gleichsam stellen zwar Hong Kong und China mit ihren sich unaufhörlich verändernden Stadtbildern ebenfalls eine konstante Stimulation und Gelegenheit dar, die vielen Gesichter dieser Grossmacht zu portraitieren.

Auch bei ihm sind Menschen fast gänzlich abwesend. Doch legt er den Fokus auf scheinbare Details: Auf Handschuhe, die auf einer Spirale aus Stacheldraht trocknen. Auf das chaotische Labyrinth, das die Lüftungs- und Abwasserrohre bilden. Darin gelingt es ihm gleichzeitig die Schönheit örtlicher Traditionen festzuhalten wie auch Chinas Umgang mit dem Dualismus um Form und Funktion.

Implizit überall und explizit etwa in einem roten Plastikhandschuh, der über einem Rohr baumelt, finden sich in Wolfs Bildern Referenzen auf die Menschen, die hier leben. Die sich ihren Platz zurückerobern. Finden sich kleine Einblicke in die Säume der Grossstadt, wo sich privater und öffentlicher Raum treffen. Finden sich Ahnungen vom Verhältnis der Einwohner zu ihrer Umgebung.

Michael Wolf, Architecture in Density

Michael Wolf, Hong Kong – back door. The Red List

In späteren Fotoserien geht Wolf noch näher ran. Ihm fiel irgendwann auf, dass auf seinen Bildern manchmal tatsächlich Menschen auftauchten. Er suchte weiter und veröffentlichte eine Reihe von Silhouetten, Kaffeetrinkern, Bügelnden in maximaler Vergrösserung. 

2009 wurde ihm für seine Beobachtungen der World Press Photo Award verliehen. 2011 erhielt er für eine subtile Verarbeitung von Google Streetview Bildern eine ehrenhafte Erwähnung der Jury. 

... und die Städte wachsen weiter: 

Banksy eröffnet Hotel in Bethlehem

Play Icon

Video: reuters

Mehr mint gibt's hier:

Ich bin für 1.99 Euro zum Ballermann geflogen – ein 24-Stunden-Report

Link to Article

Diese Filme und Serien dürfen 2019 auf einen begehrten Golden Globe hoffen

Link to Article

Ist ausgerechnet Netflix mit «Roma» das Kinowunder des Jahres gelungen?

Link to Article

Viva la nonna! – weshalb ich mega Fan vom neuen Jamie-Oliver-Buch bin (dazu 5 Rezepte)

Link to Article

«Meine 20 Jahre ältere Affäre erniedrigt mich»

Link to Article

Dieser Junge hat soeben ein 100-jähriges Verbot gekippt – mit einer 1A-Begründung 💪

Link to Article

Harvard-Professor sagt, wie viele Pommes als Beilage gesund wären – und wir so: Tchuligom?

Link to Article

Hast du blöde Augen? Dieses Quiz über alte Krankheits-Begriffe sagt es dir

Link to Article

16 britische Desserts, die einfach nur «BOAH, GEIL!» sind

Link to Article

Machs gut, Saga Norén! Schade, muss es so enden 😢

Link to Article

Kannst du mit einer Party das ganze $$$ der 10 reichsten Schweizer verprassen?

Link to Article

Zum Gruseln: 10 entsetzliche Dinge, die im Namen der Schönheit gemacht wurden

Link to Article

Frau will sich die Haare färben – am Morgen danach sieht sie so aus

Link to Article

So viel Netflix bekommst du im Vergleich zum Rest der Welt – und so kannst du alles sehen

Link to Article

Erkennst du das Skigebiet nur anhand des Pistenplans?

Link to Article

Mit diesem Hashtag ruiniert Twitter gerade Filmklassiker – und es ist 🤣

Link to Article

Die Weihnachtswünsche dieser alten Leute sind so bescheiden, dass es dir das Herz bricht

Link to Article

Der Super-Beau, der in weniger als 15 Minuten alles verkackt!

Link to Article

7 ausgefallene Punsch-Rezepte, die du diesen Winter unbedingt ausprobieren solltest!

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Netflix killt die nächste Superhelden-Serie

Link to Article

Wie funktioniert «Hygge»? 5 Tipps von den dänischen Kuschelexperten

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Welcher «Kevin – Allein zu Haus»-Charakter steckt in dir?

Link to Article

Das ist die kurioseste Wohnungsanzeige, die du heute sehen wirst

Link to Article

Satanisten verklagen Netflix wegen der Serie «Sabrina» – und gewinnen

Link to Article

7 deutsche Serien, die so grossartig sind, dass sie sogar in den USA laufen

Link to Article

Sky lanciert das grösste VoD-Angebot der Schweiz – aber gratis ist das nicht

Link to Article

Tiere sind die besten Komiker – das sind die Sieger der Comedy Wildlife Awards 2018

Link to Article

Ich habe 11 Leute (und das Internet) gefragt, wie man besser einschlafen kann

Link to Article

Anti-Palmöl-Werbung wird im Fernsehen nicht zugelassen – der Shitstorm folgt prompt

Link to Article

Cosplayerin verwandelt sich in die verschiedensten Figuren – erkennst du alle?

Link to Article

7 Kinofilme, welche für die Zuschauer einfach zu heftig waren

Link to Article

5 Spiele, die Weltkriege auf dem Spielbrett thematisieren

Link to Article
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Donald 29.07.2017 20:48
    Highlight Highlight Der Artikel mischt einfach ein bischen Asien, China, Industrialisierung, Grossstadt etc. wie aus dem Zufallsgenerator. Sehr schwierig da etwas brauchbares rauszulesen. Scheinbar geht es auch um einen Fotograf, der irgendwas gewonnen hat und irgendwo studiert hat.
  • The Origin Gra 29.07.2017 20:30
    Highlight Highlight Wie kann man in solchen tristen Wohnsilos Leben? Die gezeigten Bilder erinnern an eine Cyperpunk Dystopie statt an Wohnlichkeit
    • Donald 29.07.2017 20:54
      Highlight Highlight Man vergisst dabei immer die Gegenperspektive. Man gewinnt dadurch viel Platz und so eine gute Aussicht sowie Freiräume. Etwas was in den "modernen" verdichteten Schweizer Vororten immer mehr verloren geht. 10 Meter Abstand zum nächsten Haus müssen reichen...

«Der König der Löwen» kommt als Realfilm – einen ersten Eindruck gibt's im neuen Teaser

25 Jahre nach dem legendären Trickfilm «Der König der Löwen» wird Disney die Geschichte als Realfilm erneut in die Kinos bringen. Nun hat der Mauskonzern den ersten Teaser zum 2019 erscheinenden Megablockbuster veröffentlicht. Darin dürfen wir nicht nur einen ersten Blick auf Rafiki und Simba werfen, sondern auch auf die beeindruckende, computergenerierte Tierwelt Afrikas.

Interessant ist, dass Disney sich beim Teaser des Realfilms fast eins zu eins am Teaser des Trickfilms von 1994 orientiert …

Artikel lesen
Link to Article