Literatur
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Wovon viele heimlich träumen: Eine Bibliothek wie diese zu besitzen. Holländische Heimbibliothek, Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. bild: homeadverts

Die Hälfte unserer Bibliotheken ist nur zum Blöffen da: der grosse Bücher-Bschiss-Report

Es handelt sich hier um eine ästhetische Form des Bildungsbetrugs: Regale, randvoll mit Shakespeare, Tolstoi, Thomas Mann und all den anderen. Doch viele dieser Werke sind da extrem jungfräulich eingereiht worden. Der Report über die triste Wahrheit hinter den potemkinschen Bibliotheken des hiesigen Bildungsmittelstandes. 



Unbestritten ist: Ein Wohnzimmer mit einem Bücherregal sieht einfach fabelhaft aus. Aber das allein ist es nicht, was die Menschen dazu bewegt, tonnenweise Bücher in ihrer Wohnung zu horten. Sie wollen als hochgradig gebildet erscheinen. Vor ihrem Besuch. Vor sich selbst.

Und so erwischt man sie, wie sie vor ihrer prallen Protz-Bibliothek stehen, liebevoll über die Rücken ihrer Lieblinge streicheln, und irgendwo zwischen der sehr kritischen Nietzsche-Gesamtausgabe und den Gedichten von Ingeborg Bachmann hockt sich ein süffisantes Lächeln in ihre Mundwinkel. Sie nicken sich zu und sagen Sachen wie «Haiaiai», so als könnten sie selbst kaum glauben, was sich da vor ihren Augen an geballter Weisheit zusammengefunden hat.

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Die Bücher der alten Bibliothek in Cincinnati werden gestreichelt.  bild: messynessychic

Und dann werfen sie sich mit ihrer ganzen Seele in dieses wohltuende Gefühl der intellektuellen Vollkommenheit, das allein dem wahren Kulturmenschen vorbehalten ist.

Der heuchlerische Bildungsbürger stiehlt dieses Gefühl nur. Es handelt sich dabei um einen astreinen Selbstbetrug. Ein solch gearteter Blöffsack unterscheidet sich vom BMW-Protzer allein darin, dass seine Inszenierung nicht auf der Strasse, sondern in den eigenen vier Wänden stattfindet. 

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Die Hälfte der Protz-Bibliothek meines besten Freundes. Seine Wohnung besteht eigentlich nur aus Büchern. bild: watson

Die Rücken seiner Bücher sind tatsächlich das Einzige, was der Besitzer einer potemkinschen Bibliothek angefasst hat. Unzählige der weisen Inhalte bleiben auf Ewigkeiten unberührt. Und wie über einem vergessenen Grab das Unkraut wuchert, setzt sich der Staub auf die Werke. Und ihre Rücken beginnen unter der Last zu ächzen. Geputzt wird nämlich höchstens mit dem Finger, der kurz über den vorderen Teil der Regale streicht. Einfach damit der Verrat nicht augenscheinlich ist. Damit jeder glaubt, diese Bibliothek lebe, da würden ununterbrochen Bücher raus- und wieder reingeschoben.

«Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen.»

Ernest Hemingway, seines Zeichens ein Klassiker

Mein bester Freund zum Beispiel behauptet, es gebe nur ein einziges Buch in seiner mächtigen Bibliothek, das er niemals gelesen habe. Dabei handelt es sich um die gigantische, von Kurt Flasch kommentierte und allseits hochgelobte Ausgabe von Dantes «Göttlicher Komödie».

Animiertes GIF GIF abspielen

Mein lieber Freund vergeht sich an der «Göttlichen Komödie». gif: watson

Eine kurze interne Umfrage bei watson hat folgendes Bild der Zustände in diversen Heimbibliotheken ergeben: Es verstauben die Biographien von Hillary Clinton, Christoph Blocher, Joschka Fischer und Robbie Williams, ferner Bourdieus «Die feinen Unterschiede», allerhand von Kafka, zwei Mal Spenglers «Der Untergang des Abendlandes», Laurence Sternes «Tristam Shandy», der Koran, Dostojewskis «Schuld und Sühne» und seine «Aufzeichnungen aus dem Kellerloch», Döblins «Berlin Alexanderplatz», Thomas Manns «Zauberberg», Musils «Mann ohne Eigenschaften», Prousts «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» und Joyces «Ulysses». 

«Joyce ist der Schlimmste. Ich hab mich noch nicht mal getraut, den Klappentext des ‹Ulysses› zu lesen.» 

William Stern

Anstatt gelesen, wird geordnet

Für den echten Protzer zählt allein die Wirkung seiner Bücherregale. Was sie über den Besitzer aussagen. Dabei spielt die Ordnung der Lektüre eine wichtige Rolle. Es gibt die klassische und ernste Form der thematischen Gruppierung; nach Autoren, Epochen, Ländern oder anderen Kriterien. 

Die thematische Ordnung

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Hier haben wir die Bibliothek meiner Eltern. (Die Bertelsmann-Lexika hab ich mittels extrem rührender Beschreibungen meiner Kindheitserinnerungen vor dem Abfalleimer bewahrt.) bild: watson

Gehört hab ich auch von Leuten, die ihre Bücher alphabetisch ordnen. Das macht irgendwie wenig Sinn. Eigentlich genauso wenig wie das Ordnen nach Farben der Buchcovers. Allerdings muss man sagen, dass die ästhetischen Vorzüge dabei nicht zu verachten sind: 

Die farbliche Ordnung

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Die farbliche Pracht des Regals zweier geschätzter Freunde. Es sei einfach schön so, sagt sie. Ich vermute dahinter allerdings eine leichte, aber durchaus ästhetisch wirkungsvolle Zwangsstörung.  bild: watson

Und selbst im Chaos lässt sich eine gewisse Logik ausmachen. In diesem Beispiel sehen wir auf den ersten Blick einen ungeordneten Haufen Bücher. Er könnte frei sein von jeglicher Protzerei, läge da nicht das rote Buch so prominent an der Spitze dieses Bildungseisbergs. 

Die Abwesenheit von Ordnung

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Ein Beispiel aus dem Heim einer watson-Redaktorin (mit einem Bein in einem wunderschönen Pischi). Sie blöfft gemeinhin nicht mit Büchern, sondern mit Konzerten.  bild: watson

Anekdote aus dem Leben eines Blöffers

Selbst mein verehrter und sehr belesener Vater ist nicht frei von der prahlerischen Besitzgier aller Werke von Rang. Vor einigen Jahren hab ich ihm Bulgakows «Der Meister und Margarita» geschenkt. Ein Klassiker der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Aber das wusste er damals noch nicht. Erst als zwei Jahre später irgendeine bedeutende Literatur-Koryphäe in einer hochkulturellen Radiosendung das Buch in den höchsten Tönen lobte, kam er zu mir:

Mein Vater: «Du. Bulgakows ‹Meister und Margarita›. Das muss ich sofort haben.» 
Ich: «Das hab ich dir vor zwei Jahren geschenkt.»
Mein Vater: «Tatsächlich? Wow.» 

Umfrage

Gehörst du auch zu den Buch-Protzern?

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2,810 Votes zu: Gehörst du auch zu den Buch-Protzern?

  • 10%Nein. Ich bin ein Kind der Internet-Ära. Ich brauche kein Papier.
  • 16%Ganz und gar nicht. Ich habe alle meine zwei Bücher gelesen.
  • 23%Mit Sicherheit nicht. Ich habe alle meine tausend Bücher gelesen.
  • 4%Ich protze nur mit meiner Plattensammlung.
  • 5%Ich HASSE es, wenn ein Selbstbetrug auffliegt.
  • 9%Selbstverständlich. Das Protzen gehört zum guten Ton. Man darf sich nur nicht verraten.
  • 27%RUHE. Ich lese.
  • 5%PSCHT. Ich löse ein Kreuzworträtsel.

Die unerbittliche Statistik meiner Bibliothek

Es ist nun also an der Zeit, die volle Wahrheit herauszufinden. Darf ich vorstellen, das ist meine bescheidene Bücherwand. Sie besteht aus Literaturklassikern und ein paar seichten Büchern, aus Krimis und vielen Geschichtsbüchern, wovon die Hälfte die alten Römer behandeln. Und ganz besonders die Kaiser des ersten Jahrhunderts. 

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Meine heiss geliebten Bücherregale. (Ja, das da an der Wand sind aufgehängte Barbies, das ist aber kein Statement, sondern völlig sinnfreie Dekoration). bild: watson

Ich habe alle Bücher gezählt. Und dann festgestellt, wie viele ich davon nicht gelesen habe, hier ist das Ergebnis: 

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Die Bücher über die alten Römer hab ich aber wirklich alle gelesen.  bild: watson

Ja, ich bin schuldig. Es ist an der Zeit, dies vollumfänglich zuzugeben. Diese Zahlen lügen nicht. Sie sagen unumstösslich: Ja, du betreibst zu schauderhaft grossen Teilen einen Buchfriedhof. 

Und es käme mir nicht im Traum in den Sinn, meine Toten einzuäschern. Ich liebe sie alle. Ich liebe ihren Geruch. Ich liebe sogar das, wofür sie stehen. Und wer weiss, vielleicht werde ich sie ja doch noch lesen. 

Nein. Das werde ich nicht.

Gut also, hab ich mir grad vier neue Bücher bestellt. 

Passend dazu: Die 20 schönsten Bibliotheken der Welt

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81
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    Alle Leser-Kommentare
  • stebu26 30.03.2016 19:12
    Highlight Highlight Ich habe sehr viele Bücher zuhause und viele davon habe ich auch noch nicht gelesen. Das liegt aber nicht daran, dass ich damit angeben möchte, sondern vielmehr daran, dass ich ein "Auf-Vorrat-Käufer" bin. Die meisten meiner Bücher stammen aus Brockis und ich entdecke einfach immer neue Bücher, die ich lesen möchte! Angeben kann man es auch schon aus dem Grund nicht nennen, da man in meinem Alter und Umfeld eher komisch angeschaut wird, wenn man gerne Max Frisch, Franz Kafka und Bertolt Brecht liest. Als Gymnasiast mit Betonung auf "gerne".
    11 1 Melden
  • Fly Baby 30.03.2016 17:25
    Highlight Highlight Ich habe nur Bücher über Wein, Kochen und Sex.
    3 1 Melden
  • Anam.Cara 30.03.2016 07:44
    Highlight Highlight Liebe Anna
    Bei mir sieht es ähnlich aus. Nur mit weniger Büchern, dafür mit mehr Gitarren.
    Spielst Du sie noch? Die kurvige Spanierin, die sich so lässig ans Büchergestell lehnt?

    Oder gehört sie auch zu den Dingen, die "man/frau" einfach im Haushalt zu haben hat? Weils zum guten Ton gehört? Denn es gibt offenbar viele Wohnungen mit Gitarren als Deko. Zum Teil sogar bei völlig unmusikalischen Menschen.

    Die Gitarre hat aber eine Vorteil gegenüber den Büchern: die macht sogar Musik, wenn sie gestreichelt wird.
    3 0 Melden
    • Anna Rothenfluh 30.03.2016 11:21
      Highlight Highlight Liebe Anam.Cara
      Die Gitarre streichle ich nicht nur, sondern schrumme sie wild und regelmässig. Allerdings nicht besonders virtuos ;-)
      7 0 Melden
  • Hinkypunk 29.03.2016 16:36
    Highlight Highlight Bei mir befinden sich vor allem historische Romane (Gablé, Follet, Cornwell, etc) im Bücherregal. Dazu gesellen sich noch die HDR-Trilogie, der Hobbit, alle HP-Teile und noch einige Sachbücher aus meiner Jugend, welche ich irgendwie nicht wegwerfen mag.

    Wobei, seit meinem Umzug befinden sich die Bücher immer noch in der Umzugskiste - bis jetzt hab ich noch kein passendes Regal gefunden welches mir auch gefällt. :D

    P.S.

    Früher hatte ich noch eine komplette Truhe voller LTB (teilweile von meiner Tante geerbt). Leider hab ich das Zeug mal weggegeben, was ich mittlerweile zutiefst bereue.
    3 1 Melden
  • Sinriu 29.03.2016 12:55
    Highlight Highlight Ich habe einen "merkwürdigen" Umgang mit Büchern, wie mir schon des Öfteren attestiert wurde: Ich habe genau 1 Bücherregal. Im Arbeits- nicht im Wohnzimmer. Sieht also gar nicht jeder Besuch. Und wenn ich keinen Platz mehr habe, sortiere ich die gelesenen aus (verschenken oder Brocki). Und erst dann kaufe ich mir neue.
    2 0 Melden
  • mortdecai 29.03.2016 12:32
    Highlight Highlight Romane, Krimis usw verschenke ich meistens weiter, wenn jemand Interesse hat... Das ist auch etwas der Grund, weshalb viele der Bücher in meinen Regalen ungelesen sind, meistens Geschenke die mir einfach zu intellektuell sind, weil sie entweder mehrheitlich aus Statistiken bestehen oder sich alles um komplexe Philosophie dreht...
    Dafür kann ich in unserer Dorfbibliothek den Regalen entlanglaufen und mancherorts über die Hälfte mit ''gelesen'' bezeichnen ^^
    1 0 Melden
  • andea 29.03.2016 12:27
    Highlight Highlight Danke für diesen Bericht. Kommt mir alles sehr bekannt vor. Habe kürzlich meine Bücher ausgemistet und konnte mich von ganzen zwei (!) trennen 😜...
    5 0 Melden
  • flaviöggel 29.03.2016 12:19
    Highlight Highlight Ich bekenne mich schuldig im Sinne der Anklage, möchte aber noch auf das Konzept der "antilibrary" hinweisen:

    Nassim Nicholas Taleb meint, dass wir uns unbedingt mit ungelesenen Büchern umgeben sollen, so wie das beispielsweise Umberto Eco (selig) gemacht hat. Dort nämlich finden wir das Wissen, welches wir noch nicht akquiriert haben. (Quellen: https://goo.gl/vEb6TW und http://goo.gl/NsPeHd)

    Die obenstehende Frage möchte ich also mit "nicht genug" beantworten.

    Und irgendwie ist man ja auch selber Schuld, wenn man sich durch die reine Anwesenheit von Bücher einschüchtern lässt ;-)
    6 0 Melden
  • Tilia 28.03.2016 19:46
    Highlight Highlight also das hör ich zum ersten mal!! ich hab tausende bücher und alle gelesen. warum sollt ich die sonst haben?! aber die superklassiker findet man bei mir nicht. hab mal goethe versucht....sorry nicht lesbar. höchstens ein paar philosophen aber die sind auch gelesen. mir wär das mega zu blöde auf gebildet zu machen in literatur wenn ichs nicht bin. aber mich beeindruckt auch keiner ders ist.
    14 9 Melden
    • Lichtblau 28.03.2016 22:03
      Highlight Highlight Genau wie bei mir. Viele, viele Bücher und einen grossen Teil mehrfach gelesen. Dazu kommen Unmengen Romane aus der Leihbibliothek. Aber: ohne meine ständige Leserei hätte ich nicht nur ein Kind, sondern mindestens zwei. Lesen kann schon auch zur Manie werden.
      10 2 Melden
    • Zerpheros 29.03.2016 22:14
      Highlight Highlight Wenn Sie Goethe nervig finden (ich mag ihn auch nicht), lesen Sie eben Heine. Der ist zum Totlachen traurig.
      2 0 Melden
  • Micha Moser 28.03.2016 16:42
    Highlight Highlight Ich lese sehr gerne, aber zum Ausstellen habe ich mehrheitlich Videospielsammlungen und Konsolen.
    15 1 Melden
  • Big ol'joe 28.03.2016 15:31
    Highlight Highlight Haha maan das stimmt 😂 aber für mich haben die "nicht-gelesenen" einen wichtigen Sinn:
    Falls der Moment kommt und ich kein Angefangenes Buch lese, kann ich mein Regal anschauen und habe eine etwas grössere Wand. Ich muss auch zugeben, früher habe ich weniger gelesen, aber seit ich begann, Bücher zu kaufen, auch wegen dem "Ansehen" lese ich auch mehr. Denn peinlich wird es erst, wenn jemand 1000 Bücher hat und doch nichts in der Birne
    18 1 Melden
  • Sapere Aude 28.03.2016 15:11
    Highlight Highlight Ein Buch verdient sich einen Platz in meinem Büchergestell, wenn:
    a. Noch nicht gelesen aber auf der Liste.
    b. Gelesen und weiterhin emotional/sachbezogen wichtig oder ein weiteres mal lesenswert.
    c. Sachbücher und Nachschlagewerke
    d. der eine oder andere literarische Blindgänger.
    Alles andere hab ich aus Platzgründen ausgemistet.
    28 5 Melden
  • Chris C. 28.03.2016 14:51
    Highlight Highlight Das schöne ist doch gerade, wenn man viele noch ungelesene Bücher hat, und bei Lust aus dem Vollen schöpfen kann. Das setzt nur voraus, dass man tatsächlich gerne liest.
    Nur gelesene Bücher als 'Checkliste' ausstellen ist doch wirklich schräg. Wenn, dann als Referenz oder zum Wiederentdecken.
    29 2 Melden
  • Candosin 28.03.2016 14:47
    Highlight Highlight Jedes buch zu seiner zeit - hauptsache, es wird gelesen (aktiv). Egal zu welcher zeit. Und urteilt nicht über inhalte - ausser: der beitrag ist ein klassischer feiertagsfüller...
    16 1 Melden
  • Schmiedrich 28.03.2016 14:33
    Highlight Highlight Man hat auch ziemlich viele Sachbücher. In den Regalen stehen, die man gekauft hat um "mal nachzuschlagen, wenn man's braucht" , die allerdings durch das internet mehr oder weniger unnötig geworden sind.
    10 1 Melden
  • Jagr 28.03.2016 13:46
    Highlight Highlight Trotz aller lustiger Selbstkritik blufft die Autorin trotzdem. Und dies noch nicht mal sehr subtil.
    56 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 28.03.2016 13:52
      Highlight Highlight Mist. Haha.
      56 3 Melden
  • Karl Müller 28.03.2016 13:43
    Highlight Highlight Da ich sämtliche Klassiker der Weltliteratur als Kind in der Disney-Version im Lustigen Taschenbuch gelesen habe, kann ich den Bluff perfekt durchziehen. Und wenn der Abend spät genug ist, fällt auch gar nicht mehr auf, dass alle berühmten Charaktere irgendwie ein "Duck" im Namen haben.
    74 3 Melden
  • Angelo C. 28.03.2016 13:30
    Highlight Highlight Ein ausgezeichneter Artikel - und ach so wahr 😑! Die darin aufgestellten Behauptungen sind mir schon oft als richtig aufgefallen. Auch die von Anna erwähnte eigene Auflistung trifft wohl mehrheitlich auf viele Leser zu.

    Ich selbst besass vor meinem letzten Umzug vor fünf Jahren an die 800 Bücher aller Art, vorwiegend aber Sachbücher. Um Platz und ein grosses Regal einzusparen, liess ich vor dem Transport 500 mehrheitlich gelesene Bücher von einem Antiquar abholen. Nun befinden sich noch etwa 300 Expl. auf einem einzigen Regal - und davon habe ich erst etwas mehr als die Hälfte gelesen...

    30 10 Melden
  • glüngi 28.03.2016 13:23
    Highlight Highlight Als Grafiker habe ich eh fast nur Bücher die zu 90% mit Bilder gefüllt sind. Wesdhalb ich alle ange... äääh gelesen habe.

    Aber ich lese noch gerne. habe aber auch viele Bücher im Regal die ich noch nie im Leben von innen gesehen habe. Ich weiss nicht mal wie die in das Regal gekommen sind...
    26 2 Melden
  • Hierundjetzt 28.03.2016 13:04
    Highlight Highlight Ist doch egal ob die ganze Bibliothek aus Barbara Cartland und Konsalik besteht, hauptsache die Person liest.

    Der Geist öffnet sich, die Sprachqualität und der Wortschatz erweitern sich, angenehme Gespräche treten ein. ...um das geht es doch im Prinzip 😊
    46 2 Melden
    • Lichtblau 28.03.2016 22:06
      Highlight Highlight Stimmt genau. Das hat auch Peter Bichsel mal gesagt.
      2 0 Melden
  • Altweibersommer 28.03.2016 12:36
    Highlight Highlight Wenn man nach Weihnachten mit einem Stapel neuer Bücher dasteht, die dann erst mal im Regal verschwinden, und dann Jahre später beim Streicheln: "hey was ist denn das?" :)
    17 0 Melden
  • Sveitsi 28.03.2016 12:35
    Highlight Highlight Meine Bücher werden der Grösse nach ins Bücherregal gestellt. 📚
    21 4 Melden
  • azoui 28.03.2016 12:18
    Highlight Highlight Ausschnitt aus meinem Bücherregal. Lese ca. 20 Bücher im Jahr (denke ich). Bin ein Langsamleser.
    User Image
    14 4 Melden
  • niklausb 28.03.2016 12:15
    Highlight Highlight Zum Glück hast du deine Eltern davor bewahrt die Bücher in den Abfall zu werfen, denn wenn schon denn schon gehören sie in die Papiersamlung *klugscheissoverandout*
    32 2 Melden
    • cbaumgartner 28.03.2016 13:14
      Highlight Highlight Noch besser wäre es natrülich die Bücher wiederverwenden und sie z.B. einer Bibliothek spenden.

      Ja, mit mir macht es Spass an Parties!
      32 1 Melden
    • niklausb 28.03.2016 16:57
      Highlight Highlight @cbaumgartner ja klaar siehe die storry miz den 50 shades of grey büchern
      6 1 Melden
  • Gröipschi 28.03.2016 12:02
    Highlight Highlight Mein verstaubtes Buch ist das Silmarillion. Ich bin riesiger Herr der Ringe Fan, aber dafür konnte ich mich leider noch nicht überwinden.
    Ansonsten habe ich jedes Buch in meiner Bibliothek gelesen. Da ich etwa ein Buch pro Woche lese, habe ich nun einen E-reader. Klassiker kauf ich mir noch in Buchform für meine Bibliothek. Ja, ein wenig zum protzen, Klassiker machen sich gut im Bücherregal. Aber immerhin lese ich sie auch.
    11 1 Melden
    • Marnost 28.03.2016 12:55
      Highlight Highlight War bei mir ähnlich, hat sich jedoch gelohnt es zu doch noch zu lesen. Wenn du es noch nicht gelesen hast, versuch es mal mit "Die Kinder Húrins".
      9 0 Melden
  • Yelina 28.03.2016 11:58
    Highlight Highlight Ich besitze 2 - 3 Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, aber die übrigen lese ich immer wieder, mit Abständen von mehreren Jahren dazwischen. Bei manchem Reread fallen Dinge auf, die beim ersten Mal nicht aufgefallen sind. Spitzenreiter dabei ist das Lied von Eis und Feuer, schon 4 mal gelesen und jedes Mal neue Erkenntnisse gewonnen.
    20 3 Melden
  • EvilBetty 28.03.2016 11:51
    Highlight Highlight Lustig dass jemand als gebildet gilt nur weil er X und Y gelesen hat. Aber dann dumm an der Strasse steht wenn er einen Platten am Auto hat...
    29 17 Melden
    • philosophund 28.03.2016 11:55
      Highlight Highlight haha Stell mir grad den von Rothenfluh genannten BMW-Protzer vor - ergänzt mit "ICH LESE VOLTAIRE" Schriftzug auf der getönten Heckscheibe.
      45 4 Melden
    • whatthepuck 28.03.2016 12:17
      Highlight Highlight So ein Kommentar kann nur von jemandem kommen der nicht liest. Antwort: Weil in Büchern die grossen Fragen und Themen der Menschheit diskutiert werden. Und weil die Menschheit dadurch wiederum weiter gebracht wird.

      Einen Platten flicken können ist zwar nützlich im Alltag, treibt die Menschheit aber nicht zu neuen Höchstleistungen an.

      Abgesehen davon ist der "Gebildete der handwerklich nix drauf hat" so ein ausgelutschtes Klischee. Weshalb sollten Gebildete nix können? Ist denn jeder Handwerker umgekehrt ein geistiger Blindgänger?
      63 9 Melden
    • philosophund 28.03.2016 12:32
      Highlight Highlight @whattepuck: ergänzend: Die Menschen lesen leider nicht die Bücher mit den "grossen Fragen und Themen der Menschheit", sondern ergötzen sich ab Fifty Shades und Wirtschaftsbücher über Schweine & Pinguine: Schweineprinzip, Blocherprinzip, Pinguinprinzip u.ä.. Ich wünschte mir die Leute würden mehr zu den hervorragenden Büchern der Aufklärung lesen. Das sind die wahren Schätze und öffnen den eigenen Horizont.

      25 4 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • atomschlaf 28.03.2016 11:45
    Highlight Highlight Die farbliche Ordnung gefällt mir ganz gut.
    Aber was ist mit dem Etch-A-Sketch mittendrin?
    12 2 Melden
  • Hierundjetzt 28.03.2016 11:42
    Highlight Highlight Iwo. Voll Orell Füssli Style 😜 Nach übergeordneter Kategorie, danach alphabetisch.
    17 0 Melden
  • dä dingsbums 28.03.2016 11:40
    Highlight Highlight Tipp: Im Bücher Brocky kann man sich für ein zwei Franken mit Bücher eindecken. Die sind gebraucht und sehen so aus, wie wenn man sie im Rucksack hatte als man durch Australien getrampt ist. Die eignen sich also wunderbar für ein Blöffer-Regal.

    Bei mir steht seit längerem nur noch der Kindle einsam im Regal und selbst der setzt schon Staub an...
    36 1 Melden
  • Kaspar Floigen 28.03.2016 11:39
    Highlight Highlight Deshalb: Videospielregal im Wohnzimmer. Man macht niemandem was vor und in ein paar Jahrzehnten wird ein Miyamoto-Spiel der 90er sowieso genau so als Klassiker angesehen, wie ein Shakespeare.
    24 1 Melden
    • Luca Brasi 28.03.2016 12:21
      Highlight Highlight Miyamoto ftw!
      8 0 Melden
    • Micha Moser 28.03.2016 16:45
      Highlight Highlight Woopwoop! Denk ich genau gleich :)
      2 0 Melden
  • philosophund 28.03.2016 11:36
    Highlight Highlight Mit Pomp habe ich mir vor einem Jahr ein Kindle zugelegt. Anfänglich noch begeistert, musste aber dennoch feststellen, dass das Teil Papier nicht ersetzt.
    30 4 Melden
    • Abnaxos 28.03.2016 14:09
      Highlight Highlight Zum Glück ersetzen eReader Papier nicht. Ich lese erst wieder Bücher, seit ich einen vernünftigen eReader habe (wichtig: es muss ein E-Ink-Display sein).

      Papier ist schwer, unpraktisch und Baumquälerei. Das ist mir zu blöd.
      8 4 Melden
  • bangawow 28.03.2016 11:19
    Highlight Highlight Ich glaube, ich habe wirklich alle meine Bücher gelesen. Natürlich fehlt da 'Shakespeare' und 'How to live with a huge penis', weil ich das uninteressant finde. Ich glaube, deshalb habe ich alles gelesen, weil ich eben nur das lese, was mir gefällt. Und nicht, was zum guten oder schlechten Ton gehört.

    PS: Mein Lieblingsbuch ist 'Vincent' von Joey Goebel ^^
    14 2 Melden
  • Der Tom 28.03.2016 11:08
    Highlight Highlight Ich habe alles in der Cloud. Die ganze Bibliothek jederzeit auf allen Geräten verfügbar. So kann ich alle Bücher auch unterwegs NIE lesen.
    82 4 Melden
  • Luca Brasi 28.03.2016 11:06
    Highlight Highlight Tja, wir Streetcred-Kids aus dem Ghetto lesen eben nicht. Wir beziehen unser Wissen mündlich von "what is the word from the streets". Thug life! ;)
    PS: Sie haben wirklich ALLE Bücher über die Römer komplett gelesen? Samt Widmung des Autors und sämtlichen Quellenbelegen und Sekundärliteratur? Wirklich? ;)
    9 16 Melden
    • Anna Rothenfluh 28.03.2016 13:13
      Highlight Highlight Herr Brasi, wollen sie mir noch faule Tomaten an den Grind schmeissen, wo ich mich doch schon freiwillig an den Pranger gestellt habe? :-)
      Die Römerbücher, die ich habe, habe ich tatsächlich ALLE gelesen. Viel davon ist Sekundärliteratur, einiges Primär: Sueton, Tacitus, Caesar, Cicero und so. Sie wollen doch nicht wieder mit mir streiten, so wie damals wegen Agrippina haha?
      18 3 Melden
    • Luca Brasi 28.03.2016 14:31
      Highlight Highlight Ich mache nur Spass, wobei ich mal wieder gerne mit Ihnen über das alte Rom streiten würde (bringen Sie mal wieder einen Artikel darüber, wenn Sie schon so viele Bücher darüber haben, Nebenbemerkung: hübsche Büsten, die Sie da in Ihrer Bibliothek haben). ;)
      Aber auch sonst ist Ihre Bibliothek sehr aufschlussreich: Jede Menge Vargas und anscheinend sind Sie im Sternzeichen Skorpion geboren. Da bekommt der Spruch "Ich lese Sie wie ein Buch" eine interessante Bedeutung. ;)
      Ich komme mir gerade vor wie ein Stalker. Aber vielleicht habe ich auch zu viel Sherlock geschaut. Haha.
      10 1 Melden
    • Anna Rothenfluh 28.03.2016 15:25
      Highlight Highlight Nicht übel, stalkender Sherlock. Jep, Vargas ist meine Lieblings-Krimiautorin momentan. Mit dem Skorpion haben Sie auch recht. Und ich würde gerne den lieben langen Tag über Römer schreiben, aber das kann ich leider nicht. Deswegen muss ich immer warten bis wieder irgendein Jubiläum ist, damit ich meine Abstecher in die Antike rechtfertigen kann.
      10 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Silbermuschel 28.03.2016 11:04
    Highlight Highlight Ich liebe alle meine Bücher, ich habe alle gelesen und es handelt sich dabei nicht um solche Goethe oder Schiller Werke, sondern einfach nur um Unterhaltungs Litertatur.
    41 2 Melden
  • goalfisch 28.03.2016 11:01
    Highlight Highlight "how to live a huge penis"
    WHAT?
    36 1 Melden
    • Lina Selmani 28.03.2016 11:10
      Highlight Highlight Ich kann es dir mal borgen, wenn du willst.
      52 3 Melden
    • TanookiStormtrooper 28.03.2016 11:41
      Highlight Highlight @Lina
      Mach doch einfach mal ein Video, wo du die besten Stellen daraus vorliest. :)
      46 1 Melden
  • Kibar Feyzo 28.03.2016 10:59
    Highlight Highlight Gelesene, oder auch nie geöffnete Bücher landen sukzessive im öffentlichen Bücherschrank im Stadtpark. Das gibt mehr Platz in der Stube und ein gutes Gefühl noch dazu.
    21 2 Melden
    • philosophund 28.03.2016 11:45
      Highlight Highlight Ich kann das irgendwie nicht. Ich kann mich von den Teils nicht trennen. Fetisch oder Messie? Keine Ahnung warum.
      29 1 Melden

Autor Linder: «Mit meinem Buch kann man nirgendwo mitreden oder an Partys auftrumpfen»

Eigentlich hat die Schweiz ihn ja schon seit 34 Jahren, aber bisher hat Lukas Linder ausschliesslich fürs Theater geschrieben. Nun endlich ist sein Erstlingsroman erschienen – ein Anlass für uns, ihm 37 höchst existentielle Fragen zu stellen.

Die NZZ hat ihn einen «aufstrebenden Erzähler» genannt, ich nenne ihn ein Phänomen. Das wage ich zu sagen, weil ich Lukas Linder kenne. Nur, dass ihr gleich Bescheid wisst und hinterher nicht klagt, ich hätte hier schamlos Schleichwerbung für einen guten Freund betrieben. 

Überdies hat Reich-Ranicki einmal gesagt: «Es gibt Menschen, die auf eine hinreissende Weise Blödes von sich geben.» 

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob er damit Linder gemeint hat. Jedenfalls ist Reich-Ranicki …

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