Luftfahrt
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Flowers lay on a piece of the crashed Malaysia Airlines Flight 17 near the village of Hrabove eastern Ukraine Monday, July 21, 2014. Four days after Flight 17 was shot out of the sky, international investigators still have had only limited access to the crash site, hindered by pro-Russia fighters who control the verdant territory in eastern Ukraine. Outrage over the delays and the possible tampering of evidence at the site was building worldwide, especially in the Netherlands, where most of the victims were from. (AP Photo/Dmitry Lovetsky)

Blumen auf einem Wrackteil. Bild: Dmitry Lovetsky/AP/KEYSTONE

Gewissheit steigt

MH17-Abschuss: Experten sehen Beweise für Raketentreffer 

Die Hinweise auf einen Abschuss von Flug MH17 durch Separatisten verdichten sich: Ein durchlöchertes Wrackteil der abgestürzten Boeing weist nach einem Bericht der «New York Times» auf einen Raketentreffer durch das russische Buk-Flugabwehrsystem hin.

22.07.14, 11:46 22.07.14, 13:27

Ein Artikel von

Bislang beschuldigen sich das ukrainische Militär und prorussische Rebellen gegenseitig, für den Abschuss der MH17 von Malaysia Airlines verantwortlich zu sein. Möglicherweise geben die beiden Blackboxes Aufschluss über den Hergang. Experten des britischen Verteidigungs-Fachverlags IHS Jane's wollen jetzt eindeutige Hinweise auf einen Raketentreffer durch das russische Flugabwehrsystem «Buk» gefunden haben.

Schrapnell-Spuren an der Boeing seien ein Hinweis darauf, dass das Flugzeug durch eine Rakete mit Überschallgeschwindigkeit zerstört wurde, zitiert die «New York Times» die britischen Militär-Sachverständigen. Unter anderem wurden die Form der Löcher und der abgeplatzte Lack an der Aussenseite eines vom Flugzeugrumpf stammenden Wrackteils als Belege angeführt.

Die Experten vermuten deshalb, dass das Flugzeug der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord am Donnerstag durch die Rakete eines russischen «Buk»-Flugabwehrsystems getroffen wurde. Die USA verdächtigen prorussische Separatisten, die Zivilmaschine mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen zu haben.

Mit dem «Buk»-System ist es möglich, auch hoch fliegende Maschinen abzuschiessen. Laut öffentlich verfügbaren Informationen kann es je nach Typ der Rakete Flugzeuge in Höhen von 14 bis 25 Kilometern angreifen. Die Geschosse verfügen über einen 60 bis 70 Kilogramm schweren sogenannten Fragmentations-Gefechtskopf, der von einem Radar-Näherungszünder ausgelöst wird. Er explodiert in unmittelbarer Nähe des Flugzeugs und durchlöchert es. Der Sprengkopf wirke «mehr wie eine Schrotflinte als ein Gewehr», wird Reed Foster, einer der Analysten von Jane's, zitiert. 

Die Blackbox dürfte weitere Erkenntnisse bringen. Bild: ROBERT GHEMENT/EPA/KEYSTONE

Zwei Reporter der «New York Times» hätten das Wrackteil auf einem Feld nur wenige Kilometer von der Stelle mit den meisten Trümmerteilen fotografiert, heisst es in dem Artikel weiter. Es sei zwar unmöglich, aufgrund dieser Aufnahmen den genauen Raketentyp festzustellen. Aber die festgestellten Schäden stimmten mit denen überein, die ein russisches «Buk»-System verursachen würde. 

Auch die «Financial Times» hatte zuvor über Beweise berichtet, dass Flug MH17 von einer Boden-Luft-Rakete vom Himmel geholt wurde. An der Absturzstelle gebe es Schrapnell-Spuren an Wrackteilen. Die Grösse des Treffers weise auf eine SA-11-Rakete hin, wird Justin Bronk zitiert, Analyst beim Royal United Service Institute in London. Es seien jedoch genauere Untersuchungen notwendig, um konkretere Erkenntnisse zu gewinnen.

Ein ehemaliger Offizier der Royal Air Force, dem das Foto mit dem Wrackteil gezeigt wurde, berichtete ebenfalls, dass die Schäden denen ähnelten, die an Flugzeugen durch Raketen verursacht würden. 

(als)



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    Alle Leser-Kommentare
  • LukeSnowwalker 22.07.2014 22:59
    Highlight Wie wohl ein paar Leute es eventuell bemerkt haben, führt man in den letzten Monaten eine Hetzkampangne gegen Russland ( siehe Sotchi, Schwulenrechte, Krim, Ostukraine etc.). Ich möchte jetzt nicht irgend eine Verschwörungstheorie aufstellen, aber das verschwundene Flugzeug, Flug MH370, eine Boeing 777-200ER, Kennzeichen 9M-MRO ist vor ein paar Monaten verschwunden. Jetzt wird ein Flugzeug, auch eine Boeing 777-200ER mit dem ähnlichen Kennzeichen 9M-MRD über dem ostukrainischen Gebiet abgeschossen.... Die Amis wussten, obwohl die Maschine noch nicht einmal ausgebrannt war, genau welche Boden-Luft-Rakete das Flugzeug abgeschossen hat. Auch in den Medien hört man nichts über die 2 ukrainischen Flugzeuge, welche von einem spanischen Fluglotsen gesehen wurden auf dem Radar, nur ein paar KM neben dem Flug MH17 flogen... Aber heeeeey, es waren die Russen, wir wissen es nicht genau, wir konnten es noch nicht aufklären, aber man muss Sanktionen gegen Russland aufstellen, wir wissen es nicht, aber es waren die Russen!
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    • Horny 23.07.2014 11:46
      Highlight Endlich jemand, der sich mit den Fakten befasst!
      0 0 Melden
  • Horny 22.07.2014 15:40
    Highlight Wie kommt der Schreiber dazu, den Separatisten diesen Abschuss anzulasten?
    Es existieren hierfür keinerlei Beweise. Genauso besteht die Möglichkeit, dass es die Ukrainische Armee war.
    Last doch bitte zu, dass vor allen wilden Spekulationen die Fakten und Beweise sammeln und Auswerten, um dann sachlich Stellung zu beziehen.
    5 3 Melden
  • zombie1969 22.07.2014 12:40
    Highlight Am allermeisten beunruhigen sollte die Tatsache, was Hightech-Waffen in den Händen fanatisierter Halbgebildeter anrichten können. Woher haben die diese Waffen?
    Und was für Staaten heute bereits über Nuklearwaffen verfügen, dann sträuben sich einem die Nackenhaare ohnehin.
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