Mexiko
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Grosser Erfolg

Chef des Juárez-Kartells in Mexiko festgenommen



epa04439108 A member of the Federal Police leads alleged Mexican leader of the Juarez drug cartel Vicente Carrillo Fuentes (R), frequently referred to by his alias El Viceroy, at the hangar of the Attorney General of Mexico in Mexico City, Mexico, 09 October 2014. Carrillo Fuentes was arrested in the city of Torreon, northern state of Coahuila. The FBI offered five million US dollar reward for information leading to Carrillo Fuentes' detention, which is part of a series of high profile operations against drug lords in Mexico.  EPA/MARIO GUZMAN BEST QUALITY AVAILABLE

Ein Polizist führt Vicente Carrillo Fuentes ab. Bild: EPA/EFE

Die mexikanische Polizei hat den Chef des Drogenkartells von Juárez gefasst. Vicente Carrillo Fuentes alias «El Viceroy» sei in der Stadt Torreón im Bundesstaat Coahuila im Norden des Landes festgenommen worden, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Monte Alejandro Rubido am Donnerstag.

Am Abend wurde «El Viceroy» nach Mexiko-Stadt geflogen. Im Fernsehen war zu sehen, wie vermummte Elitepolizisten den 51-Jährigen auf einem abgesperrten Teil des Flughafens zu einem Helikopter führten. Mit diesem sollte er zur Staatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität gebracht werden.

In Torreón hätten die Ermittler zunächst das Auto entdeckt, das Carrillo Fuentes üblicherweise fährt, sagte Rubido. Daraufhin habe die Bundespolizei einen Kontrollposten errichtet und den Kartell-Chef gestoppt. Er sei in Begleitung eines Leibwächters gewesen und habe Waffen bei sich getragen.

Gegen Carrillo Fuentes liegen fünf Haftbefehle wegen organisierter Kriminalität und Drogenhandels vor. Er war einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes. Die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft bot 30 Millionen Pesos (2,1 Millionen Franken) für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen.

This undated image taken from the FBI webpage shows Vicente Carrillo Fuentes, the alleged leader of the Juarez drug cartel. Mexican officials said Thursday, Oct. 9, 2014, that Carrillo Fuentes has been arrested in the northern city of Torreon. (AP Photo/FBI website)

Das nicht mehr ganz aktuelle Fahndungsbild des FBI. Bild: AP/FBI Website

Drogenabhängigkeit gefördert

Auch das US-Aussenministerium hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf Carrillo Fuentes ausgesetzt. Die Antidrogenbehörde DEA begrüsste die Festnahme des Kartell-Chefs. Das Juárez-Kartell habe die Gewalt in Mexiko geschürt und Drogenabhängigkeit in den USA begünstigt, sagte DEA-Direktorin Michele Leonhart.

Carrillo Fuentes hatte das Juárez-Kartell seit dem Tod seines Bruders Amado im Jahr 1997 geführt. Der legendäre «Señor de los Cielos» war bei einer plastischen Operation ums Leben gekommen, mit der er sein Äusseres verändern wollte. Mit einer eigenen Flugzeugflotte hatte der «Herr der Lüfte» den Drogenschmuggel revolutioniert und tonnenweise Kokain in die USA geschafft.

Unter Amado war Vicente Carrillo Fuentes zunächst Sicherheitschef der Bande. Die Brüder stammen wie zahlreiche mächtige Kartellchefs aus der Drogenhochburg Sinaloa im Westen des Landes. Das Juárez-Kartell ist eines der ältesten Verbrechersyndikate des Landes und beherrscht den Drogenschmuggel zwischen Ciudad de Júarez und El Paso in den USA. Die Bande konkurriert vor allem mit dem mächtigen Sinaloa-Kartell um Einfluss und Schmuggelrouten.

Mehr als zehntausend Menschen wurden in den vergangenen acht Jahren im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen in Ciudad Juárez getötet.

Allianz der Kartelle

Ihre guten Beziehungen zu den Sicherheitskräften und Politikern sowie Allianzen mit bewaffneten Gruppen wie den Aztecas und La Linea liess sie ihre Position allerdings behaupten. Im Kampf gegen das Sinaloa-Kartell verbündete sich die Bande zuletzt mit den Verbrechersyndikaten Beltrán Leyva und Los Zetas.

Zuletzt hatten die mexikanische Sicherheitskräfte eine Reihe prominenter Drogenbosse festgenommen: Erst in der vergangenen Woche fassten sie Héctor Beltrán Leyva, Chef des gleichnamigen Kartells. Im Februar war ihnen der legendären Boss des Sinaloa-Kartells, Joaquín «El Chapo» Guzmán, ins Netz gegangen. Nach Einschätzung von Experten schwächen die Festnahmen die kriminellen Organisationen allerdings nicht dauerhaft. (sda/afp/dpa)

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