MH370
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A crew member aboard a Royal New Zealand Air Force P-3K2 Orion aircraft is pictured alongside handwritten notes of other search craft in the area, during a search for the missing Malaysian Airlines flight MH370 over the southern Indian Ocean in this March 29, 2014 file photo. The U.S. Navy described as

Crewmitglied eines Suchflugzeugs im Indischen Ozean: «Das Gebiet kann als letzter Ruheplatz ausgeschlossen werden.» Bild: Reuters

Verschollene Boeing

Australien verwirft Blackbox-Spur von Flug MH370 – Suchteam steht somit wieder ganz am Anfang

Vermeintliche Blackbox-Signale von Flug MH370 lösten im Indischen Ozean eine wochenlange Suche aus. Jetzt ist die Aktion offiziell beendet – das verschollene Flugzeug liege nicht in dem Gebiet, teilte die zuständige Behörde mit.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Noch vor sechs Wochen schien der Durchbruch greifbar nahe. Angus Houston, Koordinator der Suchaktion nach Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean, hatte vor Reportern von einer «höchst aussichtsreichen Spur» gesprochen, von Ultraschalltönen unter Wasser, die den Signalen eines Flugschreibers entsprächen. Nach wochenlanger Suche mit einem Spezial-U-Boot ist diese Spur nun offiziell kalt. 

In der Meeresregion, in der die Töne registriert wurden, sei die Suche abgeschlossen, teilte das Koordinationszentrum JACC unter Berufung auf die australische Verkehrssicherheitsbehörde mit. «Das Gebiet kann damit als letzter Ruheplatz von Flug MH370 ausgeschlossen werden.» 

Nachdem ein Spezialgerät der US-Marine Anfang April die vermeintlichen Blackbox-Signale registriert hatte, war das Suchgebiet auf 850 Quadratkilometer westlich der australischen Küste eingegrenzt worden; zum Einsatz kam dabei das unbemannte Mini-U-Boot «Bluefin 21». Bestätigt wurden diese Ortungen allerdings nie; auch Trümmerteile des vermissten Flugzeugs wurden bis heute nicht gefunden. Das Eingeständnis des JACC bedeutet nun einen weiteren Rückschlag bei der Suche nach Flug MH370. 

Crew aboard the Australian Defence Vessel Ocean Shield move the U.S. Navy’s Bluefin-21 into position for deployment in the southern Indian Ocean April 14, 2014 to look for the missing Malaysian Airlines flight MH370 in this picture released by the U.S. Navy. Australia's deputy prime minister on May 29, 2014 said officials remained confident the missing Malaysia Airlines jet is somewhere in southern Indian Ocean despite searchers saying wreckage was not on the seabed in the area they had identified. The search was narrowed last month after a series of acoustic pings thought to be from the plane's black box recorders were heard near where analysis of satellite data put its last location, some 1,600 km (1,000 miles) off the northwest coast of Australia. Picture taken April 14, 2014.  REUTERS/U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 1st Class Peter D. Blair/Handout  (MID-SEA - Tags: MILITARY TRANSPORT MARITIME) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO SALES. NO ARCHIVES. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS

Mit dem U-Boot «Bluefin 21» hatte man nach dem verschollenen Flugzeug gesucht. Bild: HANDOUT/REUTERS

Geräusche womöglich durch Schiff verursacht 

Bereits kurz zuvor hatte CNN einen hochrangigen Vertreter der US-Marine mit den Worten zitiert, die empfangenen Pings stammten nach Überzeugung fast aller an der Suche beteiligten Behörden nicht von der Blackbox eines Flugzeugs. «Vermutlich handelte es sich um Geräusche, die durch das Schiff verursacht wurden, oder die in der Elektrik des Unterwassermikrofons selbst entstanden.»

Das internationale Ermittlerteam steht damit wieder am Anfang seiner Bemühungen. Ein chinesisches Schiff soll nun in einem 60'000 Quadratkilometer grossen Gebiet den Meeresboden kartieren, bevor ein Privatunternehmen die weitere Suche unter Wasser übernehmen kann. Dieser Teil der Mission könnte im August beginnen und bis zu zwölf Monate dauern. Umgerechnet rund 40 Millionen Euro werden als Kosten für den Einsatz veranschlagt.

Australiens stellvertretender Premierminister Warren Truss zeigte sich dennoch optimistisch, dass die Maschine gefunden werden kann. «Wir sind weiter zuversichtlich, dass das Flugzeug im südlichen Indischen Ozean liegt, und zwar entlang des siebten Ping-Bogens», sagte er vor dem Parlament und bezog sich dabei auf Berechnungen der britischen Firma Inmarsat. 

Auch ein zweiter Ansatz blieb erfolglos

Anhand von Satelliten-Kommunikationsdaten (sogenannter Pings) hatte das Unternehmen eine wahrscheinliche Flugroute der Boeing 777-200 kalkuliert, die demnach noch stundenlang nach dem Abbrechen des Funkkontakts in südlicher Richtung weitergeflogen war. Anfang der Woche hatte Inmarsat gemeinsam mit der malaysischen Regierung die Rohdaten veröffentlicht, auf denen diese Einschätzung fusst. Unabhängige Experten versuchen nun, die Berechnungen nachzuvollziehen; das allerdings kann einige Wochen dauern. 

Unterdessen bleibt wohl auch ein weiterer Ansatz erfolglos, das Schicksal des mitsamt seiner 239 Insassen verschwundenen Flugzeugs aufzuklären. So hatte das Ermittlerteam bei der internationalen Atomtest-Überwachungsbehörde CTBTO angefragt, die ein Netz von hochsensiblen Unterwassermikrofonen betreibt. 

«Die CTBTO und Behörden ihrer 183 Mitgliedstaaten haben alle relevanten Daten überprüft», heisst es nun in einer schriftlichen Stellungnahme. "Es wurde kein Signal gefunden, das auf das Schicksal von Flug MH370 hinweisen könnte." (rls/Reuters)



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