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Flüchtlinge nach ihrer Ankunft auf der Insel Lampedusa. Bild: EPA/ANSA

traurige bilanz

46'000 flüchteten über das Mittelmeer – 700 kamen nie an

Sie riskieren ihr Leben, um ein besseres Leben zu finden: Fast 46'000 Menschen wagten letztes Jahr die gefährliche Überfahrt nach Italien und Malta.



Jedes Jahr versuchten Tausende aus armen und kriegsversehrten Ländern, auf völlig überfüllten und teilweise kaum seetüchtigen Booten von Nordafrika nach Europa zu gelangen. 

2013 erreichte ihre Zahl auf der wichtigsten Route nach Italien und Malta mit 45'700 einen neuen Höchststand, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf mit.

Eine Ausnahme bildete das Jahr 2011. Der Aufstand gegen Diktator Muammar Gaddafi in Libyen liess damals die Zahl der Flüchtlinge auf mehr als 64'000 explodieren. 2012 kam es zu einem starken Rückgang und im Folgejahr erneut zu einem beträchtlichen Anstieg.

Die meisten Migranten landeten auf der winzigen Insel Lampedusa (14'700), gefolgt von Sizilien (14'300), während Malta 2800 Menschen aufnehmen musste. 

epa02672288 A boat carrying migrants arrives at the harbour of the Italian island of Lampedusa, 06 April 2011. Scores of migrants were feared dead on 06 April after a boat thought to be carrying about 200 people from North Africa capsized off the Italian island of Lampedusa, officials said. Only 48 people were rescued so far, Italian coast guard officer Pietro Carosia said. The 48 survivors, who were picked up by a coast guard patrol some 39 nautical miles from Lampedusa, had arrived on the island by mid-morning.  EPA/ETTORE FERRARI

Ein schrottreifer Kahn mit Flüchtlingen wird von der italienischen Küstenwache aufgebracht. Bild: EPA/ANSA

Verantwortlich für den starken Anstieg ist in erster Linie der Bürgerkrieg in Syrien. Von dort stammen die meisten Flüchtlinge, gefolgt von den afrikanischen Staaten Eritrea und Somalia.

Vorwiegend Männer

Die Zahl der Menschen, die «vor Kriegen und unterdrückerischen Regimen fliehen» wachse beständig, sagte der für den Mittelmeerraum zuständige IOM-Direktor José Angel Oropeza. 

Die grosse Mehrheit der in Italien gestrandeten Migranten sind Männer. Etwas mehr als zehn Prozent (5400) sind weiblich. Besonders auffällig: Von den 8300 registrierten Minderjährigen waren 5200 ganz allein auf der Flucht. 

Mahnende Worte des Papstes

Jährlich sterben Hunderte bei der Suche nach einem besseren Leben. 2013 waren es rund 700 Todesopfer. Mehr als die Hälfte entfiel auf das Unglück von Anfang Oktober vor Lampedusa, das weltweit für Entsetzen gesorgt hatte. 

Weit schlimmer war die Opferbilanz im Rekordjahr 2011: Damals bezahlten 2300 Menschen die Reise der Hoffnung über das Mittelmeer mit ihrem Leben.

epa03897765 Coffins of victims of a boat accident with migrants that sank killing more than hundred people are seen in an hangar of Lampedusa airport, Italy, 05 October  2013. Italy mourned the 300 African asylum-seekers feared dead in the worst ever Mediterranean refugee disaster, as the government appealed for Europe to stem the influx of migrants. Italian emergency services hoped to resume the search for bodies despite rough seas after the accident, in which 111 African asylum-seekers are confirmed dead and around 200 more are still missing.  EPA/CORRADO LANNINO

Särge mit Opfern des Unglücks vom 3. Oktober 2013. Mehr als 360 Flüchtlinge waren ums Leben gekommen, als ein aus Libyen kommendes Boot vor der Insel Lampedusa gesunken war. Bild: EPA

DIe IOM erinnert in ihrer Mitteilung an die Worte von Papst Franziskus zum Weltflüchtlingstag am 19. Januar: «Migranten und Flüchtlinge sind keine Bauern auf dem Schachbrett der Menschheit. Es sind Frauen, Kinder und Männer, die ihre Heimat aus verschiedenen Gründen verlassen oder dazu gezwungen sind. Mit der Realität der Migration muss auf eine neue, gerechte und effektive Art umgegangen werden.» (pbl/sda)

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