mint

Wenn der Snack zum Outfit passt – eine Food-Homage im Retrochic

Essen und Mode sind keine guten Freunde. Essen macht dreckig und rund. Das vertragt sich nicht mit schicken Klamotten. Oder doch?

25.04.17, 09:21

Essen ist peinlich, irgendwie. Auf jeden Fall dann, wenn einem dabei zugeschaut wird. Da hockt man in der kurzen Mittagspause auf einer Parkbank. Man versucht möglichst geschickt und ohne eine grosse Sauerei zu verursachen, einen fettigen Käsekuchen zu schnabulieren – aber kein Vorsicht der Welt hilft in diesem Moment, das stechende Gefühl des Beobachtetwerdens zu ersticken.

Dieses eklige Gefühl ist denn auch mitverantwortlich, dass Essen für lange Zeit als natürlicher Feind der Mode galt. Dann aber kam der Hashtag #foodporn. Und mit dessen inflationärer Verwendung steht Essen nun wieder in Eintracht mit der Fashion-Welt: Auf den Blogs von Amateur-Models und digitalen It-Girls werden fleissig Rezepte veröffentlicht, Bilder von Tellern gefüllt mit deftiger Pasta gepostet und Soul-Food als Psychotherapie-Form propagiert.

In diesen foodpornösen Kanon reihen sich nun auch die Fotografin Kelsey McClellan und die Stylistin Michelle Maguire ein. Ihr Projekt «Wardrobe Snacks» widmet sich der Inszenierung des allseits beliebten aber lange unterschätzten Snacks.

Alle Bilder wurden uns von Kelsey McClellan und  Michelle Maguire zur Verfügung gestellt.

Ob ein öliges Pizzabrot, Pistazieneis, ein künstlich gefärbtes Biscuit oder ein Donut – McClellan und Maguire haben fast keine «Zwischendurchmahlzeit» für ihre Foto-Serie ausgelassen. Mit dem Stilmittel der minimalen Close-Up Fotografie inszenieren sie sündhafte Leckerbissen mit monochromen Modesets. Es entsteht ein knallbuntes, aber dennoch einödes Editorial, das mit einem gewissen Retro-Charme spielt.

«Der Snack ist die uneleganteste Mahlzeit. Sie kennt keine Form. Wir haben versucht, ihr eine zu geben. Und obwohl die Bilder schön aussehen, sind sie irgendwie falsch.»

Kelsey McClellan

«Ich kreiere Situationen oder Welten, die es nicht gibt. Meine Kunst besteht daraus, diese von mir erdachten Szenen in einen kleinen, visuell greifbaren Moment zu verwandeln», erzählt McClelllan im Interview mit watson. «Dabei interessieren mich vor allem Gegensätze. Das ‹Snacken› ist für mich eine Tätigkeit, in die man nicht viele Gedanken rein steckt. Es ist etwas Praktisches und etwas Lustvolles zugleich. Und es steht im absoluten Gegensatz zu einer eleganten, farblich abgestimmten Garderobenauswahl.» 

Das Künstlerinnenkollektiv begann ihr Projekt mit der Auswahl von Farbstimmungen. Daraufhin stürzte sich die in Columbus lebende Stylistin Maguire in die örtlichen Secondhand-Läden. Von ihrer modischen Ausbeute ausgehend, bestimmten die beiden Künstlerinnen dann, welche Snacks passend sein könnten.   

«Das Bild mit dem Onigiri wirkt auf mich sehr beruhigend. Denn Reis ist für mich eine Art ‹Soul Food› und die Farbe dunkelgrün versetzt mich in eine friedliche Stimmung.»

Kelsey McClellan

«Die Kombination von edlem Weiss und einem spottbilligen Schokoriegel finde ich urkomisch. Die Falten der Bluse harmonieren auf solch kitschige Art und Weise mit der welligen Struktur des Riegels.» 

Kelsey McClellan

Die beiden Künstlerinnen hätten sich schon jeher für das Thema Essen interessiert. McClellan erklärt uns, dass sie Nahrung sehr stark mit Emotionen und Erinnerungen verbinde. So wechsle bei ihr die Stimmung und die Lust auf einen Snack mit dessen Farbe. Die Art der Kleider in ihren Fotografien untermalen dieses Empfinden, sie überspitzen es gar. Und mit ihrem retroesken Stil symbolisieren sie unsere Erinnerungen an bestimmte Produkte: An die Kekssorte, die man als Kind zu speziellen Anlässen zu naschen bekam; an das Pizzabrot, das man sich jeweils im Urlaub gönnte oder an die Biscuits, die man mit der ehemaligen Mitarbeiterin ab und zu in den Mittagskaffee tunkte. 

Mehr aus der Serie «Wardrobe Snacks»:

P.S. Food und Fashion gibt's auch bei uns auf Social Media. Guck vorbei, bitte! 

Mehr mint gibt's hier:

11 Eltern, die mit ihren Influencer-Kids mächtig Kohle machen

Legt Chips und Popcorn beiseite, hier kommen 9 bessere Snacks für den TV-Abend

Tschüss, Hotel Mama! So haben diese 7 Menschen den Auszug von Zuhause erlebt

Liam füdliblutt – wieso Eltern denken müssen, bevor sie ihre Kinder zu Insta-Stars machen

Das ist das «Spiel des Jahres» 2017! Und so spielt es sich

Wir müssen uns dringend über die 00er-Jahre unterhalten! Sitzung! Sofort!

Heisse Tipps für kalte Tage: 11 Kino- und Serien für dein Wochenende

Von N wie Nasi Goreng bis Z wie Zimtschnecken: Teil II unserer Liebligsrezepte (Mit Ä Ö Ü)

«Sie hatte diese gewisse Aura von Coolness» – 4 Frauen über ihren Girlcrush

Wir haben den Lidl-Mikrowellen-Burger getestet, damit ihr's nicht tun müsst

«Happy Death Day» – der Möchtegern-Horrorfilm für die Instagram-Generation

Für einen friedlichen Filmabend – die liebsten Feel-Good-Movies der watson-User

Gamer aufgepasst: «Super Mario» hüpft vielleicht schon bald durch unsere Kinos

«Einmal die Mandeln raus, danke!»: Tagebuch einer Überlebenden

Wie eine Kommunisten-Cam zum Kultspielzeug für Hipster wurde

«Glupschgeister» – ein Spiel, das Menschen mit Wurstfingern zur Verzweiflung treibt

Tagebuch eines Landeis, Teil II: Was passiert, wenn du als «Stadtkind» dein Kaff besuchst

Auch wenn die Schweiz als teuer gilt: Diese Dinge kannst du gratis erleben!

«Bis ich merkte, dass Le Parfait aus Leber besteht» – 9 Kinderträume und was daraus wurde

«Wie kriege ich einen Sugar Daddy?» – 111 Fragen, die sich Post-Teenies stellen

Es gibt tausend gute Gründe, warum sich Paare auf Social Media nicht vernetzen sollten

Von A wie Apfelpfannkuchen bis M wie Makkaroni-Auflauf: Das sind unsere Lieblingsrezepte!

9 Serien, die einfach viel zu früh abgesetzt wurden ... schnief

Komplimente im Zeitalter des Likes: Wieso wir europäische Amis werden sollten

Jeden Tag ein Türchen: 13 aussergewöhnliche Adventskalender zum Nachbasteln

Die schrägsten Dinge, die Menschen im Internet gebeichtet haben

Mit diesen 10 Tipps kannst du ein winziges Bad gemütlich und effizient einrichten

12 schnelle Rezepte, für die du nur eine Pfanne schmutzig machen musst

11 simple Rezepte für deine veganen Gäste (und dich selbst) 🌱

15 Filme für jeden Grusel-Typ. (Ja, auch für so richtige Angsthasen)

7 gruselige (und wahre) Geschichten, die du besser nicht alleine im Dunkeln liest

JUHU, ES REGNET! Diese 9 coolen Dinge finden sowieso drinnen statt

Schaurig-schöner Halloween-Spass: 5 gruselige Rezepte zum Nachmachen

Herbstwetter! Filmwetter! 13 Film- und Serientipps für dein Weekend

Liebe geht bekanntlich durch den Magen: 7 Rezepte für deine Date-Nacht

«Stranger Things» geht wieder los! Wem das gefällt, dem gefallen auch diese 5 Serien

Alle Artikel anzeigen

Hier gibt's noch mehr «sorgfältig» ausgesuchte Kleidung:

 37 Menschen, die aus Versehen ihre Umgebung angezogen haben

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pinex 28.04.2017 02:19
    Highlight Würd ich sofort kaufen & zuhause aufhängen!
    0 2 Melden
  • Fonzie 26.04.2017 06:43
    Highlight Es muss für watson ziemlich anstrengend sein, ständig dafür sorgen zu müssen, dass sich Jovin Barrer und Oliver Baroni nicht in den Gängen begegnen. 😅
    4 0 Melden
  • Rendel 25.04.2017 14:33
    Highlight Find ich weder besonders ästhetisch, nicht aussagekräftig, regt meine Fantasie nicht an, bringt mich nicht zum Nachdenken, schau ich nicht gern länger an, also nichts darin was ich mit Kunst so verbinde. Langweilig!
    10 5 Melden
    • Aldobaldo 25.04.2017 15:13
      Highlight Oke
      1 2 Melden
  • El_Sam 25.04.2017 10:41
    Highlight Oh, somit neu die drittbeste Slideshow der Welt:
    Leute die (absichtlich?) ihren Snack angezogen haben ;-)
    9 1 Melden
  • jjjj 25.04.2017 09:37
    Highlight ich wünsche mir mal eine Watson-Startseite ohne retro / weisch no Artikel...
    7 7 Melden

Verhalten Sie sich ruhig und klicken Sie JETZT auf den Picdump

Danke für Ihre Kooperation. Es wird nun wie folgt weiter gehen:

*Nein, er heisst leider nicht wirklich so. Wieso ich ihn trotzdem so genannt habe? You must be new here.

PS: Tschüss! Bis zum nächsten Mal!

Artikel lesen