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Die Mystery-Serie «The OA» fragt, wohin wir gehen, wenn wir sterben

Bild: netflix



Sieben Jahre war Prairie verschwunden. Ein blindes Mädchen – entführt. Ausgerechnet auf YouTube erfährt Nancy Johnson von der Rückkehr ihrer Tochter, die plötzlich wieder sehen kann. Im Video: Eine Frau Ende 20, die von einer Brücke springt. Der Zuschauer, er kann gar nicht anders, als innerlich kurz aufzuschreien. Wo war Prairie all die Zeit, und warum möchte sie niemandem, schon gar nicht ihren Eltern oder dem FBI, davon erzählen?  

Auf ihrem Rücken: Seltsame Narben, die an Schriftzeichen erinnern. Operieren könne man die, sagen die Ärzte, wie wäre es mit einer Psychotherapie? Doch Prairie denkt nicht daran, ihre Sorgen kreisen um andere. Menschen, die sie an dem Ort zurücklassen musste, von dem sie floh.

bild: netflix

Zwei Jahre haben die Drehbuchautoren Brit Marling und Zal Batmanglij («Sound of my Voice») an der Serie gearbeitet, bevor sie anfingen nach passenden Produzenten zu suchen. Von Beginn an haben sie sich Prairies Geschichte immer wieder laut vorgesagt, um Unstimmigkeiten im Plot zu vermeiden. Heraus kam eine aufwühlende Serie, die zwischen Drama, Mystery und Science Fiction schwankt und wenig mit dem zu tun hat, was man sonst so streamen kann, um gemütlich vor dem Fernseher einzuschlafen.

Marling selbst spielt die Hauptrolle, die einzelnen Episoden sind unterschiedlich lang und decken die Palette der menschlich erfahrbaren Gefühle auf der Negativskala ab: Ängste, Träume, der Tod und Depressionen sind fester Bestandteil der Serie.

bild: netflix

Es gibt Hinweise, dass Prairie psychisch krank ist. Sie kann nicht arbeiten, meidet Berührungen und findet ausgerechnet bei denen Anschluss, die laut Behörden und Eltern zu meiden wären: Verhaltensauffällige Jugendliche. Ihnen möchte sie die Wahrheit erzählen, über das Blindsein und die Narben auf den Rücken. Über den Ort, an den man gelangt, sobald man stirbt.

Es sind genau diese Antworten auf existenzielle Fragen, die süchtig machen, weil sie in «The OA» sprachlich als auch visuell behandelt, statt als esoterische Hirnspinnerei abgetan werden.

Was kommt nach dem Tod? Welchen Sinn hat das Leben? Themen, die der Mensch gemein hat, sobald er anfängt zu denken.

Bild

bild: netflix

Drehbuchautorin und Schauspielerin Brit Marling ist an Charakteren interessiert, die sich selbst verloren haben. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitete für kurze Zeit sogar als Investment-Bankerin bei Goldman Sachs. Später sagte sie, dass sie während dieser Monate eine grosse Bedeutungslosigkeit in ihrem Leben verspürte. Ein Jobangebot von Goldman schlug sie ab – und zog stattdessen nach Kuba.  

Nach ihrem ersten Dokumentarfilm «Boxers and Ballerinas» wurden ihr Rollen in Horrorfilmen angeboten, doch auch die lehnte die heute 34-Jährige ab. Sie hatte kein Interesse, die feste Freundin des Hauptdarstellers zu mimen, die im ersten Viertel brutal ermordet wird. Mit der Rolle der Prairie hat sie sich ihren Wunsch nach klischeebefreiter Unabhängigkeit auf den Leib geschrieben. Überzeugen kann Marling mit einer durchdringenden Mimik, die ihren Seriencharakter glaubhaft erscheinen lässt.

«The OA» ist Netflix stärkstes Stück nach «Stranger Things» –und hat doch wenig mit der Serie gemein.

Actionszenen sucht man vergebens, auch wird der Thrill nicht mittels Monster übermittelt – sondern durch authentische Konflikte, intensive Dialoge und die Konfrontation mit einer potenziellen Unendlichkeit. Eine Unendlichkeit, die Prairie bereits in ihrem Geiste erfahren konnte und sie nicht unverändert an den Ort zurückkommen hat lassen, den man Heimat nennt.  

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Wer sich auf die Serie einlässt, wird nicht enttäuscht werden. Netflix zeigt erneut, dass sich aussergewöhnliche Narrative gemeinsam mit inhaltlicher Brillanz und dem dafür notwendigen unternehmerischem Mut durchsetzen können.

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    Alle Leser-Kommentare
  • EarlofGrey 22.02.2017 16:52
    Highlight Highlight Ich fand die ganze Story jetzt eher so mittelmässig. Um es interessanter zu machen wurden zum Teil unnötige Nebenschauplätze abgehandelt, die Dialoge erschienen doch merklich erzwungen. Wenn man sich zwei Jahre in ein Drehbuch verbeisst, kann das halt vielleicht dabei rauskommen. Aber möglicherweise liegt's auch nur daran, das ich unmittelbar zuvor alle Folgen von "Black Mirror" geschaut habe und mir die Kinnlade immer noch runterhing.
  • Dä-do 21.02.2017 11:14
    Highlight Highlight Ich fand die Serie klasse, nur die Zwischensequenzen, in denen die Nebenfiguren untereinander Dialoge führten, waren mMn langweiliig weil unrelevant.

    Das Ende kam relativ unerwartet und ist im ersten Moment unstimmig, doch ich hirne immer noch, was es nun bedeuten könnte.
  • blobb 20.02.2017 21:17
    Highlight Highlight Hier wird oft das Ende kritisiert. Bei mir wars umgekehrt. Zuerst "Naja" und nach dem Finale "Aha!"
    Ich empfehle diese Serie allen die sich gerne überaschen lassen und nicht entäuscht sind wenn sich die Serie in eine Richtung entwickelt, die man sich nicht vorher ausgemalt hat.

    (SPOILER)
    An die die die Geschicht kritisieren:
    1. Für mich ist alles was OA erzählt nur erfunden weil sie ihre Erfahrungen im "Jenseits" selbst nicht fassen kann.
    2. Sie der Schutzengel der Menschen in der Mensa und nur für diesen Tanz "zurückgekehrt"
  • maatze 20.02.2017 14:20
    Highlight Highlight Me after watching The OA
    Benutzer Bild
  • Spektor 19.02.2017 21:21
    Highlight Highlight Ich fands super. Am Ende musst ich weinen. Ich bin aber auch leicht zu beindrucken. Die Musik ist top. Die message sehr schön finde ich.
  • Sir Affe 19.02.2017 21:02
    Highlight Highlight Also zu Beginn sehr packend und spannend, gibt aber meiner Meinung nach mit der Zeit etwas ab. Das Ende der ersten Staffel fand ich einfach nur schrecklich und verfehlt :(
    Schade eigentlich, hatte Potenzial...
    Merke gerade wie schwer es ist meinen Senf abzugeben, ohne Spoilers rauszulassen..
  • jjjj 19.02.2017 20:29
    Highlight Highlight Der Januar hat angerufen und möchte seinen Geheimtipp zurück... gähn...
  • Ironiemand 19.02.2017 15:15
    Highlight Highlight Die Serie beginnt richtig gut und wird dann leider ab der 2. Hälfte immer schlechter und endet mit einem enttäuschenden Finale.

    Aber scheint Geschmacksache zu sein.
    Für meinem Geschmack das Potenzial der Idee völlig vergeben. Sehr schade...Besetzung, Kamera, Musik wären top!
  • ZHR8037 19.02.2017 13:11
    Highlight Highlight Ich liebe diese Serie, die Musik, Tanz und Story line ist wunderschön!! Mal was Komplet anders.

  • Dingsda 19.02.2017 13:07
    Highlight Highlight Ein Freund von mir, der ansonsten einen guten Riecher für Filme und Serien hat, hat mir The OA empfohlen.
    Ich habe selten eine Serie gesehen die von Folge zu Folge so immer dümmer wurde. Also wenn die tatsächlich 2 Jahre an dem Drehbuch dran waren, sollten die sich einen neuen Beruf suchen. Die letzten zwei Episoden waren soo schlecht geschrieben und umgesetzt, dass es fast schon weh tat vom Fremdschämen. Dazu kommt noch dass sich Brit Marling selbst eine Rolle auf den Leib schreibt und noch dazu so eine selbstverliebte Message in die Welt setzt... Die schlechteste Serie die ich mir je antat!
  • Raembe 19.02.2017 12:46
    Highlight Highlight Hab die Serie im letzten Dezember durchgeschaut, bin heute noch begeistert.

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