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Wer diese Regeln beachtet, kann fast alle Speisen problemlos wieder aufwärmen

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Klären wir das – ein für alle Mal.

08.09.17, 10:53 09.09.17, 00:03

Nicht verzehrten Fisch besser wegwerfen, Pilze bloss nicht aufwärmen – solche Tipps kennt man noch von der Grossmutter, die immer wieder vor erneutem Erhitzen von bestimmten Lebensmitteln gewarnt hat. Aber ist das eigentlich noch aktuell? Ein Faktencheck.

Kartoffeln

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Lässt man Kartoffeln nach dem Kochen bei Zimmertemperatur abkühlen statt sie ins Kühle zu stellen, können Bakterien entstehen, welche eine Lebensmittelvergiftung auslösen können. Leider reicht das Erhitzen in der Mikrowelle nicht aus, um die Bakterien abzutöten. Heisst: Gekochte Kartoffeln immer in den Kühlschrank stellen, dann entsteht auch kein Risiko und sie können problemlos wieder aufgewärmt werden. 

Reis

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Keine Sorge, du musst deinen Risotto ab jetzt nicht kalt essen. Einzige Bedingung: Gekochten Reis nicht bei Zimmertemperatur stehen lassen, sondern wie die Kartoffeln in den Kühlschrank stellen und mit einer Temperatur von 65 Grad aufwärmen. So können die Bakterien abgetötet werden und es besteht keine Gefahr.

Eier

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Die Eiweissbomben aufzuwärmen, ist keine gute Idee. Egal ob als Rührei, gekocht oder in asiatischen Nudelgerichten – die aufgewärmten Proteine können in der Magengegend grosse Verwüstung anrichten. Schuld daran ist der hohe Proteinanteil.

Fisch

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Nichts geht über frischen Fisch. Reste davon kannst du im Kühlschrank aufbewahren und spätestens am nächsten Tag nochmals erwärmen. Frischfisch kann auch tiefgekühlt werden, das muss aber unverzüglich geschehen. Der Fisch sollte dann innerhalb von drei Wochen gegessen werden. 

Meeresfrüchte

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Das Gleiche gilt für Meeresfrüchte. Gleich nach dem Kochen oder Braten solltest du sie möglichst schnell ins Kühle stellen. Bei höchstens sieben Grad Kühlschranktemperatur kannst du Meeresfrüchte zwei Tage lang lagern und danach nochmals aufwärmen.

Geflügel

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Wichtig beim Aufwärmen von Geflügel ist schon die erste Zubereitung. Das Fleisch muss gut durchgegart werden. Es darf auf keinen Fall mehr rosa sein, denn sonst sterben gefährliche Keime nicht ab. Wenn beim Essen etwas übrig bleibt, dann ist auch hier wieder die Devise: Je schneller die Reste gekühlt werden, desto besser. Auch beim Aufwärmen sollte man das Fleisch gut erhitzen und lieber zur Pfanne als zur Mikrowelle greifen. 

Pilze

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Wer ein paar Dinge beim Aufwärmen von Pilzen beachtet, muss sich keine Gedanken um seine Gesundheit machen: Pilze kurz abkühlen lassen und dann direkt in den Kühlschrank stellen. Beim Wiederaufwärmen darauf achten, das Gericht gut zu erhitzen. Bewahre die Reste aber maximal einen Tag bis höchstens zwei Tage auf.

Spinat

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Und wie steht es um das Aufwärmen von Spinat? Da wird «Nitrat zu Nitrit», liest man in Foren im Internet. Hört sich irgendwie bedrohlich an. Doch stellt man den Spinat nach dem Kochen so schnell wie möglich in den Kühlschrank, kann man auch Spinat problemlos wieder aufwärmen. Bei weniger als sieben Grad ist die Vermehrung der Bakterien gehemmt. Nitrat bleibt Nitrat und der Spinat geniessbar. Generell sollte man ihn aber nicht länger als zwei Tage aufbewahren.

Wer also demnächst eine zu grosse Portion zubereitet hat, kann die meisten Gerichte in den Kühlschrank stellen und am folgenden Tag getrost erneut geniessen. Und sind wir mal ehrlich: Manche Gerichte schmecken am zweiten Tag sogar noch viel besser.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ohniznachtisbett 09.09.2017 15:42
    Highlight Aufgewärmtes schmeckt häufig gar nicht gut. Deshalb koche ich nur soviel, dass nix übrig bleibt.
    3 11 Melden
  • Gohts? 08.09.2017 17:56
    Highlight Aufwärmen? Ich esse aus.

    Will doch nicht schuld sein, dass schlecht Wetter wird.
    21 3 Melden
  • Rendel 08.09.2017 17:54
    Highlight Wieviele Lebensmittelvergiftungen gibt es denn bei uns, wegen Reis und Kartoffeln, die nicht im Kühlschrank aufbewahrt wurden?

    Salmonellen sterben übrigens bei ca. 70 Grad ab, die sind nicht hitzeresistent.

    Vorsicht ist da vor allem bei Gerichten mit rohen Eiern geboten.
    17 0 Melden
  • Zat 08.09.2017 16:00
    Highlight 'Reste so schnell wie möglich abkühlen...' Schon oft gehört und gelesen, aber kann mir mal jemand erklären, wie das geht? Ich koche aus zeitlichen Gründen oft vor und kombiniere anschliessend neu. Vieles ist jedoch direkt nach dem Verzehr der ersten Portion noch heiss, und so kann/will ich es nicht in den Kühlschrank stellen.
    19 1 Melden
    • Rendel 08.09.2017 16:34
      Highlight Im Winter ist es einfach, auf den Balkon, die Terasse, Fentersims. Im Sommer unmöglich ausser, man stellt es heiss in den Kühlschrank,
      10 0 Melden
    • who cares? 08.09.2017 18:48
      Highlight Im Sommer vielleicht immer ein paar Kühlelemente im Tiefkühler haben und diese bei Bedarf ums Tupperware legen ausserhalb des Kühlschranks?
      (nicht dass ich mir diesen Aufwand machen würde, aber es wäre eine Möglichkeit...)
      12 2 Melden
  • Rendel 08.09.2017 13:55
    Highlight Kartoffeln in der Schale, für Rösti oder Bratkartoffeln am nächsten Tag, stelle ich nie in den Kühlschrank. Die werden am nächsten Tag ja geschält.
    Salzkartoffeln schmecken aufgewärmt grauslig.

    Bei mir kommt alles andere abgekühlt in den Kühlschrank.

    Kartoffelsalat ist heikel, wenn die Mayo selber gemacht ist oder Zwiebeln drin. Mit selbstgemachter Mayo besser aufessen, mit Zwiebeln die Reste möglichst schnell in den Kühli und unbedingt am nächsten Tag essen.
    13 3 Melden
  • Lype T. 08.09.2017 13:50
    Highlight Mimimiim ich ernähre mich sozusagen nur von Nahrungsmittel die gemäss mhd abgeaufen sind. Bis jetzt ohne Lebenmittelvergiftung, auch die erwähnten Spiesen lasse ich relegmässig über Nacht bei Zimmertemperatur abkühlen und verzehre sie bis zu 3 Tage später noch. Wie heisst es so schön: "richt es gut, dann iss es!"
    54 8 Melden
    • Betty88 08.09.2017 14:58
      Highlight Nur? Heisst das sie kaufen Lebensmittel ein und warten bis diese "abgelaufen" sind?
      1 27 Melden
    • Rendel 08.09.2017 16:21
      Highlight Leider kann man nicht alles verdorbene riechen und schmecken, wenn die Nase auch eine gute Hilfe ist.
      9 5 Melden
    • esmereldat 08.09.2017 16:29
      Highlight Drum heisst es auch Mindesthaltbarkeitsdatum 😉 das ist nur bei Lebensmittel drauf, welche nach diesem Datum noch problemlos verzehrt werden können, jedoch eventuell die Qualität etwas leidet.
      9 3 Melden
  • Wald Gänger 08.09.2017 12:35
    Highlight Den Punkt mit den Proteinen bei den Eiern hätte ich gerne noch ein Bisschen detaillierter ausgeführt gehabt. Welche Proteine lösen warum welche Verheerungen aus?
    Wenn ich aus meinen gekochten Kartoffeln am nächsten Tag Backkartoffeln im ca. 180° heissen Backofen mache, wäre es interessant zu erfahren, welche Bakterien diesen Prozess genau überleben könnten.
    53 6 Melden
    • Lady Shorley 08.09.2017 13:27
      Highlight Danke Wald Gänger, die gleichen Fragen habe ich mir auch gestellt.
      Mich würde grundsätzlich wundernehmen, welche Bakterien denn speziell bei einer Kartoffel oder Reis so hochgefährlich sind.
      Für Kartoffelsalat lasse ich meine Kartoffeln ja bewusst bei Raumtemperatur abkühlen, damit sie die Sauce besser aufnehmen. Und kurioserweise ist noch niemand gestorben....
      39 3 Melden
    • Chantal Stäubli 08.09.2017 15:38
      Highlight @Wald Gänger

      Eiweiss- und wasserreiche Lebensmittel sind bei den Salmonellen besonders beliebt. Bei den Eiern zum Beispiel gelangen die Salmonellen durch das Eiweiss (Protein) in die Darmzellen und können so Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen.

      Wenn du gekochte Kartoffeln ungekühlt aufbewahrst und dann kochst, kann sich ein Bakterium namens Clostridium Botulinum darin ausbreiten, welches zu einer Lebensmittelvergiftung führen kann.
      10 10 Melden
    • Wald Gänger 08.09.2017 17:41
      Highlight Danke für die Antwort.
      Hier wäre aber noch zu ergänzen, dass Salmonellen durch Hitze gut abzutöten sind. Die Botulinum-Bakterien bzw. das Toxin, das sie absondern, ist durch längere Hitzeeinwirkung, ich glaube 10 Minuten über 150° oder sowas, abbaubar.
      Die Toxine des Bacillus Cereus allerdings sind hitzebeständig, was vermutlich früher oder später zu meinem Tod führen wird (aufgewärmter Reis und so...). Jänu....
      7 1 Melden
    • trollo 09.09.2017 18:23
      Highlight Botulin entsteht vor allem in anaerober Umgebung. Aufgewölbte Fleischkonserven sind Anzeichen von Botulin.
      Gekochte Lebensmittel sind nach dem Kochen (genügend Hitze und Dauer vorausgesetzt) grundsätzlich steril. Wenn Kontamiantionen verhindert werden, entstehen nicht so schnell pathogene Keimherde.
      5 0 Melden
  • Pegi9999 08.09.2017 11:39
    Highlight Danke für die Tipps, aber ich fische selbst und weiss, dass der Fisch auch nach einem halben jahr bis 1 Jahr noch ohne probleme gegessen werden kann.(natürlich tiefgekühlt) spätestens nach 2 Jahren sollte man ihn entsorgen.
    48 7 Melden
    • who cares? 08.09.2017 17:23
      Highlight Ich denke Probleme gibt es mehr bei gekauftem Fisch, wo man nicht weiss, wie lange der herumgelegen hat und wie oft die Kühlkette bereits unterbrochen wurde.
      10 0 Melden
  • Rabbits 08.09.2017 11:08
    Highlight Vielen Dank für diese Tipps!
    21 4 Melden
  • arpa 08.09.2017 11:02
    Highlight Aus ökologischen Gründen lasse ich alles zuerst abkühlrn bevor es im Kühlschrank landet.. aufgewärmt habe ich bereits alles ausser eier, ohne beschwerden..

    Ich stelle doch nicht warme speiesen in den Kühlschrank..
    104 8 Melden
    • kupus@kombajn 08.09.2017 12:08
      Highlight Aus ökologischen Gründen im Grunde richtig. Ganz besonders sollte man die Speisen nicht in den sehr warmen bis heissen Metallgefässen, in denen sie gekocht wurden, in den Kühlschrank stellen. Nicht nur, dass der Kühlschrank mehr Energie verbraucht, je nach dem können andere, temperaturempfindliche Sachen im Kühlschrank Schaden nehmen, weil die Temperatur sogar um mehrere Grad ansteigen kann.

      Aber wenn man das Essen gleich in ein zimmertemperaturwarmes Gefäss, oder noch besser mehrere kleinere Gefässe, tut, geht das schon. Das kühlt dann im Kühlschrank so schnell ab, dass es nichts ausmacht.
      19 7 Melden
    • axantas 08.09.2017 12:18
      Highlight Ich denke eigentlich auch so, aber da gilt es doch abzuwägen.
      Du füllst ja den Kühlschrank nicht täglich bis oben hin mit warmen Sachen.

      Das meiste an Vorgekochtem kann man problemlos abkühlen lassen und die paar wenigen Problemfälle kommen dann halt warm rein.
      6 11 Melden
    • Zat 08.09.2017 15:50
      Highlight Wobei umfüllen auch nicht nur ökologisch ist. Mehr Geschirr, mehr Abwasch, etc. Nur so als Ergänzung.
      6 2 Melden

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