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bild: marin valentin wolf

Leeres Flugzeug, voller Saal

Lucy Woodward und Band zeigen, wieviel Freude ein Auftritt nach langer Corona bedingter Pause bereitet. Die charmante Truppe begeistert die Zuschauer mit ihrem spürbaren Enthusiasmus für ihre Musik. Nach dem Motto: «Einmal ist keinmal» spielte die Band gleich zwei Konzerte im «Musig im Pflegidach».
16.10.2020, 14:4916.10.2020, 14:50
Julija Mijailovic und gloria kunz

Das Coronavirus setzt in vielen Bereichen unseres Lebens Schranken. Doch die Freude des Publikums zu Beginn der Saison am Samstagabend war deutlich zu erkennen. Das Grinsen war breit, die Augen funkelten.

Trotz der Schutzmassnahmen bezüglich Corona verlagerte Lucy Woodward das Virus für einen Abend in die Hinterköpfe des Publikums. Sie lenkte die Aufmerksamkeit auf sich. Woodward beschrieb die Stimmung im Pflegidach folgendermassen: «This is a Sunday night kind of groove.» (Es ist ein sonntagabend-artiger Groove.)

Hinweis
Die Autorinnen sind Schülerinnen an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

Die Hinreise mit dem Flugzeug in die Schweiz verlief reibungslos. An Bord waren nur wenige Passagiere. Da die Bandmitglieder und Lucy aus Holland einreisten, unterlagen sie keiner Quarantänepflicht. Leider musste Lucy trotzdem ihre gesamte Tour absagen. Umso glücklicher war sie, als sie nach fünf Monaten endlich wieder auftreten konnte.

Grosse Freude nach der Corona Pause

Schon beim ersten Song ist eine magische Harmonie zwischen den Bandmitgliedern auszumachen. Woodward sang mit spürbarer Freude, denn nach fünfmonatiger Coronapause sei sie mehr als bereit einen Gig zu spielen, sagte sie. Die ganze Band war offensichtlich sehr aufgestellt, mit vielen Blickkontakten und gegenseitigem Antanzen und Herumhüpfen zeigten sie ihre Begeisterung an der Musik. Diese Harmonie kommt nicht von ungefähr, denn die Bandmitglieder spielen schon seit 4 Jahren zusammen. Sie sind eine Familie aus Brüdern und Woodward sei dabei die Schwester der niederländischen Truppe.

Zur Musik wippend, spielt der 25-jährige Gitarrist das erste Solo. Die schulterlangen Haare geraten ihm dabei mitten ins Gesicht. Jelle Roozenburg lässt seine Gitarre sehr hohe und lange Töne erzeugen. Am linken Ringfinger trägt er einen Bottle neck, wörtlich übersetzt, einen Flaschenkopf. Dieser gläserne Fingeraufsatz wird an den Gitarrensaiten entlang gegleitet, um den sogenannten Glissando-Effekt zu erzeugen. Durch diese Technik wird die Höhe und die Frequenz des Tons kontinuierlich verändert, sodass schlussendlich zwei Töne miteinander verbunden werden.

Lucy Woodward - «Plain Gold Ring» @ Musig im Pflegidach, Muri

Die Solos werden vom Drummer Niek de Brujn, Udo Pannekeet am Bass und von der tanzenden, schulter wippenden Leadsängerin, Lucy Woodward begleitet.

Musikalische Familie

Lucy wurde in London geboren und ist die Tochter von zwei klassischen Musikern. Ihre Mutter ist Opernsängerin, Musikwissenschaftlerin und Lehrerin, ihr Vater Komponist und Dirigent. Das ganze Leben der charmanten Sängerin ist sehr eng mit der Musik verknüpft. Die Leidenschaft und das Talent für das Musizieren liegen in der Familie.

Liebe siegt

Die Sängerin hat einen grossen Teil ihres Lebens in den Vereinigten Staaten von Amerika verbracht. Sie ist dort aufgewachsen sowie zur Schule gegangen. In den USA hat Lucy vieles für ihr Leben gelernt, Erfahrungen gesammelt und Freundschaften geschlossen. Doch die Liebe zu einem Mann verleitete sie dazu, ihre Heimat zu verlassen und nach Europa zu ziehen.

Wegen der Befürchtung, dass das Virus in den USA ausser Kontrolle gerät, lebt Woodward seit Beginn der Pandemie in Rotterdam. Sie fühle sich dort sehr wohl, da sie dort Familie hat und als Kind praktisch jeden Sommer in den Niederlanden verbracht habe.Die Amerikanerin aber freut sich sehr in Europa zu sein und nach der Pandemie hier zu touren. Das europäische Publikum verstehe ihre Musik fast besser und schätze diese auch mehr als das Amerikanische.

Jetzt steht sie im Rampenlicht

Lucy hat in Cover-Bands für Trinkgelder gesungen, Lieder geschrieben und war Background-Sängerin auf Alben von bekannten Künstlerinnen und Künstlern, wie zum Beispiel Celine Dion oder Randy Jackson. Mit der Zeit strebte sie jedoch eine Solokarriere an. Obwohl sie Spass an ihren Tätigkeiten hatte, wollte Lucy nicht mehr im Hintergrund stehen. Mittlerweile bereist sie Städte der ganzen Welt und verdient mit ihren Auftritten ihr wohlverdientes Geld.

Auch im Pflegidach bewies Lucy dem Publikum, dass sie für die Bühne geschaffen ist. Ihre klare und aussagekräftige Stimme, welche jeden Ton trifft, wurde von ihren rhythmischen Tänzen begleitet. In ihren Bann zog sie auch das Publikum. Dieses klatschte mehrere Male im Rhythmus der Musik mit. Nach der doppelten Zugabe verliess sie mit zufriedenstellendem Gesichtsausdruck die Bühne.

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Lucy Woodward and Band @ «Musig im Pflegidach» Muri

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Lucy Woodward and Band @ «Musig im Pflegidach» Muri
quelle: marin valentin wolf
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Der ganze Saal steht auf und tanzt
Mit einem riesigen Applaus wird die aus New York eingeflogene Band begrüsst. Domo Branch am Schlagzeug, Ben Feldman am Bass, Sean Mason am Klavier und die Sängerin Imani Rousselle begeistern den vollen Saal des Pflegidachs Muri mit ihrer einzigartigen Musik.

Die Freude an der Musik ist der ganzen Band von weitem anzusehen. Ihr Ziel ist es, Leute durch ihre Musik zu heilen, motivieren und inspirieren. Dies ist ihr auch wirklich gelungen. Die Spannung und Faszination sind den Zuschauern anzusehen. Doch sobald die Musik lauter und intensiver wird, sind überall mitnickende Köpfe und tanzende Personen zu sehen. Das Auflockern der Stimmung kommt aber definitiv nicht zu kurz. Wenn er gerade nichts zu tun hat, steht der Schlagzeuger Domo Branch auch gerne einmal neben die Bühne und sieht seiner eigenen Band zu. Auch die Sängerin Imani Rousselle gönnt sich selbst eine Pause und sitzt zwischendurch eine Weile auf den Boden.

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