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Musig im Pflegidach

Von Muri über Italien bis nach Israel

Yotam Ben-Or @ «Musig im Pflegidach» Muri
bild: marin valentin wolf

Von Muri über Italien bis nach Israel

Das israelische Quartett, bestehend aus Yotam Ben-Or (Harmonica), Alon Near (Bass), Guy Moskovich (Piano) und Alon Benjamini (Drums), verzauberte am letzten Sonntagabend das Murianer Publikum. Am Vortag spielte die Band noch in der ungarischen Hauptstadt Budapest. Am Sonntag hatten sie die Ehre mit ihrem Auftritt, die Saison des 20. Jubiläums von «Musig im Pflegidach» zu beenden.
27.06.2022, 10:07
Julia behm

«Ich habe gehört, dass das Wetter hier in der Schweiz nicht so schön ist», scherzt Yotam Ben-Or, bevor er mit seinen Bandkollegen das Lied «The Swamp Song» dem Publikum vorstellt. Das Lied handelt davon, dass man an einem schönen Tag spazieren geht, kurz abgelenkt ist und in einen Sumpf fällt. Nach diesem erlaubten Spass herrscht wieder höchste Konzentration bei allen Bandmitgliedern. Jedem der vier Musiker sieht man die völlige Hingabe zur Musik an, keiner lässt sich beirren. Nicht einmal, als einige Zuschauer ihre Handys zücken und zu filmen beginnen.

Hinweis
Die Autorin ist Schülerin an der Kantonsschule Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schülerinnen und Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

Yotam Ben-Or – «Liane» @ «Musig im Pflegidach» Muri

Doch nach dem Konzert gibt Ben-Or, der vor zwei Jahren bereits in «Musig im Pflegidach» auftrat, zu, dass er vor dem Konzert sehr aufgeregt war. «Es gibt so viele grosse Musiker, die ich bewundere, die hier gespielt haben und alles wird gefilmt. Es muss sehr präzise sein, denn wir haben nur eine Stunde Zeit. Es gab also eine Menge Dinge, die mich nervös gemacht haben.»

Eine Band, ein Team

Alon Benjamini haut mit einer gigantischen Geschwindigkeit auf die Drums. Währenddessen schauen ihm die anderen Bandmitglieder gespannt zu und wippen zu dem Sound, den er erzeugt. Spätestens ab diesem Moment merkt das Publikum, dass diese Musiker absolute Teamplayer sind. Ihnen geht es bei diesem Konzert nicht darum einen Wettkampf zu veranstalten, wer der beste Musiker von Ihnen ist. Sie wollen zusammen musizieren und vor allem eines: Spass haben. Deshalb bekommt auch jeder der vier Musiker einen Solo – Part an diesem Abend, um den Zuschauern ihr Talent zeigen zu können.

Bei jedem Solo Part von einem seiner Bandmitglieder, geht der junge Mundharmonikaspieler, der an diesem Abend im Zentrum steht, hinter den jeweiligen Musizierenden. «Dies ist bewusst so gewählt, damit jedes Solo bestmöglich zur Geltung kommt und jeder einmal im Mittelpunkt stehen darf», verrät dieser nach dem Konzert.

Eine Reise nach Italien

Mit den Worten «Meine Freunde, wollt ihr ein weiteres Lied hören?» löst das Quartett beim Publikum ein Gejubel aus. Schon anhand der ersten paar Töne hat man das Gefühl, dass man gerade eine Gasse entlangläuft, die warme Sonne auf der Haut spürt und Ausschau nach der nächsten Pizzeria hält. Es geht für das Publikum auf eine musikalische Reise in die italienische Hauptstadt Rom. Das Lied «Forza Roma», welches von Ben-Or geschrieben wurde, entstand, als Rom gegen Barcelona in einem Fussballspiel gewonnen hatte. Weil alle Italiener damals aufgrund des Sieges «Forza Roma» geschrien haben, diente ihm diese Situation als Inspiration für sein Lied.

Ein vielseitiges Talent

Ben-Or, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Nähe von Jerusalem, kam im Alter von zehn Jahren zur Musik. Dabei spielten zwei Menschen eine zentrale Rolle in seinem Leben. Zum einen «Ronnie», ein guter Freund seiner Familie, der schon immer gerne Musik gemacht hat und ihn schliesslich dazu bewegt hat, mit dem Musizieren zu beginnen. Zum anderen sein Onkel, der Musiklehrer war und bei dem er anfangs einige Klavierstunden absolvierte. Dieser brachte ihm im Alter von elf Jahren auch das Mundharmonikaspielen bei. Seither ist die Mundharmonika sein treuer Wegbegleiter.

Doch auch das Klavier ist bei dem jungen Musiker nicht in Vergessenheit geraten, denn er gibt preis: «Ich schreibe meine Musik auf meinem Klavier». Beim Konzert zeigt der israelische Musiker seiner Zuhörerschaft aber nicht nur, wie er mit Instrumenten umgehen kann. Er gibt ihnen sogar noch eine Kostprobe seines Gesangs. Mit einem gefühlvollen Lied auf Hebräisch zeigt er dem Publikum, wo seine Wurzeln liegen und begeistert es somit auf ganzer Linie.

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