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Eine Dynamik, die süchtig macht

Am vergangenen Sonntag gastierte «Oded Tzur Quartett» zum ersten Mal auf einer Schweizer Bühne. Wer in Muri typischen Jazz erwartete, der wurde überrascht - ein musikalisches Spiel, welches sich von kaum wahrnehmbarer Lautstärke bis zur Ekstase steigerte.
28.02.2019, 09:36
Kaltrina Ramoja*

Von meditativen tiefen Tönen hin zu orientalischem Groove

An diesem Abend wurden die Ohren wie auch die Seele reichlich verwöhnt. Die Besucher vom «Musig im Pflegidach» tauchten für rund sechzig Minuten in eine neue Welt ein. Eine Welt, in der es keine Grenzen gab. Oded Tzur (ts) begeisterte das Publikum mit seinem dynamischen Jazz-Stil aus langsamen indisch-klassischen Tönen und schnellen israelischen Tönen. Begleitet wurde der in Tel Aviv geborene von Nitai Hershkovitz (p), Petros Klampanis (b) und Jonathan Blake (dr).

* Hinweis
Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.
«So viele verspielte Töne und trotzdem wurde keines als einzelne wahrgenommen, sondern es war eine wechselhafte Melodie, der man sehr gerne weiter zuhören möchte» -
Dani und Elke Tröndle, Besucher

Oded Tzur Quartet - «Afro Blue»

«Dem Publikum muss man eine Geschichte liefern, damit sie deiner Musik zuhören»

Inmitten des Konzerts, gespielt waren schon drei Songs, sass der Musiker auf den Stuhl und nahm das Mikrofon in die Hand. Nachdem er seine Band vorstellte, erzählte Tzur dem Publikum eine Geschichte, in der es um Drachen im Ozean ging, die eigentlich nur Blätter waren aber durch die Wellen bewegt wurden.

«I thought that if I made people believe, that they know the story behind the music, they would feel more comfortable and connected to the music»
oded tzur, bandleader

«Dort gibt es keine Drachen, aber hier ist ein Lied» (There aren’t dragons, but here is a song). So beendete der 34-Jährige die Geschichte und leitete gleichzeitig den Einstieg in einen weiteren Song ein. Der Israeli fragte sich oft, wie er einem Publikum seine Musik näherbrachte, wenn diese keinen Jazz hören. «Ich dachte, wenn ich den Leuten Glauben gebe, dass sie die Geschichte hinter der Musik kennen, würden sie sich einerseits entspannter fühlen und andererseits verbunden mit der Musik».

Das Zitat, welches zum neuen Jazz Stil führte

Oft wird der Saxofonist gefragt, wieso seine Musik so fest von indischer Klassik geprägt ist. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: In einer Meditationsform, genannt Tai-Chi, gab es einen Satz, der ständig seine Gedanken aufsuchte. «Sei still wie ein Berg, bewege dich wie ein grosser Fluss» (Be still as a mountain, move like a great river).

Für ihn wurde irgendwann klar, dass die indisch-klassische Musik der stille Berg war und dies zu einem Jazz-Quartett zu bringen, war sich wie ein grosser Fluss zu bewegen. So begann die Reise eines aussergewöhnlichen Jazz, gespielt von dem Oded Tzur Quartett.

Oded Tzur Quartett @ «Musig im Pflegidach» Muri

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Oded Tzur Quartett @ «Musig im Pflegidach» Muri
quelle: marin valentin wolf
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Ein Konzert mit Lebensweisheiten
Lionel Loueke (E-Gitarre) und Ziv Ravitz (Schlagzeug) – das dynamische Duo trat am vergangenen Sonntagabend erneut in «Musig im Pflegidach» in Muri auf. Mit ihren musikalischen Darbietungen zogen sie das Publikum in ihren Bann.

Die Musiker haben sich letzten Sommer durch «Musig im Pflegidach» kennengelernt. Diese Bekanntschaft wurde zum Erfolgskonzept und nächste Woche gehen sie gemeinsam nach Deutschland, um ein Album aufzunehmen. Die Zuschauer des Murianer Kulturprogramms sind die ersten, die den geplanten Inhalt des Albums hören. Diese Aufführung ist nicht nur ein Konzert für die Musiker, sondern auch eine gute Gelegenheit, delikate Elemente herauszuarbeiten, bevor es ins Studio geht.

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