Musig im Pflegidach
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nate Wood @ Musig im Pflegidach Muri

Musikalisches Multitasking

Nate Wood spielte im Pflegidach vier Instrumente gleichzeitig. Für ihn ist das nicht nur ein Ventil, sondern auch eine kreative Weiterbildung.

03.09.18, 11:43

etienne bühler

Dass die Songs auf seinem Album derart seltsam klingen würde, das habe er eigentlich nicht geplant, sagt Nate Wood und grinst. Der Amerikaner trat am vergangenen Sonntag im Murianer Pflegidach auf und sorgte dort für rasante Rhytmen und tosenden Applaus, teilweise aber auch für fremde Klänge und Stirnrunzeln. All das sei halt auch für ihn noch musikalisches Neuland, erklärte der Künstler nach dem Konzert: «Ich bin immer noch in der Experimentierphase».



Als Schlagzeuger der Band «Kneebody» hat sich Wood in der Szene einen Namen gemacht – die Band war in der Vergangenheit schon für einen Grammy nominiert und trat bereits mehrfach an der Konzertreihe von Stephan Diethelm in Muri auf. Mit seinem neusten Soloprojekt geht Wood jetzt aber ganz neue Wege: Auf dem Album «X.IT» spielt er gleichzeitig Schlagzeug, Bass und Keyboard, singt dazu noch selber geschriebene Texte. 

Mit Alleinunterhaltern, die jeweils an Dorffesten für Stimmung sorgen, hat sein Auftritt aber wenig gemein: Wood produziert ausgeklügelte Songs, die nur schwer greifbar und noch schwerer zu kategorisieren sind. Genauso schnell wie er zwischen den Instrumenten hin und her wechselt, so schnell ändert sich das Genre der Musik. Meist sind es futuristische elektronische Klänge, die sich mit Pop- und Rock-Elementen mischen – fast immer nimmt das Schlagzeug eine dominante Rolle ein.

«Ich bin mein eigener DJ und kann spontane Ideen ganz eigenständig und auf allen Ebenen gleichzeitig umsetzen.»

Nate Wood

Aber wäre es nicht einfacher, wenn sich Wood auf ein einziges Instrument konzentrieren würde? Könnte sich seine musikalische Kreativität dann nicht besser entfalten? Der Amerikaner schüttelt entschieden den Kopf: «Natürlich wäre es einfacher, aber auch langweiliger», sagt er. «Von dieser Herausforderung wird meine Kreativität nicht eingedämmt, sondern angekurbelt. Ich bin mein eigener DJ und kann spontane Ideen ganz eigenständig und auf allen Ebenen gleichzeitig umsetzen.» Wood hat sich deshalb eine eigene Technik erarbeitet, um möglichst effizient zwischen den verschiedenen Instrumenten zu wechseln. Diese hat er während des vergangenen Jahres perfektioniert und damit auch schon andere Künstler zu ähnlichen Experimenten inspiriert. Für ihn zumindest sei es der effizienteste Weg, um ein besserer Musiker zu werden, ist Wood überzeugt.

Von Robotern und Republikanern

Das aktuelle Album von Wood zeugt nicht nur von seinem musikalischen Talent, sondern auch von den technischen Möglichkeiten, die heute breit verfügbar sind. Wood hat alle Songs in seiner eigenen Wohnung aufgenommen, danach selber gemischt, dazu ein Video aufgenommen, geschnitten und ins Internet gestellt. Nur für das Design des CD-Covers hat er noch jemanden engagiert. «Ich habe die gesamte Kontrolle – nicht nur über die Musik, sondern auch die Produktion. Das ist extrem aufregend und wäre zu Beginn meiner Karriere noch undenkbar gewesen.»

Nate Wood’s fOUR - «My Voice Will Be Heard»

Video: YouTube/Stephan Diethelm

Die Technik spielt auch in seinen Texten eine wichtige Rolle: Wood singt über die Fortschritte bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz, über Raumschiffe und eingefrorene Gehirne. Überhaupt sei dieses Album für ihn ein Ventil, um all das loszuwerden, was ihn gerade beschäftigt. Momentan ist das vor allem auch Präsident Trump und das politische Klima in den USA. Könnte auch dies ein Grund dafür sein, dass die Songs seltsamer und weniger harmonisch klingen, als ursprünglich geplant? Wood schmunzelt, denkt kurz nach und antwortet dann: «Ja, vermutlich schon.»

Nate Wood @ «Musig im Pflegidach» Muri

Das könnte dich auch interessieren:

11 Schritte für mehr Nachhaltigkeit in deinem Alltag

präsentiert von

Diese 7 Frauen hätten einen Nobelpreis verdient – nur eine könnte ihn noch bekommen

«Einmal Betrüger, immer Betrüger» – 7 Leute erzählen von ihrem Beziehungsende

Der Staat soll Stillpausen für berufstätige Mütter bezahlen

Diese Tweets zeigen dir, was mit Menschen passiert, wenn sie zu lange keinen Sex haben 😂

Ist Trump nun ein Faschist oder nicht?

Du denkst, du kennst die Kommaregeln? Ha!

Diese Nachricht lässt jede Playstation 4 sofort abstürzen – so schützt du dich

Die Grünen sind die unverbrauchten Linken

Die 7 schlimmsten Momente, die du an einer Prüfung erleben kannst

Wir haben die Kantonsgrenzen neu gezogen – so sieht die Schweiz jetzt aus

«In einer idealen Welt wären Solarien verboten»

Diese Inder löschen Pornos und Gräuel-Bilder aus dem Netz – und leiden dabei Höllenqualen

30 Millionen Facebook-Profile gehackt. User-Daten weg. So merkst du, ob du betroffen bist

Warum Tabubrecher triumphieren und was die Schweiz damit zu tun hat

Sorry, Bundesrat Berset, aber es ist Freitag und wir hatten nichts Besseres zu tun ...

Norilsk – no fun. Das ist Russlands härteste Stadt

GoT-Star Natalie Dormer meint: «MeToo war absolut notwendig!»

Swisscom erhöht Abopreise um 191%: So reagieren die Kunden auf den erzwungenen Abowechsel

Wie AfD-Weidel mit falschen Schweizer Asylzahlen Hetze gegen Ausländer macht

Alpentourismus kämpft mit Gigantismus um Gäste: Kann das gut gehen?

Mit diesen 10 Tricks und Tipps holst du das Beste aus Spotify raus

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen