Musig im Pflegidach
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Jure Pukl, Ray Colom, Josh Ginsburg und Gregory Hutchinson bei Musig im Pflegidach, Muri

Jure Pukl, Ray Colom, Josh Ginsburg und Gregory Hutchinson bei «Musig im Pflegidach», Muri Bild: sophie anderhub

Colom-Ginsburg-Hutchinson-Pukl: Gute Musiker können auch ohne Harmonie – zumindest fast

Am Sonntag, dem 5. März, wurde den Zuhörern im Pflegidach Muri ein unvergesslicher Abend geboten. Die New Yorker Künstler Raynald Colom, Jure Pukl und Josh Ginsburg bildeten zusammen mit Gregory Hutchinson ein Quartett, das derzeit wohl zu den Besten der Szene gehört.

Lauro bachmann*



* Der Autor ist Schüler an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

«Es hatte kein Harmonieinstrument, das hat aber auch nicht gefehlt.»

Patrik Lüscher, Zuschauer

«Es hatte kein Harmonieinstrument, das hat aber auch nicht gefehlt», bemerkte Patrik Lüscher, ein Klavierlehrer der Kanti Wohlen. Jazzmusik kommt tatsächlich selten ohne Harmonieinstrument aus – und doch ergaben Jures Saxofon und Raynalds Trompete zusammen mit Joshs Bassgitarre und Gregorys «spritziger» Schlagzeugtechnik einen wundervollen Klang und sorgten für atemberaubende Momente.

TEO: Colom-Ginsburg-Hutchinson-Pukl-Quartett

abspielen

Das Colom-Ginsburg-Hutchinson-Pukl-Quartett spielt TEO von Thelonious Monk bei «Musig im Pflegidach», Muri. Video: YouTube/Stephan Diethelm

Auffallend waren die präzise gespielten Töne und das ausgeglichene Zusammenspiel. Das Colom-Pukl-Sanders-Hutchinson-Quartett verführte die Zuhörer mit typischem Jazz in Reinkultur.

Auch die Musiker selbst schienen Spass zu haben, denn alle vier standen mit strahlenden Gesichtern auf der Bühne. Es gab Getränke, die Stühle waren bequem, und auf allen Tischen hatte es kleine Kerzen, was zusätzlich für eine warme und angenehme Atmosphäre sorgte. Insgesamt also ein sehr gelungener Abend.

Der Schlagzeuger seiner Generation

Gregory Hutchinson kam am 16. Juni 1970 in Brooklyn zur Welt und begann, getrieben durch den Einfluss seiner musikalischen Eltern, bereits im Alter von drei Jahren Schlagzeug zu spielen. Bald war er so motiviert, dass er bereits mit 12 Jahren täglich früher zu Schule ging und abends länger blieb, um noch etwas Schlagzeug spielen zu können. Später erhielt er Privatunterricht von Justin Diccicio an der Manhatten School of Music – einem Musiklehrer, der bereits einige berühmte Musiker wie Marcus Miller, Steve Jordon oder Kenny Washington unterrichtete.

Bereits mit 19 Jahren spielte er in der Band des Jazztrompeters Red Rodney. Drei Jahre Später begleitete er die Sängerin Betty Carter und 1995 wurde er Mitglied im Trio von Ray Brown, einem bekannten Jazzbassisten, mit dem er zum ersten Mal weltweit auf Tournee ging.

Kräftiger Szeneapplaus

Seither hat Hutchinson mit vielen Virtuosen der Jazzwelt zusammengearbeitet, unter anderem Dianne Reeves, Wynton Marsalis, John Scofield, Roy Hargrove, Charles Lloyd, Diana Krall, Joshua Redman und Christian McBride. Seine vielseitige Erfahrung und die einzigartige Technik machen ihn zu einem der besten Schlagzeuger seiner Zeit oder zum «drummer of his generation», wie ihn das französische «Jazz Magazine» beschreibt.

Das Quartett schaffte das Publikum bereits ab dem ersten Stück in seinen Bann zu ziehen. Die vielen Eigenkompositionen wie auch die zahlreichen Instrumentalsoli wurden stets mit kräftigem Szenenapplaus belohnt.

Colom-Ginsburg-Hutchinson-Pukl-Quartet bei «Musig im Pflegidach», Muri

Am Ende des ca. 80-minütigen Konzerts bedankte sich das Quartett für die Gastfreundschaft bei Stephan Diethelm und seiner Familie und verabschiedete sich mit einer kurzen Zugabe. Die Zuhörer im Pflegidach hatten das Glück die vier amerikanischen Künstler noch einmal live vor Ort zu sehen, denn dies war der letzte Abend ihrer Europatournee. Danach hiess es für sie zurück in die USA.

Das könnte dich auch interessieren:

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Noch knapp 400 Covid-Patienten in Schweizer Spitälern – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Bund hat Pflichtlager bisher nicht angerührt

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Muri als Babylon des Jazz

Am vergangenen Sonntag verblüfften Yotam Silberstein und seine Band die Hörerschaft im gänzlich ausverkauften «Musig im Pflegidach»

Schon zum zweiten Mal versetzt Yotam Silberstein mit seiner Gitarre den Saal in einen Zustand der Euphorie und Gelassenheit, denn er musizierte vor zwei Jahren schon hier in Muri. Begleitet von den hochklassigen Virtuosen Petros Klampanis (Kontrabass), Daniel Dor (Schlagzeug) und Vitor Gonçalves (Klavier und Akkordeon) bat der gebürtige Israeli eine stilistische Klangvielfalt mit grosser Inspiration vom brasilianischen Choro.

Angefangen mit der äusserst ruhigen und eleganten Komposition «A …

Artikel lesen
Link zum Artikel