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Eine Reise in die Tiefe des Jazz

Am Sonntagabend versetzte die 28-jährige Tenorsaxophonistin Melissa Aldana das Publikum im Pflegidach in Muri in eine vollkommen andere Welt.
05.12.2017, 16:10
Anne-Sophie Pederiva*

* Die Autorin ist Schülerin an der Kanti Wohlen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts verfassen die Schüler auch Konzertberichte, die in die Note einfliessen.

Die junge Musikerin Melissa Aldana aus Chile begeisterte am Sonntagabend die Besucher vom «Musig im Pflegidach». Als die junge Jazzmusikerin mit ihrem Saxophon auf die Bühne trat und nach einer knappen Bergrüssung den ersten Song «Turning» anstimmte, schien für Melissa die Zeit stehen zu bleiben und sie begab sich mit ihrem Saxophon auf eine musikalische Zeitreise. Auf diesem Weg wurde sie von Sam Harris am Klavier, Pablo Menares am Kontrabass und Tommy Crane am Schlagzeug begleitet und es folgte ein Feuerwerk an mitreissenden Liedern.

Die Musik liegt in der Familie

Melissa wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf und fühlte sich von Anfang an zum Jazz hingezogen. Beide, ihr Vater und wie auch ihr Grossvater, spielten Saxophon und konnten ihr die Musik schon sehr früh schmackhaft machen. Mit sechs Jahren begann sie mit dem Saxophonspielen und erlernte dies vorerst auf einem Altsaxophon. Doch mit der Zeit merkte sie immer mehr, dass sie dem Tenorsaxophon ihres Grossvaters, mit dem sie auch heute noch spielt, mehr abverlangen konnte. Schon im zarten Alter von sechzehn Jahren spielte Melissa mit ihrer eigenen Band in diversen Jazzclubs von Santiago de Chile.

Melissa Aldana Quartet - Weaver Of Dream

Dem Wippen konnten man nicht wiederstehen

Das Quartett wirkte sehr dynamisch und keck. Die abwechslungsreichen, jazzigen Melodien brachten die Leidenschaft und Talente der jungen Musiker sehr gut zum Vorschein und faszinierten die Audienz. Doch an diesem Abend waren nicht nur wilde und rassige Lieder zu hören, auch sehnsüchtige und melancholische Klänge erfüllten das «Pflegidach Muri» und nahmen die Besucher mit auf die Reise in die Tiefen des Jazz.

Zwischendurch gönnte sich Melissa einige Verschnauf- und Trinkpausen und zeigte ihren Kollegen auf eine sehr sympathische Art, grossen Respekt; lächelnd stand sie am Bühnenrand und bewunderte die Fähigkeiten ihrer Bandmitglieder. Dies wirkte sehr herzlich und brachte, als nur die Begleitung spielte, etwas Abwechslung in den Abend. «Die Musik erfüllt mich mit einer gewissen Ruhe und lässt mich alle Sorgen für einen Moment vergessen», meinte die Saxophonistin in einem Interview nach dem Konzert. Als Besucher konnte man dies in Augenblicken spüren, als sie mit Augen geschlossen, leicht wippend, ihre zeitlose Reise genoss.

«My saxopone is like an extension of my body and it is my special way of communicating with people.»
Melissa Aldana

Melissa Aldana ist die erste weibliche Gewinnerin der Thelonious Monk International Jazz Saxophone Competition und gewann dadurch hohes Ansehen in der Jazzwelt. Der Thelonious-Monk Wettbewerb verleiht einen der meist geachteten Nachwuchspreise der Welt. Auf die Frage, was ihr das Saxophonspielen bedeutet, sagte die Chilenin: «My saxopone is like an extension of my body and it is my special way of communicating with people.» (Deutsch: Mein Saxophon ist wie eine Verlängerung meines Körpers und ist meine spezielle Art mit Menschen zu kommunizieren.) Den gekonnten Umgang mit ihrem Instrument brachte an diesem besonderen Abend im «Musig im Pflegidach» die Zuschauer zum Staunen. Im jungen Alter von 28 Jahren ist es schliesslich nicht selbstverständlich, einen der angesehensten Nachwuchspreisen der Jazzwelt zu gewinnen!

Die junge Musikerin, die das erste Mal in Muri auftrat, bedankte sich am Ende ihres Auftrittes ganz herzlich und freut sich bereits auf das nächste Mal im «Musig im Pflegidach».

Melissa Adlana Quartet bei «Musig im Pflegidach» Muri

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Melissa Adlana Quartet bei «Musig im Pflegidach» Muri
quelle: christoph biegel / christoph biegel
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Der ganze Saal steht auf und tanzt
Mit einem riesigen Applaus wird die aus New York eingeflogene Band begrüsst. Domo Branch am Schlagzeug, Ben Feldman am Bass, Sean Mason am Klavier und die Sängerin Imani Rousselle begeistern den vollen Saal des Pflegidachs Muri mit ihrer einzigartigen Musik.

Die Freude an der Musik ist der ganzen Band von weitem anzusehen. Ihr Ziel ist es, Leute durch ihre Musik zu heilen, motivieren und inspirieren. Dies ist ihr auch wirklich gelungen. Die Spannung und Faszination sind den Zuschauern anzusehen. Doch sobald die Musik lauter und intensiver wird, sind überall mitnickende Köpfe und tanzende Personen zu sehen. Das Auflockern der Stimmung kommt aber definitiv nicht zu kurz. Wenn er gerade nichts zu tun hat, steht der Schlagzeuger Domo Branch auch gerne einmal neben die Bühne und sieht seiner eigenen Band zu. Auch die Sängerin Imani Rousselle gönnt sich selbst eine Pause und sitzt zwischendurch eine Weile auf den Boden.

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