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Machtkampf im Jemen

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Machtkampf im Jemen
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Mindestens 74 Kinder getötet: Hilfsorganisationen befürchten humanitäre Katastrophe im Jemen



Bei den Kämpfen im Jemen sind in den vergangenen Wochen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 540 Menschen getötet worden. Weitere 1700 seien verletzt worden, teilte die WHO am Dienstag mit. In der Hafenstadt Aden lieferten sich Huthi-Rebellen und Anhänger von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi erneut heftige Gefechte. Das IKRK nannte die humanitäre Lage in der Stadt «katastrophal».

Die Angaben der WHO beziehen sich auf den Zeitraum zwischen dem 19. März und dem 6. April. Bei den Kämpfen in Aden wurden in der Nacht zum Dienstag sechs Huthi-Rebellen und vier Kämpfer der Hadi-treuen Volkskomitees getötet, wie von Seiten der Rettungskräfte und des Militärs verlautete.

Den paramilitärischen Verbänden sei es gelungen, die schiitischen Rebellen wieder aus Teilen des zentralen Viertels Al-Moalla zu vertreiben, berichteten Augenzeugen.

Augenzeugin berichtet aus dem Jemen

Einwohnern zufolge beschossen in der Nacht zum Dienstag ausserdem Kriegsschiffe der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition Stellungen der Rebellen in der Hafenstadt. In der östlich von Aden gelegenen Provinz Abjan wurden nach Angaben des Gouverneurs acht Huthi-Rebellen getötet, als sie in einen Hinterhalt von Stammeskämpfern gerieten.

IKRK fordert sofortige Waffenruhe

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnte vor einer humanitären Katastrophe in Aden. Die Stadt sei weitgehend von der Versorgung abgeschnitten. «Der Krieg in Aden findet auf jeder Strasse, an jeder Ecke statt», sagte IKRK-Sprecherin Marie Claire Feghali. «Leichen liegen auf den Strassen herum, niemand traut sich, sie zu bergen.»

Der Grossteil der 800'000 Einwohner könne wegen der Gefechte nicht aus der Stadt fliehen, sagte Feghali. Sie forderte eine sofortige Waffenruhe, um die Lieferung von Hilfsgütern zu ermöglichen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, die Lage in Aden verschlechtere sich von Tag zu Tag.

Immerhin konnte ein erstes Flugzeug mit medizinischem Personal des IKRK in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa landen, der zuständige IKRK-Direktor Dominik Stillhart am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Über 70 Kinder getötet

Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef teilte mit, seit Beginn der Luftangriffe der arabischen Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens am 26. März seien im Jemen mindestens 74 Kinder getötet worden. Es handle sich aber um «vorsichtige Schätzungen», die tatsächliche Opferzahl liege angesichts der intensiven Gefechte der vergangenen Tage wohl deutlich höher. Die UNO-Organisation forderte einen besonderen Schutz für Kinder.

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Im Jemen gibt es seit Wochen heftige Kämpfe zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und verbündeten Armeeeinheiten sowie den Truppen und Milizen von Präsident Hadi, der im Februar aus der Hauptstadt Sanaa nach Aden geflohen war. Als die Huthis auf die Hafenstadt vorrückten, floh Hadi weiter nach Saudi-Arabien, wo er um die Unterstützung des sunnitischen Königreichs bat.

Die von Riad angeführte Militärallianz begründet ihre Intervention auch damit, dass der - ebenfalls schiitische - Iran die Huthis unterstütze. Viele Experten bezweifeln aber, dass Teheran einen nennenswerten Einfluss auf die Rebellen hat.

Weitere Luftangriffe

Ungeachtet internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe setzte das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis die Luftangriffe fort. Kampfjets bombardierten am Dienstag einen Militärstützpunkt im Landesinneren, der unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Miliz ist.

Fünf Bomben seien über dem Lager nahe der Stadt Ibb, 160 Kilometer südlich von Sanaa, abgeworfen worden, hiess es in Militärkreisen. Ziel seien vermutlich Flugabwehrstellungen und Truppenunterkünfte gewesen. Medienberichten zufolge wurden auch mindestens zwei Schüler einer benachbarten Schule getötet.

Die Kampfjets nahmen Militärkreisen zufolge auch Waffenlager der Huthis nahe Sanaa und weiter nördlich in Sanhan sowie Militärstellungen an der Küste des Roten Meeres nahe der Hafenstadt Hodaida ins Visier.

Die Lage im Jemen stand auch im Mittelpunkt der Gespräche, die der iranische Präsident Hassan Ruhani am Dienstag in Teheran mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan führte. Die Türkei unterstützt die internationale Militärallianz, beteiligt sich aber nicht direkt an der Offensive gegen die Huthi-Rebellen.

Die beiden Politiker bemühten sich, über ihre Differenzen hinwegzusehen und eine Beendigung des Krieges zu fordern. «Dem Blutvergiessen und Sterben müssen wir alle gemeinsam ein Ende setzen», sagte Erdogan. (sda/afp/dpa/reu)

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