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(From L-R) Norway's Foreign Minister Borge Brende, Egypt’s Foreign Minister Sameh Shokri, Egyptian President Abdel Fattah al-Sisi and Palestinian president Mahmud Abbas leave following the opening session of the Gaza Donor Conference on October 12, 2014, aimed at helping the Gaza Strip pummelled by the 50-day war between Israel and Hamas militants earlier this year. Some 50 countries are to attend the talks, with Palestinians hoping for $4 billion in global pledges, despite wariness from donors that without a full peace treaty with Israel they may just be pouring money down the drain. AFP PHOTO / KHALED DESOUKI

Bild: AFP

Nahost

Hamas macht die hohle Hand für Gaza-Wiederaufbau



Die radikal-islamische Hamas hat zum Auftakt einer Geberkonferenz in Kairo dazu aufgerufen, möglichst viel Geld für den Wiederaufbau im Gazastreifen zu sammeln. Hamas-Chef Ismail Hanija sagte am Sonntag, Zusagen bei früheren Konferenzen seien nicht eingelöst worden.

«Diesmal muss viel Geld fliessen», sagte der Hamas-Chef. «Wir sind keine Bettler, aber unser Volk hat viele Opfer gebracht und es liegt in der Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, wieder aufzubauen, was die (israelische) Besatzungsmacht bei ihrem unmenschlichen Krieg in Gaza zerstört hat.»

Die Zerstörungen, die der dritte Krieg innerhalb von sechs Jahren zwischen Israel und extremistischen Palästinensergruppen in dem isolierten Küstengebiet hinterliess, sind gewaltig. Die in Ramallah im Westjordanland sitzende Palästinensische Autonomiebehörde hat einen 76 Seiten umfassenden Wiederaufbauplan vorgelegt, der die Gesamtkosten auf umgerechnet 3,8 Milliarden Franken schätzt.

In dem fünfzigtägigen Gaza-Krieg im Juli und August, dem jüngsten Gewaltausbruch des seit sieben Jahrzehnten währenden Nahostkonflikts, waren mehr als 2100 Palästinenser, mehrheitlich Zivilisten, und auf israelischer Seite 73 Menschen, davon 66 Soldaten, getötet worden.

Über 50 spendenwillige Länder

Mehr als 50 spendenwillige Länder folgten am Sonntag der Einladung Ägyptens und Norwegens, um in Kairo über die Finanzierung des Wiederaufbaus im Gazastreifen zu beraten. Auch zwanzig internationale Organisationen sassen mit am Tisch.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas machte sich in Kairo erneut für die Gründung eines unabhängigen Palästinenserstaates stark. Die Konferenz müsse für einen neuen internationalen Versuch genutzt werden, den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen. Die UNO solle eine Grenzziehung überwachen, die es Israel und einem Palästinenserstaat erlauben würde, «in guter Nachbarschaft» zu leben, sagte Abbas.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi appellierte an Israel, den Konflikt mit den Palästinensern beizulegen. In seiner Eröffnungsrede zur Geberkonferenz sagte al-Sisi: «Ich appelliere an das israelische Volk und seine Regierung: Es ist Zeit den Konflikt endlich zu beenden.»

EU einmal mehr grösster Geldgeber

Die USA und die Europäer haben an der Geberkonferenz in Kairo umgerechnet mehr als 785 Millionen Franken für den Wiederaufbau des Gazastreifens zugesagt. Insgesamt 450 Millionen Euro wolle die EU bereitstellen, sagte die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton am Sonntag auf dem internationalen Treffen. Die USA geben nach Angaben von US-Aussenminister John Kerry 212 Millionen US-Dollar. Deutschland steuert zusätzlich zu seiner Beteiligung an den EU-Geldern weitere 50 Millionen Euro bei. (sda/dpa/afp)

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