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Ihr Ziel hat die Werbung ganz sicher erreicht: Die Aufmerksamkeit könnte kaum grösser sein. bild: facebook/martin sonneborn

Zweideutige Skandal-Werbung

Grosse Berge und feuchte Täler: Der Schwarzwald ist so sexy! Oder doch einfach nur sexistisch?



Der Verein Ferienland Schwarzwald hat sich für seine neue Werbekampagne etwas ganz besonders Lustiges ausgedacht: Mit dem Slogan «Grosse Berge, feuchte Täler und jede Menge Wald» sollen Touristen in die Gegend gelockt werden. 

Der Werbespruch an sich ist schon etwas merkwürdig – in Verbindung mit der Silhouette einer Frau, die sich in eine entsprechende Pose gebracht hat, wird klar: Hier soll ein anzügliches, zweideutiges Wortspiel Aufmerksamkeit erzeugen. Und das ist den Werbemachern auch gelungen. Das Feedback fällt jedoch nicht nur positiv aus. Auf Twitter werden Sexismus-Vorwürfe laut.

Anzeige vorläufig gestoppt

Doch nicht nur die Twitter-Gemeinde regt sich auf: Inzwischen wurde auch der Deutsche Werberat eingeschaltet. «Uns hat eine Beschwerde erreicht», so die Geschäftsführerin Julia Busse gemäss der Nachrichtenagentur DPA. Man habe das Unternehmen im Schwarzwald zu einer Stellungnahme aufgefordert.

Die Tourismusorganisation «Ferienland Schwarzwald» kündigte daraufhin an, sie wolle die Anzeige vorerst nicht weiterverbreiten. Ausserdem werde der Geschäftsführer eine Stellungnahme an den Werberat schicken. Der stellvertretende Geschäftsführer Hans-Peter Weis hatte vorab bereits auf Anfrage des Südkuriers erklärt, dass Provokation zur Werbung gehöre. Es sei das Ziel gewesen, Aufmerksamkeit zu erregen – und das sei auch gelungen.

So mancher nimmt es mit Humor

Beschwerde hin oder her – ihr Ziel hat die Werbung ganz sicher erreicht. Viel grösser könnte die Aufmerksamkeit für eine Werbung, die ursprünglich «nur» im Bordmagazin der Fluggesellschaft Ryan Air veröffentlicht wurde, wohl kaum sein. Und abgesehen von den zahlreichen Kritikern lassen sich auf Twitter fast ebenso viele Personen finden, die die Werbung mit Humor aufnehmen. 

Den Anstoss für die Diskussion hat Journalist und Satiriker Martin Sonneborn geliefert, der die Anzeige vor einigen Tagen auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat. Dafür kassierte er mehr als 1000 Likes, über 300 Personen teilten den Beitrag auf ihrer eigenen Facebook-Seite.

(viw)

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