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Eine Woche protokolliert

Ich wollte hier einen Artikel schreiben, wie wenig Freizeit man als Familienvater hat – stattdessen muss ich gestehen, dass ich weniger klagen und besser planen sollte



15 Stunden Freizeit pro Arbeitstag – das bescheinigt uns eine OECD-Studie. Den Artikel dazu hatten wir vor einer Woche. «Bullshit», kochte es in mir hoch, «ich hab maximal eine halbe Stunde für mich pro Tag.»

Unter «15 Stunden Freizeit» versteht die OECD sämtliche Zeit, welche uns neben der bezahlten Arbeit vergönnt ist. Doch wie viel Zeit bleibt, wenn man auch die unbezahlte Hausarbeit und die Bettruhe abzieht? Ich habe eine Woche (5 Arbeitstage & 2 freie Tage) aufgezeichnet:

So unspektakulär sieht meine Woche aus:

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40 Prozent meiner Lebenszeit verbringe ich entweder mit bezahlter oder eben nicht bezahlter Arbeit. In die Kategorie der nicht bezahlten Arbeit fallen Hausarbeiten wie Wäsche waschen, Geschirrspüler ausräumen, staubsaugen, einkaufen, Rechnungen bezahlen usw.

Fast einen Drittel meiner Lebenszeit verbringe ich im Land der Träume. Von Dauerübermüdung kann auch mit einer kleinen Tochter keine Rede sein.

Immerhin 22 Prozent (36 Stunden und 15 Minuten) – über 7 Stunden am Tag – habe ich echte Freizeit. Sieben Stunden am Tag! 

Selbstverständlich schenken vor allem die beiden Freitage ein. In Anbetracht dessen, dass ich normalerweise 80 Prozent arbeite, darf ich mich über zu wenig Freizeit aber nicht beklagen.

Unbezahlte und bezahlte Arbeit:

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Trotz 53 Stunden Arbeitswoche (nimm das, Chef!) und unerwartet viel Hausarbeit pro Tag (mehr als 2 Stunden im Schnitt) bleibt eigentlich genügend Freizeit.

Freizeit:

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Auffallend: Ich verbringe einen Grossteil meiner Freizeit mit der Familie. Wie bereits gesagt: Ich würde hier nun gerne monieren, wie wenig Zeit man als Familienvater für sich selbst hat. Die nackten Zahlen sagen aber etwas Anderes. Fast 2 Stunden pro Tag bleiben für persönliche Bedürfnisse – vor allem, wenn man seine Freunde so schändlich vernachlässigt. 

Selbstverständlich sind die 10 Stunden und 5 Minuten die Summe diverser kurzer Abschnitte: Hier eine Viertelstunde zwischen Mittagessen und Wäsche aufhängen, dort eine halbe Stunde, bevor Tochter und Freundin nach Hause kommen. Trotzdem: Von der gefühlten halben Stunde Freizeit pro Woche kann keine Rede sein. 

Lange Rede kurzer Sinn: Ich werde in Zukunft meine Hausarbeiten besser koordinieren, so, dass auch längere Blöcke Freizeit entstehen. 

Und ich werde weniger klagen.

Wie sehen Sie es mit der Freizeit? Genug? Haben Sie ein ähnliches Experiment auch schon gemacht?

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