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Der Pop-Papst

Papst Franziskus posiert als Poster Boy

Wo sich normalerweise Popstars räkeln oder sich Rapper möglichst krass inszenieren, strahlt einem seit Neustem Papst Franziskus entgegen. Er hat es als erster Papst auf das Cover des Musik-Magazins «Rolling Stone» geschafft.
29.01.2014, 17:04

«The Times They Are A-Changin'» – mit Referenz auf Bob Dylans drittes Album würdigt die Titelstory des «Rolling Stone» Papst Franziskus als «Cool Pope Francis»: der Papst der Massen mit breiter Akzeptanz. Der Pontifex in einer Reihe mit Miley Cyrus, Lou Reed und Eminem. 

Immer schön lächeln und winken: Die Papst-Ausgabe erscheint am 13. Februar im weltweiten Handel. 
Immer schön lächeln und winken: Die Papst-Ausgabe erscheint am 13. Februar im weltweiten Handel. Bild: The Huffington Post

Es war nicht das erste Mal, dass Papst Franziskus ein Cover zierte. Das «Time Magazine» ernannte ihn letzten November zur Person des Jahres 2013. Der Chefredaktor Nancy Gibbs erklärte die Wahl damit, dass Papst Franziskus es geschafft habe, zu einer «neuen Stimme des Gewissens» zu werden.

Ikonisches «Time Magazine»-Cover
Ikonisches «Time Magazine»-CoverBild: The Huffington Post

Vatikan-Sprecher Vater Federico Lombardi liess aus Rom verlauten: 

«Der heilige Vater hat nicht die Absicht berühmt zu werden oder Ehrungen zu erhalten. Wenn jedoch die Wahl zur Person des Jahres hilft den Gospel zu verbreiten – eine Nachricht von Gottes Liebe für alle – wird er natürlich sehr glücklich darüber sein.»
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.

Nur eine Woche später prangt Papst Franziskus' Konterfei schon wieder auf einem renommierten Titel: «The New Yorker» bringt ihn als Schneeengel in weiss, dazu ein detailliertes Porträt von einem dynamischen und modernen Papst. 

Heilig und doch zugänglich: der Papst der Masse.
Heilig und doch zugänglich: der Papst der Masse.Bild: The Huffington Post

Schon im Sommer 2013 wählte ihn die italienische «Vanity Fair» vor Ablauf des Jahres zum «Mann des Jahres». 

Held im eigenen Land: Die italienische «Vanity Fair»
Held im eigenen Land: Die italienische «Vanity Fair»Bild: The Huffington Post
«If someone is gay and seeks the Lord with good will, who am I to judge?»
Papst Franziskus im Juli 2013

«Wenn jemand schwul ist und mit gutem Willen den Herrn sucht, wer bin ich um zu richten?», stellte Papst Franziskus letzten Sommer gegenüber Journalisten klar. Das sind ungewohnte Töne von katholischer Seite. Das schwul-lesbisch-queere Magazin «The Advocat» belohnte ihn mit einem Cover-Auftritt. 

Hat sonst eher nichts mit Kirche am Hut: «The Advocate»
Hat sonst eher nichts mit Kirche am Hut: «The Advocate»Bild: The Huffington Post

Diese Woche wollte ihn auch noch «Der Spiegel» haben. Hier ist jedoch Schluss mit der Lobhudelei: «Kann man von Papst Franziskus nach freundlichen Gesten wahre Reformen erwarten?»

Die Sexualmoral von Kirche und Gläubigen klafft auseinander.
Die Sexualmoral von Kirche und Gläubigen klafft auseinander.Bild: Der Spiegel

Der Held der Streetartisten scheint er so oder so zu sein. In der Nähe des Vatikans wurde diese Wand mit Superman Franziskus verschönert. 

Bild: EPA/Alessandro Di Meo
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