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Miss Kanada auf Mission in China: Menschenrechte beim Schönheitswettbewerb

Anastasia Lin will an der Wahl zur Miss World in China teilnehmen – und sich dort für Menschenrechte einsetzen. Nun sagt sie: Die Volksrepublik wolle sie gar nicht erst ins Land lassen.

17.11.15, 11:36


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Schönheitswettbewerbe sind selten wirklich politisch. Die kommende Wahl zur Miss World in China könnte eine Ausnahme werden – zumindest macht eine Kandidatin schon im Vorfeld mächtig Wirbel: Anastasia Lin, die amtierende Miss World Kanada.

Miss World Canada Anastasia Lin poses with her crown after an interview at her home in Toronto, Ontario November 10, 2015. Canada's China-born Miss World contestant said on Tuesday her visa to travel to the beauty pageant at a Chinese resort has been delayed and her father has been harassed by Chinese officials because she has spoken out about human rights abuses in the communist country. Anastasia Lin, an actress and Falun Gong practitioner crowned Miss World Canada in May, said her determination to speak out about Chinese abuse of human rights may cost her a chance to attend the Dec. 19 contest final in Sanya, China. REUTERS/Chris Helgren      TPX IMAGES OF THE DAY

Miss Kanada hat eine Mission.
Bild: CHRIS HELGREN/REUTERS

Bereits bei ihrer Wahl im Mai hatte die 25-Jährige Menschenrechte zum zentralen Element ihrer Kampagne gemacht. Seither nutzt Lin jede Möglichkeit, um weiter Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen.

In einem Gastkommentar für die «Washington Post» schrieb sie schon im Juni, dass ihr Vater in China Besuch von Sicherheitsleuten bekommen habe. Er habe sie danach gebeten, ihre Aktivitäten einzustellen – oder er müsse den Kontakt abbrechen. Lin jedoch macht weiter. Sie sprach vor dem US-Kongress über religiöse Verfolgung in China und berichtet nun, da das Miss-World-Finale in China näher rückt, in diversen Interviews von weiteren Repressalien.

Die Wahl findet in einem Monat in der chinesischen Stadt Sanya statt. Lin fürchtet, dass die Volksrepublik sie ausschliessen wird. Im Gegensatz zu allen anderen Kandidatinnen, die sie kenne, habe sie bisher einen Brief, der für das Visum unabdingbar ist, nicht bekommen.

Lin, die als 13-Jährige nach Kanada gezogen war, setzt sich unter anderem für Falun Gong ein – eine spirituelle Bewegung, die seit 1999 in China verboten ist. So übernimmt Lin auch in einem Film die Rolle einer inhaftierten Falun-Gong-Anhängerin.

Miss World Canada Anastasia Lin poses before an interview at her home in Toronto, Ontario November 10, 2015. Canada's China-born Miss World contestant said on Tuesday her visa to travel to the beauty pageant at a Chinese resort has been delayed and her father has been harassed by Chinese officials because she has spoken out about human rights abuses in the communist country. Anastasia Lin, an actress and Falun Gong practitioner crowned Miss World Canada in May, said her determination to speak out about Chinese abuse of human rights may cost her a chance to attend the Dec. 19 contest final in Sanya, China. REUTERS/Chris Helgren

Muss Anastasia Lin zuhause bleiben?
Bild: CHRIS HELGREN/REUTERS

Die kanadische Fraktion des Schönheitswettbewerbs ist nun bemüht, die Wogen zu glätten. Man habe den Miss-World-Veranstaltern zugesichert, dass Lin sich benehmen, auf den Wettbewerb konzentrieren und nichts tun werde, das die Regierung verärgern könnte. Lin selbst bleibt jedoch dabei: «Ich werde nichts Unvernünftiges, Unfriedliches tun. Aber ich werde meine Meinung äussern, das steht fest.»

Wenn Lin tatsächlich kein Visum bekommt, wird die Wahl in einem Monat ohne eine Vertreterin Kanadas stattfinden. Eine Vertreterin werde man nicht schicken, teilte Miss World Kanada mit, dafür sei auch die Vorbereitungszeit zu knapp. Die Miss-World-Zentrale in London teilte mit, dass die Veranstaltung auch ohne Lin über die Bühne gehen werde. Die chinesische Botschaft in Kanada liess eine Anfrage der Nachrichtenagentur AP unbeantwortet.

FILE - In a Friday, Nov. 13, 2015 file photo, Anastasia Lin, Canada's Miss World contestant, poses for a photograph in Toronto. Lin believes China is preventing her from getting a visa to attend the Miss World pageant because of her human rights comments about the communist country.  iI’s unclear whether Canada will be represented at all in the pageant on Dec. 19 in Sanya, China.  (Frank Gunn/The Canadian Press via AP, File) MANDATORY CREDIT

Bild: AP/CP

hut/AP/Reuters

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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