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Amazing Maisie! Heute ist sie siebzehn, seit ihrem zwölften Lebensjahr spielt sie die Arya Stark in «Game of Thrones».  Bild: Ralf Uhler/ Styling by l'oréal

Berlinale-Begegnung

Fermentierter Hai, Ketchup-Exzesse und die grosse Liebe: Maisie aus «Game of Thrones» und Hera aus Island packen aus

Wenn Amazing Maisie in Berlin einen Fuss auf die Strasse setzt, passiert Folgendes: Nach allen Seiten riesige, schwarz angezogene Männer stürzen sich mit «Game of Thrones»-Fanmaterial auf sie und wollen Autogramme. Es ist ihnen egal, dass Maisie Williams erst siebzehn Jahre alt und 1,55 Meter winzig ist und fast erdrückt wird von den aufgeschwemmten Weissbroten. Und wenn sie ihr Autogramm nicht kriegen, sagen sie: «Na, die sieht ja Scheisse aus.» Leute, echt, benehmt euch! 

An der Berlinale will die Britin über die Nachwuchs-Förder-Plattform der Shooting Stars einen Weg ins europäische Kino finden. Eine ihrer Berlinale-Kolleginnen ist die 26-jährige Isländerin Hera Hilmar. Am Zurich Film Festival 2014 erhielt sie eine Auszeichnung für ihre Rolle einer allein erziehenden, sich prostituierenden Mutter im Film «Life in a Fishbowl».

Hera Hilmar, sagen Sie mal, Ihr Isländer esst doch dauernd so komische Sachen.
HH: Ach, Sie meinen fermentierten Haifisch? Das ist natürlich Hardcore. Aber unser frischer Fisch ist der Beste. Und unser Gemüse. Und erst unser Wild! Unser Wild ernährt sich ja fast nur von Beeren, das schmeckt köstlich!

Maisie Williams, wenn Sie sich im ganzen Berlinale-Catering eine Lieblingsspeise aus ihrer Heimat Grossbritannien wünschen könnten, was wäre das?
MW: Spaghetti Bolognese! Es gibt nichts Grossartigeres! Aber das ist ja gar nicht britisch. Okay: Fish & Chips. Und dann packe ich den Fisch und die Chips zwischen zwei Brotscheiben und übergiesse alles mit enorm viel Ketchup.

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Hera Hilmar, eine ganz normale, extreme Isländerin. Bild: Ralf Uhler /styling by l'oréal

Hera Hilmar, Sie leben seit sechs Jahren in London. Wie hat die britische Filmindustrie Sie damals willkommen geheissen?
HH: Alle waren wundervoll. Am Tag, als ich nach England übersiedelte, brach die isländische Wirtschaft zusammen. Ich stand da und schaute mein Geld an, das immer weniger wert war, während das Pfund immer weiter stieg. Ich konnte mir rein gar nichts mehr leisten, aber die Engländer waren alle sehr nett und haben mich unterstützt.

Sie beide arbeiten in England und Amerika, Maisie Williams hat sogar eine Hauptrolle in «Game of Thrones». Haben Sie eine Nachwuchs-Förder-Plattform wie die Berlinale Shooting Stars überhaupt nötig?
HH: Netzwerke sind das Rückgrat eines Schauspielers. Man kann davon nie genug haben, darum geht es hier. 
MW: Für mich auch. Ich will endlich auch auf dem europäischen Kontinent arbeiten können und richtig gute Filme machen.

Echt? Sie sind siebzehn, ein Weltstar und wollen kontinentales Kino machen? Im Ernst?
MW: Ja, im Ernst! Ich will Arthouse-Kino machen! Ich brauch nicht immer Explosionen und Exekutionen.

Aus Island kennen wir so extreme Künstler wie Björk. Gibt es eigentlich eine kreative isländische Essenz?
HH: Auf jeden Fall. Wir sind ja ein extremes Volk. Im Sommer drehen wir durch vor lauter Licht und sind die glücklichsten und euphorischsten Menschen der Welt. Und im Winter die unglücklichsten. Da sind wir ausschliesslich depressiv. Sowas schlägt sich auf unsere Arbeit nieder. Zudem können Künstler in Island wirtschaftlich nicht wirklich überleben. Das erlaubt ihnen wiederum, so verrückt zu sein, wie es ihnen gefällt.

Und hier sind sie: Die schönen jungen Nachwuchsstars um Maisie und Hera. In Bildern von Ralf Uhler

Apropos Glück: Maisie Williams, Sie scheinen so was wie die glücklichste Person der Welt zu sein. Woher nehmen sie diese übersprudelnde Energie?
MW: Es geht so unglaublich vielen Menschen auf der Welt scheisse. Mir nicht. Mir geht es schon seit enorm vielen Jahren total gut. Darüber freue ich mich. Wenn ich nicht spiele, könnte ich einfach nur tanzen.

Sie kommen aus Bristol. Was macht den Menschen aus Bristol interessanter als den Menschen aus London?
MW: Ach, ich weiss nicht, ob wir aus Bristol interessanter sind. Aber für Kulturschaffende ist es eine grossartige Stadt. Die Musikszene boomt seit Jahrzehnten, wir haben eine tolle Uni, ganze Quartiere leben nur für die Kultur, wir haben die ganzen Punks. Jungsein in Bristol ist super.

Haben Sie Vorbilder?
HH: Al Pacino. Ich wollte immer schon Al Pacino sein. Nicht, weil ich ein Mann sein will, sondern weil Männer die guten Rollen bekommen. Frauen nicht.
MW: Emma Stone! Sie ist so lustig, verarscht die Paparazzi und macht gute Charity-Projekte. Sie ist die Liebe meines Lebens.

Können Sie noch etwas über unseren Schweizer Shooting Star sagen?
HH: Über Sven? Oh, er ist ganz einfach ein feiner, schöner junger Mann. Er gefällt mir gut. 



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