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Erik Naslund, Samuel Kvarzell, Marcus Asberg und Eric Jansberger (v.l.n.r.): Vier Polizisten, ein Kampf, kein Problem.
Erik Naslund, Samuel Kvarzell, Marcus Asberg und Eric Jansberger (v.l.n.r.): Vier Polizisten, ein Kampf, kein Problem.
screenshot: twitter.com/nypmetro

Diese schwedische Polizisten-«Boyband» wird in New York gefeiert – weil sie eine Schlägerei in der U-Bahn beendete

24.04.2015, 14:28

Die vier schwedischen Polizisten Samuel Kvarzell, Markus Asberg, Eric Jansberger and Erik Naslund werden in New York als Helden gefeiert. Dabei wollten die Skandinavier eigentlich nur während ihres Urlaubs in der Metropole zu einer Aufführung des Broadway-Stücks «Les Misérables» fahren.

Doch auf ihrem Weg zum Theater fragte der Fahrer des Zuges plötzlich aufgeregt über die Sprechanlage, ob sich Gesetzeshüter im Zug befänden. Die vier Schweden zögerten nicht. Sie wussten: Ihre Dienste waren gefragt. «Wir dachten, dass vielleicht jemand unsere Hilfe gebrauchen kann», sagt der 25-jährige Kvarzell der New York Post.

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video:youtube.com/ray casanova

In einem anderen Abteil gab es eine Schlägerei zwischen zwei Obdachlosen. Als die vier Polizisten die Szenerie erreichten, prügelte ein Mann auf einen anderen ein, dieser schien sich nicht mehr wehren zu können. Die anderen Passagiere flüchteten auf den Bahnsteig. «Wir trennten die beiden», sagt Asberg. Drei der Schweden konnten den Angreifer ausser Gefecht setzen, der vierte, Asberg, kümmerte sich um den Verprügelten.

Für die vier Schweden war es Routine

Bis die Polizei eintraf, sicherten sie den Angreifer mit einem Polizeigriff, redeten beruhigend auf ihn ein, da dieser immer wieder herumbrüllte. «Es war im Grunde Routine», sagt Asberg: «Wir haben versucht, den Streit zu beenden und zu verhindern, dass sich jemand verletzt.»

Der Angreifer wird gesichert, der Kampf ist vorbei.
Der Angreifer wird gesichert, der Kampf ist vorbei.
screenshot: youtube.com/ray casanova

In den lokalen Medien wird gross über den Fall berichtet, von New Yorkern und in sozialen Netzwerken werden die vier Schweden gefeiert. «Es war sehr mutig, vor allem, weil sie Touristen sind. Die stehen eigentlich nur im Weg rum», sagt ein Augenzeuge. Wegen ihres Aussehens werden die vier sogar als «90er Boyband» bezeichnet.

Besonders beeindruckend war für die Augenzeugen, wie routiniert die Skandinavier die Situation klärten. Raymond Casanova, der ein Video von dem Vorfall auf YouTube hochgeladen hat, sagte: «Wenn man genau hinhört, kann man hören, wie sie den Angreifer fragen, ob er ok ist.» Angesichts der Polizeigewalt in den USA ist dies wohl bemerkenswert.

«Wir sind keine Helden. Wir sind Touristen.»
Markus Asberg, schwedischer Polizist

Die New Yorker Polizei bestätigte den Vorfall später, ein Sprecher sagte ABC News: «Es wurde niemand verhaftet». Der Angreifer sei in ein Krankenhaus gebracht worden, um festzustellen, warum er sich so merkwürdig benimmt. Ein Augenzeuge hatte berichtet, dass der Mann vor dem Angriff laut in der U-Bahn herumgebrüllt habe.

Die New Yorker Polizei will die vier Polizisten nun mit einem Geschenk für ihre Dienste belohnen. Die Skandinavier sind vom Rummel überrascht: «Es war keine grosse Sache», sagt Kvarzell. Auch die Kollegen in der Heimat blieben ruhig: «In Schweden hilfst du einfach, wenn du etwas Schlechtes siehst. Das ist normal», sagt ein Polizeisprecher der Stockholmer Polizei.

Nach dem Einsatz brauchten die vier Polizisten erstmal ein Bier, bevor sie weiter zur Show fahren konnten – die sie übrigens noch rechtzeitig erreichten. «Wir sind hier doch als Urlauber hergekommen und waren erst einen Tag in der Stadt», sagt Asberg: «Wir sind keine Helden. Wir sind Touristen!»

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quelle: x80001 / handout
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