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Der 2-Minuten-Trailer zu Emmerichs «Stonewall», der die Transgender-Szene zur Weissglut bringt



«Stonewall» sei für ihn persönlich sehr wichtig, sagt Roland Emmerich über seinen neuen Film. Doch allein der Trailer sorgt schon Wochen vor Erscheinen für Proteste von Homo- und Transsexuellen.

Auf den ersten Blick wirkt das «Stonewall Inn» unscheinbar. Die Bar liegt an der Christopher Street in Manhattan, das zweistöckige Häuschen ist unten aus Backstein, oben grau verputzt. Aber genau hier mitten im Szeneviertel Greenwich Village nahm 1969 die Schwulen- und Lesbenbewegung als Widerstand gegen die häufigen Polizeirazzien ihren Anfang. Seither nehmen viele Gay-Pride-Paraden auf den Christopher Street Day Bezug.

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Der Stein des Anstosses: Trailer zu «Stonewall». YouTube/Fresh Movie Trailers

Vor wenigen Wochen ist die Bar unter Denkmalschutz gestellt worden – und Ende September soll nun zunächst in den USA auch ein Film über den sogenannten Stonewall-Aufstand ins Kino kommen – in Szene gesetzt vom deutschen Star-Regisseur Roland Emmerich («Independence Day»).

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Doch bereits ein Trailer ruft Protest bei Schwulen, Lesben, Transgendern und Transsexuellen hervor. «Weissgewaschen» sei der Film. In der drei Minuten langen Vorschau liegt der Fokus auf einem weissen Darsteller, dem aus «War Horse» bekannten Jeremy Irvine.

Vorwurf der mangelnden Vielfalt

Die Kritiker vermissen Vielfalt in den sexuellen Orientierungen und der ethnischen Zugehörigkeit der Charaktere des Films. Die vorab gezeigten Ausschnitte mit überwiegend weissen Schauspielern entsprächen nicht den Tatsachen, lautet ein Vorwurf. Emmerich verzichte ausserdem auf die Besetzung transsexueller Rollen mit transsexuellen Schauspielern.

epa04430266 German born US film director and producer Roland Emmerich poses during a photocall at the 47th Sitges Film Festival, in Sitges, outside Barcelona, north-eastern Spain, 03 October 2014. Emmerich will be awarded an honorary award at the current edition of Sitges Film Festival, running from 03 to 12 October 2014.  EPA/SUSANNA SAEZ

Für Roland Emmerich, selber schwul, ist der Film eine «Herzensangelegenheit». Bild: EPA/EFE

Allein auf Basis des Trailers rufen Aktivisten nun schon zum Boykott des Films auf. Eine Online-Petition dazu hat bereits mehr als Zehntausende Unterschriften. «In den zwei Minuten, die ich mir den Trailer angeschaut habe, dachte ich: ein weiterer Film bei dem es darum geht, wie weisse Menschen Homosexuelle retten. Es regt mich auf, dass die Geschichten von Menschen, die nicht in ethnische oder sexuelle Schubladen passen, nicht erzählt werden», sagt die Initiatorin der Petition, Pat Cordova-Goff, in einem Online-Video.

Boykott aufgrund von zwei Minuten Film

Die US-Schauspielerin Margaret Cho twitterte unter dem Hashtag #BoycottStonewallMovie: «Zuerst war ich gespannt auf den Film, aber jetzt weiss ich, worum es geht. Das ist Weisswaschen und obwohl ich Filme über Homosexualität mag, boykottiere ich den Film 'Stonewall'.»

Roland Emmerich, selbst offen schwul, verteidigte sich vergangene Woche auf Facebook. Bei seiner Arbeit mit dem «Los Angeles Gay and Lesbian Center» habe er viel gelernt über die «Stonewall Riots» in New York: «Ich war vor allem entsetzt, dass die Gründe für Obdachlosigkeit bei schwulen, lesbischen und transsexuellen Jugendlichen auch heute noch die selben wie die vor 45 Jahren sind.» 

Er habe sich bei seinem Film, der natürlich fiktionalisiert und verdichtet sein müsse, sozusagen stellvertretend auf einen jungen Schwulen aus dem Mittleren Westen der USA konzentriert, den seine Eltern wegen seiner sexuellen Orientierung rausgeschmissen haben.

Wenn der Film in den Kinos anlaufe, werde das Publikum aber auch echte Aktivistinnen kennenlernen wie Marsha P. Johnson und Sylvia Rivera sowie den Aktivisten Ray Castro und «all die tapferen Menschen, welche die Bürgerrechtsbewegung auslösten, die bis heute aktiv ist». Emmerich betonte, «Stonewall» sei für ihn eine «Herzensangelegenheit». (sda/dpa)

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • ESMI 15.08.2015 18:05
    Highlight Highlight Mit einem solch saudoofen Boykott holen sich Schwule, Lesben, Transgender und Transsexuelle auch keine Sympathiepunkte. Sehr armselig, diese Reaktion.
  • c0rnfl4ke 15.08.2015 14:13
    Highlight Highlight Bisher waren Emmerichs Filme wenigstens auf zwei verschiedene Arten katastrophal.
  • stadtzuercher 15.08.2015 11:13
    Highlight Highlight Schauspieler sind nun mal Schauspieler. Sie müssen nicht transgender sein, um eine solche Rolle zu spielen. Wollen Transgender-Lobbyisten ihre eigenen Transgender-Filme mit Transgender-Schauspielern, sollen sie die selbst drehen. Von Transgender-Menschen für Transgender-Menschen.
  • Gleis3Kasten9 15.08.2015 11:06
    Highlight Highlight Hauptsache aus einem zweiminütigen Zusammenschnitt schon endgültige Schlüsse über einen wohl zweistündigen Film machen. Natürlich versucht Hollywood mit einem "leicht zugänglichen" und wie so oft weissen Darsteller das Publikum in die Sääle zu locken. Natürlich wird der Film fluffig sein und die Zuschauer mit einem guten Gefühl aus dem Kino schicken wollen. Weil es ist Hollywood. Wer wirklich harte Fakten will schaut sich einer der Dokus zum Thema an, zB Stonewall Uprising und ist im Jahr 2015 nicht am Jammern weil Hollywood tut, was Hollywood nun halt mal tut.
    • Philipp 15.08.2015 17:04
      Highlight Highlight Allein von dem Trailer auf den ganzen Film zu schliessen ist diletantisch. Warten wir den Streifen zuerst mal ab!

Wir schafften es bis nach Amerika! So wurde #dichterdran zum Twitter-Phänomen

Manchmal geschehen Dinge, die hält man im Traum nicht für möglich. Zum Beispiel, dass aus einem Spass, der mal als Psychohygiene begann, plötzlich ein internationaler Erfolg auf Twitter wird. Ein Erfahrungsbericht aus dem Leben mit #dichterdran.

Ob Feminismus oder Fussball, manchmal passt etwas einfach für beides. Ich muss da nämlich mal was klarstellen. Der Name des Hashtags #dichterdran ist geklaut. Ich gebe das hier lieber gleich zu, nicht, dass eines Tages jemand kommt, den Hashtag durch eine Plagiats-Software jagt und uns einen Skandal anhängt. Geklaut ist er von einem Freund, dem Berliner Schriftsteller Moritz Rinke, der einst eine Fussballkolumne für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» mit dem Titel «Dichter dran» …

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