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Rihannas neuer Füdli-Clip – das «freizügigste Musikvideo aller Zeiten»?

Oh, die ist ja nackt! Und sie schiesst! Rihannas neuer Videoclip, gedreht von Kino-Provokateur Harmony Korine, polarisiert: Ist das weibliche Selbstermächtigung oder nur noch leere Pose?

Andreas Borcholte



Ein Artikel von

Spiegel Online

Die Frau kann sich gerade alles erlauben, und das tut sie auch. Rihanna hat soeben die Beatles eingeholt. Mit 14 Singles, inklusive «Work», der aktuellen Nummer eins, stand sie insgesamt 60 Wochen an der Spitze der US-Billboard-Charts, genauso viele wie die Fab Four. Nächstes Ziel: Mariah Carey, die verbucht 79 Wochen auf dem Hitparaden-Thron.

Ihren popkulturellen Hegemonialanspruch zelebriert die 28-Jährige nun erst mal mit einem neuen Videoclip, über den die Internet-Postille «Daily Beast» mutmasst, er könnte «the most explicit music video in history» sein, das freizügigste Musikvideo aller Zeiten also. Noch so ein Superlativ.

In dem Clip, von Kino-Provokateur Harmony Korine als Quasi-Fortsetzung seines umstrittenen Films «Spring Breakers» gedreht, ist Rihanna gleich zu Beginn fast komplett entblösst zu sehen. Sie steht, umweht nur von einem weissen, wallenden und sehr durchsichtigen Negligé-Gewand, vor einer riesigen Panoramascheibe, im Hintergrund das Meer und die Skyline von Miami.

In der Hand hält sie eine Pistole mit Schalldämpfer. Der Song ist das simmernde «Needed Me» von Rihannas aktuellem Album «Anti»: «Shit, what the fuck you complaining for/ Feeling jaded, huh/ Used to trip off that shit I was kickin' to you/ Had some fun on the run though I'll give it to you», ätzt sie darin in Richtung eines Lovers, der die Gunst der Queen Bee des Pop anscheinend nicht angemessen zu würdigen wusste.

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Rihanna: «Needed Me» YouTube/RihannaVEVO

Perversion eines Hip-Hop-Videos

Und schon wird in eine weitaus weniger erhabene, cleane Umgebung geschnitten: eine schmierige Nachtklubhölle, die von Typen mit fiesen Visagen und Kalaschnikows bewacht wird. Drinnen geifern grobschlächtige Typen mit Tattoos auf Stangentänzerinnen mit plumpen Brüsten und dicken Ärschen, die träge und wabbelnd zu einem Beat twerken. Ein Panoptikum, die eher Ekel als Erregung provozierende Perversion eines Hip-Hop-Videoclips, wie er noch vor wenigen Jahren zum Standardrepertoire jedes Möchtegern-Gangstas gehörte.

Rihanna, jetzt in einem etwas züchtigeren, silbrigen Kleid, marschiert, nein, sie schwebt dort hinein wie eine Rachegöttin, ein Bond-Girl, das nicht mehr hübsche Staffage sein will, sondern sich selbst eine Lizenz zum Töten ausgestellt hat. Na ja, und das tut sie dann auch, kaltblütig und cool.

Schön fotografierte Rachefantasie

Daran ist erst einmal gar nichts aufregend, denn explizit illustrierte Rachefantasien inszeniert Rihanna schon seit ihrem mörderischen «Man Down»-Video, zuletzt richtete sie in «Bitch Better Have My Money» ein lustvolles Blutbad an, an dessen Ende sie ebenfalls nackt mit Knarre zu sehen war. «Needed Me» steigert die Exploitation von Popkulturmotiven in eine neue Konsequenz, zitiert wird hier weiblicher Revenge-Porn von «Lady Snowblood» über «Die Braut trug Schwarz» bis «Kill Bill». Und dank Korines perfider, knallbunter Zeitlupenästhetik sieht es auch noch grossartig aus.

Rihanna füdliblutt

Das Empörungspotenzial des Clips liegt also nicht in der Nacktheit oder der dargestellten Gewalt, es liegt eher in der Frage, ob Rihanna sich hier noch zur Rächerin der grotesken Männerfantasie-Objekte beim Pole-Dance aufschwingt, also ein hehres, feministisches Motiv der Selbstermächtigung verfechtet und die Ära des «male gaze» symbolisch ins Jenseits befördert, oder doch nur ihren ungleich makelloseren, schöneren Körper inszenieren will – und damit in die Falle der Selbstobjektifizierung läuft.

Vielleicht denkt sie genau über dieses Dilemma nach, als sie am Ende des Clips wieder an der grossen Glasscheibe, die ja auch eine Art Leinwand ist, steht und mit der noch warmen Waffe in der Hand plötzlich einsam und verloren wirkt. Fest steht: Kein globaler Mega-Popstar macht sich gerade so furchtlos in der Öffentlichkeit nackig wie Rihanna. Auf der Metaebene medialer Selbstbespiegelung ebenso wie im konkreten, expliziten Sinne. Dafür? Respekt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 22.04.2016 18:54
    Highlight Highlight Scheint mir nicht so interessant zu sein. Zumindest nicht Ozzy Man Material ;)
    Play Icon
  • azoui 22.04.2016 11:50
    Highlight Highlight Na so schlimm ist das Video bei weitem nicht, dafür so langweilig wie der Gesang.
    Den Masstab setzen noch wie vor Rammstein mit Pussy
  • Asmodeus 22.04.2016 11:48
    Highlight Highlight Gar nicht erst gelesen.

    Nach "freizügigstes" und "Rihanna" musste ich schon lachen. Sie macht zwar Pornomusik und hat nicht viel ausser ihrem Körper zu bieten aber an Freizügigkeit kommt man schwer an Rammsteins Pussy vorbei.

    Ansonsten gäbe es noch andere Clips (danke Wikipedia) wie:
    Protège-Moi von Placebo

    • Buebi 22.04.2016 22:11
      Highlight Highlight Obwohl Rihanna wohl innerlich kaputter ist als alle von Rammstein zusammen....
  • bangawow 22.04.2016 10:56
    Highlight Highlight Ich finde die Frau ist genauso langweilig wie ihre Musik.

    Aber zum Thema: Das freizügigste Video aller Zeiten ist wohl Rammstein’s "Pussy".
  • rodolofo 22.04.2016 10:46
    Highlight Highlight Gerade habe ich den Video-Clip geschaut.
    Da knallt eine weibliche Schönheit ihren früheren Zuhälter ab, ohne mit der Wimper zu zucken.
    Die "schwache Frau" von damals hat den Spiess umgedreht.
    Jetzt ist sie "stark", weil sie dem Macho-Unterdrücker das gibt, was er verdient: Mehrere Kugeln in den Bauch!
    Die Botschaft ist klar: "Fühlt Euch nicht zu sicher! Wir kriegen Euch!"
    Leider ist eine Frau mit Pistole nicht unbedingt das, was ich mir erträume, auch wenn ich verstehe, dass sie ihren Peiniger töten muss, damit sie innerlich Ruhe findet.
    Die beste "Waffe der Frau" ist die Frau selbst.
  • YesImAMillenial 22.04.2016 10:26
    Highlight Highlight finde sowohl den song als auch den clip katastrophe, aber verdammt, die frau ist einfach eine göttin <3
  • Ratchet 22.04.2016 09:46
    Highlight Highlight Das Video ist mit/ohne Nippel unterhaltsam und der Song ist ein auch nett. Aber Rihanna soll lieber mal ein Video zu Consideration bringen. Meiner Meinung ihr bester Song vom Album. SZA die dort mitsingt, verdient auserdem auch mehr Aufmerksamkeit.
  • Mr. Riös 22.04.2016 09:29
    Highlight Highlight Kann mir einer die Interessanten Stellen raussuchen? Nur für Nachforschungszwecke natürlich.
  • Leichterbär 22.04.2016 09:23
    Highlight Highlight Wer dünnes singt tut gut daran die Hüfte schwingt...🤔

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