DE | FR
Populärkultur
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Singer Miley Cyrus performs at the Barclays Center on Saturday, April 5, 2014 in New York. (Photo by Evan Agostini/Invision/AP)

Bild: Evan Agostini/Invision/AP/Invision

Cyrus' geplatzter Europa-Auftakt

Miley verschiebt Konzerte wegen Krankheit. Andere Künstler machen das nicht – was meistens keine gute Idee ist 



Allzu gerne lästert man über die verzogene Zicke Miley, die so was von kurzfristig den Start ihrer Europatournee verschoben hat. Ha! Die richtigen Rock’n’Roll-Legenden, die Keith Richards und Lemmys dieser Welt, die würden so was niemals machen!

Stimmt so nicht ganz.

Rolling Stones guitarist Keith Richards poses for photographers before signing copies of his autobiography

Keith Richards: Müdes Lächeln.  Bild: Reuters

Keith Richards fiel 2006 von einer Palme, weshalb die Rolling-Stones-Tournee um sechs Wochen verschoben werden musste. Und selbst bei der Über-Ikone Lemmy nagt der Zahn der Zeit: Wegen Herzprobleme musste 2013 die Motörhead-Tournee abgesagt werden. 

Aber andere spritzen sich bei Halsproblemen lieber eine Dosis Cortison, schlucken bei Rückengebrechen Schmerzmittel und bei Grippe «interessante» Medi-Cocktails, als dass sie einen Auftritt absagen würden. 

Meistens ist das keine gute Idee: Bestreitet man trotz Krankheit einen Auftritt, erfolgen die Absagen trotzdem, nur eben halt verzögert. Würde Miley auf Medis ihre Amsterdamer Gigs spielen, würde die Krankheit verspätet und mit noch mehr Wucht zuschlagen. Vielleicht beim Schweizer Termin Anfang Juni.

Justin: «Neben der Bühne stand der Kotzkübel.» Video: Youtube/Jay Leno

Aber es gibt sie noch, die Künstler, die unentwegt auf die Bühne steigen, selbst, wenn sie es aus gesundheitlichen Gründen besser sein lassen würden.  

Die alten Rocker der ersten Stunde, zum Beispiel. Die Auftritte eines Chuck Berry, eines Little Richard oder eines Jerry Lee Lewis der letzten – sagen wir mal – 20 Jahre darf man eigentlich getrost alle spülen. Wenn man mit 80 partout noch auf der Bühne stehen will, wird es unweigerlich den einen oder anderen Moment geben, in denen sich das Publikum fragt: Wieso tut er sich das noch an?  

Jerry Lee Lewis, American rock and roll and country music singer songwriter and pianist, sits at a piano during a photocall in London, Friday, Oct. 24, 2008. Jerry Lee Lewis headlines the London Rock 'n' Roll Festival on Tuesday Oct. 28 at the Kentish Town Forum. (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)

Jerry Lee: Einst war er The Killer. Jetzt ... nicht mehr. Bild: AP

Oder Amy Winehouse. Hach. Ja, eigentlich hätte sie fast alle Konzerte ihrer letzten Tournee besser sein lassen. Abwechselnd krank, verladen oder schlicht und einfach lustlos auf der Bühne zu stehen, bringt niemandem was. Hätte sie doch lieber ein paar Konzerte abgesagt und etwas mehr auf sich selbst geachtet. 

Nun, schön, dass du da bist, Amy. Video: YouTube/Ofanziva1

Shane McGowan von den Pogues – wie oft fragte man sich, ob wir es nun wirklich alle erleben müssen, dass er uns auf der Bühne stirbt? Noch lebt er. Gut sind seine Auftritte deswegen schon lange nicht mehr.  

Animiertes GIF GIF abspielen

Shane! Immerhin ist er da. Bild: watson/obi

Womit man bei der Spezies der Künstler angelangt wären, die nicht krankheits-, sondern suchtbedingt lieber nicht hätten auftreten sollen. Ozzy Osbourne kommt einem spontan in den Sinn. Oder George Jones. Pete Doherty.

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: watson/obi

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: watson/obi

Animiertes GIF GIF abspielen

Bild: watson/obi

Kult ist das nicht. Ist der Künstler verladen, wird der Gig schlecht. So einfach ist das.  

Also, liebe Miley, verschieb doch bitte diese zwei Gigs und hol sie nach, wenn du wieder fit bist. 

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Mehr METAL geht nicht: Mann baut E-Gitarre aus Skelett seines toten Onkels

«Jetzt kann Onkel Filip bis in alle Ewigkeit shredden. So hätte er es gewollt.»

Ein Amerikaner hat seinem verstorbenen Onkel den ultimativen Tribut gezollt und die sterblichen Überreste des ehemaligen Heavy-Metal-Fans in eine Gitarre verwandelt. Richtig gelesen: ein vollumfänglich funktionierendes Musikinstrument aus menschlichen Knochen. Nun, obwohl diese Tatsache ordentlich makaber daherkommt, steckt dahinter eine liebenswerte Geschichte.

Wie das Musikmagazin «MetalSucks» berichtet, hat ein Herr aus Florida (natürlich!), der sich Prince Midnight nennt (auch gut!), vor …

Artikel lesen
Link zum Artikel