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epa04035006 An undated handout picture provided by Alfredo Leiros, manager of Fabiana Leis, on 21 January 2014 shows Fabiana Leis posing during a photo session. Fabiana Leis, model and secretary of Uruguayan President Jose Mujica, gained in popularity after posing for photographs in a magazine.  EPA/ALFREDO LEIROS EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Fabiana Leis ist nicht nur Sekretärin Bild: EPA/EFE / ALFREDO LEIROS

Erotik-Skandal im liberalen Uruguay

Armer Präsident: Seine sexy Sekretärin posiert gerne für Erotik-Fotos

Man nennt sie die «secretaria hot» des Präsidenten von Uruguay – und Fabiana Leis gibt sich alle Mühe, diesem Image gerecht zu werden. Normalerweise sitzt sie im Vorzimmer von José Mujica an der Plaza Independencia in Montevideo. Mindestens ebenso gern posiert sie jedoch vor der Kamera.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Annette langer, spiegel online

In der argentinischen Zeitschrift «Noticias» erschienene Erotik-Fotos der Präsidenten-Sekretärin Fabiana Leis sorgen derzeit in Uruguay für Aufregung. «Ich hätte nie erwartet, dass man mich aus so vielen Orten anrufen würde», wunderte sich das Model über das unerwartete internationale Echo. Tatsächlich hatte sie die Aufnahmen im Vorfeld ordentlich beworben, unter anderem mit einem Video, auf dem sie beim Shooting am Strand im Bikini zu sehen ist.

«Ich muss mich für gar nichts schämen. Ich bin stolz auf meine Leistungen», schreibt die 33-Jährige auf Twitter.

Werbung mit «la secretaria hot»

Die Zeitschrift Noticias verlinkt via Twitter auf ihren Fotoshoot

Rechtfertigung auf Twitter

Leis findet ihre Fotos völlig harmlos.

Mit Staatsgeschäften und nationaler Imagepflege hat sie allerdings wenig am Hut: Leis gab im Gespräch mit «Noticias» offen zu, total unpolitisch zu sein. Der Grund: Sie müsse halt mit jeder Regierung klarkommen, die die Wahlen gewinnt. Dennoch lobte sie den seit 2010 amtierenden José Mujica: «Pepe ist einer aus dem Volk. Als er sein Amt antrat, haben die Leute ihm zugejubelt. Es ist beeindruckend, wie sehr die Menschen ihn lieben.»

Bild

Fabiana Leis Bild: EPA

«Man kann zwei Karrieren miteinander kombinieren»

Es sei «sonnenklar», dass ihr Fall nur Aufsehen erregt habe, weil sie für den Präsidenten arbeite. «Man kann zwei Karrieren miteinander kombinieren, wenigstens in diesem Land», sagte die vielbeschäftigte Frau. «Von dem ganzen Medienrummel erhoffe ich mir, dass er wenigstens Jobs generiert», so Leis, die gern verstärkt im Ausland arbeiten würde.

Making of

Ein Magazin macht Fotos von Fabiana Leis Video: vimeo

Während sich die Sekretärin im frivolen Sinne unkonventionell gibt, ist ihr Chef eine der echten Ausnahmefiguren unter den Präsidenten dieser Welt.

Uruguays Präsident

epa03998399 Uruguay's President, Jose Mujica, talks to media during a press conference on the resignation of Uruguay's Economy Minister, Fernando Lorenzo, Montevideo, Uruguay, 21 December 2013. The Government of Uruguay's President Jose Mujica suffered a blow with the resignation of Lorenzo, amid judicial investigation into alleged irregularities in sale of planes owned by the governmment following Pluna airline bankruptcy in 2012. The Uruguayan government announced 15 June 2012 an agreement for an 'exit' of Pluna with the Argentine Group Leadgate, with Uruguayan lawmakers approving 17 July 2012 the liquidation of Pluna due to the critical financial situation of the company, which operated 250 weekly flights to and from Argentina, Brazil, Chile and Paraguay, involved some 80 per cent of all flights in Uruguay.  EPA/IVAN FRANCO

Vom linken Guerillero zum Hanf-Legalisierer und angeblichen Philanthropen Bild: EPA

Wegen seiner Zugehörigkeit zur linken Guerilla-Bewegung der Tupamaros wurde Mujica zweimal verurteilt und verbrachte einen Grossteil seiner 14 Jahre Haft in einer Einzelzelle. Gleich zweimal gelang ihm die Flucht aus dem Knast. 1985 kam er dank einer Amnestie frei und wurde Gründungsmitglied der MPP, der Bewegung für die Beteiligung des Volkes. Bei der jüngsten Präsidentschaftswahl setzte er sich für das Mitte-Links-Bündnis Frente Amplio mit 53 Prozent gegen den neoliberalen Gegenkandidaten und Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle durch.

«Pepe» war in seiner Jugend begeisterter Radrennfahrer, der Legende zufolge auch mal Blumenzüchter. Er fährt einen betagten VW Käfer und einen Opel Corsa – und hat sich auch sonst einige sozialistische Grundwerte bewahrt. Sein Präsidentengehalt von 12'500 US-Dollar im Monat soll Mujica angeblich zu 90 Prozent spenden, an kleinere Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen. Seinen Präsidentenwohnsitz hat er verkauft und den Erlös für den Bau einer Schule bereitgestellt.

Auch ansonsten geht es in Uruguay liberal zu: Das Land ist seit Einführung eines neuen Gesetzes Mitte Dezember der erste Staat der Welt, in dem die Regierung den Anbau, Verkauf und Konsum von Marihuana kontrolliert. José Mujica hatte die Initiative angestossen. Seine Sekretärin fühlt sich in ihrer Heimat offenbar nicht frei genug: Nach dem Skandal um ihre Erotik-Fotos sagte sie leicht pikiert: «Leider gibt es in Uruguay keine Lebenskunst.»



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